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Vor dem E10-Gipfel: Atempause statt Aussetzen

Die Kontroverse um E10 geht am Tag des "Benzin-Gipfels" weiter: Einen Stopp für den Biosprit hält Wirtschaftsminister Rainer Brüderle für wenig sinnvoll, eine "Atempause" wäre jedoch denkbar.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hält ein Abrücken vom umstrittenen E10-Benzin zwar für möglich, aber unwahrscheinlich. "Eine grundsätzliche Veränderung der Position ist auch denkbar", sagte Brüderle dem RBB kurz vor dem Benzingipfel. Aber er gehe davon aus, dass man an der Einführung des Sprits festhalte. Jetzt gelte es erst einmal, die Verunsicherung der Autofahrer auszuräumen, ob ihr Fahrzeug den neuen Kraftstoff vertrage. Gegenstand des Gipfels sei, den Stand der Vorbereitungen in der Industrie und das weitere Vorgehen zu besprechen. Es gelte dabei die Menschen mitzunehmen, was bislang wohl nicht gelungen sei. Mit Hinweis auf die Unruhen in Nordafrika unterstrich Brüderle den Willen, unabhängiger vom Öl zu werden und dabei auch etwas für die Umwelt zu tun.

Käuferstreik gegen E10

Brüderle räumte ein, dass große Verwirrung über die Verträglichkeit des Biosprits E10 gestiftet worden sei. "Da ist manches, was man versuchen muss zu bereinigen", erklärte er. Er selbst besitze ein 13 Jahre altes Fahrzeug und habe dessen Hersteller gebeten, ihm präzise mitzuteilen, ob sein Auto den neuen Kraftstoff vertrage. Was man derzeit erlebe, sei eine Art Käuferstreik bei E10. Weder von den Tankstellen, den Mineralölanbietern noch von den Autoherstellern seien die nötigen Informationen zum Kunden gelangt. Darüber sei zu reden.

"Das Ziel ist ein Konsens über die weitere Vorgehensweise zu erreichen", sagte der FDP-Politiker. Einer der Vorschläge, über den gesprochen werden müsse, sei, die Kraftfahrzeughalter über das Kraftfahrzeugbundesamt zu informieren. "Das ist eine der Möglichkeiten, über die man reden muss", sagte Brüderle.

Autoexperte hält an Biosprit fest

Auch der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen sprach sich gegen ein Ende von E10 aus. "E10 darf nicht vom Markt genommen werden", sagte er der "Passauer Neuen Presse" vom Dienstag. Er machte sich wie der Autofahrerclub ADAC und Verbraucherschützer dafür stark, dass das Kraftfahrt-Bundesamt alle Autobesitzer anschreibt, um sie darüber zu informieren, ob ihr Auto das neue Benzin verträgt.

Am Mittag treffen sich Vertreter der Regierung, der Mineralölbranche, der Autohersteller und anderer Verbände, um über die Probleme bei der E10-Einführung zu sprechen. Rund drei Millionen Autos vertragen das Superbenzin nicht, dem zehn Prozent Ethanol aus Getreide und Zuckerrüben beigemischt wird. Mehrere FDP-Politiker dringen angesichts des Käuferstreiks auf eine Aussetzung und kritisieren das Krisenmanagement des federführend für den Biosprit zuständigen Umweltministers Norbert Röttgen (CDU).

Die Elektromobilität vorantreiben

In der "Bild"-Zeitung machte Röttgen erneut die Mineralölwirtschaft für die Verwirrung bei den Kunden verantwortlich. "Die jetzige Aufregung hängt damit zusammen, dass die Wirtschaft nervös geworden ist, weil sie ihr eigenes Produkt zu schlecht vermarktet hat", sagte Röttgen. Er sei dennoch zuversichtlich, "dass das entstandene Misstrauen beim Verbraucher wieder abgebaut werden kann".

Röttgens Amtsvorgänger, SPD-Chef Sigmar Gabriel, sagte MDR Info, keines der Argumente in der Diskussion sei neu. Auch die abzusehende Verunsicherung der Verbraucher hätte ihn 2008 bereits bewogen, die Einführung von E10 zu stoppen. Statt weiter auf Biokraftstoffe zu setzen, sei es klüger, "die Elektromobilität voranzutreiben, das Thema Wasserstoff weiter voranzubringen".

"Verunsicherung durch Falschinformationen"

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Bundestagsverkehrsausschusses, Winfried Hermann (Grüne), kommt der "Benzin-Gipfel" ein Jahr zu spät. "Wenn man der Wirtschaft nicht sagt, was sie zu tun hat, dann tut sie gar nichts", sagte der Grünen-Politiker dem "Hamburger Abendblatt". Er forderte eine Aussetzung des E10-Verkaufs, bis die Automobilhersteller ihren Kunden rechtsverbindliche Informationen geben können, welche Autos den neuen Sprit überhaupt vertragen.

Der Biosprit-Hersteller Crop-Energies aus Mannheim beklagt indes eine Kampagne gegen den neuen Kraftstoff. "Die Verunsicherung der Autofahrer wird teilweise durch Falschinformationen erhöht", sagte Vorstand Lutz Guderjahn der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung". Kritik übte der Manager auch an Umweltverbänden, die die Nachhaltigkeit von Bioethanol kleinredeten. E10 wurde bisher an rund 7000 der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt. Da Raffinerien auf vollen E10-Tanks sitzen, wurde die Einführung an weiteren Orten vorerst gestoppt. Mit mehr Biosprit will die Regierung das Klima schützen und Deutschland unabhängiger vom Öl machen.

Die Einführung von E10 geht auf die Biosprit-Richtlinie der EU von 2009 zurück - allerdings schreibt die EU nur vor, dass bis 2020 zehn Prozent der im Transportsektor verbrauchten Energie erneuerbar sein muss. Wie das Ziel erreicht wird, ist Sache der Regierungen.

ins/DPA / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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