HOME

FUSSBALL: FC Bayern vor 17. Titelgewinn

Mit drei Punkten Vorsprung ins Finale. Schalke verliert in Stuttgart, Frankfurt steht jetzt neben Bochum als Absteiger fest.

Der FC Bayern München steht vor der Titelverteidigung in der Fußball-Bundesliga und dem 17. Titelgewinn seiner Clubgeschichte. Am vorletzten Spieltag verdrängte der Champions League-Finalist durch einen in letzter Minute erzielten 2:1-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern den FC Schalke 04 von der Spitze. Die Schalker kassierten beim VfB Stuttgart ebenfalls in letzter Minute eine 0:1-Niederlage und haben vor dem Saisonfinale drei Punkte Rückstand auf den FC Bayern. Eintracht Frankfurt steht nach einer 0:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg als zweiter Absteiger neben dem Schlusslicht VfL Bochum fest.

Farbwechsel an der Tabellenführung

Die »Königsblauen« verspielten am Samstag die Tabellenführung und damit wahrscheinlich auch die Chance auf ihren ersten Meistertitel seit 43 Jahren durch eine 0:1- Niederlage beim VfB Stuttgart. In der letzten Runde empfängt Schalke (59 Punkte) die SpVgg Unterhaching, während die Bayern (62) beim Hamburger SV antreten müssen.

Borussia hat Champions League-Platz sicher

Als Dritter hat Borussia Dortmund (57) nach dem 4:1 bei der SpVgg Unterhaching einen Platz in der Champions League bereits sicher. Um den vierten Platz kämpfen Hertha BSC (53) und Bayer Leverkusen (54), die sich im direkten Duell 1:1 trennten, sowie der SC Freiburg (52) nach dem 3:1 beim VfL Bochum.

Frankfurt als 2. Absteiger fix

Als zweiter Absteiger nach dem VfL Bochum steht seit Samstag Eintracht Frankfurt fest. Die Hessen (32 Punkte) verloren beim VfL Wolfsburg mit 0:3 und sind bei vier Zählern Rückstand auf den 15. Rang nicht mehr zu retten. Schlechte Karten im Kampf um den Klassenverbleib hat die SpVgg Unterhaching (35) als Tabellen-16. Ebenfalls noch nicht in Sicherheit ist der FC Energie Cottbus (36), der den Hamburger SV mit 4:2 besiegte. Endgültig gerettet hat sich dagegen der VfB Stuttgart (38).

Balakow und Zickler bombten Bayern vor

Die Treffer von Krassimir Balakow und Alexander Zickler jeweils in der 90. Minute dürften die deutsche Meisterschaft 2001 zu Gunsten des Champions League-Finalisten entschieden haben. In der gleichen Minute, als der Bulgare Balakow vor 51.000 Zuschauern im Gottlieb Daimler-Stadion das 1:0 des VfB Stuttgart gegen Schalke besiegelte, gelang im Münchner Olympiastadion Zickler das 2:1-Siegtor gegen Kaiserslautern. Zuvor hatte Carsten Jancker (56.) die Pfälzer Führung durch Vratislav Lokvenc (5.) wettgemacht.

63.000 Zuschauer feierten nach dem Abpfiff dank der Schützenhilfe des VfB Stuttgart (1:0 gegen Schalke) ausgelassen die Rückkehr an die Tabellenspitze. »Jetzt müssen wir es packen. Die Mannschaft hat unglaublichen Charakter, jeder geht über seine Grenzen«, jubelte Manager Uli Hoeneß. Für die Lauterer dagegen war der später Gegentreffer doppelt bitter: Sie verloren nicht nur die Partie, sondern stehen auch nicht mehr auf einem UEFA-Pokal-Platz.

Rotationsprinzip hat geholfen

Ottmar Hitzfeld hatte doch stärker rotiert, als er es angekündigt hatte. Neben Jens Jeremies (Gelb-Sperre) verzichtete er drei Tage nach dem Einzug ins Champions-League-Finale gegen Real Madrid zudem auf Giovane Elber, Mehmet Scholl und Willy Sagnol. Dafür kamen neben Kapitän Stefan Effenberg, der beim 2:1-Sieg gegen Madrid gesperrt gewesen war, Ciriaco Sforza, Carsten Jancker und Roque Santa Cruz neu in die Mannschaft. Doch bevor sich die neu formierte Formation gefunden hatte, lag sie auch schon mit 0:1 in Rückstand. Nach einer Flanke von Harry Koch gewann Lokvenc das Kopfballduell gegen Thomas Linke und überwand den chancenlos Oliver Kahn.

Wechselhafter Spielverlauf

In der Folge entwickelte sich Einbahnstraßen-Fußball in Richtung Lauterer Tor. Doch dem Spiel der Bayern fehlte die Linie, vor allem Effenbergs Pässe hatten keine Präzision. Sforza und der junge Owen Hargreaves waren produktiver, aber in der Spitze konnten sich die Münchner mit Jancker und Santa Cruz kaum gegen die von Slobodan Komljenovic dirigierte Lauterer Dreierkette durchsetzen. Chancen von Sforza (16.), Jancker (28.) und Santa Cruz (34.) verpufften. Für den 1:1-Ausgleich hätte sogar fast Hany Ramzy mit einem Eigentor gesorgt, als der Ägypter eine Flanke von Effenberg an den Pfosten des eigenen Tores köpfte.

»Wir müssen den Druck erhöhen«, forderte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer. Vor allem Elber habe »an allen Ecken und Enden« gefehlt. Doch noch bevor Hitzfeld den Brasilianer einwechselte (67.), knackten die Münchner den Pfälzer Abwehrriegel. Hasan Salihamidzic, der nach der zehnten Gelbe Karte beim Saisonfinale in Hamburg fehlen wird, düpierte auf der rechten Seite seinen Gegenspieler Jeff Strasser, flankte nach innen, wo Jancker einen Schritt vor Harry Koch am Ball war und flach einschoss. In den Minuten danach hätte Jancker zum Matchwinner werden können, aber der Nationalspieler verfehlte zwei Mal aus bester Position (57./60.). Zudem scheiterte Santa Cruz aus kurzer Distanz am starken Lauterer Schlussmann Georg Koch (61.).

Die Bayern wollten es jetzt wissen, aber auch die Gäste blieben mit Kontern gefährlich. Zudem verfehlte Youri Djorkaeff mit einem direkten Freistoß nur knapp das Bayern-Tor (65.). Doch der Druck der Münchner nahm von Minute zu Minute zu (15:1 Ecken), wobei es immer mehr ein Spiel FC Bayern gegen Georg Koch wurde. Der Lauterer Schlussmann sah schon wie der Sieger aus, als Zickler ihm den Ball unhaltbar aus 14 Metern in den rechten Winkel drosch.

Die Fotoshow zur Meisterschaft

Wissenscommunity