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Champions League: Werder fertigt Sofia ab - Bayern mau

Fünf Minuten reichten Werder Bremen, um bei Levski Sofia einen ungefährdeten 3:0-Sieg unter Dach und Fach zu bringen und den FC Barcelona in Gruppe A zu überholen. Die Bayern stolperten bereits ins Achtelfinale.

Werder Bremen hat das Minimalziel erreicht und darf weiter auf das Achtelfinale in der Champions League hoffen. Mit drei Toren im Zwei-Minuten-Takt ebnete der Bundesliga-Spitzenreiter vor 25 368 Zuschauern den Weg zum souveränen 3:0 (3:0)- Erfolg bei Levski Sofia und kann zumindest im Uefa-Pokal überwintern. Nach dem peinlichen Eigentor von Sofias Keeper Nikolaj Mihailow (33. Minute) sowie den Treffern von Frank Baumann (35.) und Torsten Frings (37.) können die Bremer den Verbleib in der europäischen Königsklasse in den beiden letzten Partien der Gruppe A gegen den FC Chelsea (22. November) und Titelverteidiger FC Barcelona (5. Dezember) sichern. "Man spielt ja nicht Champions League, um den Uefa-Cup zu erreichen", sagte Trainer Thomas Schaaf.

Der Ersatz-Keeper Sofias, der 18-jährige Mihajlov, trug entscheidend zu Werders Sieg. Er war die Achillesferse der Gastgeber und mauserte sich zur Lachnummer. In der 33. Minute rutschte ihm ein eigentlich harmloser Rückpass von Lucio Vagner über den Spann ins eigene Tor. Und auch beim dritten Bremer Treffer durch Frings (37.) machte der Youngster nicht den sichersten Eindruck, was ihm Pfiffe der eigenen Fans und die Auswechslung gegen den ein Jahr älteren Mitrew einbrachte.

Baumann traf per Kopf

An Baumanns Treffer nur zwei Minuten nach der Führung freilich konnte Mihajlov nichts ändern. Der Werder-Kapitän stand allein und vollendete die Eckball-Hereingabe von Frings eiskalt. Der "heimliche Kapitän" hatte schon die erste Chance herausgearbeitet, die Aaron Hunt allerdings in der 10. Minute nicht nutzen konnte. Auch Vranjes (28.) traf nur das Außennetz. Auf der anderen Seite spielte sich der Tabellenführer der bulgarischen Liga nur langsam frei und schien nach 25 Minuten der Führung ganz nah zu sein. Zunächst konnte Werders Keeper Tim Wiese einen mächtigen Weitschuss des Nigerianers Richard Eromoigbe zur Ecke abwehren. Und der folgende Kopfball des freistehenden Igor Tomasic ging über das Tor.

Sofias neuer Keeper hatte den Ball noch nicht ein Mal berührt, da hätte es nur zwei Minuten nach dem Wechsel fast schon wieder im Tor der Bulgaren eingeschlagen. Doch Diegos Schuss nach feiner Einzelleistung prallte vom Innenpfosten zurück ins Feld. Im Schongang und souverän brachte Werder den Sieg nach Hause. Wiese rettete in der 68. Minute noch ein Mal gegen Cedric Bardon - viel mehr Aufregung gab es nicht, weil auch Kloses Schuss (84.) zu schwach war. Ärgerlich allerdings war das unnötige Foul von Baumann, das ihm die Gelbe Karte und eine Sperre für das Spiel gegen Chelsea brachte.

Bayern mit lauer Nullnummer

Die Notelf des FC Bayern München hat mit einer lauen Nullnummer vorzeitig den Einzug ins Achtelfinale der Champions League perfekt gemacht. Dem deutschen Meister genügte vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena ein 0:0 gegen Sporting Lissabon, um zum zehnten Mal die K.o.-Runde der Königsklasse erreicht. Erstmals seit zwei Jahren blieben die Münchner bei dem dürftigen Auftritt in einem Europacup-Heimspiel ohne eigenen Treffer, konnten sich aber nach zuletzt drei Siegen immerhin über den Startrekord mit vier Spielen ohne Niederlage und Gegentor freuen.

Die Münchner sind in den noch ausstehenden Spielen bei Spartak Moskau (22.11.) und gegen Inter Mailand (5.12.) nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze der Gruppe B zu verdrängen. Für den als Ziel ausgegebenen Gruppensieg benötigen sie aber bei derzeit zehn Punkten noch einen Sieg um Mailand (6), Lissabon (5) und Moskau (1) zu distanzieren.

"Es war kein gutes Spiel"

"Es war sicher kein gutes Spiel von uns. Es war schwer gegen die Portugiesen. Wir hatten Probleme", sagte Bayern-Torwart Oliver Kahn. Auch Abwehrchef Daniel van Buyten reagierte kritisch: "Es war ein Tag, an dem nichts gelaufen ist. Aber wir haben wieder kein Gegentor bekommen und sind im Achtelfinale. Das zählt." Ausgerechnet Franz Beckenbauer fand milde Worte: "Man darf nicht vergessen, dass viele Spieler gefehlt haben. Wenn die Verletzten zurück sind, wird es wieder besser laufen", sagte Beckenbauer und vermisste den zum FC Chelsea abgewanderten Michael Ballack.

Die nach den Ausfällen von acht Spielern, darunter die verletzen Lukas Podolski und Lucio sowie der gesperrte Bastian Schweinsteiger, ohnehin schon dezimierten Münchner mussten kurzfristig auch noch auf Mark van Bommel verzichten. Eine Muskelverhärtung in der Hüfte zwang den Niederländer zum Zuschauen. Christian Lell kam dafür zu seinem Champions-League-Debüt als rechter Verteidiger. "Man muss sich ein bisschen durchmogeln, die Punkte machen und auf die Zeit warten, wenn alle wieder dabei sind", gab Franz Beckenbauer als Motto aus.

Ideenloses Spiel der Bayern

Tatsächlich mussten sich die Münchner an die ungewohnte Formation erst gewöhnen. Gerade aus dem Mittelfeld kamen praktisch keine Ideen. Die einzige gefährliche Aktion zeigte Roy Makaay (11. Minute) dessen Schuss aus spitzem Winkel knapp am Tor vorbei zischte. Auf der anderen Seite bot sich Liedson (14.) nach einem Stellungsfehler von Philipp Lahm eine ähnliche Chance. Fast schon hilflos wirkte der Versuch von Roque Santa Cruz (24.), den aus der Distanz oft unsicheren Sporting-Torwart Ricardo per Weitschuss überraschen zu wollen.

Makaay, der mit Abstand fleißigste Bayern-Spieler, kam bei seinen Schüssen (38./42.) dem Ziel immerhin etwas näher. Ansonsten gab es bis zur Halbzeitpause von beiden Teams fast nur Leerlauf - und dann ein Pfeifkonzert von den Rängen. "Es ist ein bisschen zäh. Man tut sich schwer. Ich warne davor, so weiterzuspielen", lautete das Halbzeitfazit Beckenbauers.

Hoeneß saß Sperre ab

Bayern-Trainer Felix Magath brachte zur Belebung der Kreativität Julio dos Santos für Lell. Sagnol rückte wieder in die Abwehrkette zurück. Der erhoffte Effekt trat aber nicht ein. Bayern-Manager Uli Hoeneß blickte auf der Tribüne, wo er den zweiten und letzten Teil seiner Uefa-Sperre absaß, reichlich mürrisch drein. Einzig Makaay sorgte für ansehnliche Aktionen (60./74.). Und das Remis geriet sogar noch einmal in Gefahr, als Joao Moutinho (76.) mit einem Freistoß die Latte traf. Kurz vor Schluss bot sich Martin Demichelis (89.) nochmal eine große Kopfballchance, doch der Argentinier fand in Ricardo seinen Meister.

Die Aufstellungen:

Sofia: Michailov (46. Mitrev) - Milanov, Tomasic (57. Angelov), Topusakov, Lucio Vagner - Eromoigbe - Dimitrov (70. Telkijski), Borimirov, Bardon - Jovov.

Bremen:

Wiese - Fritz, Naldo, Mertesacker, Wome - Baumann (79. Andreasen) - Frings, Vranjes - Diego - Klose, Hunt (74. Klasnic).

Schiedsrichter:

Matteo Trefoloni (Italien)

FC Bayern:

Kahn - Sagnol, Demichelis, van Buyten, Lahm - Lell (46. dos Santos), Ottl, Salihamidzic - Pizarro, Makaay, Santa Cruz.

Sporting Lissabon:

Ricardo - Abel, Tonel, Anderson Polga, Tello - Paredes (52. Farnerud) - Martins (46. Nani), Joao Moutinho, Carlos Martins - Alecsandro, Liedson.

Schiedsrichter:

Massimo Busacca (Schweiz)

Christian Kunz, Benjamin Haller und Michael Rossmann/DPA / DPA

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