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26. April 2010, 13:30 Uhr

Schäuble will Tempo, Merkel bremst

Erst stellt Außenminister Guido Westerwelle (FDP) deutsche Hilfsgelder für Griechenland infrage, wenig später kündigt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Milliardenhilfe binnen drei Wochen an. Zu guter Letzt tritt die Kanzlerin auf den Plan - und bittet Athen erneut um Geduld.

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Klare Worte zur Griechenland-Hilfe? Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Erklärung angekündigt© Sean Gallup/Getty Images

Kanzlerin Angela Merkel hat die Zahlung von Krediten an Griechenland erneut von Bedingungen abhängig gemacht. "Ich sage also ganz deutlich: Deutschland wird helfen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind", erklärte sie am Montag in Berlin und bat um Geduld: Die Bundesregierung werde eine Entscheidung erst fällen, wenn die Verhandlungen zwischen der Europäischen Kommission, dem Internationalen Währungsfonds und der griechischen Regierung abgeschlossen seien. Das aber werde "noch ein paar Tage dauern".

"Wir brauchen eine positive Entwicklung in Griechenland, verbunden mit weiteren Sparmaßnahmen", sagte die CDU-Vorsitzende. Gleichzeitig wies sie eine Debatte über ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone kategorisch zurück. Es gehe jetzt darum, eine schnelle Reaktion zugunsten der Euro-Stabilität als Ganzes herbeizuführen.

Westerwelle drückt die Stimmung

Deutsche Politiker hatten bereits vor Merkels Ansprache Zweifel an raschen Finanzhilfen für Griechenland geweckt und damit den Euro belastet. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,3295 Dollar und war damit fast einen US-Cent billiger als im späten Freitagsgeschäft. Auch das Ausfallrisiko bei griechischen Staatsanleihen wurde von Investoren wieder höher eingeschätzt.

Laut Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) schließt die Regierung in Berlin eine Ablehnung des am Freitag von Griechenland bei EU und Internationalen Währungsfonds (IWF) gestellten Hilfsantrages nicht aus. "Es gibt politische Störfeuer", kommentierte ein Devisenhändler diese Äußerung. "Die Bundesregierung hat noch nicht entschieden - das heißt, dass eine Entscheidung in verschiedene Richtungen ausfallen kann", sagte Westerwelle in Luxemburg.

Schäuble: Finanzhilfe vor dem 19. Mai

Allerdings hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach einem Treffen mit den Fraktionschefs im Bundestag in Berlin den Griechen deutsche Hilfe zugesagt. Die Gelder sollten möglichst vor dem 19. Mai zur Verfügung stehen. Die Bundesregierung habe darum gebeten, dass die Gespräche zwischen der Regierung in Athen und dem IWF bis zum Wochenende abgeschlossen würden. Danach solle mit dem deutschen Gesetzgebungsverfahren begonnen werden. Dieses könne theoretisch am 7. Mai abgeschlossen werden. Zuvor hatte der Unionsfraktionschef im Bundestag, Volker Kauder, eine Umschuldung für das finanziell klamme Griechenland ins Gespräch gebracht, die auch die kreditgebenden Banken beteiligen würde. Einige Unionspolitiker schlugen gar einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vor.

Schon am vergangenen Wochenende hatte es zahlreiche skeptische Stimmen zum Hilfspaket gegeben. Unter anderen hatte auch Bundesbankpräsident Axel Weber Vorbehalte gegen IWF-Hilfen für Griechenland geäußert.

Die SPD wird ihre Zustimmung zu möglichen Finanzhilfen für Griechenland an strenge Bedingungen knüpfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse ihre Verzögerungstaktik aufgeben und die Kosten der Griechenland-Hilfe für Deutschland offenlegen, forderte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles am Montag nach einer Sitzung des Parteipräsidiums.

Die SPD wolle nun vor dem Wahltermin am 9. Mai wissen, welche Kosten auf Deutschland zukämen, sagte Nahles. Als weitere Bedingungen einer Zustimmung ihrer Partei zu möglichen Hilfen nannte Nahles einen strikten Sparkurs der griechischen Regierung. Zudem müssten deutsche und europäische Banken sich "substanziell" beteiligen und auf Forderungen gegenüber Athen verzichten. Nahles äußerte sich skeptisch zu Forderungen aus der CSU nach einem Ausscheren Griechenlands aus der Eurozone. "Wir haben ein großes Interesse an einem stabilen Euro-Raum, niemand profitiert mehr davon als Deutschland." Die Kanzlerin müsse aber endlich sagen, was sie künftig genau unternehmen wolle, um die nächste Blase an den Finanzmärkten zu verhindern.

Griechenland-Krise scheint sich auszubreiten

Das wieder gestiegene Misstrauen der Investoren zeigte sich am Risikoaufschlag, den sie für griechische Staatsanleihen verlangten. "Es wird ein holpriger Ritt in Griechenland", sagte ein Rentenhändler. "Unserer Ansicht nach wird er ein gutes Ende nehmen, aber es wird nicht auf geradem Weg gehen." Der Spread der zehnjährigen griechischen Staatsanleihe im Vergleich zur vergleichbaren Bundesanleihe stieg nach Angaben des Datenanbieters Tradeweb auf ein Zwölf-Jahres-Hoch von 663 Basispunkten. Da die zehnjährige Bundesanleihe mit 3,053 Prozent rentierte, müsste Griechenland Investoren für neue Anleihen mit einem Zinssatz von rund fast zehn Prozent locken. Für zweijährige Papiere wäre sogar noch mehr fällig: Ihre Rendite schoss am Freitag auf über 13 Prozent nach rund elf Prozent am Freitag in die Höhe.

Auch die Risikoeinschätzung gegenüber Staatspapieren anderer europäischer Länder stieg weiter an. "Die Griechenland-Krise hat begonnen sich auf den Rand der Euro-Zone auszubreiten und Portugal scheint als nächstes im Blick zu sein", sagte Volkswirt Darren Williams von Alliance Bernstein. "Die Situation dort ist weniger dringend als in Griechenland, aber der mittelfristige Ausblick ist herausfordernd." Auch die Anleihen Portugals, Italiens und Spanies verloren. Gefragt waren stattdessen die Papiere der Bundesrepublik.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 98)
 
JRx1 (27.04.2010, 23:12 Uhr)
Prologo
Quote: Ich habe 45 Jahre Steuern und in die Rente eingezahlt, deshalb nehme ich mir das Recht heraus, den Staat zu kritisieren, wenn er mein Geld zum Fenster rauswirft.
===============
Sie haben Recht!!! Wieviel Rente bekommen sie denn?
Prologo (27.04.2010, 11:11 Uhr)
@tannenbaum, Verdrehen Sie nicht andauernd die Fakten.
Sie sollten sich bemühen zu verstehen,
was Sie lesen.

Und stellen sie ihre persönlichen Beleidigungen ein, wenn sie schon rein gar nichts wissen.
Ich habe 45 Jahre Steuern und in die Rente eingezahlt, deshalb nehme ich mir das Recht heraus, den Staat zu kritisieren, wenn er mein Geld zum Fenster rauswirft.

Also bleiben Sie sachlich.

MfG,
T.
tannebaum (27.04.2010, 09:03 Uhr)
@Prologo
soso, alle griechen sind also faul, dumm und arbeitsscheu?

tolle geschichten erzählen sie hier. und was regen sie sich denn auf? angst, dasshartzIV gekürzt wird? von morgens um 8.00 bis nachts 1.00uhr labern sie hier rum. ihre steuergelder werden kaum sein. und ihre hetzkampagnen können sie stecken lassen.

angst vor der cdu/fdp haben sie doch nur, weil die ihnen was streichen könnte. deshalb greifen sie die doch permanent an.

die griechen haben schulden, weil deren politiker die sozialausgaben derart überzogen haben. und wir machen es gerade ebenso. wir müssten auch sparen. in gesundheit, rente, hartzIV. denn die letzten arbeitenden schaffen das nicht mehr lang. aber wenn das einer hier sagt, dann verliert er sofort alle wahlen. also lügen wir weiter...
Johann58 (27.04.2010, 04:39 Uhr)
@prologo
es ist frueh am Morgen in Deutschland aber passen zu Ihrem letzten Post.
Nikos Kazantzakis, Alixis Zorbas lesen, wenn sie das nicht schon getan haben, da steckt die ganze Seele Griechenlands drin und wie es zu der aktuellen Situation kommen konnte.
Prologo (27.04.2010, 01:14 Uhr)
Griechenland ist ein Urlaubsland, .....

...das haben die Griechen schon lange vor uns begriffen,

und segeln in der Sonne zum Fischfang, mit ihren Schiffen.

Die Arbeit versaut den den Tag bei schönem Wetter,

deshalb wartet man für Arbeit auf schlechtes Wetter.

Nachdem das Wetter auf Griechenland immer schön war,

lag die Arbeit nieder immerdar.

Aber man kann die wartenden Arbeitnehmer auf Arbeit nicht verkommen lassen,

deshalb hat man die Wartezeit auf Arbeit zum Renteneintritt kürzen lassen.

Die Griechen gehen schon mit 55 in Rente dahin, wo unsere Arbeiter noch nach Rente siechen, dahin.

Dieses gerechte Sozialsytem der Griechen müssen wir mit 8,4 Milliarden doch stützen,

damit unsere Politiker das für uns auch nützen.

Ansonsten wärs doch ungerecht, dass wir uns für Europa machen zum Knecht?

Merkel hat das als erste Kappiert, deshalb gibt sie unser Kitageld aus, ganz ungeniert.

Jedes Land muss dankbar sein, so eine Mutter zu haben, die dafür sorgt, dass sich die Nachbarn an den Tröpfen laben.

MfG,
T.
Luxwolf (27.04.2010, 00:45 Uhr)
@Johnann58 u @tatanuna
Beide habt Ihr recht und habe auch gut gelacht . Leider ist die Sache ernst und unsere Kanzlerin kann´s nicht aussitzen und hat leider auch von Finanzen kein Ahnung. "In der DDR wurde alles immer ausgeglichen; keine doppelte Buchführung und keine Valutierung war notwendig. Super, dass führen wir wieder ein." höre ich sie sagen.
tatanuna (27.04.2010, 00:16 Uhr)
Wir werden den Griechen helfen
und unsere über 1,7 Billionen Staatsschulden überweisen.Wann begreift endlich der letzte Merkel-wähler, daß diese Dame die Bundesrepublik in eine DDR umwandelt.Ich kann nur, hoffen, daß der NRW-Wähler im Mai aufwacht. aber die islamistische Union wird uns weiter verarschen wollen.
Johann58 (27.04.2010, 00:00 Uhr)
Ich bin durchaus der Meinung,
damm man Griechenland nicht in die Pleite verabschieden sollte und Deutschland im Rahmen seiner Stellung innerhalb der EU daran beteiligt sein soll.

Dazu mal eine etwas zugegebenermassen ketzerische Frage; wie viel Kredit gibt Polen, die wollen doch mit der gleichen Stimme in der EU mitreden wie Deutschland weil doch dort aehnlich viele Menschen leben.?

Westerwlle spricht von Sparmassnahmen, Merkel von erforderlichen Bedingungen. Was denn? Bitte praezisieren! Was sollen denn die Griechen im Detail machen? Das Gesuelze von schwarz/gelb bringt nichts ausser dass man es als geistige Fuerze bezeichnen kann.

Bei den allerersten Anzeichen, dass Griechenland finazielle Unterstuetzung brauchte war, dass Deutschland hier Gewehr bei Fuss stehen wird und zu den hauptkreditgebern zaehlen wird. Deshalb bin ich nur stinksauer ueber das Rumgeeire unserer Kanzlerin, die uns nicht anderes als dummdreist belogen hat.

Madam NO, dass ich nicht lache!!!!!
mackeldei (26.04.2010, 23:31 Uhr)
Griechenland
Griechenland raus aus der Eurozone ,Norwegen dafür rein. Die haben genug Ölmilliarden.
Prologo (26.04.2010, 23:29 Uhr)
@rockyciano, Leider haben Sie recht.
Ich wollte nur mal einen neuen Gedanken in die Diskussion bringen. Die reichen EU Länder werden entscheiden, für welche Kolonien der EU es noch lohnt, Geld dafür auszugeben. Das wird noch ganz elendig für die EU ausgehen, da muss man kein Prophet sein.

@tannenbaum, Scheuklappen entfernen, bitte.

MfG,
T.
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