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Fußball-Bundesliga: Bayern schlagen Schalke mit zehn Mann

Bayern München hat die Tabellenführung zurückerobert: Im Spitzenspiel gegen Schalke führte der Rekordmeister lange. Nach einem Platzverweis retteten die Bayern den Vorsprung mit viel Kampf über die Zeit. Bayer Leverkusen verabschiedete sich durch eine Niederlage gegen Frankfurt endgültig aus dem Titelkampf. Dortmund gewann gegen Bremen.

Der FC Bayern München ist wieder Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga. Mit einem 2:1 (2:1)-Erfolg im Top-Spiel beim FC Schalke 04 verdrängte der deutsche Rekordmeister mit 59 Punkten die Mannschaft von Ex-Trainer Felix Magath auf Platz zwei (58). Bayer Leverkusen (54) verlor am Samstag bei Eintracht Frankfurt mit 2:3 (1:1) und hat sich damit wohl endgültig aus dem Kampf um den Titel verabschiedet. Am kommenden Samstag stehen sich Leverkusen und München im nächsten Spitzenspiel gegenüber. Borussia Dortmund (52) feierte mit dem 2:1 (2:0) gegen Werder Bremen (48) einen wichtigen Sieg im Kampf um die Europa League. Im Tabellenkeller trennten sich der SC Freiburg und der VfL Bochum 1:1 (1:1). Nürnberg schlug Mainz 2:0 (2:0), der VfB Stuttgart gewann gegen Mönchengladbach 2:1 (0:1).

Bayern München gewann zehn Tage nach dem Sieg im Pokal-Halbfinale dank eines Doppelschlags innerhalb von 70 Sekunden auch das zweite wichtige Spiel bei Schalke. Superstar Franck Ribery (25.) und im nächsten Angriff Nationalspieler Thomas Müller (26.) wahrten den Bayern die Chance auf das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions-League-Sieg. In der Königsklasse muss die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal am Mittwoch im Viertelfinal-Rückspiel bei Manchester United einen 2: 1-Vorsprung verteidigen.

Bayern schlagen gnadenlos zu


Die Gastgeber, die nach einer Gelb-Roten Karte gegen den früheren Schalker Hamit Altintop (41.) die komplette zweite Hälfte in Überzahl spielten, kassierten ihre erste Heimniederlage seit dem 18. September 2009 (1:2 gegen den VfL Wolfsburg). Zudem sah Bordon in der Nachspielzeit wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (90.+4). Das tagelange Ballyhoo um die Rasenqualität in der ausverkauften Arena und die Schalker Spielweise war um 15.30 Uhr Makulatur: Beide Teams ließen endlich Taten sprechen - die Gäste allerdings ohne den zweiten Topstar Arjen Robben, der wegen seiner Wadenprobleme gar nicht angereist war.

Die Bayern-Offensive bestrafte die ersten beiden Schalker Fehler gleich gnadenlos. Zunächst nutzte Ribery eine verunglückte Kopfball-Abwehr mit einem präzisen 14-Meter-Flachschuss zum 1:0 für die Gäste. Dann versetzte Olic nach einem schweren Patzer Rafinhas, der im Mittelfeld den Ball verlor, die Schalker Innenverteidigung und legte vor Nationaltorhüter Manuel Neuer klug auf Müller ab, der sein achtes Saisontor erzielte.

Schalke kämpfte sich zurück


Anstatt in Schockstarre zu verfallen, kämpfte sich Schalke sofort zurück und konnte sich wieder einmal auf Kuranyi verlassen. Der zurzeit beste Bundesliga-Torjäger verwertete eine perfekt getimte Flanke von Rafinha mit dem Kopf zu seinem 18. Saisontreffer. Kuranyi machte damit weitere Werbung für eine "Begnadigung" durch Bundestrainer Joachim Löw, der auf den Besuch des Topspiels verzichtete.

Obwohl Schalke-Trainer Felix Magath mit der Einwechslung von Alexander Baumjohann nach Altintops Platzverweis die Offensive stärkte, blieb der erwartete Sturmlauf nach der Pause zunächst aus. Die Bayern standen nun sicher, stellten auf den Außenpositionen konsequent ihre Gegenspieler zu und verlegten sich ihrerseits auf gelegentliche Konter über den pfeilschnellen Olic und den später eingewechselten Mario Gomez. Am Ende fehlten den Schalkern aber die spielerischen Mittel, um die nötigen Torchancen herauszuspielen.

Leverkusen droht, alles zu verspielen
Bayer Leverkusen verabschiedete sich mit einer Niederlage gegen Eintracht Frankfurt aus dem Titelrennen. In Frankfurt gingen die Hessen durch Selim Teber (28./Foulelfmeter) in Führung. Nationalstürmer Stefan Kießling (33./46.) schien der Partie die entscheidende Wende zu geben. Die aufopferungsvoll kämpfenden Frankfurter steckten allerdings nie auf. Nachdem Leverkusens Daniel Schwaab wegen groben Foulspiels die Rote Karte gesehen hatte (49.), überlistete Caio mit einem Heber aus mehr als 30 Metern Bayer-Keeper René Adler (62.). Maik Franz markierte zwei Minuten vor dem Ende sogar noch das umjubelte 3:2 (88.).

Der zuletzt so stark aufspielende BVB blieb auch im fünften Spiel in Serie unbesiegt. Kevin Großkreutz (9.) und Neven Subotic (22.) trafen für das Team von Coach Jürgen Klopp. Werder, das ohne den gesperrten Torsten Frings antreten musste, konnte nur über den Anschlusstreffer von Aaron Hunt (65.) jubeln - nicht aber über den vierten Auswärtssieg nacheinander.

Hertha hofft wieder


Bei Hertha BSC wächst wieder die Hoffnung auf den Klassenverbleib. Das 3:0 (2:0) beim 1. FC Köln durch die Tore der Brasilianer Raffael (25./45. Minute) und Cicero (75.) nährt die Zuversicht der Berliner, auch in der nächsten Saison erstklassig zu sein. Mit 22 Zählern aus 29 Spielen beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch drei Punkte. Trainer Friedhelm Funkel wurde bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte mit dem fünften Saisonerfolg seines Teams belohnt. Für Köln wird die Situation kritisch: Auf den Tabellen-16. Freiburg haben die Kölner lediglich sechs Zähler Vorsprung. Zudem musste Köln nach zwei Platzverweisen gegen Youssef Mohamad (Rot wegen Notbremse/73.) und Zoran Tosic (Gelb-Rot wegen Unsportlichkeit/87.) das Spiel zu neunt beenden.

In einem weiteren "Endspiel" um den Klassenverbleib war das 1:1 gegen Bochum (28) für die Freiburger (25) etwas mager. Papiss Demba Cissé (18.) schoss die Breisgauer in Front, Christoph Dabrowski (23.) sorgte schnell für den Ausgleich. Damit geht Freiburg im Abstiegskampf schweren Zeiten entgegen.

Beim Süd-Nachbarn in Stuttgart sah es lange Zeit auch nicht nach einem Erfolgserlebnis aus. Die Schwaben waren durch den Treffer von Marco Reus (33.) in Rückstand geraten. Ciprian Marica (66.) und Zdravko Kuzmanovic (83.) drehten die Partie zugunsten des VfB.

Einen wichtigen "Dreier" landete Nürnberg gegen Mainz. Die Gäste agierten nach der Roten Karte gegen Andreas Ivanschitz (4./grobe Unsportlichkeit) wegen einer versuchten Tätlichkeit fast die komplette Spielzeit in Unterzahl und wurden durch Mike Frantz (14.) und Maxim Choupo-Moting (40.) bestraft.

DPA/SID/tis / DPA

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