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Bundesliga im stern-Check: Endlich ist die Liga wieder spannend!

Was für eine Tabelle - Paderborn ganz oben, Schalke unten, und zwischendrin Dortmund und die Bayern. Die Favoriten patzen, die Underdogs mucken auf. Und war da nicht was mit dem HSV?

Von Carina Braun

Paderborns Elias Kachunga lässt grüßen - und zwar von Platz eins der Tabelle

Paderborns Elias Kachunga lässt grüßen - und zwar von Platz eins der Tabelle

So liefen die Spiele

SC Freiburg - Hertha BSC 2:2

FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 2:2

FC Augsburg - Werder Bremen 4:2

VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim 0:2

Hamburger SV - Bayern München 0:0

SC Paderborn - Hannover 96 2:0

FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund 2:0

VfL Wolfsburg - Bayer Leverkusen 4:1

1. FC Köln - Bor. Mönchengladbach 0:0

Hier finden Sie die Tabelle und alle Spiele zum Nachlesen.

Aufreger des Spieltags

Manu, wir lieben dich - spätestens seit du im WM-Achtelfinale gegen Algerien die Verteidigung gleich mit übernommen hast. Aber das am Samstag war Käse. Wie der Bayern-Torwart gegen den HSV gen Mittellinie sprintete und mit der Hand (!) einen Ball abwehrte, nahm schon fast oliverkahneske Züge an. Auch der Titan kannte auf dem Platz bekanntlich keine Grenzen und faustete vor Jahren gegen Hansa Rostock einen Ball ins Netz. Damals kassierte er einen Platzverweis - Neuer diesmal nicht. Die Aktion hätte keine klare Torsituation vereitelt, so der Referee zur Begründung. Und a propos Referee: Es gab erneut viele aufregende Fehlentscheidungen, die aufzuzählen hier den Rahmen sprengen würde.

Ein Reflex oder Absicht? In jedem Fall klares Handspiel.

Ein Reflex oder Absicht? In jedem Fall klares Handspiel.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Natürlich den 83-Meter-Schuss des Paderborners Moritz Stoppelkamp, der harmlos begann und mit einem Bundesligarekord endete. Irgendwie kam dieser Ball in der Nachspielzeit am eigenen Strafraum zum Ex-Hannoveraner, der ihn wohl einfach nur aus der Gefahrenzone befördern wollte - und besser zielte als gedacht. Der Spieler danach im Interview: "Ich wusste nicht, dass ich überhaupt soweit schießen kann."

Gewinner des Spieltages

Klar, der SC Paderborn, aber auch, ach, der HSV! Was haben wir in der vergangenen Woche geschwarzmalt und kein Ende dieses Elends gesehen. Sogar der "Kicker" hatte den Dino schon aus dem Oberhaus gekickt. Und dann kommt Dietmar "Uns Didi" Beiersdorfer und zaubert den jungfräulichen Josef "Joe" Zinnbauer aus der Tasche. Plötzlich reden sich beim HSV alle mit Kosenamen an und haben sich wieder lieb. Sogar die Fans. Die haben den frischen Wind, der da durch die Arena wehte, dankbar aufgenommen. Wann eine HSV-Mannschaft das letzte Mal unter Jubel den Platz verlassen durfte, drohte schon eine Frage für Chronisten zu werden. Am Wochenende war es endlich wieder soweit. Mehr davon und gerne wieder - ein bisschen Unterstützung hat noch keinem Team geschadet.

Tristesse beim VfB

Tristesse beim VfB

Verlierer des Spieltages

Ein (schlimmer) Kalauer sagt alles: Vehlstart für den VfB Stuttgart. Armin Veh war Meistercoach in Stuttgart, kehrte von Frankfurt nach Stuttgart zurück, weil er eine bessere Perspektive sah und langfristig international spielen wollte. Jetzt steht der VfB auf Platz 18, hat erst einen mageren Punkt gesammelt. Vehs Ansprüche wirken derzeit schlichtweg absurd, es scheint, als habe er dem Team noch nicht beibringen können, was wirklich ansteht: Stuttgart muss sich wohl wieder auf den Abstiegskampf einstellen.

Bild des Tages

Statt eines Bildes gibt es in dieser Kategorie diesmal einen Tweet. Den hatte Paderborns Kapitän Uwe Hünemeier am Samstag abgesetzt - der Spieltag ohne Worte.



Frage des Tages: Wird die Bundesliga endlich wieder spannend?

Was haben sie sich nicht den Mund fusselig geredet in der letzten Saison, wie man dieser faden Bundesliga wieder ein bisschen Spannung einimpfen könnte. Sogar die Bayern-Vorderen hatten Krokodilstränen vergossen. Doch seit Uli Hoeneß hinter Gittern sitzt, ist nichts mehr so als wir zuvor. Schalke im Abstiegskampf, Dortmund auf zehn, die Bayern auf vier und dafür Paderborn, Mainz und Hoffenheim an der Spitze. Natürlich: Es ist erst der vierte Spieltag, aber die Aufsteiger und Mannschaften wie - trotz der Niederlage - Leverkusen bringen wieder Spannung rein. Der FC Bayern dagegen hat sich als dankbarer Aufbaugegner für kriselnde Vereine wie den HSV oder Schalke erwiesen. Die Liga steht Kopf - auch mal schön!

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