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Vom Liedermacher mit sanften Folk-Balladen und Anti-Kriegssongs entwickelte er sich zum Punk-Pionier und "Paten des Grunge". Nun wird Neil Young 60 - und hängt die Gitarre noch lange nicht an den Nagel.
stern.de-Kolumnist Scheibe hat sich übers Wochenende die Haare wachsen lassen und war bei einem Neil-Young-Konzert. Die Joint-Schwaden gibt es beim Godfather of Grunge noch immer gratis mit dazu. Aber inzwischen halten die Fans keine Feuerzeuge mehr in die Luft, sondern Fotohandys.
David Hasselhoff ist eine Krabbe, Barack Obama eine Flechte und Sängerin Beyoncé, nun ja, eine Pferdebremse. Alles klar? Wer prominent ist, erhält manchmal eben zweifehafte Ehren - und wird Namensgeber für ein Tier oder eine Pflanze.
Seine Stimme und eine Gitarre - mehr braucht Neil Young auf "Le Noise" nicht, um den Hörer auf eine akustische Entdeckungsreise zwischen zornigen Riffs und sphärischen Klängen zu schicken. Exklusiv für stern.de spielte der Rock-Altmeister vor laufender Kamera alle Songs aus seinem neuen Album.
Ich habe hier schon öfter über 'handmade music' berichtet von Konzerten in Berlin oder Houston. Vor 2 Jahren hatte ich Neil Young in der O2 Arena gesehen. Nun bin ich z.Z. in Steinach und erfahre von einem Konzert was im Goldenen Anker stattfindet. In Steinach sagt man dazu: "Dou is a Konzert beim Werner ". Das ich im kleinen Steinach zu einem Ohrenschmaus kommen würde, hätte ich nicht gedacht. Es gaben sich Schirneck & Keune die Ehre. Ich hatte es durch Zufall erfahren, dass es einen 'Tribute to Neil Young' Muskikabend geben soll.´Im kleinen Saal gab es dann die handgemachte Musik und einen tollen Abend. Nach den Megakonzerten dieses Sommers mit Journey , Kansas, Foreigner und Night Ranger tat es gut, bei toller Musik alte Freunde zu treffen. Neben der grossen Familienfeier die mich auf diese Seite des Atlantik gebracht hat, war der musikalische Leckerbissen DIE Überraschung. Morgen geht es 'back home' über den Teich nach Houston.
Das Internet - ein Hort der Meinungsvielfalt? Theoretisch schon. Doch in der Realität herrscht Einförmigkeit der Ansichten. Das liegt zum einen an uns selbst, zum anderen an den Filtern von Amazon, Google, Facebook & Co.
Oder: Wie der getrennte Papi sich erfand - oder besser: neu erfand... Worum es diesmal geht: Alexander, eine Verortung, ein großes Gefühl, die Trennung, der getrennte Papi, das schmale Bett, die tiefere Innigkeit, das Schlossgespenst, a very single man, Schmerzmut/Wehmut/Neumut, Dank & Neil Young & Jim Carroll. Ich habe diesen Tag über, es ist der vorletzte dieses bald vorerst letzten Jahres, bereits den achtundvierzigsten Blog geschrieben, im Kopf, es sollte um meinen Sohn Alexander zu tun sein, ein wunderbarer Junge, der dem getrennten Papi bisweilen gar nicht wunderbar auf die Nerven tritt. Aber nun sitze ich hier auf dem Sofa in St. Georg, Hamburg, Deutschland und beschließe: den neunundvierzigsten Blog werde ich Alexander widmen. Heute, am vorletzten Tag dieses bald vorerst letzten Jahres 2010 (was für eine absurde Zahlenaneinanderreihung), unternimmt der getrennte Papi den schreibenden Versuch einer vorläufigen Verortung - von sich selbst, seinen Kindern, einer gewesenen Ehe, vom Glauben an Gutes, vom Unglauben an Glück, vom Irrglauben des Gesterns. Das Gefühl des (subjektiv) plötzlichen Gefühls eines Nur-Noch-Auf-Sich-Und-Total-Allein-Geworfen-Seins ist ein großes Gefühl. Und ich habe es nicht als überwältigend empfunden als wir uns trennten, ich habe es als einen ungeheuerlichen Umstand empfunden, der mir (objektiv) den Boden entzog und der Fall wollte und wollte und wollte für Monate nicht aufhören. Für das Schreiben einer Geschichte, die mich unter eher geklärten Lebensumständen vielleicht zehn, zwölf Stunden gebraucht hätte, war nun mindestens eine Woche zu veranschlagen. Das Leben schlägt über Nacht einen gänzlich anderen Rhytmus und der schlug erst einmal monatelang über mir zusammen, immer wieder, immer mehr, immer härter. Besonders heavy war's als der Schleier der Unverständlichkeit zerrissen war und es so war wie es war: die Trennung. Kein Zurück, kein Vor, nur noch Vergangenheit, good times and bad times. Und nach dem Auszug, erst ein halbes Jahr später, der Kinder wegen, fühlte es sich dann langsam und weiterhin unsicher als getrennte-Papi-Existenz an. Komisch, der Titel für diesen Blog war nie eine ernsthafte Frage, er war schon eine vorweg abgegebene Antwort auf neu zu stellende Fragen. Verdammt, es galt als getrennter Papi ein neues Leben zu führen und - nochmals verdammt - das war nicht der Plan gewesen. Für solch' einen Fall gibt es idealer Weise keinen Plan B, es gibt überhaupt keinen, das ist die verdammte Wahrheit. Weil es sie ist, war es eine glückliche Fügung, bei Freunden für einige Monate unterkommen zu können, ohne den Ballast materiell-mitgenommener Dinge. Okay, meine Bücher und Platten (immer noch im Lager) habe ich sehr vermisst wie das Leben eines Anderen. Aber die um so intensiveren Begegnungen mit Marie und Alexander und die Nächte in einem zu kleinen Bett, das unversehens zu einer Insel tieferer Innigkeit geriet, eröffneten mithin haltbare, emotionale, ungekannte Horizonte. Das Schlossgespenst hießen mich meine Gastgeber, viertel ironisch, viertel sinnnig, viertel richtig, viertel falsch, insgesamt vermutlich einigermassen trifftig. Den wenn man auf einmal ein very single man ist, geistert man zunächst durch das Leben wie ein Schockgefrorener, der zehn Jahr seine Lage zu haben geglaubt hatte und dann auftaut, um zu merken, dass seine künftige Lage völlig ungeklärt scheint bis auf die dramatische Feststellung: es ist mindestens eine irrwitzige Lage mit guten Chancen auf dauernde, schiefe Lage. In so einer Situation musste der getrennte Papi seinen ganzen Schmerzmut zusammennehmen, um nicht im Selbstmitleid abzusaufen, die tödlichste aller Trennungs-Fallen. Selbstverständlich ist der getrennte Papi oft genug dort hineingetappt, bestimmt auch in dem einen oder andern Blog an dieser Stelle, wen wundert das denn ehrlich und wirklich? Nach dem Schmerzmut kommt die Wehmut, die in blosse Selbstverteidigung mündet, die es braucht, um nach den ersten, überstandenen Tsunami-Trennungs-Wellen weiter atmen und weiter schwimmen zu können. Wehmut will hier allerdings positiv verstanden werden, jene guten und schlechten Zeiten, die sich in das Buch einer Ehe eintragen und die sich oft erst viel später enthüllen werden in ihrer guten und schlechten Wahrhaftigkeit. Nur gut sind jedenfalls die Kinder, Alexander und Marie, die vielleicht - soweit das geht - das Beste aus den beiden neuen Welten mitnehmen können, auch wenn ihnen sicherlich die eine Welt mehr als gereicht hätte. Es war wie es war, es ist wie es ist, es wird sein wie es werden wird. Irgendwann nach der Trennung kommt dann der Neumut, der getrennte Papi fühlt sich wieder selbst, er muss sich nicht permanent kneifen, um sich selbst zu fühlen oder fühlen zu lassen. Der Neumut ist so etwas wie ein Bypass für die zerfetzte Seele, die aus Zaghaftigkeit zu neuem Leben erwacht. Wobei unklar ist, wohin das führen mag, gleichwohl klar ist, es gibt keinen Sprung in die Vergangenheit mehr, der wurde ja schon gesprungen und erwies sich als entschieden zu kurz. Geholfen hat bei all' dem freilich die Möglichkeit des Sich-Ausdrückens und Selbst-Auslotens und Sich-Selbst-Angehens und geholfen hat der Zuspruch der Leserinnen und Leser des getrennten Papi-Blogs auf Stern.de . Dafür danke ich Ihnen sehr. Dem Einen oder der Anderen wurde dies alles hier gerne mal zu subjektivistisch, war und ist dem getrennten Papi auch recht. Nochmals: wen wundert das denn wirklich? Und auch in diesem vorerst letzten Blog eines bald vorerst letzten Jahres, wird einmal mehr eine Musik, gar nicht so neu, aber im Kontext des getrennten Papi umso frischer mit einem passend-pathetischen Titel aufgelegt: Dreamin' Man/Live '92 von Neil Young, dessen akustische Kraft so umwerfend ist, dass es in den Nerven-Enden zerrt und zittert. Da kann nur noch ein anderer Großer mithalten, Jim Carrol l mit seinem Love Poem Later aus der Fear of Dreaming- Sammlung : "The little bonus/of my hand on your breast/makes a bus seem so useful/when some rain begins to open. then cloud waves cracked sun shafts/when the sky begins to whistle/and I was thinking about it all night/just watching it move from my eye to my hand. it's not very meaningsless/ the changes one makes lying down/ it's almost the way the mountain feels/when it becomes a star". Dazu alsbald mehr in 2011 vom getrennten Papi...Take care, anyway.
Oder: Im Winter ist Vergangenheit näher, im Sommer die Gegenwart. Worum es heute geht: Dicke Sachen (warm), laufende Nasen (kalt), anderes Zeitgefühl (fremd), Kekse backen (lecker), Weihnachtskalender (dreifach), Wachstums-Schmerzen (aua), Füsse anmalen (lustig) & Neil Young (weise). Dem getrennte Papi war zum ersten Male in diesem Herbst fröstelig, in Hamburg wird es kalt, die ersten Schneeflocken stehlen sich vom Himmel, unten angekommen verwandelen sie sich in schmuddeliges Wasser, das an Bordsteinen zerfliesst. Ich bin kein Winter-Mensch, nicht, das dieser Umstand nun für Sie ein bedeutsamer Umstand zur Einordnung wäre, allein, ich bin überhaupt und überhaupt und überhaupt kein Winter-Mensch. Womöglich mögen Sie den Winter, freuen sich sogar drauf, ja, Sie wünschen sich jede Menge Schnee? Okay, dann sind wir ausnahmsweise eben nicht auf einer Wellenlänge, "mir doch egal" (würde Alexander trotzig sagen) oder "das ist jetzt unfair" (würde Marie sagen). Ich kann es, Himmelherrgottnochmal, nicht ändern: Der Winter kann dem getrennten Papi gestohlen bleiben. Sich und die Kinder muss man nun permanent dicke Sachen anzwängen, eher zu viel als zu zu wenig, weil es es sonst zu warm wird oder eher zu wenig als zu viel, weil es sonst zu kalt wird oder irgendwas in der blöden Mitte. So oder so, laufende Nasen tröpfeln sich draussen dauernd weg, Hände frieren sich rissig trotz Handschuhen, Füsse dampfen vor sich hin in zu dicken Socken und selbst Alexander friert erstmal im Kinderkarussell auf dem Weihnachtsmarkt, der Innenminister rät uns Bürgern ja dazu, in demokratischer Bürgerpflicht dorthin zu gehen. Wir trotzen mit Glühwein und Lebkuchen " islamistischer Terrorgefahr" , die allenthalben beschworen wird. Und wer Widerstand leistet gegen Atomkraft, Castor-Transporte oder unverantwortliche Endlagerung von Atommüll (was für ein Euphemismus, dieser Begriff), durchaus mit dem Hinweis, dass unsere Kinder eine bessere denn eine strahlende Zukunft verdienen, wird vorsorglich mal in die bürgerschreckige Ecke geschoben. Sind wir wieder eine kleine radikale Minderheit? Ja, das war jetzt ein weiter Bogen vom Kinderkarussell nach Gorleben und anderswo, aber dem getrennten Papi reicht die Debatte um die innere Sicherheit, wo doch die künftige Gesundheit unserer Kinder ohne restlaufzeitiges Wimpernzucken riskiert wird und der dauergefährlichste Atomdreck jetzt etwa nach Russland exportiert wird. Genau dahin, wo ohnehin schon viele Kinder an Leukämie erkrankt oder gestorben sind oder sterben werden. Der Vorteil ist, dass deren elendiges Ende weit, weit weg passiert; die Schmerzensschreie verhallen irgendwo zwischen den Korridoren der Macht und den Niederungen der Ohnmacht, das ist praktisch, schreit uns nicht in die Ohren, bohrt sich nicht in unser eher mediales denn kollektives Gedächtnis. Ach, der Winter vertieft dieses drückende Gefühl der Fremdbestimmtheit, die schwerelose Gegenwarts-Magie des Sommers scheint auf immer dahin zu sein, die wunderbare von-Tag-zu-Tag-Nonchalance ist früher Dunkelheit und später Helligkeit gewichen. Der getrennte Papi weckt die Kinder und versteht, dass Marie und Alexander sich nur schwer aus dem Bett herausschälen mögen. Die eine oder andere Aussicht hilft dann, etwa Kekse backen beim Kindergarten-Freund und der Stolz in den Augen, wenn der getrennte Papi seinen Sohn abholt und der kleine Mann sagt: "Guck' mal Papi, die habe ich gemacht und die schmecken wirklich lecker." Und die schmecken wirklich lecker und der getrennte Papi bedauert, dass er nur "zwei, na gut, drei" abbekommt, besser wie nix. Dann wird Marie abgeholt, sie war mit der Omi in der Stadt unterwegs und wie sie da so steht mit dem Ranzen auf dem Rücken, eingemummelt und kauernd in ihrer Winterjacke, "Paaapi" ruft, wirkt sie zu gleichen Teilen wie ein halbes Kind, das schneller als erwartet zum ganzen Teenager wird. Auf der Bus-Fahrt nach Hause zum getrennten Papi wird beschlossen, drei Schoko-Weihnachtskalender zu kaufen, damit wir für den ersten Dezember (und ff). auch bloß gewappnet sind. Nicht auszudenken, wir könne kein Türchen öffnen, rechtzeitig. Sehr wohl auszudenken sind allerdings die Beinchen von Alexander, der über "Wachstumsschmerzen" klagt (das sagt er wirklich), die wiederum hat er vom getrennten Papi geerbt, der sich daran noch lebhaft erinnern kann, immerhin einige Jahrzehnte später. An dieses unbestimmte Ziehen und Zerren, das auf und ab pulsierte und dem man sich hinzugeben hatte, aber wer wollte schon blechtrommlig wie Oskar Matzerath enden, also gab man dem Aua-Spüren des Wachstums nach und es wurde wenigstens etwas besser. Eine weitere Methode des Weg-Spürens ist die Ablenkung: Der getrennte Papi hat dieses Mal eben jene Methodik gewählt und Alexander und Marie vor dem Einschlafen lachende Gesichter und Herzen auf ihre Füsse gemalt (ist mit dünnen Filzstiften gar nicht einfach, kitzelt nämlich und die Linien wollen oft nachgezogen sein). Logo, dass die Kinder dem getrennten Papi auch ein fröhliches Gesicht auf den Fuss gezaubert haben, das er mit ins Bett genommen hat, später, nicht ohne vorher dieses Werk im Photo festgehalten zu haben, you never know. Nun reisst der Papi trotz der Kälte das Fenster nochmals auf, die trockene Luft macht etwas dösig, dazu singt Neil Young, dieser weise Rocker: "Prairie Wind Blowin Through My Head/ Prairie Wind Blowin Through My Head/ Tryin To Remenber What My Daddy Said / Prairie Wind Blowin Through My Head" (auf der Must-Have-CD "Prairie Wind" ). Und ich vermisse meinen Vater gerade, einmal mehr, verdammt und ich fühlt mich auf einmal doppelt zerlegt, wie die Assistentin des Zauberers, die immer diese unsichre Ahnung hat, dass sie doch mal zersägt werden könnte. Aber dazu alsbald mehr vom getrennten Papi...
Ein Polizistenmord lieferte Neil Young die Idee für sein neues Album. Als die Musik stand, war er nicht mehr zu bremsen und drehte einen Film. Jetzt bringt er beides nach Deutschland.
Rockhaudegen Neil Young gibt den zornigen alten Mann: Sein neues , hastig produziertes Album "Living with War" fordert die Bush-Administration heraus - mit verzerrten Gitarren und unzweideutigen Textzeilen.
Ex-Beatle Paul McCartney ist am Freitagabend in Los Angeles zum «Mensch des Jahres» in der Musikwelt ernannt worden.
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