Die Linke hat einen harten Machtkampf hinter - und eine ungewisse Zukunft vor sich. stern.de sprach mit Ulrich Maurer über Lafontaine, Bartsch und die rot-rot-güne Option in Nordrhein-Westfalen.
Diese Entscheidung dient dem Zusammenhalt der Linken. Sie erfolgte auf Vorschlag von Gregor Gysi und ich freue mich, dass Dietmar Bartsch diesen Vorschlag angenommen hat.
Es geht hier nicht um die Frage, wer gesiegt hat. Wir sind dabei, uns neu aufzustellen und Handlungsfähigkeit zu beweisen.
Die konkrete Verlaufsform des Konflikts war sicher nicht glücklich. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass das Desaster der "100-Tage Zoff-Koalition", die sich mit ihrer Politik für die Spenden der Banken und Konzerne bedankt, den Menschen zeigt, dass eine starke Linke wichtiger ist denn je.
Nein. Wir sind dabei unsere Handlungsfähigkeit zurück zu gewinnen. Die Menschen, die uns wählen, erwarten von uns ein hartes und konsequentes Eintreten für soziale Gerechtigkeit und gegen Krieg als Mittel der Politik. Auf diese Aufgabe haben wir uns zu konzentrieren. Ich verstehe, dass unsere politischen Gegner gerne hätten, dass wir uns zerlegen. Aber dem müssen wir ja nicht nachkommen.
Der Gegensatz Reform oder Systemkritik wird von vielen Medien gepuscht, ist aber eine völlig oberflächliche Sichtweise. Wir haben in der Partei verschiedene Sichtweisen zum Thema: Wie tief müssen die Reformen gehen, um diese schwerste Krise des Kapitalismus seit den 30er Jahren zu überwinden? Dass in solcher "Jahrhundertkrise", die mitnichten gelöst ist, unterschiedliche Konzepte auftauchen, ist völlig normal. Wir müssen uns jetzt, nach Beendigung der Personalquerelen, darauf konzentrieren, diese notwendige innerparteiliche Debatte offensiv zu führen und vor allem eine Form finden für einen rationalen Verlauf der Debatte. Hier hat die Parteiführung eine ganz zentrale Verantwortung, aber auch alle beteiligten Strömungen in der Partei.
Es ging um gestörtes Vertrauen, sicherlich mit verursacht durch unterliegende, nicht geklärte konzeptionelle Fragen, auf die ich hingewiesen habe.
Ich diskutiere Personalfragen nicht öffentlich - und kann dies auch Anderen nur empfehlen. Wir müssen bei den skizzierten Sachfragen vorankommen. Dazu höre ich zu wenig.
Wie gesagt, ich äußere mich nicht zu Personalfragen.
Wie gesagt: Ich äußere mich nicht zu Personalfragen.
Das Niveau mancher Journalisten, die sie hier zitieren, kann einen nur noch mit tiefer Sorge erfüllen über die politische Kultur im Lande. Der NRW-Landesvorstand meiner Partei hat gerade seine politischen Forderungen in einem Zehn-Punkte-Sofortprogramm in hervorragend komprimierter Form beschlossen und dem Parteitag zur Beschlussfassung vorgelegt. Ich bin auf die Reaktion der Medien und unserer politischen Gegner gespannt.
Auf jeden Fall. Allerdings unter Kriterien: keine Privatisierungen , kein Sozial- und Personalabbau, Verbesserungen der Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen, für gemeinsames gebührenfreies Lernen an Schulen und Hochschulen.
Die SPD ist unglaubwürdig. Sie wird von den Befürwortern der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze geführt, bei denen ich nicht erkennen kann, dass sie wirklich mit ihrer politischen Vergangenheit gebrochen haben. Taktische Spielchen sind noch keine glaubwürdige Erneuerung der SPD. Die SPD ist bisher weder vom System der Hartz-Gesetze und der Einführung von Leiharbeit und Niedriglöhnen abgerückt, noch von ihrer Befürwortung des Afghanistan-Krieges.