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Die Morgenlage Ultimatum an TikTok: Donald Trump verbietet Geschäfte mit chinesischer Videoplattform

Sehen Sie im Video: Trump geht gegen chinesische Firmen hinter TikTok und WeChat vor.


US-Präsident Donald Trump geht gegen die chinesischen Firmen hinter WeChat und TikTok vor. Damit dürften sich die Beziehungen beider Wirtschaftsmächte, die zuletzt schon angespannt waren, weiter verschlechtern. Der Republikaner verfügte am Donnerstag Anordnungen, die Transaktionen mit ByteDance, Eigner der vor allem bei Jugendlichen beliebten Video-App TikTok, und Tencent, Eigner der WeChat-App, untersagen. Die Dekrete treten in 45 Tagen in Kraft. Tencent und ByteDance wollten sich nicht dazu äußern. Tencent-Aktien fielen am Freitag um mehr als vier Prozent. Die Trump-Regierung hatte zuletzt schon angekündigt, aus Sicherheitsgründen gegen chinesische Apps vorgehen zu wollen. TikTok und WeChat wurden in diesem Zusammenhang als "signifikante Bedrohungen" dargestellt - Trump und andere US-Politiker sehen TikTok als chinesisches Spionageinstrument. Derzeit läuft eine Frist bis zum 15. September, um die US-Aktivitäten von TikTok an den Software-Riesen Microsoft zu verkaufen. Gelingt der Deal nicht, droht das Verbot.
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16 Hafenmitarbeiter nach Explosion in Beirut festgenommen +++ Forscher befürchten fast 300.000 Corona-Tote in den USA bis Dezember +++ Mordfall Lübcke: Angeklagter Stephan Ernst will weitere Fragen beantworten +++ Die Nachrichtenlage am Freitag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

TikTok soll an eine US-Firma verkauft werden oder verschwinden – so will es Donald Trump. Er wirft der Videoplattform Spionage für Chinas Regierung vor. Nun hat er alle Geschäfte mit dem Inhaberkonzern der App verboten und erhöht so den Druck auf den chinesischen Konzern. Der US-Präsident unterzeichnete ein Dekret, das auf ein Verbot von TikTok in anderthalb Monaten hinausläuft, sollte die Plattform bis dahin nicht verkauft werden. Trump beschuldigt den Bytedance-Konzern, dem TikTok gehört, über die Plattform Spionage für Chinas Regierung zu betreiben. Indes gehen US-Forscher davon aus, dass es in den USA bis Dezember knapp 300.000 Corona-Tote geben könnte – sofern nicht mehr Menschen in der Öffentlichkeit eine Maske tragen. Auch in Deutschland gab es erneut mehr als 1000 Neuinfektionen.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was ansonsten in der Nacht passiert ist:

16 Hafenmitarbeiter nach Explosion in Beirut festgenommen

Zwei Tage nach der Katastrophe von Beirut sind 16 Hafenmitarbeiter der libanesischen Küstenstadt festgenommen worden. Das teilte der amtierende Militärrichter Fadi Akiki nach einem Bericht der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA am Donnerstagabend mit. Mehr als 18 Menschen seien befragt worden, darunter Mitglieder des Hafenvorstands und der Zollverwaltung. Die Zahl der Toten stieg derweil laut Gesundheitsministerium auf 149. Regierungskritische Demonstranten stießen in der Nacht zum Freitag mit der Polizei zusammen.

Trump untersagt per Dekret Geschäfte mit TikTok-Inhaberkonzern

US-Präsident Donald Trump verbietet US-Bürgern, Geschäfte mit den Eigentürmern der populären chinesischen Video-App TikTok zu machen. Mit der Verfügung, die in 45 Tagen greifen soll, verleiht Trump seiner Drohung Nachdruck, den Verkauf der chinesischen App an ein amerikanisches Unternehmen zu erzwingen. Trump sieht in der App eine "Bedrohung" der nationalen Sicherheit. Die App sammle gewaltige Mengen an Daten ihrer Nutzer und könne es der kommunistischen Partei China ermöglichen, Amerikaner auszuspionieren, erklärte er am Donnerstagabend (Ortszeit). Auch mit der chinesischen Social Media App WeChat sollen US-Bürger keine Geschäfte mehr machen dürfen.

Erneut mehr als 1000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 214 214 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Morgen meldete (Datenstand 7.8., 0.00 Uhr).

Nordrhein-Westfalen will Verletzte aus Beirut behandeln

Nach der verheerenden Explosion in Beirut mit bisher rund 150 Toten hat die nordrhein-westfälische Landesregierung einem Bericht zufolge die Aufnahme von Verletzten aus dem Libanon angeboten. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, schrieb Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in einem Brief an Libanons Botschafter in Deutschland, Mustapha Adib-Abdul-Wahed, dass das Land bereit sei, schwerverletzte Patienten aus den überfüllten Krankenhäusern in Beirut in Nordrhein-Westfalen zu behandeln. 

Forscher befürchten fast 300.000 Corona-Tote in den USA bis Dezember

Bis Dezember könnten nach einem weithin beachteten Modell in den USA insgesamt fast 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Das wären rund 140.000 Tote mehr als derzeit. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 228.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle. Das Modell des Instituts befürchtet nun bis 1. Dezember 295.000 Tote. Vor der jüngsten starken Zunahme der Neuinfektionen in den USA hatte das Modell bis 1. November noch mit rund 230.000 Toten gerechnet.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Mordfall Lübcke: Angeklagter Stephan Ernst will weitere Fragen beantworten

Nach seinem Geständnis vor Gericht soll sich der Hauptangeklagte im Mordfall Lübcke (10 Uhr) weiteren Fragen stellen. Neben dem Senat des Oberlandesgerichts Frankfurt und dem Anklagevertreter könnte auch die Familie des Opfers zu Wort kommen. "Wenn ich schon Ihnen den Ehemann und Vater weggenommen habe, stehe ich bereit, sollten Sie noch offene Fragen haben", hatte Stephan Ernst am Mittwoch über seinen Anwalt erklären lassen.

Bundesverfassungsgericht entscheidet über Klage von NRW-Kommunen

Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht heute (9.30 Uhr) seine Entscheidung über eine Verfassungsbeschwerde mehrerer kreisfreier Städte in Nordrhein-Westfalen. Dabei geht es um Aufgaben, die die Kommunen bei den sogenannten Bildungs- und Teilhabeleistungen seit 2011 bundesweit zusätzlich schultern müssen.

Prozess gegen Anwalt von erfundenem NSU-Opfer beginnt

Der Rechtsanwalt einer erfundenen Nebenklägerin im Münchner NSU-Prozess steht von heute (9 Uhr) an in Aachen vor Gericht. Er ist unter anderem wegen Betrugs angeklagt. Der Anwalt soll beim NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ein Opfer des Nagelbombenanschlags vom Juni 2004 in der Kölner Keupstraße vertreten haben, das es in Wirklichkeit gar nicht gab. Dafür soll er von 2013 bis 2015 zu Unrecht Zahlungen von insgesamt mehr als 200.000 Euro erhalten haben, wie das Landgericht Aachen mitteilte.

US-Regierung gibt Arbeitslosenquote für Juli bekannt

Die US-Regierung gibt (14.30 Uhr MESZ) die Arbeitslosenquote für den Monat Juli bekannt. Angesichts jüngster Wirtschaftsdaten rechneten Analysten nicht mit einer deutlichen Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt. Im Juni lag die Arbeitslosenquote infolge der Coronavirus-Pandemie bei 11,1 Prozent. Vor der Pandemie hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen.

Deutsche Fußball Liga veröffentlicht Bundesliga-Spielplan für 2020/21

Die Deutsche Fußball Liga veröffentlicht am Freitag (12.00 Uhr) den Spielplan der Bundesliga und der 2. Bundesliga für die Saison 2020/21. Für die Spielplan-Experten der DFL ist die Gestaltung eine Herausforderung gewesen, da die nächste Saison wegen der Corona-Krise verkürzt ist. Statt wie in den letzten Jahren im August wird sie erst am 18. September eröffnet und soll am 22./23. Mai 2021 zu Ende gehen. Um die 34 Spieltage in dieser Zeit durchziehen zu können, wird es eine kurze Winterpause geben.

mod DPA AFP

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