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Fußball-Bundesliga: Bayern verlieren weiter an Boden

16 Punkte Rückstand: Bayern München hat gegen Wolfsburg nur unentschieden gespielt und weiter Boden auf Tabellenführer Dortmund verloren. Gleiches gilt für die Mainzer, die in Stuttgart unterlagen. Der HSV versetzte der Aufholjagd von Schalke einen Dämpfer. Bremen gewann gegen Hoffenheim.

Borussia Dortmund ist der große Gewinner des Rückrundenstarts in der Fußball-Bundesliga. Die schärfsten Verfolger des souveränen Tabellenführers konnten am Samstag allesamt nicht gewinnen. Einen Tag nach dem 3:1-Sieg des BVB (46 Punkte) beim Verfolger Bayer Leverkusen (33) kamen die Bayern (30) am Samstag nur zu einem 1:1 beim VfL Wolfsburg.

Zweiter ist trotz des 0:1 beim VfB Stuttgart der FSV Mainz (33). Werder Bremen gelang mit dem 2:1 gegen 1899 Hoffenheim der erhoffte positive Start ins neue Jahr, der Tabellenletzte Borussia Mönchengladbach schöpfte mit dem 1:0 beim 1. FC Nürnberg neuen Mut im Abstiegskampf. Der FC St. Pauli kam trotz zweimaliger Führung nur zu einem 2:2 gegen den SC Freiburg. Am Abend verlor der FC Schalke 04 zu Hause gegen den Hamburger SV mit 0:1.

Bayern geben Sieg aus der Hand


Rekordmeister Bayern München kommt auch nach der schlechtesten Hinrunde seit 16 Jahren in der Fußball-Bundesliga nicht in die Gänge. Beim 1:1 zum Rückrundenauftakt am Samstag beim Krisen-Club VfL Wolfsburg verloren die Bayern nicht nur wichtige Punkte, sondern auch ihren erneut verletzten Superstar Franck Ribéry. Angesichts von bereits 16 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund scheint die angekündigte Aufholjagd bereits nach 18 Spielen gescheitert.

"Wir müssen nicht mehr auf Dortmund schauen, sondern auf Leverkusen und Mainz. Und da haben wir einen Punkt gut gemacht", sagte Bayern-Coach Louis van Gaal. Auch Arjen Robben, der nach 25 Minuten für Ribéry eingewechselt wurde und sein Saisondebüt gab, sieht den BVB außer Reichweite: "Die sind einfach zu weit weg. Das muss man akzeptieren. Da kann man nur gratulieren."

Kraft meistert Bewährungsprobe mit Bravour


Auch Robben konnte den späten Ausgleich durch Sascha Riether (86. Minute) nicht verhindern. Für die Bayern hatte Thomas Müller (7.) früh getroffen. Allerdings geriet das Robben-Comeback angesichts der Verletzung von Ribéry in den Hintergrund. Josué war ihm zuvor auf den Fuß gestiegen. "Es ist wohl eine Knieverletzung. Da müssen wir abwarten. Das wird sich wohl erst am Sonntag oder Montag rausstellen", sagte van Gaal. Ribéry hatte bereits in der Hinserie wegen einer Sprunggelenksverletzung pausiert. Philipp Lahm hatte zuvor einen Foulelfmeter an den Pfosten (21.) gesetzt, anschließend meisterte Kraft seine erste Bewährungsprobe mit Bravour, als er einen Grafite-Strafstoß parierte (45.+3).

Ruud van Nistelrooy hat dem FC Schalke 04 einen erfolgreichen Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga verdorben. Der von seinem Ex-Club Real Madrid umworbene 34-jährige Niederländer bescherte dem Hamburger SV am Samstag mit dem Siegtreffer (53. Minute) zum 1:0 (0:0)-Erfolg beim Revierclub dagegen einen Wiederbeginn nach Maß. Vor 61.673 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena erhielt die geplante Aufholjagd der Schalker mit der ersten Niederlage nach zuletzt vier Heimsiegen ohne Gegentor einen empfindlichen Dämpfer. Hamburg liegt nach dem Sprung auf Rang sieben im Kampf um die Europacupplätze wieder gut im Rennen. Der Sieg für den HSV war waren verdient. Über 90 Minuten waren die Hamburger die bessere Mannschaft in einem mäßigen Spiel. Schalke enttäuschte spielerisch auf ganzer Linie.

Stuttgart schlägt Mainz


Die Mainzer, eine der Positiv-Überraschungen der Hinrunde, konnten mit dem ersten Ligaspiel im neuen Jahr nicht zufrieden sein. Die Rheinhessen, die noch nie beim VfB gewinnen konnten, schienen lange den abstiegsbedrohten Schwaben ein 0:0 abzutrotzen. Doch Angreifer Martin Harnik (79.) traf in der Schlussphase noch zum Heimsieg für die Schwaben.

Nach ihrer miserablen Hinrunde gelang den Bremern mit dem 2:1 gegen Hoffenheim ebenfalls ein guter Start in die zweite Halbserie. Werders großer Hoffnungsträger Claudio Pizzaro (36.), der lange schmerzlich vermisst worden war, ließ die Bremer Fans im ersten Durchgang jubeln. 1899 verpatzte dagegen im ersten Spiel nach dem Abschied von Luiz Gustavo die Liga-Premiere des neuen Cheftrainers Marco Pezzaiuoli. Nach dem Ausgleich durch Boris Vukcevic (87.) sorgte Torsten Frings (90.+2) für den Werder-Erfolg.

Mönchengladbach sendet Lebenszeichen


In Nürnberg zeigte Mönchengladbach, dass trotz der Horror- Hinrundenbilanz von nur zehn Punkten der Glaube an den Klassenverbleib keine Utopie sein muss. Die mit drei Neuen angetretenen Borussen kamen durch den Siegtreffer von Roman Neustädter (8.) nach Vorlage von Winter-Zugang Mike Hanke zum "Dreier" bei den Franken. Keeper Christofer Heimeroth hielt bei einem Strafstoß von Javier Pinola den immens wichtigen Auswärtssieg fest.

Der St. Pauli konnte seine Position im Tabellenkeller indes nicht entscheidend verbessern, bleibt aber am Millerntor gegen die Freiburger weiter ohne Niederlage. Nachdem Keeper Thomas Kessler einen fragwürdigen Handelfmeter von SC-Torjäger Papiss Demba Cissé (11.) gehalten hatte, traf Kapitän Marius Ebbers (13.) per Kopf für die schwächste Offensive der Liga. Für den zweiten Treffer der Hausherren sorgte der eingewechselte Gerald Asamoah (68.). Cissé (61./75.) glich aber jeweils aus und zog mit seinen Saisontreffern 14 und 15 am bisherigen Liga-Toptorjäger Theofanis Gekas vorbei.

Am Sonntag finden noch die Partien Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 und 1. FC Kaiserslautern gegen 1. FC Köln statt.

DPA/tis / DPA

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