Energiepolitik
Industrie mahnt schnelleren Ausbau der Energieversorgung an

IHK-Präsident Sascha Gläßer fordert auf der regionalpolitischen Jahrestagung in Halle mehr energiepolitische Souveränität Foto:
IHK-Präsident Sascha Gläßer fordert auf der regionalpolitischen Jahrestagung in Halle mehr energiepolitische Souveränität Foto
© Hendrik Schmidt/dpa
Hohe Energiekosten belasten die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Warum die Industrie jetzt schnellere Entscheidungen und mehr Eigenständigkeit beim Ausbau der Energieversorgung fordert.

Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt fordert eine stärkere energiepolitische Eigenständigkeit und schnellere Entscheidungen beim Ausbau der Energieversorgung. "Wir brauchen mehr energiepolitische Souveränität, eine verlässliche Versorgung und eine echte Stärkung der heimischen Produktion", sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Sascha Gläßer, auf der regionalpolitischen Jahrestagung des Bundeswirtschaftsministeriums in Halle. Hintergrund seien die im internationalen Vergleich "viel zu hohen Energiekosten". 

Die Ankündigung aus dem Bund, die Nutzung heimischer Ressourcen zu prüfen, begrüßte Gläßer ausdrücklich. Diese Prüfungen sollten jedoch "nicht nur offshore passieren, sondern auch onshore" geprüft werden, also nicht nur in Nord- und Ostsee, sondern auch an Land. Nur mit einem größeren Energieangebot ließen sich Preise dauerhaft senken, betonte er. Subventionierte Industriestrompreise könnten "höchstens temporär entlasten". 

Besonders für die eng verflochtene Chemieindustrie im mitteldeutschen Revier sei eine sichere und bezahlbare Energieversorgung entscheidend. Der Erhalt der Grundstoffchemie habe "oberste Priorität", da sie am Beginn zahlreicher Wertschöpfungsketten stehe. 

Zugleich mahnte Gläßer spürbare Entlastungen für den Mittelstand an. Dieser sei "das Rückgrat unserer Wirtschaft". Nötig seien vor allem schnellere Verfahren und "eine konsequente Entbürokratisierung", damit in den Unternehmen wieder mehr Personal für Wertschöpfung zur Verfügung stehe.

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dpa