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Die Morgenlage Nasa-Sonde "Osiris-Rex" mit Asteroiden-Probe auf dem Weg zurück zur Erde

Nasa-Sonde Osiris-Rex kehrt zurück zur Erde
Die Nasa-Sonde Osiris-Rex nähert sich dem Asteroiden Bennu (künstlerische Darstellung). Die Sonde hat die Umlaufbahn des Asteroiden verlassen, von dem sie im Oktober Staub und Geröll gesammelt hatte.
© NASA / DPA
Israels Armee greift nach Raketenangriffen Ziele im Gazastreifen an +++ Tausende Mütter von Vermissten demonstrieren in Mexiko +++ Antisemitismusbeauftragter fordert Beleg für Neubauers Maaßen-Vorwurf +++ Die Nachrichtenlage am Dienstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

am gestrigen Abend hat die Nasa-Sonde "Osiris-Rex" die Umlaufbahn des Asteroiden Bennu verlassen. Mit einem komplizierten Manöver hatte sie im Oktober begonnen, Proben des Himmelskörpers zu entnehmen. Nun ist die Sonde wieder auf dem Weg zurück zur Erde – bis zu ihrer Ankunft wird es allerdings noch dauern. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Israels Armee greift nach Raketenangriffen Ziele im Gazastreifen an

Der aufs Neue eskalierte Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nimmt immer gefährlichere Ausmaße an. Israels Luftwaffe beschoss nach andauernden Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auch in der Nacht zum Dienstag Ziele in dem Küstengebiet, bei denen angeblich mehrere militante Islamisten gezielt getötet wurden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza kamen bei der jüngsten Eskalation der Gewalt 22 Palästinenser ums Leben, darunter neun Kinder. 106 Menschen wurden verletzt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte den militanten Palästinenserorganisationen mit einer harten Reaktion gedroht. Die EU und die USA verurteilten die jüngsten Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und forderten ein sofortiges Ende der Gewalt in dem abgeschotteten Küstengebiet und im von Israel besetzten Westjordanland. "Auch wenn alle Seiten Schritte zur Deeskalation unternehmen (müssen), hat Israel natürlich das Recht, sein Volk und Territorium vor diesen Angriffen zu schützen", betonte US-Außenminister Antony Blinken.

Mit Asteroiden-Probe: Nasa-Sonde auf dem Weg zurück zur Erde

Mit einer Probe vom Asteroiden Bennu im Gepäck hat sich die Nasa-Sonde "Osiris-Rex" auf den Weg zurück zur Erde gemacht. Die Sonde habe am Montag die Umlaufbahn von Bennu verlassen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Im Oktober hatte "Osiris-Rex" dem Asteroiden bei einem mehrstündigen komplizierten Manöver eine Probe entnommen - als erster US-Flugkörper der Raumfahrtgeschichte. Diese Probe soll die Sonde nun im September 2023 auf der Erde abliefern.

Wieviel Gramm Staub und Geröll des Asteroiden die Probe enthält, wissen die Nasa-Forscher noch nicht genau. Bei dem Manöver war eine Panne passiert: Der Deckel des Auffangbehälters war von größeren Steinen leicht aufgestemmt worden, so dass Teile der Probe entweichen konnten. Die Nasa-Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass die Mindestanforderung von 60 Gramm Staub und Geröll erfüllt ist - und wahrscheinlich sogar deutlich mehr im Auffangbehälter steckt. Im September 2023 soll "Osiris-Rex" die Probe über der Erde abwerfen, wo sie dann mit Hilfe von Fallschirmen im US-Bundesstaat Utah landen soll. Mitarbeiter der Nasa sollen die Probe dann in das Johnson Space Center in Houston im Bundesstaat Texas bringen und von dort aus Teile davon in Labore auf der ganzen Welt verteilen, wo sie untersucht werden können.

Tausende Mütter von Vermissten demonstrieren in Mexiko

In Mexiko haben tausende Mütter von Vermissten landesweit demonstriert und von den Behörden die Aufklärung der Schicksale ihrer Kinder verlangt. "Wo sind unsere Kinder?", rief die 77-jährige Yolanda Morán, die gestern im Rollstuhl an einer Demonstration in Mexiko-Stadt teilnahm. Die Mütter forderten die Behörden auf, endlich nach den Vermissten zu suchen. Morán ist auf der Suche nach ihrem Sohn, der 2008 im Alter von 35 Jahren verschwand.

In Mexiko wurden zwischen Ende 2006, als die Regierung einen umstrittenen Militäreinsatz gegen die Drogenbanden startete, und Ende vergangenen Jahres rund 80.500 Vermisstenanzeigen aufgegeben. Weitere 300.000 Menschen wurden in diesem Zeitraum ermordet.

Kommunen fordern massive Finanzhilfen von Bund und Ländern

Angesichts drohender Steuerausfälle infolge der Corona-Pandemie haben die Kommunen massive Finanzhilfen vom Bund und von den Ländern gefordert. Vor der Bekanntgabe der neuen Steuerschätzung am Mittwoch sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Die Steuerschätzung wird das Drama für die Haushalte der Kommunen offenlegen. Unsere Einnahmen werden 2021 und 2022 mehrere Milliarden Euro niedriger sein als vor Corona erwartet."

Ohne Hilfen müssten die Kommunen Investitionen gravierend einschränken, was den erhofften Konjunkturaufschwung bremsen würde.

Antisemitismusbeauftragter fordert Beleg für Neubauers Maaßen-Vorwurf

Angesichts des Falls der Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer hat der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung vor pauschalen Vorwürfen der Judenfeindlichkeit gewarnt. Die bei Fridays for Future engagierte Grüne hatte den früheren Verfassungsschutzpräsidenten und heutigen CDU-Rechtsausleger Hans-Georg Maaßen bezichtigt, Inhalte antisemitischer Blogs zu verbreiten - ohne allerdings einen Beleg dafür zu liefern oder Fragen danach zu beantworten.

Der Regierungsbeauftragte Felix Klein sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Der Antisemitismus-Vorwurf ist ein scharfes Schwert und erfordert klare und eindeutige Belege. Wer diesen Vorwurf anführt, sollte sich seiner Verantwortung für die deutsche Geschichte bewusst sein."

Umfrage: Union legt wieder etwas zu – Grüne leicht schwächer

Der Höhenflug der Grünen bei gleichzeitigem Abwärtstrend der Union scheint nach einer neuen Umfrage gestoppt zu sein. Im Insa-Meinungstrend für "Bild" verbessern sich CDU/CSU um eineinhalb Prozentpunkte auf 25,5 Prozent. Die Grünen verlieren einen halben Punkt und liegen mit 23,5 Prozent wieder hinter der Union.

SPD und FDP bleiben demnach gegenüber der Vorwoche unverändert bei 15 beziehungsweise 12 Prozent. Die Linke legt einen halben Punkt auf 7,5 Prozent zu. Die AfD rutscht um einen Punkt auf 11 Prozent. Nach der Befragung des Insa-Instituts unter 2055 Bürgern wären rechnerisch Schwarz-Grün, eine sogenannte Deutschlandkoalition aus Union, SPD und FDP oder eine Ampelkoalition aus Grünen, FDP und SPD möglich.

Tausende protestieren in Istanbul gegen Israel

Trotz einer coronabedingten Ausgangssperre haben in Istanbul mehrere tausend Menschen an einer Demonstration gegen Israel teilgenommen. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen Israel und den Palästinensern versammelten sich die Teilnehmer am späten Montagabend vor dem israelischen Konsulat, schwenkten unter anderem palästinensische und türkische Flaggen, skandierten religiöse und anti-israelische Parolen und zündeten Pyrotechnik. Auf Schildern waren Sätze zu lesen wie "Al-Kuds gehört den Muslimen". Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem, dessen Status eine der zentralen Streitfragen im Nahost-Konflikt ist. Bereits am Sonntagabend hatte es Protest vor dem Konsulat in der türkischen Metropole gegeben.

In der Türkei gilt derzeit eigentlich eine nächtliche Ausgangssperre. Auch tagsüber dürfen Menschen nur für Besorgungen oder zum Beispiel mit Genehmigung auf die Straße.

Das wird heute wichtig:

Baden-Württembergs neuer Landtag tagt – Koalition wird besiegelt

Rund zwei Monate nach der Wahl konstituiert sich der neue Landtag in Baden-Württemberg. Ausgerechnet Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wird die Sitzung in Stuttgart als lebens- und dienstältester Abgeordneter eröffnen und zunächst auch leiten. Nur einige Stunden später will Kretschmann gemeinsam mit dem CDU-Landesvorsitzenden Thomas Strobl den neuen grün-schwarzen Koalitionsvertrag unterzeichnen und das designierte Kabinett vorstellen. Kretschmann startet damit in seine dritte Amtszeit als Ministerpräsident von Baden-Württemberg, zum zweiten Mal koaliert er dabei mit den Christdemokraten als Juniorpartner. 

Die Morgenlage: Nasa-Sonde "Osiris-Rex" mit Asteroiden-Probe auf dem Weg zurück zur Erde

Österreichs Bundeskanzler Kurz kommt zu Austausch mit Söder nach München

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) treffen sich zu einem persönlichen Austausch in München. Ein Thema des Gesprächs in der bayerischen Staatskanzlei dürfte auch das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie sein. Österreich nimmt ab dem 19. Mai den Tourismus wieder auf, in Bayern folgen zwei Tage später Lockerungen im Tourismus. Kurz befindet sich in München, weil er mit dem Freiheitspreis der Medien gewürdigt wird. Der Preis wird von der Weimer Media Group gestiftet. 

Königin Elizabeth II. stellt Programm der britischen Regierung vor

Königin Elizabeth II. hält ihre  Thronrede zum Regierungsprogramm des britischen Premierministers Boris Johnson. Darin verkündet die Regierung traditionell ihre wichtigsten Vorhaben. Ein zentraler Punkt dürfte die Überwindung der Coronakrise sein. Johnsons konservativer Regierung droht nach den Regionalwahlen der vergangenen Woche jedoch auch ein Konflikt mit Schottland. Die für die Unabhängigkeit eintretende Schottische Nationalpartei (SNP) hatte die Parlamentswahl in Schottland gewonnen und eine absolute Mehrheit nur knapp verpasst. Die SNP von Regierungschefin Nicola Sturgeon strebt ein neues Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien an. Premierminister Johnson lehnt dies als "unverantwortlich und leichtsinnig" ab. 

Wer erhält 2021 einen Grimme-Preis? Institut verkündet Entscheidungen

Das Grimme-Institut gibt bekannt, welche Fernseh-Produktionen und -Leistungen in diesem Jahr einen der begehrten Grimme-Preise erhalten. 68 Produktionen waren in die Endauswahl um einen der bis zu 16 Preise. Sie werden in den Kategorien Fiktion, Information & Kultur, Unterhaltung sowie Kinder & Jugend vergeben. Ursprünglich gab es insgesamt mehr als 850 Vorschläge. Die Preise für herausragende TV-Produktionen sollen am 27. August zum 57. Mal verliehen werden. Ob es dann eine Gala vor Publikum geben kann, steht wegen der Corona-Pandemie noch nicht fest. Der undotierte Grimme-Preis zeichnet Fernsehsendungen und -leistungen aus, die als vorbildlich und modellhaft bewertet wurden. Er gilt als einer der wichtigsten Preise für Qualitätsfernsehen in Deutschland. Stifter des Preises ist der Deutsche Volkshochschul-Verband. Die Auszeichnung wird seit 1964 jährlich verliehen.

Gericht spricht Urteil im Mordfall "Sandkuhle"

Fast ein Vierteljahrhundert nach einem Mordfall mit lange nicht identifiziertem Opfer will das Landgericht Aachen das Urteil sprechen. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat für den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidigung des 51-jährigen Deutschen hat einen Freispruch beantragt. Der Angeklagte schwieg im Verfahren.

Das Gericht hörte mehr als 45 Zeugen, um das Geschehen vor langer Zeit aufzuarbeiten. In dem Prozess geht es um den Tod eines Wohnmobil-Händlers aus Aachen vor fast 25 Jahren. Der Angeklagte soll zusammen mit einem längst gestorbenen Mittäter in der Werkstatt des Händlers gearbeitet und den damals 43-jährigen Familienvater wegen 5000 Mark aus Habgier getötet haben. Dessen unbekleidete Leiche war am 8. Dezember 1996 an einer stillgelegten Kiesgrube nördlich von Krefeld entdeckt worden. Die Identität des grausam zugerichteten Opfers war über 20 Jahre nicht bekannt. Erst 2019 nannte ein Zuschauer der Fahndungssendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" den Namen des Toten und gab einen Hinweis auf den Angeklagten.

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Ihre stern-Redaktion

rw / sve DPA AFP

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