Die beste Therapie ist Verzicht. Sobald feststeht, gegen welches Nahrungsmittel eine Allergie vorliegt, sollte es vom Speiseplan gestrichen werden. Das ist aber nicht immer in aller Konsequenz notwendig. Grundsätzlich gilt aber, dass alle Lebensmittel erlaubt sind, so lange sie gut vertragen werden - auch wenn Haut- und Bluttests positiv sind. Pollenallergiker etwa, die auch auf Stein- oder Kernobst mit leichten Symptomen reagieren wie Juckreiz auf der Zunge oder im Rachen, können diese weiterhin essen.
Nur wenn bestimmte Nahrungsmittel bedrohliche Symptome auslösen, etwa starke Atemnot, Kreislaufbeschwerden oder ein Anschwellen der Kehlkopfschleimhaut, sollten die Nahrungsmittel konsequent gemieden werden. Besonders häufig ist das bei stark allergen wirkenden Nahrungsmitteln wie Nüssen, Erdnüssen, Fisch, Milch, Sellerie, Soja und Sesam.
Vorsicht vor pauschalen Diäten, die Nahrungsmittelallergien angeblich "heilen" sollen. Bislang liegen keine Studien vor, die dies belegen. Eine Diätberatung ist sinnvoll, da sowohl das Aufspüren der Auslöser als auch das Meiden der Lebensmittel detektivischen Spürsinn erfordern. Oft ist nicht ersichtlich, in welchen Produkten welche Lebensmittelallergene stecken. Besonders wichtig ist eine kompetente Ernährungsberatung vor allem bei Kindern oder wenn Betroffene gegen mehrere Lebensmittel allergisch sind.
Kinder werden oft auf Pauschaldiäten gesetzt, vor allem wenn sie an Neurodermitis leiden. Nahrungsmittel müssen nur dann vom Speiseplan gestrichen werden, wenn sie tatsächlich Neurodermitisschübe auslösen. Dies sollte der Arzt testen. Bislang wurde in keiner Studie nachgewiesen, dass Nahrungsmittel wie Schweinefleisch, Tomaten, Zucker oder alle tierischen Eiweiße für Neurodermitis verantwortlich wären. Wenn Kinder mit Neurodermitis reagieren, dann meist auf Hühner- oder Milcheiweiß, Weizen und Sojabohnen. Da diese allergischen Reaktionen aber oft bis zum Grundschulalter wieder verschwinden, sollte der Arzt die Überempfindlichkeit bei Kindern alle ein bis zwei Jahre kontrollieren. Bei Erwachsenen spielen meist Kreuzreaktionen von Pollenallergien (zum Beispiel auf Birkenpollen) eine Rolle, dann kann der Verzehr von Steinobst oder von Nüssen einen Neurodermitisschub verursachen.
Kommt es nach dem Verzehr von Lebensmitteln zu leichten Symptomen wie einer allgemeinen Hautrötung mit Juckreiz, zu allergischem Schnupfen oder zu Hautquaddeln, kann ein schnell wirkendes Antihistaminikum eingesetzt werden. Bei Asthma und Atemnot helfen schnell wirkende, bronchienerweiternde Inhalationssprays.
Bei Nahrungsmittelallergien, die durch Kreuzreaktionen hervorgerufen wurden, kann die sogenannte spezifische Immuntherapie wirksam sein. Gute Studienergebnisse gibt es für Apfel- und Haselnussallergie bei Pollenallergikern: Durch die Hyposensibilisierung gegen Pollen konnte ein Teil der Patienten mehr Apfel essen, ihre Toleranzschwelle war also erhöht.