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Spiele-Branche Studie zeigt: So hat sich die Corona-Pandemie auf das Online-Gaming ausgewirkt

Games und Streaming wegen Corona-Pandemie beliebter.
Die Corona-Pandemie hatte auch Auswirkungen auf die Welt der Online-Games
© Andrea Warnecke / Picture Alliance
Die weltweite Corona-Pandemie hat sich laut einer Studie auch auf die Welt der PC-Games ausgewirkt – die Branche legte zu.

Die Corona-Pandemie hat weltweit viele Unternehmen hart getroffen. Wenig bis keine Sorgen muss sich jedoch offenbar die Spieleindustrie machen. Eine Studie kam zu dem Ergebnis, dass Gamer weltweit seit Beginn der Corona-Krise 30 Prozent mehr Zeit mit Videospielen verbringen. Außerdem sind die Ausgaben für Videospiele um 39 Prozent gestiegen. Vor allem Online-Games mit Multiplayer-Modus und Streamingdienste haben mehr Interesse gewonnen. Es konnte ein Anstieg von 60 Prozent vermerkt werden. 

Die "Global Gaming Study: Auswirkungen von Covid-19" von Simon-Kucher & Partners wurde im Mai und Juni 2020 durchgeführt. Dabei wurden mehr als 13.000 Personen in 17 Ländern (Australien, Brasilien, Kanada, Chile, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Mexiko, Niederlande, Spanien, Singapur, Thailand, Türkei, UK, USA) zu ihrem Gaming-Verhalten sowie ihren Gaming-Vorlieben befragt.

Corona kommt der Gaming-Branche zugute

"Der Anstieg der monatlichen Ausgaben für Videospiele - und zwar durchweg in allen Altersgruppen von 13 bis 84 Jahren - ist für die Gaming-Branche natürlich ein Hauptgewinn, während andere Branchen in Corona-Zeiten sehr zu leiden hatten", sagt Lisa Jäger, Medien-Expertin und Partnerin bei Simon-Kucher "Für das Gaming-Segment wirkte Covid-19 wie ein Energizer: Die ohnehin schnell wachsende Branche hat von den Vorschriften zum Kontaktverbot und den damit verbundenen Restriktionen stark profitiert. Wir erwarten, dass nicht wenige Unternehmen im Gaming-Bereich 2020 einen Umsatz weit über den Erwartungen einfahren werden".

Grund dafür sei vor allem die Kontaktsperre gewesen. "Es war eine einfache Art, mit Freunden und sogar mit Fremden zu interagieren - und gleichzeitig die Social-Distancing-Vorgaben einzuhalten", erklärt Jäger. "Wie wichtig die soziale Komponente von Multi-Player-Videospielen ist, ist nicht zu unterschätzen. Deswegen rechnen wir damit, dass Gamer auch nach der Krise und unabhängig von Lockdowns und Restriktionen weiter auf Multi-Player-Videogames setzen werden. Das wird die Gaming-Branche mittelfristig stark beeinflussen."

Preise für Games könnten steigen

Während vor der Pandemie 57 Prozent der Gamer Videospiel-Streams geschaut haben, hat sich diese Zahl während des Lockdowns auf 80 Prozent erhöht. Jüngere Gamer haben Streaming-Dienste dabei überwiegend zur Unterhaltung genutzt; ältere Gamer streamten vor allem Tutorials ("Erklärvideos"), um die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.

Das steigende Interesse an Spiele-Streaming könnte die Preise beeinflussen. "Wie Videospielehersteller die neue Nachfrage nach Streaming in ihrer Preis-Strategie nutzen, bleibt abzuwarten", so Jäger. Sicher sei auf jeden Fall, dass die gestiegene Nachfrage nach Streaming dauerhaft bleibe und die Monetarisierungsansätze in der Gaming-Branche nachhaltig beeinflussen werde. 

Quelle: "Simon-Kucher"

deb

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