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Luicella's-Chef: Markus Deibler in "Die Höhle der Löwen": Vom Profi-Schwimmer zum Erfolgsgründer

Er schwamm einen Weltrekord - und beendete seine Karriere mit gerade einmal 24 Jahren. Doch statt wie andere Profisportler in die Orientierungslosigkeit zu taumeln, hatte Markus Deibler einen Plan. In "Die Höhle der Löwen" konnte der Jungunternehmer Frank Thelen überzeugen.

Markus Deibler, Ex-Schwimmer und Luicella's-Chef

Markus Deibler war erfolgreicher Schwimmer - jetzt ist er Luicella's-Chef.

Seine Mutter hatte zwei Wünsche: Ihre drei Söhne sollten Schwimmen lernen. Und Auto fahren. Schwimmen - damit sie sich am Baggersee keine Sorgen machen musste. Und Auto fahren? Wer als junger Mann in einem kleinen Nest bei Biberach an der Riß in Oberschwaben lebt, braucht den Führerschein um unabhängig zu sein. 

Markus Deibler lernte beides. Doch das Schwimmen machte ihn in Deutschland bekannt. Denn er galt als große Hoffnung im Schwimmsport. Mit 24 Jahren erschwamm er sich die Weltmeisterschaft über 100 Meter Lagen. Die WM-Medaille steht noch heute auf der Vitrine bei seinen Eltern. Alle anderen Ehrungen und Preise "müssten in einer Kiste auf dem Dachboden sein", so Deibler bei der Hamburger Kiez-Talkshow "Talk Dot". 

"Luicella's Ice Cream": Die Gründer Markus Deibler (links) und Luisa Mentele wollen mit ihrem Eis national, am liebsten sogar international, bekannt werden.

"Ich hatte früh relativ viel Talent" berichtet er. Das wurde nicht nur erkannt, sondern auch gefördert. Mit sieben Jahren schwamm er die ersten Wettkämpfe.

"Das muss noch ein Mördertrainingsplan gewesen sein?", will Talkdot-Moderator Peter G. Dirmeier wissen. Jeden Abend sei zwischen 17.30 und 20.30 Uhr trainiert worden, so Deibler, manchmal auch schon vor der Schule und direkt danach. "Das ist schon relativ wenig, wenn man was erreichen will", so Deibler. "Schwimmen ist trainigsintensiv." Direkt nach dem Abitur verließ Deibler seinen Heimatort und zog nach Hamburg. Dort fand er perfekte Trainingsvoraussetzungen vor - und seinen Bruder Steffen. Der war bereits ein Jahr zuvor in die Hansestadt gekommen, um zu schwimmen.

Der Sport bestimmte sein Leben. Training, Ernährung, Entbehrung - für ihn hieß es Wettkampf statt Party, Training statt Sofa. "Ich habe schon auf Sachen verzichtet", sagt Deibler in der Talkshow.

Überraschendes Karriereende für Markus Deibler

Markus Deibler beendet seine Schwimmkarriere mit gerade einmal 24 Jahren, nur neun Tage nach seinem WM-Gold über 100 Meter Lagen in Weltrekordzeit. "Am Ende habe ich keinen Bock mehr drauf gehabt, deshalb habe ich aufgehört", sagt Deibler. Schon in den vier Wochen im Sommer, in denen er trainingsfrei hat, merkte er, dass er sich nicht mehr auf die neue Saison freute. "Das war für mich eine Riesen-Entscheidung, das war mein Lebensinhalt. Und ich habe davon gelebt", so Deibler. Außerdem habe ein ganzes Team aus Trainern und medizinischem Personal hinter ihm gestanden. Nicht weiterzumachen, hatte eben auch Auswirkungen auf andere Menschen. 

Und so wurde aus dem disziplinierten Profi-Sportler erstmal ein normaler Mittzwanziger, der auf Partys geht. Mal eine Nacht durchmacht. Burger und Pommes isst. Eben all das, was er sich während seiner Schwimmkarriere verbieten musste. "Mir war es nicht mehr wichtig, richtig schlank zu sein. Nach einem Dreivierteljahr hatte ich genug Burger gegessen und dachte mir: Toll, jetzt hast du nur Scheiße gefressen. Es wäre schon auch schön, wieder einen coolen Körper zu haben", sagte er 2016 zum "Hamburger Abendblatt".

Deiblers neues Leben: Luicella's Eisdiele

Doch Deibler taumelte nicht planlos aus dem Profi-Sport in die Orientierungslosigkeit - denn er hatte vorgesorgt und sich frühzeitig ein neues Leben aufgebaut. Seit 2010 hatte er Wirtschaftsingenieurwesen in Hamburg studiert. 2013 eröffnete er eine Eisdiele mit seiner Geschäftspartnerin Luisa Mentele. Inzwischen hat Deibler das Projekt Luicella's zu einem kleinen Eis-Imperium ausgebaut.

In die norddeutschen Edeka-Filialen hat er seine Eismarke schon gebracht. Nun folgte mit dem Auftritt in der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen" der nächste Schritt. Frank Thelen stieg für 120.000 Euro mit 20 Prozent bei dem Unternehmen ein, das eigene Eis und den Eis-Mix zum Selbermachen gibt es nicht mehr nur in 70, sondern in 1300 Läden in Deutschland. "Die Anteile hätten wir nur für das Geld nicht rausgegeben. Es war uns schon wichtig, dass wir einen Partner finden, der uns in bestimmten Bereichen helfen kann", sagt Markus im Gespräch mit dem stern.

Hier sehen Sie den Auftritt von Markus Deibler in voller Länge.