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Fußball-Bundesliga: Dortmund verliert Punkte im Titelkampf

Wieder kein Sieg für den Tabellenführer: Borussia Dormund hat in der letzten Minute den Sieg gegen Mainz verschenkt. Hannover verteidigte durch einen sicheren Erfolg gegen Hoffenheim den dritten Platz vor den Bayern, die knapp in Freiburg gewannen. Bremen und Frankfurt holten wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Borussia Dortmund hat auf der Zielgerade zur Meisterschaft wieder Punkte verschenkt. Der Tabellenführer führte im Heimspiel gegen Mainz fast über die gesamte Distanz, bis die Gäste in der vorletzten Minute zum 1:1-Ausgleich trafen. Sollte Verfolger Leverkusen am Sonntag gegen Schalke gewinnen, wäre der Dortmunder Vorsprung bei noch sieben ausstehenden Spielen auf sieben Punkte geschrumpft. Im Kampf um die Champions-League-Plätze verteidigte Hannover seinen Vorsprung vor den Bayern und bleibt Dritter. Die Niedersachsen gewannen zu Hause sicher mit 2:0 gegen Hoffenheim, die Bayern mühten sich mit einem 2:1-Sieg zu drei Punkten in Freiburg. Der FC St. Pauli musste im Abstiegskampf einen erneuten Tiefschlag hinnehmen. Die Hamburger verloren gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt mit 1:2. Bremen setzte sich durch ein 3:1 gegen Nürnberg etwas von der Abstiegszone ab. Die meisten Tore aber fielen in Hamburg. Der HSV schickte Köln mit 6:2 wieder zurück in die Domstadt.

In der 89. Minute spielten sich tumultartige Szenen an der Außenlinie des Signal-lduna-Parks in Dortmund ab. BVB-Coach Jürgen Klopp sprang wie ein Rumpelstilzchen auf und ab und spendete der jubelnden Mainzer Bank höhnischen Applaus. Der junge kroatischer Stürmer Petar Sliskovic hatte gerade den verdienten Ausgleich die Gäste erzielt. Der Dortmunder Trainer war so in Rage, weil sein Spieler Neven Subotic sich vor Schmerzen windend auf dem Rasen lag, ohne dass die Mainzer von sich aus die Partie unterbrachen. Stattdessen leiteten sie einen neuen Angriff ein. Das Ergebnis war der Ausgleichstreffer. Subotic hatte einen Ball in den Unterleib bekommen und war kurzzeitig außer Gefecht.

Dortmund scheint nervös zu werden


Die Dortmunder scheinen im Saison-Endspurt doch ein wenig nervös zu werden. Eine Woche nach der überraschenden Auswärtsschlappe in Hoffenheim (0:1) gab es wieder nur einen Punkt. Das Problem der Westfalen bleibt die Chancenverwertung. Die Schwarz-Gelben schießen zu wenig Tore. Vor wieder einmal 80.720 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park gelang dem BVB ein Start nach Maß. Ausgerechnet Rekonvaleszent Hummels, der nach zweiwöchiger Zwangspause in das Team zurückgekehrt war und vor wenigen Tagen seinen Vertrag bis 2014 verlängert hatte, sorgte für die frühe Führung. Nach Freistoß von Nationalmannschaftskollege Mario Götze erzielte der Abwehrspieler aus kurzer Distanz per Kopf seinen fünften Saisontreffer.

Nur neun Minuten später bot sich die große Chance zum 2:0. Ein Foul des Mainzer Keepers Christian Wetklo an Lucas Barrios ahndete Schiedsrichter Felix Brych mit einem Elfmeter: Doch Nuri Sahin zeigte erneut Nerven und verschoss seinen dritten Elfmeter in dieser Saison.

Rettungstat bringt Mainz zurück ins Spiel


Die Rettungstat ihres Torhüters Wetklo beim Elfmeter brachte die Mainzer, die zuvor lediglich bei einem Freistoß von Andre Schürle (6.) Torgefahr angedeutet hatten, zurück ins Spiel. Mit zunehmender Dauer befreiten sie sich vom Druck und setzten selbst Akzente. Doch der nun häufigere Ballbesitz schlug sich nicht in Möglichkeiten nieder. Zum einen mangelte es im Spiel nach vorn an Präzision, zum anderen erwies sich die BVB-Deckung abermals als sattelfest.

Bis zur Pause bekamen die Zuschauer deshalb wenig Spektakuläres zu sehen. Nur bei einem Kopfball des für den verletzten Barrios eingewechselten Roman Lewandowski (43.) war der BVB einem weiteren Treffer nahe.

Mainz ist unbequemer Gegner


Auch nach Wiederanpfiff erwiesen sich die Mainzer für den Gastgeber als der erwartet unbequemer Gegner. Nur selten war die BVB-Defensive in dieser Saison so stark gefordert. Nicht zuletzt deshalb blieb das schon fast obligatorische Powerplay des Spitzenreiters vor heimischer Kulisse diesmal aus. Zwar kam er durch Jakub Blaszczykowski (52.) und Lewandowski (64.) zu den besseren Möglichkeiten, hatte aber Mühe, das Spiel zu kontrollieren.

Die Mainzer wollten sich mit der Niederlage nicht abfinden und wurden mit dem Ausgleich durch den in der 78. Minuten eingewechselten Kroaten Sliskovic spät belohnt. Damit könnte der Kampf um die Meisterschale noch einmal spannend werden.

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Es war für den FC Bayern München ein hartes Stück Arbeit, das Champions-League-Trauma abzuschütteln. Mehr als 45 Minuten wankte der deutsche Fußball-Rekordmeister auch im Spiel beim SC Freiburg. Doch dann zeigte die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal am Samstag vor 24 000 Zuschauern im ausverkauften Badenova-Stadion, dass sie sich nicht aufgegeben hat. Vier Tage nach dem Achtelfinal-Aus gegen Inter Mailand gewannen die Bayern etwas glücklich mit 2:1 (1:1) und behielten ihr letztes verbliebenes Saisonziel im Auge: den Bundesliga-Platz drei oder sogar zwei, um sich erneut für die europäische Königsklasse zu qualifizieren.

Freiburg in erster Halbzeit "klar besser"


Freiburg sei in der ersten Halbzeit "klar besser" gewesen, gab Bayern-Trainer Louis van Gaal zu. "Da hatten wir noch ein mentales Problem. Nach dieser Woche war das ein wichtiger Sieg für uns." Mario Gomez hatte die Gäste in der 9. Minute mit seinem 19. Saisontor in Führung gebracht. Doch nachdem der starke Papiss Demba Cissé zunächst einen Foulelfmeter vergeben hatte (14.), glich er wenig später aus (17.) und blieb Gomez mit 18 Treffern in der Torschützenliste auf den Fersen. Dann aber traf Franck Ribéry in einer spannenden Schlussphase doch noch zum Bayern-Sieg (88.). Damit kassierten die Freiburger die vierte Niederlage nacheinander.

Hannover 96 zeigt beim Kampf ums internationale Geschäft keine Schwächen. Beim Sieg gegen Hoffenheim überzeugte die Elf von Mirko Slomka durch eine starke Offensivleistung. Der zum zwölften Mal erfolgreiche Didier Ya Konan (38.) und Mohamed Abdellaoue (52.) machten den zehnten Heimsieg für die Niedersachsen perfekt.

Gekas Treffer sorgen für Frankfurts Sieg


Die ersten Bundesliga-Tore von Theofanis Gekas nach mehr als 700 Minuten Ladehemmung verhalfen Frankfurt zum Premierensieg im Jahr 2011, der auch Trainer Michael Skibbe vorerst aus der Schusslinie brachte. Der Grieche verwandelte einen Strafstoß zur Führung (34.) und traf zum Endstand (77.). Charles Takyis Treffer (42.) konnte die fünfte Niederlage für St. Pauli am Stück nicht verhindern.

Mit dem Erfolg bei der bisher besten Rückrundenmannschaft gelang Werder Bremen der ersehnte Befreiungsschlag. Sandro Wagner (27./89. jeweils Foulelfmeter) und Claudio Pizarro (50.) beendeten mit ihren Treffern zugleich die Erfolgsserie der Nürnberger, die zuvor acht Mal unbesiegt geblieben waren. Mit nun 32 Punkten entfernte sich Werder aus der unmittelbaren Abstiegszone. Das Tor von Ilkay Gündogan (30.) war zu wenig für den "Club", der zudem in der 72. Minute Timothy Chandler durch die Gelb-Rote Karte verlor.

HSV spielt wie befreit auf


Im Spiel eins nach der Trennung von Trainer Armin Veh spielte der Hamburger SV wie befreit auf und erhielt sich mit dem Kantersieg gegen Köln seine kleine Chance auf einen internationalen Startplatz. Mladen Petric (12./38./43.) mit einem Dreierpack, Änis Ben-Hatira (32.), Gojko Kacar (52.) und Ze Roberto (58./Foulelfmeter) bescherten dem neuen Coach Michael Oenning einen Einstand nach Maß. Der Brasilianer Ze Roberto absolvierte gegen die schwächste Auswärtself sein 330. Erstliga-Spiel und ist nun der Ausländer mit den meisten Einsätzen. Mato Jajalo (50.) und Lukas Podolski (62.) trafen für desolate Kölner.

tis/DPA / DPA

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