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4. Januar 2009, 15:32 Uhr

EU stellt Nothilfe für Gaza bereit

Die Europäische Kommission hat drei Millionen Euro Nothilfe für die Menschen im umkämpften Gaza-Streifen bereit gestellt. Damit sollen Lebensmittel und Medikamente geliefert werden. Eine Helferin beschrieb die Lage in den palästinensischen Krankenhäusern als dramatisch: "Es ist Wahnsinn." Israel hat nach einwöchigen Luftangriffen mit der Boden-Offensive im Gaza-Streifen begonnen.

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Israelische Soldaten beziehen Stellung. Die Israelische Armee hat mit der Boden-Offensive im Gaza-Streifen begonnen© AFP

Drei Millionen Euro Nothilfe stellt die Europäische Kommission für die Menschen im Gaza-Streifen bereit. Damit sollen Lebensmittel, Notunterkünfte und Medikamente geliefert werden. EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel rief Israel in einer am Sonntag in Brüssel veröffentlichten Erklärung auf, die Versorgung der palästinensischen Bevölkerung zu ermöglichen. "Deren Situation wird mit jedem Tag verzweifelter", erklärte Michel. "Den Zugang zu leidenden und sterbenden Menschen zu blockieren, verstößt gegen internationales Recht." Er rief beide Seiten auf, die Zivilbevölkerung zu schonen.

Im vergangenen Jahr stellte die EU-Kommission insgesamt 73 Millionen Euro für die Palästinensergebiete bereit, wovon gut die Hälfte in den Gaza-Streifen floss. Die Hilfe wird über die Vereinten Nationen und internationale Nichtregierungsorganisationen geleistet.

Israel hat nach achttägigen Luftangriffen mit der Bodenoffensive im Gaza-Streifen begonnen. Israelische Medien berichteten von heftigen Kämpfen und zahlreichen Todesopfern unter den Palästinensern, nannten jedoch keine genauen Zahlen. Die Gesundheitsbehörde in Gaza berichtet von rund 30 getöteten Palästinensern. Ein israelischer Armeesprecher sagte am Sonntag, die Bodenoffensive habe einen ersten Soldaten das Leben gekostet. 30 israelische Soldaten seien bislang bei Gefechten mit radikal-islamischen Hamas-Kämpfern verletzt worden, zwei davon schwer. Israel habe auch eine Seeblockade über das Palästinensergebiet am Mittelmeer verhängt, meldete der Rundfunk. Auch die Luftangriffe wurden fortgesetzt.

Die israelischen Bodentruppen haben den Gaza-Streifen nach Medienberichten in drei Teile getrennt. Die Truppen hielten sich unter anderem im Bereich der ehemaligen jüdischen Siedlung Nezarim auf, berichteten israelische Medien am Sonntag. In dem Bereich, etwa drei Kilometer von der Stadt Gaza entfernt, liegt eine Hauptverkehrsader im Gaza-Streifen. Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert verteidigte die Bodenoffensive und bezeichnete sie als unvermeidbar. Ziel der Armee sei es, jene Gebiete zu kontrollieren, aus denen die meisten Raketen auf Israel abgefeuert worden seien, sagte Olmert vor der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag in Jerusalem.

Die Hamas hat nach eigenen Angaben bei den Kämpfen im Gaza-Streifen zwei israelische Soldaten gefangen genommen. Dies berichteten am Sonntag Radio- und Fernsehsender der radikal-islamischen Organisation. Das israelische Militär erklärte jedoch, nichts von einer Gefangennahme zu wissen. Nach Angaben eines ranghohen Militärs wird die Offensive nicht rasch beendet sein. Der Militärrepräsentant sagte in Tel Aviv, der Bodeneinsatz werde "nicht in Stunden oder Tagen enden". Bislang gehe die Militäraktion "in einer sehr herausfordernden Umgebung" wie geplant voran. Eine Wiedereroberung des Gaza-Streifens sei jedoch nicht geplant.

Im Fernsehen waren zu Beginn der abendlichen Offensive grünliche und körnige Nachtaufnahmen von vordringenden Soldaten zu sehen. Viele der Soldaten waren in voller Kampfausrüstung und mit Nachtsichtgeräten ausgestattet. Am Morgen war über dem Gaza-Streifen, einer der dichtbesiedelsten Orte der Welt, immer wieder Rauchwolken von brennenden Gebäuden zu sehen.

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