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+++Wettskandal-Ticker+++: SSV Ulm kündigt drei Spielern

Der in den Manipulationsskandal verwickelte Regionalligist SSV Ulm hat drei Spielern gekündigt. Bei einem weiteren verdächtigten Club, dem SC Verl, brachen Unbekannte unterdessen in die Geschäftsstelle ein - Alle Infos zum Wettskandal.

Fußball-Regionalligist SSV Ulm hat wegen des Wettskandals drei Spielern gekündigt. "Wir haben im Gespräch festgestellt, dass die drei in den Skandal verwickelt sein könnten", erklärte SSV-Vizepräsident Mario Meuler und bestätigte damit Informationen der "Bild"-Zeitung. Bei den Spielern handle es sich um Davor Kraljevic, Marijo Marinovic und Dinko Radojevic, sagte Meuler am Freitag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der frühere Bundesligist geht davon aus, dass es um manipulierte Spiele in der vergangenen Saison gehen soll. "Uns ist zumindest nichts anderes bekannt", sagte Meuler.

Bei Kraljevic habe es am Donnerstag eine Hausdurchsuchung auf Initiative der Staatsanwaltschaft Bochum hin gegeben. "Wir wissen aber nicht, was dabei herausgekommen ist", sagte Meuler. Auch die Wohnung von Marinovic sollte durchsucht werden, der 26-Jährige sei aber nicht zu Hause gewesen. Bei Radojevic habe es zwar keine Durchsuchung gegeben, der Verein habe bei dem 31-Jährigen jedoch einen Verdacht gehabt und sei von sich aus auf ihn zugegangen.

Über das Gespräch mit den drei Akteuren könne man aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskunft geben. Das sei mit der Staatsanwaltschaft so abgesprochen. Noch vor wenigen Tagen hatte der Verein alle SSV-Spieler eine Ehrenerklärung unterschreiben lassen. Darin versicherten sie, nichts mit Wettmanipulationen zu tun zu haben.

+++Einbrecher durchwühlen Büros beim SC Verl+++


Beim im Fußball-Wettskandal in den Fokus geratenen Regionalligisten SC Verl ist in der Nacht zu Donnerstag eingebrochen worden. "Die Unterlagen in meinem Büro sind wild durchwühlt worden", sagte der Vereinsvorsitzende Peter Mankartz der Deutschen Presse- Agentur (dpa) am Freitag und bestätigte einen Bericht der "Neuen Westfälischen". Der oder die unbekannten Täter durchsuchten in dem Büro auf dem Vereinsgelände mehrere Schränke, nach ersten Erkenntnissen der Polizei ist nichts entwendet worden.

An einen Zusammenhang mit den zwei möglicherweise manipulierten Partien mit Verler Beteiligung der vergangenen Saison, in dessen Zuge die Ostwestfalen am Dienstag zwei Spieler suspendiert hatten, glaubt Mankartz nicht. "Aber ich kann auch nichts ausschließen", sagte er. Die Polizei behandelt den Vorfall nach Angaben eines Sprechers vorerst als "normalen Einbruch".

+++Spieler von Fortuna Düsseldorf vernommen+++


Im Zuge der Wettskandal-Ermittlungen sind am Donnerstag zwei Spieler von Fortuna Düsseldorf vernommen worden. Die Aktiven der zweiten Mannschaft wurden anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt, wie die "Rheinische Post" berichtete. Der Verein geht davon aus, dass die Spieler nicht als Beschuldigte, sondern als Zeugen vernommen wurden. "Im Moment wissen wir aber noch gar nichts", wurde der Vorstandsvorsitzende des Clubs, Peter Frymuth, zitiert. Die Bochumer Staatsanwaltschaft war zu einer Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Laut Informationen der Zeitung geht es bei der Untersuchung um drei Spiele der in der Regionalliga West aktiven zweiten Mannschaft, die allesamt verloren wurden: ein 0:3 bei der Zweitvertretung von Schalke 04 am 31. Oktober, ein 1:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern II eine Woche zuvor und eine Partie aus der Vorsaison, als Fortunas Zweite am 3. Mai - damals noch in der NRW-Liga - gegen den Bonner SC 1:4 unterlag.

+++Torwart von Goslar sollen 1.500 Euro geboten worden sein+++


Im Zusammenhang mit einem Bestechungsvorwurf in der Fußball-Regionalliga hat die Bremer Polizei bei einer Hausdurchsuchung Bargeld in Höhe der angeblichen Bestechungssumme gefunden. Medienberichten zufolge war der 21 Jahre alte Verdächtige, der sich als "Markus aus Bremen" vorstellte, am Donnerstag vergangener Woche an den Torhüter des Goslaer Regionalligisten GSC 08 herangetreten und hatte ihm 1.500 Euro angeboten. Der Torhüter habe jedoch abgelehnt, absichtlich gegen den SSV Wilhelmshaven zu verlieren, teilte die Polizei in Goslar am Donnerstag mit.

Stattdessen habe er seinen Verein informiert, der den Deutschen Fußballbund und die Polizei einschaltete. Da das Mietwagen-Kennzeichen des Bremers notiert worden war, spürte ihn die Polizei Goslar in Zusammenarbeit mit Bremer Kollegen schnell auf. Ein Zusammenhang zum europaweiten Fußballwettskandal sei bis jetzt nicht nachgewiesen, hieß es. Das konkrete Motiv sei ebenfalls unklar. Parallel zu dem Bestechungsversuch war in den Medien von einer angeblichen Wette im sechsstelligen Bereich auf das Spiel berichtet worden.

+++Verl-Kapitän will aussagen+++


Der wegen Manipulationsverdacht suspendierte Kapitän des Fußball-Regionalligisten SC Verl, Patrick Neumann, will bei der Staatsanwaltschaft Bochum aussagen. "Er wird gegenüber den Bochumer Ermittlern alles sagen, was er weiß", kündigte sein Anwalt Lutz Klose im "Westfalen-Blatt" an. Dabei gebe es allerdings "nicht so viel zu gestehen". Neumann sei in "diese Sache hineingedrückt worden". "Nach dem gewonnenen Spiel gegen Gladbach II ist mein Mandant von einer Person außerhalb des Vereins massiv psychisch unter Druck gesetzt worden", sagte Klose. Neumann war wie Tim Hagedorn am Dienstag vom Club suspendiert worden.

+++Uefa nennt Namen von verdächtigten Clubs+++


Der Sumpf des Wett- und Manipulationsskandals im europäischen Fußball ist noch tiefer als zunächst angenommen: Die Europäische Fußball-Union (Uefa) veröffentlichte am Mittwoch nach einer Zusammenkunft der neun von den möglichen Betrügereien betroffenen Verbände eine Liste von fünf unter Manipulationsverdacht stehenden Clubs bzw. sieben Spiele, die möglicherweise verschoben wurden. Bei den fünf Clubs, die neu unter Verdacht stehen, handelt es sich um KF Tirana, KS Vilaznia (beide Albanien), FC Dinaburg (Lettland), NK Ljubljana (Slowenien) sowie Honved Budapest (Ungarn). Insgesamt sollen sieben Spiele der Qualifikation zur Champions- beziehungsweise Europa League manipuliert worden sein. Laut der Uefa sind möglicherweise drei Schiedsrichter involviert. Die entsprechenden Namen wurden jedoch nicht bekannt gegeben wurden. An der Uefa-Sitzung nahm auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach teil.

Folgende Spiele sollen betroffen sein:

Champions-League-Qualifikation, 2. Runde vom 21. Juli 2009: Stabaek IF - KF Tirana

Europa-League-Qualifikation, 2. Runde vom 16. Juli 2009: Bnei Yehuda Tel Aviv - FC Dinaburg

Europa-League-Qualifikation, 2. Runde vom 23. Juli 2009: FC Dinaburg-Bnei Yehuda Tel Aviv

Europa-League-Qualifikation, 2. Runde vom 23. Juli 2009: KS Vllaznia - Rapid Wien

Europa-League-Qualifikation, 2. Runde vom 16. Juli 2009: Rapid Wien - KSV Vllaznia

Europa-League-Qualifikation, 3. Runde vom 6. August 2009: NK Ljubljana - FC Metalurg Donezk

Europa-League-Qualifikation, 3. Runde vom 30. Juli 2009: Fenerbahce Istanbul - Honved Budapest

+++Champions-League-Spiele betroffen+++

Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (SID) sind in den größten Wettskandal in der Geschichte des europäischen Fußballs weitere Spiele aus der diesjährigen Qualifikation zur Champions League betroffen. Dabei handelt es sich auch um Spiele, die bislang nicht von der Staatsanwaltschaft in Bochum ins Visier genommen wurden. Die Bochumer Behörde hatte am Freitag bekannt gegeben, dass mindestens drei Partien der Champions League sowie zwölf Spiele aus der neuen Europa League in 2009 unter Verdacht stehen, verschoben worden zu sein.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) wollte am Mittwoch nach SID-Informationen die Namen der betroffenen Spiele und Vereine veröffentlichen. Damit hat der Betrugsskandal im europäischen Fußball, bei dem insgesamt mindestens 200 Spiele manipuliert worden sein sollen, eine neue Dimension erreicht.

Welche Auswirkungen die neuen Verdachtsfälle auf den laufenden Wettbewerb in der Champions League haben, war zunächst noch unklar.

+++Zwanziger will Liberalisierung+++
DFB-Präsident Theo Zwanziger hat nach dem erneuten Wettskandal im Fußball eine Liberalisierung des Wettmarktes gefordert. "Der Staat muss den Wettmarkt (...) liberalisieren und private Anbieter zulassen, die dann unter strenger staatlicher Kontrolle stehen", sagte Zwanziger in einem Interview der "Sport Bild". "Durch das Monopol der staatlichen Sportwette Oddset und das Verbot privater Anbieter werden die Zocker auf den illegalen Wettmarkt getrieben", fügte Zwanziger hinzu.

Der 64-Jährige räumte ein, dass er schon seit längerem in die Ermittlungen eingeweiht war. "Ich war als Mitglied des UEFA- Exekutivkomitees inoffiziell schon seit Monaten über die Tatsache informiert, dass es sehr konkrete Ermittlungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen der Staatsanwaltschaft Bochum und der UEFA gibt", sagte Zwanziger. Allerdings habe er "keinerlei verwertbare Informationen" darüber bekommen, gegen wen ermittelt wird. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sei offiziell nicht unterrichtet worden.

+++Verl suspendiert Spieler+++

Der im Wettskandal in den Fokus geratene Fußball- Regionalligist SC Verl hat die Spieler Patrick Neumann und Tim Hagedorn vom Spiel- und Trainingsbetrieb suspendiert. Das teilte der Club am Dienstag mit. Am Wochenende hatten die Ostwestfalen Hinweise erhalten, dass bei den Verler Partien bei Borussia Mönchengladbach II (4:3) und dem 1. FC Köln II (0:1) in der vergangenen Saison Spielmanipulation versucht worden seien. Der Club hat seine Erkenntnisse am Dienstag nach Rücksprache mit dem Deutschen Fußball- Bund (DFB) den Ermittlungsbehörden zu Protokoll gegeben.

+++SSV Ulm weist Verstrickung in Wettskandal zurück+++
Der Fußball-Regionalligist SSV Ulm hat jegliche Verstrickung in den Wettskandal von sich gewiesen. "Dem SSV Ulm 1846 Fußball e.V. liegen derzeit keinerlei Erkenntnisse vor, die auch nur in Ansätzen darauf hinweisen, dass der Verein in irgendeiner Form in den aktuellen Wettskandal verwickelt ist", heißt es in einer Presseerklärung auf der Internet-Seite des früheren Bundesligisten. Die bis Sonntag veröffentlichten Medienberichte entbehrten jeglicher Fakten und enthielten nur Vermutungen, Mutmaßungen und Behauptungen. In einem neuen Bericht war von der angeblichen Manipulation eines Regionalliga-Spiels die Rede.

+++Russland wittert Verschwörung+++
In Russland hat man die Niederlage im WM-Relegationsspiel gegen Slowenien aus der letzten Woche anscheinend noch nicht verdaut. Das Parlament in Moskau hat über eine mögliche Verstrickung von russischen Nationalspielern in den Wettskandal diskutiert. Der Duma-Abgeordnete Anton Beljakow forderte am Dienstag die Justiz des Landes auf, eine mögliche Beteiligung von Nationalspielern zu prüfen. "Das beispiellose Treiben der Fußball-Mafia könnte ein Grund für das Scheitern der "Sbornaja" in der WM-Qualifikation gegen Slowenien sein", sagte das Parteimitglied von Gerechtes Russland in Moskau. "Unsere Justiz sollte mit ihren Kollegen in der EU prüfen, ob es Kontakt zu russischen Spielern gab." Eigentlich gehört Russland nicht zu den neun Ländern, die nach den Erkenntnissen der Bochumer Staatsanwaltschaft von Wettmanipulationen betroffen sein sollen.

+++Partien des SC Verl unter Manipulations-Verdacht+++
Im Fußball-Wettskandal sind Partien des Regionalligisten SC Verl in den Fokus der Ermittler geraten. Wie Rechtsanwalt Hans A. Geisler der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag bestätigte, sitzt ein 34 Jahre alter Mann aus Lippstadt seit vergangenem Donnerstag wegen Betrugsverdachts in zwei Fällen in Untersuchungshaft.

Der Kaufmann aus dem Kreis Soest soll laut Haftbefehl zweimal versucht haben, auf Verler Spieler einzuwirken, um den Spielausgang zu beeinflussen. "Mein Mandant sagt, er hätte zu Verler Spielern überhaupt keinen Kontakt gehabt", betonte Geisler.

Betroffen seien die Partien von Verl aus der vergangenen Saison bei Borussia Mönchengladbach II (4:3) am 30. Mai 2009 und gegen den 1. FC Köln II (0:1) am 6. Juni 2009. Das geht nach Angaben Geislers aus dem Haftbefehl hervor. In Gladbach hatte Verl eine 3:0-Führung zunächst aus der Hand gegeben, durch ein Tor in der 89. Minute aber doch noch gewonnen. Ein Eigentor führte zur Niederlage gegen Köln.

Dem Verein lagen am Dienstag keine offiziellen Unterlagen zu den Vorwürfen vor. "Ich werde noch kein Statement abgeben", sagte Verls Vorsitzender Peter Mankartz auf Anfrage. Gladbach hat seinen Anwalt Christoph Schickhardt eingeschaltet, der prüfen soll, ob eventuelle Ermittlungen auch die Borussia betreffen. "Wir haben unseren Anwalt beauftragt, herauszufinden, ob da etwas dran ist. Ansonsten kann ich dazu nichts sagen, weil wir nichts wissen", teilte Sportdirektor Max Eberl am Dienstag auf der Internetseite des Clubs mit.

+++Kroatische Polizei nimmt Slowenen fest+++


Die kroatische Polizei hat im Zusammenhang mit den Ermittlungen in Deutschland zu möglichen Manipulationen bei Fußballspielen einen Slowenen festgenommen. Der 38-Jährige sei aufgrund eines Haftbefehls aus Deutschland an der Grenze von Slowenien zu Kroatien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Im werde Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Nun sei es an Deutschland, seine Auslieferung zu fordern, erklärte Richter Ratko Scekic. Die Ermittlungen richten sich gegen rund 200 Personen in neun europäischen Ländern. Bislang wurden 15 Personen in Deutschland und zwei in der Schweiz festgenommen.

+++Ralf Rangnick kritisiert Frühwarnsysteme+++


Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick hat im Zuge des neuen Wettskandals die Abwehrmechanismen im Fußball kritisiert. "Ich bleibe dabei - dass es jetzt wieder einen (Wettskandal, Anm. d. Red.) gibt, muss unweigerlich auch bedeuten, dass diese ganzen Vorwarn-, Frühwarnsysteme, Radar und was weiß ich noch alles versagt haben", sagte Ragnick in der Fernsehsendung "Audi Star Talk".

"Ansonsten wäre es völlig unmöglich, dass genau die gleichen Personen das gleiche wieder machen, wo sie vorher damit aufgehört haben", sagte der Coach des Fußball-Bundesligisten. Er hoffe deshalb, dass die Verantwortlichen dieses Mal anders damit umgingen, als noch beim Hoyzer-Skandal vor vier Jahren. "Ich hoffe und wünsche, dass man diesen Wettskandal nun wirklich rigoros aufklären kann."

+++Auch Griechenland gerät ins Visier+++


Der Fußball-Wettskandal hat nach Medienberichten auch Griechenland erreicht. Die Europäische Fußball-Union UEFA habe dem griechischen Verband (EPO) Details über 14 Spiele vorgelegt, die unter Manipulationsverdacht stehen, hieß es am Dienstag in der der griechischen Presse. Verbandspräsident Sofoklis Pilavios sagte, er werde das Justizministerium in Athen informieren und die Einzelheiten der Staatsanwaltschaft vorlegen. Um welche Spiele es sich handelt, blieb zunächst unklar. Griechenland gehört nicht zu den neun Ländern, die nach Erkenntnissen der Bochumer Staatsanwaltschaft von Wettmanipulationen betroffen sein sollen.

+++Mario Basler will weiter wetten+++
Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Mario Basler ist verstimmt über DFB-Präsident Theo Zwanziger. Dieser hatte auf einer Pressekonferenz am Montag in Frankfurt/Main den Inhalt eines vertraulichen und persönlichen Briefes des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an ihn, Trainer des Regionalligisten Eintracht Trier, publik gemacht. Darin hatte der DFB-Kontrollausschuss Basler auf die laut Rechts- und Verfahrensordnung bestehenden Wettverbote hingewiesen.

"Vielleicht hat er zuviel Kaffee getrunken", sagte Basler dem Kölner Express über Zwanziger, "ich werde jetzt genau prüfen, was er gesagt hat, ich lasse das in jedem Fall nicht so stehen." Der ehemalige Lauterer, Bremer und Münchner Bundesliga-Profi erklärte: "Wenn ich auf die Frage, ob ich auf mein eigenes Team wetten würde, mit ja antworte, dann ist da doch gar nichts verwerflich dran. Anders wäre es, wenn ich gegen mein Team wetten würde."

Der DFB hatte als Reaktion auf den Wett- und Manipulationsskandal um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer auf dem Außerordentlichen Bundestag im April 2005 unter anderem eingeführt, dass Spieler, Trainer und bestimmte Funktionäre keine Wetten auf Partien des Wettbewerbs abschließen dürfen, an denen die eigene Mannschaft teilnimmt.

Dieses Verbot gilt unter anderem für die drei Profiligen und den DFB-Pokal. Basler, der seit geraumer Werbeträger eines privaten Wettanbieters ist, bestätigte dem Express den Eingang des Briefes vom 24. September 2009: "Ich habe vor zwei Monaten einen Brief vom DFB erhalten, in dem mir mitgeteilt wurde, dass der DFB über meinem Werbevertrag informiert sei. Das sei auch alles in Ordnung. Da habe ich mich schon gewundert, warum sie mir überhaupt einen Brief schreiben. Ich habe ihn in den Papierkorb geworfen."

+++Oddset wohl nicht am Wettskandal beteiligt +++


Die Staatliche Lotterieverwaltung Bayern hat einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zurückgewiesen, wonach auch die staatliche Sportwette Oddset von dem Fußball-Wettskandal betroffen sein soll. Unter Berufung auf Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft Bochum hatte das Blatt geschrieben, die Wettmafia habe für ein manipuliertes Zweitligaspiel in der Schweiz (Yverdon - Thun 5:1) vom April 2009 von mehreren Anbietern aus Asien, Österreich und Deutschland insgesamt mehr als 60.000 Euro Gewinn kassiert, darunter auch bei Oddset.

Der Präsident der Lotterieverwaltung, Erwin Horak, sagte dazu: "Die genannte Spielpaarung war nicht auf dem Spielplan von Oddset". Deshalb könne aus dieser Partie bei der staatlichen Sportwette auch kein Gewinn erzielt worden sein. Bereits direkt nach Beginn des Skandals hatte Oddset erklärt, man sei nicht betroffen. Die Staatliche Lotterieverwaltung Bayern ist bei den Lottogesellschaften der 16 Bundesländer verantwortlich für die Sportwette.

+++Adidas will Wettsündern Verträge kündigen +++


Der Sportartikelhersteller Adidas will hart durchgreifen, falls von ihm ausgerüstete Sportler oder Mannschaften in den Fußball-Wettskandal verwickelt sind. "Wir haben in unseren Verträgen mit Sportlern und Vereinen ganz klar drin, dass wir bei kriminellen Vergehen die Zusammenarbeit fristlos kündigen können", sagte Adidas-Chef Herbert Hainer der "Süddeutschen Zeitung". Dies habe man in der Vergangenheit etwa bei Doping-Fällen schon getan. Auch Puma und Audi kündigten in der "Süddeutschen Zeitung" an, Ausrüster- oder Sponsoringverträge bei Verwicklungen in den Wettskandal sofort zu kündigen.

AP/DPA/SID/feh / AP / DPA

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