HOME

Stern Logo Stern-Stimmen

H. Hell: Was ich über Sex gelernt habe: Warum es besser für dein Sexleben ist, KEIN Promi zu sein

Ob nun die Fremdgeherei von Sarah Lombardi oder (gefälschte) Nacktfotos von Prinz Harrys Neuer: Beim Thema Sex ist es doch ganz schön, kein Promi zu sein, findet Henriette Hell. 

Sarah Lombardi und das öffentliche Sexleben

Arme Sarah, findet Henriette Hell. Ihr Seitensprung wird öffentlich diskutiert.

Es gibt Dinge, die verstehe ich einfach nicht.

Ich verstehe weder, warum es Menschen gibt, die sich Donald Trump als Staatsoberhaupt wünschen oder die AfD wählen, noch wie man sich freiwillig die Platten von Helene Fischer oder Andreas Bourani reinziehen kann. Auch, warum sich manche über Sendungen wie "Die Geissens" amüsieren oder Handtaschen von Michael Kors schön finden, geht nicht in meinen Kopf. Und ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass in deutschen Castingshows ausschließlich Leute hinterm Jurypult sitzen, die selbst richtig beschissene Musik machen? Und die Gewinner dann hinterher auch? Auch das verstehe ich nicht.

Um einen dieser "Gewinner" geht es heute.

Ebenso wenig verstehe ich nämlich, warum sich gerade so viele Menschen übertrieben daran aufgeilen gegen eine junge Sängerin zu hetzen, die nichts weiter "verbrochen" hat, als viel zu früh den falschen Mann zu heiraten, ein Kind mit ihm zu bekommen und dann leider auch noch den blöden Fehler gemacht hat, ihr Privatleben an RTL II zu verramschen.


Aber, haben wir nicht alle Dummheiten begangen, als wir jung waren und das Geld brauchten!? Mit 16 wollte ich mal per Anhalter nach Indien abhauen. Mit zwanzig Euro in der Tasche. Das war wirklich selten dämlich. Ich bin auch nur bis Bremen gekommen. Von dort mussten mich meine Eltern dann abholen. Aber, hey, was soll's?

Deshalb verstehe ich auch nicht, warum sich gerade jeder Hinz und Kunz moralinsauer dazu erdreistet, das Castingshow-Sternchen Sarah Lombardi in den sozialen Medien zu beschimpfen und sich tolldreist ein Urteil über ihre Qualitäten als Ehefrau, Mutter und Mensch im Allgemeinen zu erlauben – wegen etwas, was in Deutschland ohnehin jeder zweite tut: fremdgehen.

Wie Sarah Lombardi ihren Seitensprung verteidigt

Nicht, dass ich es gutheißen möchte, dass Sarah Lombardi ihren Ehemann betrogen hat (obwohl ich es sehr gut verstehen kann – ich meine: Pietro Lombardi! Hallo?!). Allerdings habe ich den Eindruck, dass gerade viele Leute ihren persönlichen Frust an Sarah Lombardi ablassen, weil sie möglicherweise ebenfalls betrogen wurden oder einfach Bock haben, auf einen Promi einzudreschen. Obwohl sie überhaupt nicht wissen, aus welchen Gründen es diese Frau in die Arme eines anderen gezogen hat oder warum die Ehe der beiden Musiker im Eimer war.


Tja, und Sarah? Sie strampelt panisch wie ein Welpe im Wellenbad. Zuerst rechtfertigte sie sich bei Facebook für ihren "Fehltritt" (WTF?!), dann ging sie in die Offensive, zeigte ihren Mann wegen einer Rangelei bei der Polizei an und stellte auch noch das Video eines Wutausbruchs ihres Mannes ins Netz. Der verzweifelte Versuch, noch ein Mü ihres Sauberfrau-Images zu retten. Vergeblich! Die "Fans" sind gnadenlos …

Danke, ich bin kein Promi!

Und deshalb, liebe Leserinnen und Leser, machen Sie jetzt schnell mal DREI FETTE KREUZE, dass Sie KEIN Promi sind. Der Vorteile für Ihr privates Liebes- und Sexglück sind nämlich grenzenlos! Hier mal ein paar Beispiele mit aktuellem Bezug: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Ihren PC hackt und (gefälschte) Nacktfotos von Ihnen an die Boulevardpresse verkauft (#prinzharrysneue) oder schlüpfrige Sexvideos von Ihnen bei YouTube reinstellt, tendiert gegen NULL. Ebenso wenig wird Ihr Partner am Frühstückstisch beim Zeitungslesen davon erfahren, dass Sie ihn betrügen oder die dazugehörigen Aftersex-Selfies "serviert" bekommen. Sie müssen sich auch keine Sorgen machen, dass man Ihren Verflossenen sehr viel Geld bietet, damit diese im Fernsehen über Ihre sexuellen Vorlieben plaudern (#sylvievandervaart). Wenn Sie mal beim außerehelichen Verkehr auf einer Flughafentoilette erwischt werden(#aaronsmith), müssen Sie sich NICHT in einer öffentlichen Pressekonferenz bei Ihrer Partnerin, Ihren Freunden der Familie, den Teamkollegen und den Fans entschuldigen. Auch wird Ihnen Ihr Chef wohl kaum Zwangsurlaub verordnen.


Sollten Sie eine Affäre mit dem Gärtner oder dem Fitnesstrainer haben? Kein Problem. Da Sie weder den Titel "First Lady" tragen, noch von einer Horde Sicherheitsbeamten bewacht werden, können Sie sich auch weiterhin ganz gemütlich mit Ihren Liebhabern treffen. Und: Da sich Ihre Eitelkeit als "Nobody" vermutlich in Grenzen hält, wissen Sie auch noch wie Ihr Gesicht, Ihre Beine, Ihr Hintern OHNE Weichzeichner, Autokorrektur und Filter aussehen. Sie brauchen Ihre Taille deshalb nicht verschmälern (#veronapooth), ehe Sie Selfies bei Instagram posten. Dadurch vermeiden Sie übrigens auch, dass Ihr Tinder-Date einen Schreikrampf bekommt, wenn er Sie zum ersten Mal im real life sieht.

Sie sehen, die Vorteile eines Lebens als "Nobody" sind vielfältig. Also lassen Sie sich am besten auch in Zukunft nicht dazu hinreißen, sich bei "Mitten im Leben" oder "DSDS" zu bewerben. Es lohnt sich nicht.

Guardiola und Co.: 12 Sextipps großer Fußballtrainer


Wissenscommunity