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15. September 2011, 11:19 Uhr

Übergangsrat braucht Waffen

Zur Eroberung der von Gaddafi-Truppen kontrollierten Gebiete Libyens hat der Übergangsrat um Waffenlieferungen gebeten. Zunächst steht aber hoher Besuch an: Frankreichs Präsident Sarkozy und der britische Premierminister Cameron sind in Tripolis eingetroffen.

Libyen, Muhammar Gaddafi, Nicolas Sarkozy, David Cameron

Der Chef des Übergangsrats, Mustafa Abdel Dschali (r.), mit einem Vertreter der libyschen Stadt Zawia© Mohamed Messara/DPA

Der Chef des libyschen Übergangsrats Mustafa Abdul Dschalil hat für den Kampf gegen Gaddafi-Anhänger um Waffenlieferungen gebeten. Dschalil sagte dem britischen Sender BBC, die Kämpfer des Übergangsrates benötigten die Waffen, um die Landesteile zu erobern, die noch den gestürzten Diktator Muammar al Gaddafi unterstützten. Gaddafi sei im Süden Libyens und plane Racheangriffe. Ziele könnten Städte, Ölfelder und Kraftwerke sein, sagte Dschalil.

Cameron und Sarkozy zu Blitzbesuch eingetroffen

Unterdessen sind der britische Premierminister David Cameron in und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Tripolis eingetroffen, wie die britische Regierung bestätigte. Die beiden sind die ersten Regierungschefs der NATO-geführten Militäroperation, die das Land bereisen.

Damit seien die beiden Politiker an Recep Tayyip Erdogan vorbeigezogen, der seinen Besuch in Tripolis für diesen Freitag angekündigt habe, hieß es im türkischen Fernsehsender NTV. Der türkische Ministerpräsident, dessen Regierung seit Ausbruch des Bürgerkrieges mehrfach Gastgeber von Konferenzen zum Thema Libyen war, hielt sich am Donnerstag noch im benachbarten Tunesien auf. Laut Medienberichten wollten Sarkozy und Cameron später in die Rebellen-Hochburg Bengasi weiterreisen.

Gaddafi gibt keine Ruhe

Der flüchtige frühere Machthaber Gaddafi meldete sich unterdessen erneut zu Wort. In der am Mittwoch von einem syrischen Fernsehsender verbreiteten Botschaft kritisiert er die Nato-Angriffe auf seine Heimatstadt Sirte als "beispiellose Zerstörung und Terrorismus". An die Vereinten Nationen appellierte er, der Belagerung der Stadt ein Ende zu setzen.

Die Gaddafi-Hochburg Sirte ist eine der wenigen Städte, die weiterhin von den Anhängern des Ex-Diktators kontrolliert werden. "Wir können Libyen nicht dem Kolonialismus ausliefern", sagte Gaddafi. "Das libysche Volk hat keine andere Wahl als zu kämpfen, bis es einen Sieg errungen und den Kolonialismus niedergeschlagen hat."

Afrikanische Union bemüht sich um Vermittlung

Führende Vertreter der Afrikanischen Union (AU) haben unterdessen die neue libysche Führung erneut zur Bildung einer Einheitsregierung aufgerufen. Die afrikanischen Staaten wollten "mit dem Nationalen Übergangsrat und allen anderen Akteuren in Libyen" zusammenarbeiten, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung.

Die AU-Vertreter erklärten nach einem Treffen in Südafrikas Hauptstadt Pretoria, Ziel müsse "die baldige Schaffung einer Regierung der nationalen Einheit" sein. Am Rande der UN-Vollversammlung kommende Woche in New York solle weiter verhandelt werden, "um den Frieden, die Demokratie und die Entwicklung" in Libyen zu stärken. An dem Treffen mit Südafrikas Staatschef Jacob Zuma nahmen Vertreter aus Uganda, Mauretanien, Mali und der Republik Kongo teil.

Obwohl inzwischen etwa 20 afrikanische Staaten den libyschen Übergangsrat als offizielle Vertretung des Landes anerkannt haben, lehnt die Afrikanische Union den Schritt bislang ab und pocht auf einen von ihr erarbeiteten Plan für einen Übergang, der auch die Bildung einer Einheitsregierung vorsieht. Für den linksgerichteten lateinamerikanischen Staatenbund ALBA wandte sich Venezuelas Regierung gegen eine Anerkennung der neuen Führung in der UN-Vollversammlung.

be/fw/DPA/AFP
 
 
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