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Spekulationen über neues Kabinett: Gabriel für Schäuble? Ramsauer soll bleiben

Bis die SPD-Mitglieder über den Koalitionsvertrag mit der Union abgestimmt haben, sollen keine Namen künftiger Minister veröffentlicht werden. Gerüchte und Empfehlungen gibt es trotzdem.

Wer darf in den nächsten vier Jahren am Kabinettstisch mit Angela Merkel sitzen? Bis der Mitgliederentscheid der SPD am 12. Dezember abgeschlossen ist, soll diese Frage unbeantwortet bleiben. Einzig der Inhalt des Koalitionsvertrags mit der Union soll entscheiden. Kein SPD-Mitglied soll durch persönliche Abneigungen gegen einzelne Politiker abgeschreckt werden. Spekuliert wird über die Zusammensetzung des neuen Bundeskabinetts dennoch.

So will "Die Welt" erfahren haben, dass sowohl der bisherige Innenminister Hans-Peter Friedrich als auch Verkehrsminister Peter Ramsauer (beide CSU) ihre Posten behalten sollen. Würde dies zutreffen, ergäbe sich die Frage, was aus Alexander Dobrindt wird. Die CSU wird vorraussichtlich wieder drei Ministerposten erhalten. Die bisherige Bundesministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner hat sich aus Berlin verabschiedet und ist neue bayerische Wirtschaftsministerin. Erhielte Dobrindt ihr Amt, säße keine CSU-Frau mehr im Kabinett.

Steinbrück empfiehlt Gabriel als Finanzminister

Aber auch die SPD selbst sorgt für Spekulationen. Ihr früherer Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich dafür ausgesprochen, dass der SPD-Parteichef Sigmar Gabriel das Bundesfinanzministerium übernimmt. "Sigmar Gabriel hat in den vergangenen Wochen perfekt agiert und ausgezeichnet verhandelt. Meiner Meinung nach sollte ein Parteichef in einem Kabinett spürbar Einfluss nehmen und deshalb ein wichtiges Ministerium als Vizekanzler übernehmen", sagte Steinbrück der "Bild"-Zeitung. Das Finanzministerium sei "von zentraler strategischer Bedeutung", da alles, was "relevant für den Haushalt ist", über den Tisch des Finanzministers gehe. Bisher gibt es allerdings keine Anzeichen dafür, dass Wolfgang Schäuble (CDU) seinen Posten räumen wird.

Nach eigenen Angaben wurde Steinbrück sowohl aus der SPD als auch von der CDU gefragt, ob er den Posten übernehmen wolle. Dies habe er jedoch vor der Wahl ausgeschlossen und dazu stehe er nun. Er ließ in dem Interview offen, ob er aus dem Bundestag ausscheiden wird, wenn die SPD-Mitgliederbefragung abgeschlossen ist. "Das werde ich zu gegebener Zeit entscheiden. Ein Abgeordneter trägt schließlich auch eine Verantwortung für seinen Wahlkreis und seine Mitarbeiter", sagte Steinbrück.

ono/AFP / AFP