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Sony Xperia X im Test: Handy mit X - das war wohl …

Nach dem Xperia Z5 kommt das Z6? Falsch gedacht! Sony wagt mit der X-Reihe einen Neuanfang - doch der fällt nicht ganz so radikal aus, wie erhofft. Ist das Xperia X trotzdem ein gutes Smartphone? Unser Test verrät's.

Knallige Farben, altbekannte Form: das Sony Xperia X

Knallige Farben, altbekannte Form: das Sony Xperia X

Nach Z kommt X: Sony startet mit dem Xperia X seine Smartphone-Reihe neu. Doch was hat sich geändert, außer dem Buchstaben? Immerhin kündigte Sony in der Vergangenheit einen Strategiewechsel an: Zukünftig stehen vor allem die Kamera, der Akku und das Design des Geräts im Fokus und weniger spektakuläre, neue Features. Wir haben Sonys neues Premium-Smartphone getestet und sagen, was uns gefallen hat - und was nicht.

Design: Sony setzt auf Altbewährtes

Optisch wagt Sony keine Experimente. Zwar weiß das Xperia X mit seinem kantigen, schnörkellosen Design zu gefallen, und mit dem dezenten Xperia-Schriftzug auf der Rückseite wirkt es auch edel. Doch der Formfaktor entspricht dem der letzten vier Generationen. Gähn. Einzig Farben wie Lime-Gold oder Rose-Gold bringen etwas frischen Wind in die Hosentasche. Wer es dezenter mag, kann sich natürlich auch ein weißes oder schwarzes Modell kaufen. Alles in allem gewinnt Sony mit dem Xperia X keinen Innovations-Oscar, doch das Design hat sich über die Jahre bewährt. Ein bisschen mutiger können die Japaner beim nächsten Mal aber schon sein.

Bildschirm: Kleiner und mit Full-HD

In puncto Displaygröße geht Sony einen Schritt zurück, die Bildschirmdiagonale verkürzt sich von 5,2 auf 5,0 Zoll. Dank Full-HD-Auflösung und leuchtstarkem, farbenfrohen Triluminos-Panel - das kennt der eine oder andere von seinem Fernseher - liefert es dennoch gestochen scharfe Bilder. Ein kleines, aber bemerkenswertes Detail: Das Xperia X hat keine sichtbaren Lautsprecher-Aussparungen. Es gibt nur an der Unterseite eine microUSB-Ladebuchse, oben findet sich ein Kopfhörereingang. Leider ist das Xperia X im Gegensatz zum Xperia Z5 nicht wasserdicht.

Prozessor: Kein Hitzkopf wie das Z5

Der Prozessor vom Typ Snapdragon 650 mag auf dem Papier wie ein Rückschritt erscheinen, doch in der Praxis macht sich die geringere Rechenpower kaum bemerkbar. Alle Apps starten schnell, nervige Ruckler gibt es nicht. Zudem wird der Sechskern-Chip nicht so heiß wie der heißblütige Snapdragon 810, der das Z5 unter Volllast schnell zum Taschenofen machte. Ein Pluspunkt für das Xperia X.

Clever: Der Fingerabdruckscanner steckt im An/Aus-Button

Clever: Der Fingerabdruckscanner steckt im An/Aus-Button

Handhabung: Taste für Schnellknipser

Auf der linken Seite befindet sich ein einzelnes Schubfach, in das sowohl nanoSIM- als auch microSD-Karte gesteckt werden. Der Einschaltknopf an der rechten Seite fungiert zugleich als Fingerabdruckscanner. Eine clevere Lösung: Der Sensor reagiert schnell und entsperrt das Smartphone direkt beim Einschalten. Sehr bequem! Gut gefallen hat uns auch die zusätzliche Kamera-Taste, mit der man schnell die Kamera startet. Beide Features waren aber auch schon bei den Vorgängermodellen zu finden.

Kamera: Upgrade für Selfie-Freunde

Apropos Kamera: Sony hat sich als Haus-und-Hof-Lieferant vieler Premium-Hersteller einen Namen gemacht. Selbst im iPhone steckt eine Sony-Knipse. Doch wie schlägt sich das Sony-Handy? Die Rückkamera löst mit 23 Megapixeln sehr hoch auf, sie reicht von der Qualität aber nicht an das Galaxy S7 oder iPhone 6s heran. Die Knipse löst schnell aus, die Kamera-App ist sehr übersichtlich. Deutlich zugelegt hat die Frontkamera: Die Auflösung wächst von 5 auf 13 Megapixel. Ein längst überfälliger Schritt, Selfie-Fans werden damit ihre Freude haben.

Speicherplatz: 200 GB für Musik, Filme und Fotos

Das Xperia X gibt es in einer 32-Gigabyte-Variante, für den Nutzer stehen aber nur knapp 20 Gigabyte zur Verfügung. Macht aber nix, via microSD kann man um bis zu 200 Gigabyte aufrüsten. Apps kann man auf dem Zusatz-Speicher aber nicht installieren, der Platz ist für Musik, Filme und Fotos vorreserviert.

Akku: Sparsames Smartphone

Der Akku ist auf dem Papier mit 2620 Milliamperestunden nicht gerade üppig bestückt. Dass er in Laufzeittests trotzdem gut abschneidet, liegt an der vergleichsweise sparsamen Hardware. Bei intensiver Nutzung geht das Xperia X nach etwa zwölf Stunden aus, ein guter Wert. Im Alltag sind anderthalb bis zwei Tage locker drin.

Die Kamera knipst mit 23 Megapixeln, der Autofokus ist schnell

Die Kamera knipst mit 23 Megapixeln, der Autofokus ist schnell

Software: Android 6 mit Musik-Fokus

Die Basis des Betriebssystems ist Android 6 Marshmallow, Sony hat aber einige - teils knallbunte - Designs darübergelegt. Es gibt Anpassungen beim Sperrbildschirm oder der Benachrichtigungsleiste, allerdings sind kaum nervige Apss vorinstalliert. Viel Wert legt Sony auf die Musik, im Xperia X stecken verschiedene Klangverbesserer.

Fazit: Gute Mittelklasse zum Premiumpreis

Optisch bietet Sony beim Xperia X wenig Aufregendes, und auch sonst finden sich Verbesserungen nur im Detail. Die Hauptkamera war schon beim Xperia Z5 klasse, nun hat die Frontkamera nachgezogen. Der interne Speicher ist erweiterbar, die Akkulaufzeit ist in Ordnung, aber nicht überragend. Leider ist das Xperia X nicht mehr wasserdicht, damit verliert Sony ein Alleinstellungsmerkmal. Insgesamt ist das Xperia X ein gutes Gesamtpaket ohne echte Innovationen. Doch mit der UVP (600 Euro) ist Sony deutlich über das Ziel hinausgeschossen.

Das zeigt auch der Markt: Kurz nach Release sinkt der Preis bereits auf 500 Euro. Für etwas mehr bekommt man aber schon das Galaxy S7, das in allen Disziplinen die Nase vorn hat. Interessant wird das Xperia X preislich erst ab 400 Euro, dann spielt man in der Liga des Huawei P9.