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Günstige Ausgangslage DFB-Team vor dem Spiel gegen Ungarn: Die letzte Turnierbegegnung war das "Wunder von Bern"

Günstige Ausgangslage: DFB-Team vor dem Spiel gegen Ungarn: Die letzte Turnierbegegnung war das "Wunder von Bern"
Sehen Sie im Video: Kurz vor Spiel gegen Ungarn: Einsatz von Thomas Müller ungewiss.




Die Spannung steigt: Deutschlands Mats Hummels und Ilkay Gundogan kehrten am Dienstag ins Training zurück, einen Tag vor dem letzten Vorrunden-Spiel der deutschen Männer-Mannschaft gegen Ungarn. Die Teilnahme von Teamkollege Thomas Müller dabei blieb fraglich, nachdem der mit Bandagen nur einige leichte Laufeinheiten absolvierte. Sie alle hatten sich beim 4:2-Sieg Deutschlands gegen Portugal mehr oder weniger leicht verletzt. Trainer Joachim Löw sagte in der Pressekonferenz am Abend: O-Ton: Ja, wir hatten ja nach dem Spiel gegen Portugal einige Spieler, die angeschlagen waren oder die eben auch vorsichtshalber aus diesem Spiel ausgewechselt werden mussten, und unsere medizinische Abteilung hatte natürlich jetzt auch die letzten zwei, drei Tage alle Hände voll zu tun. Stand heute morgen war es aber so, dass all diese Spieler Mats Hummels, Ilkay, Robin Gosens wieder mit der Mannschaft das Training absolviert haben. Einzig Thomas Müller nicht. Natürlich auch Lukas Klostermann. Bei Thomas Müller müssen wir abwarten bis morgen. Er wird morgen früh nochmal sich einem Test unterziehen, während die anderen auch hier im Hotel trainieren und dann wird man sehen. Und dann wird man entscheiden, ob Thomas Müller morgen einsatzfähig sein wird oder eben auch nicht. Der dreimalige Europameister Deutschland liegt mit drei Punkten gleichauf mit Portugal und einen Punkt hinter dem Tabellenführer der Gruppe F, Frankreich. Mit einem Sieg gegen Ungarn sind die Deutschen weiter, könnten sich aber auch mit einem Unentschieden qualifizieren, wenn Frankreich sein Spiel gegen die Portugiesen nicht verliert. Die Ungarn, mit einem Punkt derzeit auf dem letzten Platz, müssen gewinnen, um noch eine Chance auf das Weiterkommen zu haben.
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Nimmt die DFB-Elf im Spiel gegen Ungarn endgültig Fahrt auf oder wiederholt sich der WM-Alptraum von 2018? Zumindest Abwehr-Chef Mats Hummels hat ein "deutlich positiveres" Gefühl als im letzten Turnier.

Die Debatte um die von der UEFA nicht genehmigte Regenbogen-Beleuchtung des Münchner Stadions hat die sportliche Dimension des letzten deutschen EM-Gruppenspiels fast überlagert. Auch Joachim Löw musste sich noch am Vorabend des Duells gegen Ungarn dazu äußern. Der Fokus ist aber nun wieder klar ausgerichtet. Gegen die Magyaren soll der Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch (21.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) der letzte Schritt Richtung Achtelfinale gelingen, auch wenn Thomas Müller ausfallen sollte.

Hummels hat "deutlich positiveres Gefühl" als 2018

Manuel Neuer und seine Kollegen haben es selbst in der Hand. Schon mit einem Unentschieden ist das Achtelfinal-Ticket gebucht. Mit einem Sieg ist auch noch Platz eins möglich, wenn Frankreich nicht gegen Portugal gewinnt. Bei derzeit drei Punkten und einer positiven Tordifferenz (+1) hängt ohnehin einiges vom Ausgang des Parallelspiels zwischen Weltmeister Frankreich (4 Punkte/+1) und Europameister Portugal (3/+1) ab.

Nur ein Fall darf für Joachim Löw nicht eintreten. Verliert die DFB-Elf gegen Ungarn und holt Portugal mindestens einen Punkt ist die EM für Deutschland vorbei und die Ära Löw auf unrühmliche Weise beendet. "Ich habe ein deutlich positiveres Gefühl, als es 2018 der Fall war", zog Mats Hummels einen Vergleich zum WM-Debakel vor drei Jahren, als nach der Vorrunde Schluss war.

Goretzka als Müller-Ersatz?

Für Thomas Müller reicht es ziemlich sicher nicht für die Startelf. Am Spieltag soll noch einmal das rechte Knie des Bayern-Profis einem Belastungstest unterzogen werden, um zu prüfen, ob ein Einsatz überhaupt möglich ist. "Wir warten bis zum Mittwochnachmittag. Es gibt verschiedene Gedankenspiele und Möglichkeiten in der Personalwahl", sagte der Bundestrainer.

Als Ersatzmann stünde Leon Goretzka für seinen ersten Startelfeinsatz bei der EM bereit. Mats Hummels (Reizung der Patellasehne) und Ilkay Gündogan (Wade) sind hingegen wieder fit. Weitere Änderungen muss Löw also nicht vornehmen. Kapitän Neuer bestreitet gegen Ungarn sein 103. Länderspiel und zieht damit in der DFB-Rangliste mit Kaiser Franz Beckenbauer gleich.

Letztes Turnier-Begegnung gegen Ungarn: das "Wunder von Bern"

Die ungarische Auswahl löst bei deutschen Fans immer noch besondere Gefühle aus. Dabei gab es seit 67 Jahren gegen die Magyaren kein Pflichtspiel mehr. Das letzte Duell von bislang nur drei Partien unter Turnierbedingungen wird immer in den Geschichtsbüchern stehen – als "Wunder von Bern".

Die Ungarn können ziemlich unbequem sein. "Wir wissen, dass sie ein ganz gefährlicher Gegner sind. Vielleicht ist es besser für uns, dass wir jetzt auf sie treffen, wo wir sie schon zweimal gesehen haben", warnte Hummels. Gegen Frankreich holten die Ungarn einen Punkt – der würde ihnen in München aber nicht zum Weiterkommen reichen. Gleich vier Bundesliga-Profis stehen im Aufgebot: Roland Sallai vom SC Freiburg, Adam Szalai von Mainz 05 und die Leipziger Peter Gulasci und Willi Orban.

Mit insgesamt 34 Partien liegt Ungarn in der Rangliste der häufigsten DFB-Gegner auf Platz sieben. Joachim Löw hat gegen Ungarn als Bundestrainer beide Spiele gewonnen. Vor der WM 2010 gab es ein 3:0, vor der EM 2016 ein 2:0. Die letzte Niederlage gab es vor der EM 2004. Lothar Matthäus führte die Ungarn als Trainer zu einem 2:0.

Historischer Ausblick: Deutschland im Achtelfinale gegen England in Wembley?

Angesichts der guten Ausgangslage kann der Blick schon über das Ungarn-Spiel hinausgehen. Mit dem Achtelfinale beginnt für die Nationalmannschaft die Europareise, den Münchner Heimvorteil gäbe es nur noch einmal im Viertelfinale am 2. Juli bei einer von zwei möglichen Konstellationen als Gruppendritter.

In der ersten K.o.-Runde ginge es als Gruppensieger in Bukarest am kommenden Montag gegen die Schweiz oder die Ukraine. Als Gruppenzweiter wäre am kommenden Dienstag England in London der Gegner. Als einer der vier besten Gruppendritten müsste man sich am Sonntag entweder in Sevilla mit Belgien oder in Budapest mit den Niederlanden messen.

Regenbogenbinde ja, bunte Allianz-Arena: nein

Manuel Neuer wird wie in den ersten beiden Spielen wieder seine Regenbogen-Kapitänsbinde tragen. Das wurde von der UEFA erlaubt. Eine Absage gab es hingegen für den Antrag der Stadt München, die Allianz-Arena in der Farbkombination als Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz zu beleuchten. Löw bedauerte diese Entscheidung, machte aber deutlich, dass über die Gesten hinaus wichtiger sei, dass die "Werte auch gelebt werden".

Die bayerischen Politiker wollten die Aktion auch als klare Kritik an den homophoben Gesetzesentscheidungen der ungarischen Regierung von Viktor Orban initiieren. Die Ablehnung der UEFA stieß auf breite Kritik aus vielen Gesellschaftskreisen. Viele Städte von Berlin bis Köln werden nun ihre Stadien mit den Regenbogenfarben beleuchten. 

yks / dpa

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