Die grüne K-Frage

19. April 2011, 07:33 Uhr

Während die Liberalen im Keller bleiben, müssen sich die Grünen fragen: Wer kann Kanzler? Denn erneut liegt die Partei im Wahltrend deutlich vor der SPD.

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Als grüner Kanzlerkandidat hätte er den meisten Zuspruch: Joschka Fischer©

Grüne und SPD haben in der Sympathie der Wähler zum dritten Mal in Folge eine absolute Mehrheit der Stimmen. Im stern-RTL-Wahltrend kommen die Grünen auf 28 Prozent, 1 Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Die SPD fällt um 1 Punkt auf 23 Prozent zurück. Gemeinsam hätten sie 51 Prozent, wobei die Grünen als stärkere Kraft den Kanzler stellen könnten.

Die Union verbessert sich um 1 Punkt, bleibt mit 31 Prozent aber weiter klar unter ihrem Wahlergebnis vom September 2009. Die FDP gibt 1 Punkt ab und sackt erneut auf ihr Rekordtief von 3 Prozent. Die Linke stagniert bei 8 Prozent. Für "Sonstige Parteien" wollen 7 Prozent der Wähler stimmen.

Dass die FDP im Umfragetief verharrt, obwohl der designierte Parteichef Philipp Rösler in der Bevölkerung viel Zustimmung erhält, erklärte Forsa-Chef Manfred Güllner im stern damit, dass für die Menschen nicht der Parteivorsitz, sondern die Leistung der Minister wichtig sei. Hier werde nach wie vor Außenminister Guido Westerwelle als Negativ-Figur gesehen. Güllner: "Solange er im Amt ist, wird es die FDP sehr schwer haben, aus dem Tief zu kommen."

Hohe Zustimmung für Steinmeier

Sollten die Grünen ihre derzeitige Stärke beibehalten und tatsächlich einen eigenen Kanzlerkandidaten aufstellen, hätte im Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel Ex-Außenminister Joschka Fischer bessere Chancen als die Grünen-Fraktionschefs Jürgen Trittin und Renate Künast.

Bei einer Direktwahl könnte Fischer nach einer stern-Umfrage mit 31 Prozent der Stimmen rechnen, für Merkel würden sich bei dieser Alternative 48 Prozent entscheiden. Bei der Frage "Trittin oder Merkel?" würden 28 Prozent für den Grünen-Politiker und 51 Prozent für die CDU-Chefin stimmen. Hieße die Alternative zu Merkel Künast, käme die Grünen-Politikerin auf 27 Prozent und Merkel auf 52 Prozent. Fischer punktet, weil er stärker als Trittin und Künast auch von FDP- und SPD-Wählern akzeptiert wird.

Besser als Fischer würde allerdings SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier abschneiden: Er liegt mit 33 Prozent nur 6 Punkte hinter Merkel. Schlechter als die Grünen-Politiker wird SPD-Chef Sigmar Gabriel beurteilt: Für ihn wollen nur 22 Prozent stimmen, Merkel würde mit ihm als Gegenkandidaten 49 Prozent erhalten.

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