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News von heute Erster ziviler Evakuierungsflug seit US-Abzug aus Kabul gestartet

US-Soldaten begleiten Familien Ende August am Flughafen Kabul zu einem der letzten Evakuierungsflüge
US-Soldaten begleiten Familien Ende August am Flughafen Kabul zu einem der letzten Evakuierungsflüge
© Sgt. Samuel Ruiz / U.S. Marine / Planet Pix via ZUMA Press Wire / DPA
Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die News von heute im stern-Ticker: 

19.25 Uhr: Lukaschenko kündigt "Durchbruch" bei Unionsstaat mit Russland an

Unter dem wachsenden Druck westlicher Sanktionen hat der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko erneut in Moskau bei Präsident Wladimir Putin Rückendeckung gesucht. Lukaschenko kündigte zum Auftakt des Treffens einen "Durchbruch" an. Dabei geht es um die Verwirklichung eines seit langem geplanten Unionsstaats mit Russland. Es gebe insgesamt 28 Programme, die ausgearbeitet seien, sagte 67-Jährige. Lukaschenko hatte zuletzt unter dem Druck der Sanktionen der EU bei Gesprächen mit Putin immer wieder Zugeständnisse gemacht.

Putin empfing den auch als "letzten Diktator Europas" bezeichneten Lukaschenko mit einer herzlichen Umarmung und einem Lächeln im Kreml - bei den inzwischen fünften direkten Gesprächen der beiden in diesem Jahr. Nach den Worten Lukaschenkos könne das Gesamtpaket für den Staatenbund Ende Oktober auf höchster Ebene verabschiedet werden. "Das wird ein Durchbruch, ein Durchbruch in vielen Sphären."

19.21 Uhr: Österreicher versteckt tote Mutter ein Jahr lang im Keller

Ein Österreicher hat den Leichnam seiner Mutter über ein Jahr lang im Keller versteckt, um weiterhin ihr Pensions- und Pflegegeld zu erhalten. Die 89-Jährige, die mit ihrem Sohn in der Nähe von Innsbruck lebte, sei bereits im Juni 2020 gestorben, teilte die österreichische Polizei mit. Der 66-Jährige habe die Tote daraufhin mit Kühlakkus gelagert, um Geruchsbelästigung zu vermeiden.

Körperflüssigkeiten habe er mit Verbandsmaterial aufgesaugt, anschließend habe er seine Mutter mit Katzenstreu bedeckt. "Letztlich ist dann eine Mumifizierung der Leiche eingetreten", sagte Helmut Gufler von der Abteilung Sozialleistungsbetrug der Polizei dem Sender ORF.

19.07 Uhr: Mindestens 26 Corona-Infizierte nach Party in Münster

Bei einer Partynacht mit "2G"-Zugangsbeschränkung in einem Club in Münster (NRW) haben sich vergangene Woche mindestens 26 Menschen mit Corona infiziert, hauptsächlich Mittzwanziger. Dabei handele es sich nach bisherigen Erkenntnissen um Impfdurchbrüche und Ansteckungen von bereits Genesenen, berichtete die Stadt Münster. 20 Infizierte wohnten in Münster. Ein Mitarbeiter des Clubs sei ebenfalls positiv getestet worden.

Die Stadt rechnet damit, dass noch weitere Infektionen bekannt werden. Die Nachverfolgung durch das Gesundheitsamt laufe auf Hochtouren. Zahlreiche Kontakte müssten nun einen PCR-Test vorlegen. "Die genaue Anzahl der engen Kontaktpersonen ist noch unklar", hieß es.

18.39 Uhr: Bolsonaro-Anhänger blockieren mit Lkws zahlreiche Straßen in Brasilien

In der aufgeheizten politischen Stimmung in Brasilien haben Anhänger von Präsident Jair Bolsonaro mit Lastwagen zahlreiche Straßen des Landes blockiert. Auf Plakaten, die sie in der Hauptstadt Brasília an ihren Lastwagen befestigt hatten, forderten manche Demonstranten eine "Militärintervention mit Bolsonaro an der Macht" und "Gefängnis für die korrupten Richter des Obersten Gerichtshofs". Der rechtsextreme Präsident hatte seine Anhänger am Mittwoch vor negativen Auswirkungen der Blockaden auf die Wirtschaft und "für alle, vor allem für die Ärmsten" gewarnt.

Der Oberste Gerichtshof hatte mehrere Ermittlungsverfahren gegen Bolsonaro und dessen Umfeld eingeleitet. Dabei geht es vor allem um die systematische Verbreitung von Falschinformationen. Bolsonaro reagierte darauf mit offenen Angriffen auf die zuständigen Richter. In Brasilien wird nächstes Jahr ein neuer Präsident gewählt und die Umfragen für Bolsonaro sind derzeit verheerend.

17.57 Uhr: Hunderte Menschen vor Waldbrand in Südspanien in Sicherheit gebracht

Wegen eines Waldbrands im Süden von Spanien haben hunderte Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Rund 250 Feuerwehrleute und 26 Löschflugzeuge waren im Einsatz, wie die Regionalregierung von Andalusien mitteilte. Das Feuer sei am Mittwochabend in den Wäldern der Gebirgskette Sierra Bermeja in der südspanischen Provinz Málaga ausgebrochen.

Nach Angaben der Rettungskräfte wurden fast 800 Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht, insbesondere in der bei britischen Rentnern und Touristen beliebten Gemeinde Estepona. Mehrere Anwohner sagten dem spanischen Fernsehsender TVE, sie hätten nur wenige Minuten Zeit gehabt, um ihre Häuser zu verlassen.

17.29 Uhr: Meldeportal für Steuerbetrug: Minister Bayaz legt sich mit Uli Hoeneß an

Nach dem Wirbel um das bundesweit erste Online-Meldeportal für Hinweise auf Steuerbetrug legt sich Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz nun mit dem früheren Bayern-Präsident Uli Hoeneß an. Hoeneß, der selbst wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis saß, hatte die neue Plattform kritisiert. Es sei zwar richtig, die internationalen Zahlungsströme zu kontrollieren. "Aber dem Nachbarn die Möglichkeit zu geben, durch anonyme Telefonate oder digital mitzuteilen, dass der Nachbar dem jungen Burschen, der den Rasen mäht, 20, 30 oder 40 Euro gibt, das halte ich für übertrieben", sagte der 69-Jährige bei n-tv.

Der Grünen-Politiker Bayaz (37) wies die Kritik via Twitter zurück: "Bei unserem Hinweisportal geht’s nicht ums Rasenmähen beim Nachbar, wie Hoeneß behauptet." Stattdessen gehe die Steuerverwaltung nur substanziellen Fällen nach. "Ein hypothetischer und rein fiktiver Fall: 28,5 Mio Euro Steuerbetrug aus Währungswetten. Wie gesagt: Nur ein theoretisches Beispiel", schrieb Bayaz. Die Summe ist genau die Steuerschuld, wegen der Hoeneß verurteilt worden war. Auch im Fall Hoeneß sollen sogenannte Whistleblower Tipps gegeben haben.

17.07 Uhr: Schüler organisiert für Lehrer Glückwünsche des Bundespräsidenten

Ein Frankfurter Schüler hat seinem Klassenlehrer zum Geburtstag ein persönliches Glückwunschschreiben von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier organisiert. Der neun Jahre alte Celio schrieb dazu einfach den Präsidenten an und trug ihm sein ungewöhnliches Anliegen vor. Das Bundespräsidialamt veröffentlichte in den Sozialen Netzwerken ein Video, das die beiden in einem Gespräch zeigt.

"Ich hatte den Wunsch, dass mein Lehrer etwas sehr Besonderes kriegt, weil es der letzte Geburtstag ist, den wir feiern, bevor wir auf die weiterführende Schule kommen", sagt der Grundschüler darin. Steinmeier kam dem Wunsch nach und gratulierte dem Lehrer der Kirchnerschule mit einem offiziellen Brief zu dessen 51. Geburtstag. "Für ihre Arbeit möchte ich Ihnen auch stellvertretend für die vielen anderen Lehrerinnen und Lehrer im Land von Herzen danken", die sich in der Pandemie in ihrem Beruf für ihre Schüler eingesetzt hätten, heißt es in dem Schreiben.

16.36 Uhr: Hamburgs Innensenator Grote sieht sich bei Pimmelgate im Recht

Der Hamburger Innensenator Andy Grote (SPD) kann in der Durchsuchung einer Wohnung auf der Suche nach dem Urheber des gegen ihn gerichteten "Pimmel"-Tweets keinen Fehler erkennen. "Dass in diesem Fall die Staatsanwaltschaft eine Durchsuchung veranlasst hat, ist deren autonome Entscheidung, auf die auch niemand von außen Einfluss nimmt", erklärte Grote. Aber allen müsse klar sein: "Wenn wir gegen strafbare Hass- und Beleidigungstaten im Netz konsequent vorgehen wollen, dann sind hierzu auch häufig Durchsuchungen erforderlich."

Das möge für den einen oder anderen überraschend sein, aber inzwischen fänden solche Durchsuchungen auch regelmäßig statt. Natürlich gebe es schwerwiegendere Fälle, räumte Grote unter Hinweis auf rechtsextremistische Taten oder sexualisierte Übergriffe auf Frauen im Netz ein. "Andererseits wollen wir doch eigentlich alle, dass auch im Netz respektvoll mit uns umgegangen wird."

16.32 Uhr: Generalbundesanwalt ermittelt nach Cyberangriffen auf Abgeordnete

Wegen mutmaßlich russischer Cyberangriffe auf deutsche Politikerinnen und Politiker ermittelt jetzt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit. Dabei gehe es um eine Kampagne, die unter dem Namen "Ghostwriter" laufe, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Das Auswärtige Amt hatte am Montag mitgeteilt, es lägen "verlässliche Erkenntnisse vor, auf Grund derer die 'Ghostwriter'-Aktivitäten Cyberakteuren des russischen Staates und konkret dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeordnet werden können". Man habe Moskau aufgefordert, die Aktivitäten sofort einzustellen.

Vor allem vor der Bundestagswahl seien sogenannte Phishing-Mails an Bundestags- und Landtagsabgeordnete verschickt worden. Mit Phishing ist der Versuch gemeint, über E-Mails oder Websites an persönliche Daten zu gelangen, um so eine fremde Identität nutzen zu können. Die Zugangsdaten können hinterher etwa genutzt werden, um Desinformation zu betreiben oder Menschen mit persönlichen und intimen Informationen zu erpressen.

16.20 Uhr: Razzia gegen mutmaßliche Rechtsextreme in drei Bundesländern

Mit fast 200 Kräften ist die Polizei gestern zu einer Razzia gegen mutmaßliche Rechtsextreme in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin ausgerückt. Die Durchsuchungen in acht Gebäuden hätten sich gegen Menschen gerichtet, bei denen der begründete Verdacht auf eine rechtsextremistische Gesinnung bestehe und die mutmaßlich Zugang zu Schusswaffen hätten, teilte das niedersächsische Innenministerium heute in Hannover mit. Es habe Anhaltspunkte für die Bildung einer bewaffneten Gruppe gegeben.

Gegen neun Beschuldigte ermittle die Staatsanwaltschaft Lüneburg wegen des Verdachts der Bildung einer bewaffneten Gruppierung, hieß es weiter. Die Polizei beschlagnahmte unter Leitung des Landeskriminalamts Niedersachsen mehrere "beweiserhebliche Gegenstände".

16.07 Uhr: Biden will Regierungsangestellte offenbar zu Impfung verpflichten

Im Kampf gegen das Coronavirus will US-Präsident Joe Biden Berichten zufolge eine Impfpflicht für Angestellte der Bundesregierung verfügen. Das berichten etwa der Sender CNN und die "Washington Post" unter Berufung auf Regierungskreise. Die Möglichkeit, sich durch regelmäßige Coronatests von einer Impfpflicht zu befreien, soll demnach wegfallen. Die Regelung solle auch für Unternehmen gelten, die für die Regierung arbeiten.

Biden will am späten Nachmittag (Ortszeit) in einer Rede seinen Plan zur Bekämpfung der Delta-Variante vorstellen. Die Impfkampagne in den USA macht nur noch sehr langsam Fortschritte. Bislang sind dort 53,3 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen abschließend geimpft. Die Impfungen sind für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene freigegeben. In der Bevölkerungsgruppe ab 12 Jahren sind 62,4 Prozent vollständig geimpft.

15.53 Uhr: Erster ziviler Evakuierungsflug seit US-Abzug aus Kabul gestartet

Erstmals seit dem endgültigen Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan hat ein ziviler Evakuierungsflug in Kabul abgehoben. Rund 200 Ausländer, darunter auch US-Bürger, werden mit der Maschine nach Doha gebracht, wie die Nachrichtenagentur AFP von einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle in der katarischen Hauptstadt erfuhr. Die nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban gestarteten Evakuierungsflüge aus Kabul waren Ende August eingestellt worden.

15.38 Uhr: Deutscher Paragleiter stirbt nach Unfall in Tirol

Ein Gleitschirmpilot aus Deutschland ist nach einem Flugunfall in den österreichischen Alpen gestorben. Der Mann war am 18. August in Mayrhofen in Tirol bei einem Landeanflug verunglückt, wie die Polizei mitteilte. Der 31-Jährige aus Heidelberg stürzte aus ungeklärter Ursache in einen Bach und wurde danach noch drei Kilometer weit in den Zillerfluss getrieben.

Nach der Bergung durch die Wasserrettung wurde der Verletzte in ein Krankenhaus nach Innsbruck geflogen. Er starb gestern. Laut Polizei hatte der Paragleiter den Leihschirm einer Flugschule benutzt. Die Ermittlungen zum Unfallhergang hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck übernommen.

15.30 Uhr: Afrika bekommt laut WHO 25 Prozent weniger Corona-Impfstoffe als geplant

Afrika wird bis Ende des Jahres 25 Prozent weniger Corona-Impfstoffdosen erhalten als geplant. Das sagte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Matshidiso Moeti, während eines Pressebriefings. Die internationale Hilfsinitiative Covax habe ihre prognostizierten Lieferzahlen für 2021 um ein Viertel nach unten korrigieren müssen, sagte Moeti. Grund dafür sei unter anderem die Einführung von Auffrischimpfungen und das Horten von Impfstoffdosen in einigen Ländern sowie die Priorisierung bilateraler Abkommen vor internationaler Solidarität, so die Regionaldirektorin.

15.25 Uhr: Flaschenpost aus Kindergarten nach 44 Jahren aus dem Rhein gezogen

Nach 44 Jahren auf Reisen im Rhein ist eine Flaschenpost aus einem Kindergarten im heutigen Bad Säckingen im baden-württembergischen Kreis Waldshut entdeckt und an den Absender zurückgeschickt worden. Ein Kanufahrer hatte den Gruß aus den späten 1970er-Jahren beim Müllsammeln auf dem Fluss gefunden, aus dem Wasser gezogen und geöffnet. "Ich bin das erste Mal so unterwegs gewesen, um vor allem Plastik aus dem Fluss zu fischen", erzählte Bogenbauer Ulf Pasternack aus Schwörstadt (Kreis Lörrach).

Die grüne Flasche, verschlossen mit Korken und Schraubverschluss, hätten Kinder und einige Erzieherinnen des damaligen Kindergartens "Schillerstraße" im früheren Säckingen 1977 auf die Reise geschickt, erzählt er. Darin als Botschaft: ein Blatt Papier mit Kinderzeichnungen und der Aufschrift "Bitte melden!!!" Die Post habe ihren Weg zurück in den Kindergarten gefunden, dem heutigen Kindertagesheim St. Vincentius, sagt Pasternack. Nach Angaben der "Badischen Zeitung" soll sie voraussichtlich in einem Aquarium ausgestellt werden.

15.21 Uhr: EU-Arzneimittelbehörde stuft Mu-Variante als "potenziell besorgniserregend" ein

Die erstmals in Kolumbien aufgetretene Coronavirus-Variante Mu wird von der Europäischen Arzneimittelbehörde (Ema) als "potenziell besorgniserregend" beobachtet. Die Ema konzentriere sich zwar hauptsächlich auf die hochansteckende Delta-Variante, untersuche aber auch andere Varianten wie die Mu-Variante, sagte der Leiter für Impfstoffstrategie, Marco Cavaleri. Mu weise möglicherweise immunevasive Merkmale auf, sodass Geimpfte oder Genesene vor dieser Variante nicht geschützt sein könnten.

"Ich muss jedoch sagen, dass wir noch keine Daten haben, die zeigen, ob sich die Mu-Variante stark ausbreitet und ob sie eine Chance hat, die Delta-Variante als vorherrschenden Virusstamm zu überholen", sagte Cavaleri. Die Ema werde jedoch mit den Impfstoffentwicklern über die Wirksamkeit der verfügbaren Corona-Impfstoffe gegen die Mu-Variante beraten.

15.15 Uhr: Kinder in zwei Heimen im Kreis Augsburg jahrzehntelang misshandelt

In zwei Kinderheimen im Landkreis Augsburg ist es jahrzehntelang zu sexuellem Missbrauch und brutaler körperlicher und psychischer Gewalt gegen Kinder gekommen. Dies stellt eine vom katholischen Bistum Augsburg zur Aufklärung eingesetzte Projektgruppe in ihrem Abschlussbericht fest. In den 1960er und 1970er Jahren sollen insbesondere zwei Priester sich im Josefsheim Reitenbuch in Fischach an männlichen Kindern und einem Jugendlichen sexuell vergangen haben, berichtete die Gruppe. Weitere Kinder wurden demnach durch Mitarbeiter und sogar einen Nachbarn des Heims missbraucht. Im Marienheim Baschenegg in Ustersbach sollen Ordensschwestern noch bis 2004 Gewalt an Kindern ausgeübt haben.

15.10 Uhr: Thailändische Forscher wollen Coronavirus in Achselschweiß nachweisen

Thailändische Wissenschaftler arbeiten an einer neuen Testmethode, um das Coronavirus in Achselschweiß nachzuweisen. Dazu untersuchten sie den Schweiß von Markthändlern in der Hauptstadt Bangkok, die in der Regenzeit bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit besonders ins Schwitzen kommen. "Durch die Proben haben wir herausgefunden, dass Corona-Infizierte ganz bestimmte Chemikalien ausscheiden", sagte Professor Chadin Kulsing von der Chulalongkorn-Universität in Bangkok.

"Wir haben diese Erkenntnis genutzt, um ein Gerät zu entwickeln, das die speziellen, von Bakterien hervorgerufenen Gerüche im Schweiß von Corona-Patienten nachweist", fügte Chadin hinzu. Die Forscher haben dazu ein Messgerät umfunktioniert, das normalerweise zum Nachweis von Schadstoffen in der Umwelt genutzt wird. Nach Angaben von Chadin liefert es zu 95 Prozent exakte Ergebnisse.

15.05 Uhr: Missbrauchsfall Münster: Wuppertaler zu fünf Jahren Haft verurteilt

In einem weiteren Prozess im Missbrauchskomplex Münster hat das Landgericht einen Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Der 38-jährige Mann aus Wuppertal soll laut Urteil für fünf Jahre in Haft, wie ein Gerichtssprecher sagte. Das Gericht sah die ihm vorgeworfenen Missbrauchstaten im Wesentlichen als erwiesen an. Er hatte sich demnach im März 2019 in einem Waldstück bei Dülmen mit dem als Haupttäter in dem Komplex geltenden Adrian V. getroffen, um dessen Ziehsohn schwer sexuell zu missbrauchen. Außerdem waren bei dem Mann zahlreiche Bilddateien gefunden worden, die sexuelle Gewalt an Kindern zeigen.

15 Uhr: Erneut Schiff im Suezkanal stecken geblieben - Kanal wieder frei

Ein halbes Jahr nach der Blockade des Suezkanals in Ägypten ist dort für kurze Zeit erneut ein Schiff stecken geblieben. Ein 225 Meter langer Frachter sei in der Wasserstraße auf Grund gelaufen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Quellen in der Kanalbehörde. Kurze Zeit später habe er seine Fahrt fortsetzen können, hieß es. Vier nachfolgende Schiffe seien aufgehalten worden. Der Schiffsverkehr sei aber nur teilweise beeinträchtigt gewesen.

Bei dem betroffenen Schiff handelt es sich dem Schiffsdaten-Anbieter "Marine Traffic" und Berichten zufolge um den Massengutfrachter "Coral Crystal", der unter Flagge Panamas fährt. Er war am Donnerstag auf dem Weg von Rumänien am Schwarzen Meer in Richtung Sudan.

14.44 Uhr: Tote Frau in Auto in schleswig-holsteinischem Sankt Michaelisdonn entdeckt

In einem Auto in schleswig-holsteinischen Sankt Michaelisdonn ist die Leiche einer 35-Jährigen gefunden worden. Die tote Frau sei von Polizisten in dem in einer Nebenstraße abgestellten Fahrzeug entdeckt worden, wie die Polizei in Itzehoe mitteilte. Die Beamten gingen nach eigenen Angaben von einem Gewaltverbrechen aus. Der 46-jährige Lebensgefährte der Frau wurde kurz nach dem Fund der Leiche festgenommen. Details oder mögliche Hintergründe der Tat in der kleinen Gemeinde im Kreis Dithmarschen waren zunächst unklar. Die Polizei verwies auf die noch laufenden Ermittlungen.

14.41 Uhr: Österreichs Kanzler Kurz warnt vor Linksbündnis in Deutschland

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat vor einem Linksbündnis in Deutschland nach der Bundestagswahl gewarnt. Eine Linkskoalition würde ein anderes Deutschland und ein anderes Europa bedeuten, sagte Kurz bei einer Vorstandssitzung der Europäischen Volkspartei (EVP) in Berlin. Zur Parteienfamilie EVP gehören die CDU/CSU sowie die österreichische ÖVP, zu der Kurz gehört.

Für die EU sei entscheidend, wie es in Deutschland weitergehe, sagte der Kanzler aus Wien. Es seien ein Wirtschaftsaufschwung und geringere Steuern nötig. Er sei zu hundert Prozent davon überzeugt, dass CDU/CSU-Kanzlerkandidat Armin Laschet als Christdemokrat der Richtige sei, um Deutschland in den nächsten Jahren zu führen.

14.30 Uhr: Mikis Theodorakis auf Kreta beerdigt – Tausende auf den Straßen

Tausende Menschen haben den griechischen Komponisten Mikis Theodorakis zu seiner letzten Ruhestätte auf der Insel Kreta begleitet. Der weltweit bekannte Musiker und griechische Volksheld war vergangene Woche im Alter von 96 Jahren in Athen gestorben. "Wir nehmen heute Abschied vom letzten großen Griechen des 20. Jahrhunderts", sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Fernsehen. Seine Musik würden die Griechen und auch viele Menschen anderer Länder für immer singen, hieß es.

Theodorakis' sterblichen Überreste waren am Donnerstagmorgen an Bord einer Fähre aus Piräus nach Kreta zum Hafen der Stadt Chania gebracht worden. Nach einem Zeremoniell durch die Straßen von Chania wurde dann sein Leichnam zum Vorort Galatas gebracht. Dort fand in Anwesenheit der griechischen politischen Führung die Trauerfeier in einer kleinen Kirche statt.

14.25 Uhr: Abdeslam behauptet Unschuld von Mitangeklagten im Prozess zu Pariser Attentaten

Der Hauptangeklagte im Prozess zu den Pariser Attentaten hat mehrere seiner mutmaßlichen Komplizen ungefragt für unschuldig erklärt. "Sie haben mir geholfen, aber sie wussten von nichts", erklärte Salah Abdeslam, dem zweiten Tag des als historisch geltenden Prozesses in Paris. "Sie sind im Gefängnis, obwohl sie gar nichts getan haben", fügte er hinzu, bevor der Vorsitzende Richter ihm das Mikrofon stumm stellte. 

Abdeslam hatte spontan das Wort ergriffen, als eine Debatte über Formalitäten im Gang war. "Sie hatten fünf Jahre, um sich zu erklären und haben auf die Aussage verzichtet, wie es ihr Recht ist", wurde er von Richter Jean-Louis Périès zurechtgewiesen. "Jetzt ist aber nicht der Moment."

Schon zu Beginn des Prozesses war der 31 Jahre alte Franko-Marokkaner durch provozierende Äußerungen aufgefallen. Er zitierte das muslimische Glaubensbekenntnis, gab als Beruf "Kämpfer des islamischen Staates an" und beschwerte sich darüber, dass die Angeklagten im Gefängnis "wie Hunde" behandelt würden. Zu seiner Beteiligung an den Attentaten hat er sich bislang nie ausführlich geäußert. 

14.19 Uhr: Ungeimpfte Klägerin scheitert mit Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen

Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof hat den Eilantrag einer nicht geimpften Frau gegen Corona-Maßnahmen zurückgewiesen. Wie das Gericht in Mannheim mitteilte, ist eine Testpflicht für nicht immunisierte Personen "aller Voraussicht nach" rechtmäßig. Die Frau hatte sich wegen Vorerkrankungen auf Rat ihres Hausarztes nicht impfen lassen.

In ihrer Klage führte sie aus, Testnachweise für ihre Teilnahme am öffentlichen Leben seien unverhältnismäßig. Zudem vernachlässige der Staat durch Freiheiten für Geimpfte und Genesene die Pflicht zum Gesundheitsschutz für Nichtgeimpfte, weil diese Menschen auch weiterhin das Virus übertragen könnten.

Dem widersprach der Verwaltungsgerichtshof in seiner unanfechtbaren Entscheidung. Die Testpflicht sei geeignet, Infektionen zu vermeiden. Da auch Geimpfte und Genesene weiter Einschränkungen wie etwa der Maskenpflicht unterworfen seien, die dem Infektionsschutz dienten, werde auch dem Schutz von Ungeimpften Rechnung getragen.

14 Uhr: Wartelisten von englischen Krankenhäusern so lang wie noch nie

In England warten so viele Menschen auf eine routinemäßige Behandlung im Krankenhaus wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Ende Juli waren es 5,6 Millionen Menschen, wie aus aktuellen Zahlen des englischen Gesundheitsdienstes (National Health Service) hervorgeht. Bereits seit Monaten werden immer wieder die bisherigen Rekorde gebrochen. Die Aufzeichnungen begannen im Jahr 2007. Um den Rückstau zu reduzieren, will die britische Regierung die Sozialbeiträge erhöhen. Die zusätzlichen Einnahmen sollen langfristig einer Pflegereform zugute kommen.

13.46 Uhr: EZB hält Leitzins im Euroraum auf Rekordtief von null Prozent

Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Das entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte.

13.33 Uhr: Generalstaatsanwaltschaft Dresden sieht Anfangsverdacht wegen "III. Weg"-Plakaten

Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft hat wegen Wahlplakaten der rechtsextremen Partei "Der III. Weg" Ermittlungen wegen eines strafrechtlichen Anfangsverdachts angeordnet. Nach Auffassung der Justizbehörde begründet der auf den Wahlplakaten aufgedruckte Aufruf "Hängt die Grünen!" einen Anfangsverdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und der Volksverhetzung, wie die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden mitteilte.

13.25 Uhr: Streit zwischen Paris und London über Migranten im Ärmelkanal spitzt sich zu

Der Streit zwischen Paris und London über die steigende Zahl von Migranten, die über den Ärmelkanal nach Großbritannien wollen, spitzt sich zu. "Frankreich wird sich nicht erpressen lassen", schrieb der französische Innenminister Gérald Darmanin auf Twitter. Hintergrund sind die britischen Bemühungen, die Überfahrt von Migranten über den Ärmelkanal von Frankreich möglichst zu verhindern. 

Darmanin war am Vorabend in London mit seiner britischen Kollegin Priti Patel zusammengetroffen. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte zuvor im Parlament erklärt, dass Großbritannien alles dafür tue, dass die Migranten gar nicht erst Frankreich verlassen. "Wir müssen jedes erdenkliche Mittel nutzen, um diesen in meinen Augen schlimmen (Menschen)handel zu unterbinden", sagte Johnson. 

13.23 Uhr: EuGH erklärt Österreichs Vorgehen bei Asylverfahren für unzulässig

Der Europäische Gerichtshof hat für Asylbewerber nachteilige Regelungen in Österreich für unzulässig erklärt. Nach dem heutigen Urteil dürfen die Behörden des Landes einen Antrag auf internationalen Schutz nicht allein deshalb als unzulässig zurückweisen, weil er auf Umstände gestützt ist, die bereits zur Zeit eines Verfahrens über einen vorherigen Antrag existierten. Zudem darf die Bearbeitung nach EU-Recht auch nicht davon abhängig gemacht werden, ob der Folgeantrag innerhalb einer bestimmten Frist gestellt wurde.

Hintergrund des EuGH-Urteils (Rechtssache C-18/20) ist der Fall eines Irakers, der in Österreich internationalen Schutz begehrt. Der Mann hatte in einem ersten Antrag erklärt, dass er bei einer Rückkehr in seine Heimat der Gefahr ausgesetzt wäre, getötet zu werden, weil er sich geweigert habe, der Aufforderung schiitischer Milizen nachzukommen, für sie zu kämpfen.

13.08 Uhr: NRW-Minister gegen Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich gegen eine weitere Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Fall einer Quarantäne ausgesprochen. "Auch die Frage müssen wir mal entscheiden, wollen wir ungeimpften Leuten, wenn sie in Quarantäne gehen, weiterhin die Lohnfortzahlung geben - ja oder nein?", sagte Laumann im Landtag in Düsseldorf. Diese Frage müsse er in den nächsten Tagen prüfen und entscheiden.

"Ich bin dafür, dass wir sie ihnen nicht mehr geben, damit völlig klar ist, wenn ich mir die Freiheit rausnehme, mich nicht impfen zu lassen - wobei nach allen Erkenntnissen das Impfen die einzige Möglichkeit ist, diese Pandemie in den Griff zu kriegen - dann muss ich für die Konsequenzen, die daraus entstehen, auch in vollem Umfang persönlich einstehen", so der NRW-Gesundheitsminister.

13.06 Uhr: Auto kollidiert mit Drohne

Ein Autofahrer ist mit seinem Wagen im münsterländischen Gronau mit einer Drohne kollidiert. Wegen der tief stehenden Sonne habe er das "unbemannte Flugobjekt" zu spät gesehen, berichtete die Polizei in Borken. Während das Auto unbeschädigt blieb, wurde die 25 mal 25 Zentimeter große Drohne am Mittwochabend deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei sucht nun nach dem Besitzer des Flugobjekts wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

13.02 Uhr: Evakuierungsflug soll 200 Ausländer von Kabul außer Landes bringen

Erstmals nach dem endgültigen Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan sollen Ausländer aus Kabul ausgeflogen werden. Der Evakuierungsflug bringe rund 200 Ausländer, darunter auch US-Bürger, nach Doha, berichten die Nachrichtenagentur AFP und der US-Sender CNN übereinstimmend. AFP beruft sich dabei auf eine mit dem Vorgang vertraute Quelle in der katarischen Hauptstadt. Die nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban gestarteten Evakuierungsflüge aus Kabul waren Ende August eingestellt worden.

Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf Diplomaten in Kabul, dass unter den Passagieren Staatsbürger Deutschlands, der USA, Kanadas, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und der Ukraine seien. Auf der genehmigten Passagierliste eines Fluges der katarischen Fluglinie Qatar Airways, der noch am Donnerstag Kabul verlassen sollte, stünden die Namen von insgesamt 211 Menschen. Es sei aber unklar, wie viele davon rechtzeitig einen Konvoi zum Flughafen erreicht hätten.

12.58 Uhr: Reizgas in Umkleidekabine versprüht: Fünf Schüler verletzt

In einer Schule in Frankfurt sind fünf Schüler im Alter von 13 und 14 Jahren durch versprühtes Reizgas verletzt worden. Sie hätten Atemwegsreizungen erlitten, drei von ihnen seien in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei mit. Am Mittwochvormittag hatten zwei 13 und 15 Jahre alte Jungen in einer Umkleidekabine der Sporthalle das sogenannte Tierabwehrspray testweise versprüht - durch die Lüftungsanlage verteilte sich das Gas in der Sporthalle und am Schulhof. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

12.51 Uhr: Unbekannte setzen in NRW in Stoffsack verpackte Hühner in Garten aus

Unbekannte haben in Nordrhein-Westfalen in einem geschlossenen Stoffsack verpackte Hühner in einem Garten ausgesetzt. Ein Anwohner wurde morgens gegen fünf Uhr von einem krähenden Hahn geweckt, wie die Polizei Unna mitteilte. Demnach war der Mann am Mittwochmorgen verwundert, weil es in der Nachbarschaft schon seit Jahren keinen Hahn mehr gab.

Als er den Hahn gegen elf Uhr erneut hörte, entdeckte er in seinem Garten einen geschlossenen Stoffsack, in dem sich der Hahn und zwei Hühner befanden. Diese müssen Unbekannte laut Polizei in der Nacht dort abgelegt haben. Der Mann baute einen provisorischen Unterstand für die Tiere und rief die Polizei. Die Hühner und der Hahn wurden von der Feuerwehr zum Kreistieramt gebracht.

12.46 Uhr: Mehr als zwölf Jahre Haft für 19-Jährigen nach Mord an Freundin

Ein 19-Jähriger ist in Lüneburg (Niedersachsen) wegen Mordes an seiner gleichaltrigen Freundin zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Nach der Messerattacke befand ihn die Jugendkammer des Landgerichts nach dem Erwachsenenstrafrecht für schuldig. Dies entsprach der Forderung der Staatsanwaltschaft, die nicht auf lebenslang plädierte, weil er noch Heranwachsender sei. Die Kammer sah keine niedrigen Beweggründe, befand aber auf Heimtücke. Das Motiv blieb im Unklaren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (AZ: 31 KLs 1501 Js), Revision kann innerhalb einer Woche eingelegt werden.

12.35 Uhr: Gasexplosion in Russland: Zahl der Todesopfer steigt auf sieben

Nach der Gasexplosion in einem neunstöckigen Wohnhaus in der Nähe der russischen Hauptstadt Moskau ist die Zahl der Todesopfer auf sieben gestiegen. Am Donnerstag seien zwei weitere Leichen in den Trümmern gefunden worden, teilte der Rettungsdienst der Staatsagentur Ria Nowosti mit. Dabei soll es sich um zwei Mädchen handeln. Bei dem Unglück am Mittwoch in der Stadt Noginsk wurden zudem mindestens 15 Menschen verletzt. Teile des Gebäudes waren durch die Wucht der Explosion zerstört worden. Die genaue Unglücksursache wird laut den Ermittlern noch untersucht. Berichten zufolge sollen Bewohner ihre kühle Wohnung mit einem Gasherd geheizt haben.

12.02 Uhr: Japan verlängert Corona-Notstand für Tokio und weitere Regionen

Wegen der weiterhin schwierigen Corona-Lage verlängert Japan erneut den Notstand für Tokio und zahlreiche weitere Regionen. Die Regierung habe beschlossen, den für 19 der 47 Präfekturen des Landes verordneten Notstand bis zum 30. September beizubehalten, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Die betroffenen Regionen befänden sich nach wie vor in einer "schwierigen Lage", sagte demnach der für die Corona-Maßnahmen zuständige Minister Yasutoshi Nishimura. Der Notstand gilt derzeit für 21 Präfekturen und sollte am kommenden Sonntag enden.

12.02 Uhr: Durchsuchungen in Bundesministerien für Finanz und Justiz

Bei Ermittlungen gegen die Geldwäsche-Zentralstelle des Zolls (FIU) hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück das Bundesfinanzministerium und -justizministerium in Berlin durchsuchen lassen. Dabei wurden auch Unterlagen beschlagnahmt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Beteiligt waren Beamte der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück und der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwälte gehen seit vergangenem Jahr einem Verdacht auf Strafvereitelung im Amt durch die FIU nach. Die Zentralstelle soll Hinweise von Banken auf Geldwäsche nicht an Polizei und Justiz weitergeleitet haben.

Die Durchsuchungen wurden von der Behörde so begründet: "Eine Auswertung von Unterlagen, die bei vorangegangenen Durchsuchungen der FIU (Teil der Bundeszollverwaltung) gesichert worden waren, hatte ergeben, dass es zwischen der FIU und den nun durchsuchten Ministerien umfangreiche Kommunikation gab." Die Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen werde einige Wochen in Anspruch nehmen.

11.58 Uhr: Ungeimpfte Lehrer in Baden-Württemberg müssen sich täglich testen lassen

Ungeimpfte Lehrer müssen sich in Baden-Württemberg mit Beginn des neuen Schuljahrs täglich testen lassen. Dies gelte auch für alle anderen ungeimpften Arbeitskräfte an der Schule, sagte die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) in Stuttgart. Schüler sollen dreimal wöchentlich getestet werden. Geimpfte und Genesene sind von der Testpflicht ausgenommen. Um Fern- oder Wechselunterricht zu verhindern, gilt weiterhin Maskenpflicht in den Schulen.

US-Krankenschwestern senden emotionalen Hilferuf von Intensivstationen

11.34 Vermeintlicher Einbrecher war nur ein Staubsaugroboter

Ein nächtlicher Einbrecher in einem Haus in Neuwied am Rhein hat sich als Staubsaugroboter herausgestellt. Ein Bewohner hatte verdächtige Geräusche gehört und geglaubt, Einbrecher seien im Haus unterwegs. Er schloss sich deshalb in der Nacht zum Donnerstag ins Schlafzimmer ein und alarmierte die Polizei, wie die Beamten mitteilten. Eine Streife entdeckte aber lediglich den Staubsaugroboter, der sich selbstständig gemacht hatte. Zuvor war es zu einem Stromausfall in mehreren Stadtteilen in Neuwied gekommen.

11.10 Uhr: Maas eröffnet deutsche Botschaft in Krisenland Libyen

Sieben Jahre nach dem Abzug aller deutschen Diplomaten aus Libyen wegen des Bürgerkriegs in dem nordafrikanischen Land gibt es dort wieder eine deutsche Botschaft. Bundesaußenminister Heiko Maas eröffnete die Vertretung in der Hauptstadt Tripolis. "Heute vertiefen wir mit der Wiedereröffnung dieser Botschaft unsere Bemühungen, den Libyerinnen und Libyern beim Aufbau einer besseren Zukunft zu helfen", sagte er. Der Schritt stehe für die "beeindruckenden Fortschritte", die das Land seit vergangenem Jahr gemacht habe. Er hoffe auf ein neues Kapitel in den deutsch-libyschen Beziehungen.

Libyen war nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 in einem Bürgerkrieg versunken, an dem zahlreiche Milizen beteiligt waren. Seit dem vergangenen Jahr gilt jedoch eine Waffenruhe. In diesem Frühjahr wurde unter UN-Vermittlung eine Übergangsregierung gebildet, die das Land zu Wahlen am 24. Dezember führen soll.

11.08 Uhr: 60 Prozent mehr Kinder und Jugendliche 2020 wegen Übergewicht im Krankenhaus

Während der Corona-Pandemie sind 60 Prozent mehr Kinder und Jugendliche wegen Adipositas im Krankenhaus behandelt worden. Gleichzeitig stieg die Zahl junger Patienten mit starkem Untergewicht um mehr als ein Drittel, wie die Krankenkasse DAK in einer Analyse zu Folgen der Pandemie in der Krankenhausversorgung von Kindern und Jugendlichen 2020 mitteilte. Demnach nahmen Essstörungen um fast zehn Prozent zu.

Die Zahl der stark übergewichtigen jungen Menschen sank im ersten Lockdown im Vergleich zu 2019 um 66 Prozent. Danach stieg sie jedoch steil an. Ähnliches zeigte sich auch bei den Untergewichtigen. Während des ersten Lockdowns gingen die Fälle im Vergleich zu 2019 um 19 Prozent zurück. Danach verdoppelten sie sich.

11.01 Uhr: Umfrage: Deutsche fürchten Steuererhöhungen nach Corona

Die hohen Staatsschulden in der Corona-Pandemie und die Folgen für den eigenen Geldbeutel haben sich zur Sorge Nummer eins der Deutschen entwickelt. So weist es die Studie "Ängste der Deutschen" aus. Darin nannten 53 Prozent von 2400 Befragten große Furcht vor höheren Steuern oder Leistungskürzungen wegen Corona. Auf Platz zwei folgen Inflationsängste: 50 Prozent sehen steigende Lebenshaltungskosten. Ebenso viele nennen die Kosten für EU-Schulden - das ist Platz drei. Die Daten werden jedes Jahr für die R+V-Versicherung ermittelt.

In der jährlichen Umfrage werden Teilnehmer gebeten, vorgegebene Themen auf einer Skala von eins (gar keine Angst) bis sieben (sehr große Angst) zu bewerten. Daraus wird die Rangfolge ermittelt. Dabei liegt die Angst, der Staat könnte durch Geflüchtete überlastet sein, mit 45 Prozent auf Platz vier. 43 Prozent machen Schadstoffe in Nahrungsmitteln Kummer, ebenso viele die Pflege im Alter. Platz sieben nimmt die Sorge vor "Spannungen durch Zuzug von Ausländern" ein, genannt von 42 Prozent der Befragten.

10.13 Uhr: Anti-Baby-Pille wird für Französinnen unter 25 Jahren kostenlos

Frauen unter 25 müssen in Frankreich künftig nicht mehr für die Anti-Baby-Pille zahlen. Die Kosten für die hormonelle Verhütung für diese Altersgruppe werde künftig die Krankenkasse übernehmen, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran auf dem französischen Sender France2 an. 

Bislang können sich in Frankreich nur minderjährige Mädchen die Pille kostenlos verschreiben lassen. Dies habe zwischen 2012 und 2018 zu einem Rückgang von Schwangerschaftsabbrüchen von 9,5 auf 6 bei 1000 Fällen beigetragen. 

Seit vergangenem Jahr können auch Mädchen unter 15 Jahren in Frankreich kostenfrei die Anti-Baby-Pille bekommen. Bis dahin wurden nach Angaben der Regierung jährlich im Schnitt 1000 Mädchen zwischen 12 und 14 schwanger, 770 von ihnen brachen die Schwangerschaft ab.    

9.52 Uhr: BGH erlaubt Influencern manche Produkt-Beiträge ohne Werbehinweis

Influencerinnen und Influencer dürfen nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) im Internet bei Fotos mit Produkten ohne einen Hinweis auf Werbung auf Firmen verweisen - wenn es nicht zu werblich wird. Das betrifft zum Beispiel sogenannte Tap Tags bei Fotos auf Instagram, über die Nutzer auf die Profile von Herstellern oder Marken weitergeleitet werden.

"Allein der Umstand, dass Bilder, auf denen das Produkt abgebildet ist, mit "Tap Tags" versehen sind, reicht für die Annahme eines solchen werblichen Überschusses nicht aus", urteilten die obersten Zivilrichter Deutschlands in Karlsruhe. "Bei einer Verlinkung auf eine Internetseite des Herstellers des abgebildeten Produkts liegt dagegen regelmäßig ein werblicher Überschuss vor."

Der Verband Sozialer Wettbewerb hatte unzulässige Schleichwerbung beanstandet und Unterlassung sowie Abmahnkosten gefordert. Es ging um Klagen gegen die auch über das Internet hinaus bekannte Influencerin Cathy Hummels aus Oberbayern, die Hamburger Fashion-Influencerin Leonie Hanne und die Göttinger Fitness-Influencerin Luisa-Maxime Huss. Die Frauen bekamen nun weitgehend Recht.

9.34 Uhr: Rauch löst Alarm auf ISS aus

Rauch hat in einem russischen Segment auf der Internationalen Raumstation ISS ein Alarmsignal ausgelöst. Während des automatischen Aufladens von Batterien sei in der Nacht um 03.55 MESZ im Modul "Swesda" ("Stern") ein Rauchmelder angegangen, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Donnerstagvormittag mit.

In einem Livestream der US-Raumfahrtbehörde Nasa war außerdem zu hören, wie Kosmonaut Oleg Nowizki den Geruch von verbranntem Plastik schilderte. Der Geruch zog demnach bis in den amerikanischen Teil der ISS, die rund 400 Kilometer über der Erde fliegt.

Unklar war zunächst, woher Rauch und Geruch kamen. Um eine mögliche Rauchbelastung zu verhindern, wurde Roskosmos zufolge ein Filter zur Reinigung der Luft eingeschaltet. Alle Systeme funktionierten normal, die Besatzung konnte weiter ihrem Alltag nachgehen, wie die Behörde versicherte. Wie geplant solle die Besatzung später am Tag einen Weltraumspaziergang antreten.

9.03 Uhr: Tourismus in Deutschland noch deutlich unter Vorkrisenniveau

Im Juli haben die Beherbergungsbetriebe in Deutschland von den Lockerungen der Corona-Beschränkungen profitiert - das Niveau des Vorkrisenjahres 2019 aber nicht erreicht. Zwar wurden 6,0 Prozent mehr Übernachtungen als im Juli 2020 verzeichnet, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Juli 2019 verbuchten die Beherbergungsbetriebe allerdings 18,0 Prozent weniger Übernachtungen.

Insgesamt wurden 48,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste gezählt. Dabei hätten die Betriebe wie bereits im Juni davon profitiert, dass das coronabedingte Beherbergungsverbot für privatreisende Gäste ab Mai 2021 schrittweise aufgehoben wurde, wie das Bundesamt erklärte.

8.57 Uhr: Nordmazedonien: Mindestens zehn Tote bei Brand in Covid-Krankenhaus

Bei einem Brand in einem Covid-Krankenhaus in Nordmazedonien sind in der Nacht mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Opfer in der Stadt Tetovo werde aber noch steigen, teilte Gesundheitsminister Venko Filipce auf Twitter mit. 

Ministerpräsident Zoran Zaev sprach auf Facebook von einer "großen Tragödie". Das Feuer sei durch eine Explosion ausgelöst worden. Die Ursachen würden noch ermittelt. "Das Feuer wurde gelöscht, aber auch viele Menschenleben wurden ausgelöscht", schrieb Zaev.  Möglicherweise sei ein Sauerstofftank explodiert, hieß es in Medienberichten.

Wie der private Sender TV Telma unter Berufung auf Einsatzkräfte und Augenzeugen berichtete, breiteten sich die Flammen in der Container-Anlage des Notkrankenhauses in Windeseile aus. Aufgrund der enormen Temperatur sollen sogar die Wasserrohre aus Metall geschmolzen sein. 

8.55 Uhr: Rollerfahrer in Köln bricht Autofahrerin Finger

Nach einem Beinaheunfall hat ein Rollerfahrer einer Autofahrerin in Köln einen Finger gebrochen. Wie die Polizei in der Domstadt mitteilte, stießen der etwa 40- bis 45-Jährige und die 74-Jährige am Vortag an einer Engstelle fast zusammen. Er habe die Frau dann verfolgt, schreiend die Fahrertür aufgerissen und ihr "mit aller Kraft den linken Zeigefinger gebrochen".

Die Polizei fahndet nun nach dem Mann, der mit einem blauen Roller und einem gelb-blauen Helm unterwegs war. Die Beamten baten mögliche Zeugen, sich mit Hinweisen zu melden.

8.49 Uhr: RKI registriert 15.431 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 83,5

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist nach einem leichten Rückgang wieder etwas angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen liegt sie bei 83,5 - am Vortag hatte der Wert bei 82,7 gelegen, vor einer Woche bei 76,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.431 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert 13.715 Ansteckungen betragen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 50 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 33 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.046.112 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 1,79 an (Vortag 1,69). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

8.44 Uhr: Dobrindt macht vor nächstem TV-"Triell" Druck auf Laschet

Vor dem nächsten TV-Schlagabtausch der drei Kanzlerkandidaten macht CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt Druck auf den Unions-Bewerber Armin Laschet (CDU). "Das wird von einem Millionenpublikum beobachtet werden", sagte er im Radiosender Bayern 2 über die TV-Sendung am Sonntag. "Und da besteht die Chance, den Trend zu brechen. Armin Laschet muss die Möglichkeit nutzen, seine Persönlichkeitswerte deutlich zu verbessern."

In den bundesweiten Umfragen liegt die Union derzeit klar hinter der SPD. Bei den persönlichen Zustimmungswerten schneidet Laschet zugleich weit schlechter ab als SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und landet meist auch hinter Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Alle drei treffen am Sonntagabend in einer gemeinsamen Debattensendung von ARD und ZDF aufeinander.

7.51 Uhr: EMA listet seltene Nervenerkrankung als Nebenwirkung von Astrazeneca-Vakzin

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat das Guillain-Barré-Syndrom auf die Liste "sehr seltener" Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs Astrazeneca aufgenommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und dem Auftreten der Nervenerkrankung gebe, sei "zumindest begründet", heißt es in einer Erklärung der EMA. 

Die Wahrscheinlichkeit, nach einer Astrazeneca-Impfung am Guillain-Barré-Syndrom zu erkranken, sei sehr gering, betonte die EMA. Von 10.000 Menschen sei weniger als einer betroffen. Bis Ende Juli wurden weltweit 833 Fälle des Guillain-Barré-Syndroms nachgewiesen - bei rund 592 Millionen verabreichten Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs.

Das Guillain-Barré-Syndrom kann zu Lähmungserscheinungen sowie zu Atemproblemen führen. In den USA erkranken jährlich zwischen 3000 und 6000 Menschen an der seltenen Nervenkrankheit. Die meisten Patienten erholen sich wieder. 

6.03 Uhr: Umfrage: Lockdown-Monate haben zu physischen und psychischen Belastungen bei Kindern geführt

In fast jeder zweiten Familie haben die Einschränkungen der Lockdown-Monate einer Umfrage zufolge zu physischen und psychischen Belastungen bei den Kindern geführt. In der Erhebung für die pronova BKK mit Sitz in Ludwigshafen, gaben jeweils 46 Prozent der befragten Eltern an, dass die körperliche beziehungsweise psychische Gesundheit ihrer Kinder gelitten habe.

Der Medienkonsum (79 Prozent) und in selteneren Fällen auch Streitigkeiten in der Familie (36 Prozent) nahmen während des Lockdowns zu. 46 Prozent der Eltern sahen der Umfrage zufolge außerdem die körperliche Gesundheit ihrer Kinder durch Bewegungsmangel und fehlende motorische Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt. Für die Erhebung wurden im Juli bundesweit tausend Menschen ab 18 Jahren mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt repräsentativ befragt.

5.54 Uhr: SPD in Umfragen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern weit vorne

Gut zwei Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD einen deutlichen Vorsprung vor allen anderen Parteien. 39 Prozent der Befragten würden den Sozialdemokraten mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig als Spitzenkandidatin ihre Stimme geben, wie aus einer infratest-dimap-Umfrage hervorgeht, die der NDR, die "Schweriner Volkszeitung" und die "Ostsee-Zeitung" veröffentlichten. Das wären rund acht Prozentpunkte mehr als bei der Wahl vor fünf Jahren.

Die CDU - derzeitiger Koalitionspartner der SPD - käme demnach auf nur 14 Prozent. Das entspricht einem Minus von fünf Prozentpunkten gegenüber 2016. Die AfD liegt in der Wählergunst laut Umfrage als zweitstärkste Kraft bei 17 Prozent, würde damit aber ebenfalls vier Prozentpunkte einbüßen. Die Linke käme mit drei Prozentpunkten weniger als 2016 auf zehn Prozent.

FDP und Grüne würden mit sieben beziehungsweise sechs Prozent in den Schweriner Landtag zurückkehren. Beide waren 2016 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

5.42 Uhr: Gemäßigte Islamisten in Marokko abgewählt

Bei den Parlamentswahlen in Marokko sind die seit 2011 regierenden gemäßigten Islamisten der Partei PJD abgewählt worden. Die Regierungspartei kommt nach vorläufigem Ergebnis auf nur zwölf Abgeordnete, wie Innenminister Abdelouafi Laftit mitteilte. Zuvor war sie mit 125 Mandaten stärkste Kraft. Als Gewinner gehen demnach die Liberalen aus der Wahl hervor.

Die Partei Unabhängige Nationalversammlung (RNI) kommt den Angaben zufolge auf 97 Sitze, gefolgt von der ebenfalls liberalen Partei für Ehrlichkeit und Modernität (PAM) mit 82 Abgeordneten. Drittstärkste Fraktion ist demnach die Mitte-Rechts-Partei Istiqlal mit 78 Mandaten. Die stärkste Fraktion im Parlament stellt in Marokko den Regierungschef, der von König Mohammed VI. ernannt wird. Das endgültige Ergebnis wurde im Laufe des Tages erwartet.

5.20 Uhr: China verspricht Afghanistan Hilfe im Wert von 26 Millionen Euro

China hat Afghanistan humanitäre Hilfsgüter im Wert von 200 Millionen Yuan versprochen, das entspricht umgerechnet 26 Millionen Euro. Es handelt sich unter anderem um Getreide, Medizin und Impfstoffe, wie das Außenministerium in Peking mitteilte. Die Zusage machte Außenminister Wang Yi auf einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen anderer Nachbarländer Afghanistans. In einer ersten Impfstoff-Charge werde China drei Millionen Dosen Corona-Vakzin liefern. Die Volksrepublik sei zudem bereit, weitere Nothilfe und Güter für den Kampf gegen die Pandemie zu liefern.

5.20 Uhr: Ex-US-Präsident Trump kommentiert Boxkampf von Evander Holyfield

Am 20. Jahrestag der Terror-Anschläge vom 11. September kommentiert der ehemalige US-Präsident Donald Trump den Boxkampf zwischen Evander Holyfield und Vitor Belfort. Zusammen mit seinem Sohn Donald Trump Jr. werde der Republikaner am Samstag im Hard Rock Hotel in Hollywood im US-Bundesstaat Florida sein und von dort seine Meinung kundtun, berichteten US-Medien am Mittwoch unter Verweis auf Angaben des Veranstalters. Beim Pay-Per-View-Anbieter FITE.TV kostet die Option mit dem Trump-Doppelpack als Kommentatoren anstelle des regulären Kommentars 49,99 US-Dollar.

5.00 Uhr: Söder sieht Wochenende als letzte Chance für Wahlsieg der Union

München (dpa) - Der im historischen Umfragetief steckenden Union läuft nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder die Zeit für einen Stimmungsumschwung vor der Bundestagswahl davon. "Wenn es noch eine Chance gibt, den Trend zu brechen, dann an diesem Wochenende", sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur in München. Die CSU wolle mit ihrem Parteitag am Freitag und Samstag in Nürnberg "ein Stück" die Trendwende einleiten. Ohne es direkt anzusprechen, dürfte Söder auch das am Sonntag bei ARD und ZDF anstehende, zweite Triell der Spitzenkandidaten von Union, SPD und Grünen zum Wochenende der Entscheidung hinzuzählen.

5.00 Uhr: Nordkorea hält nächtliche Militärparade ab

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat Medienberichten zufolge erstmals seit Monaten eine nächtliche Militärparade abgehalten. Machthaber Kim Jong Un habe die Parade zum Staatsgründungstag in Pjöngjang verfolgt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf staatliche Medien des Nachbarlandes. Ob dabei strategische Waffen gezeigt wurden, war zunächst unklar. Aus südkoreanischen Militärkreisen hatte es zuvor geheißen, die Heerschau habe vermutlich kurz nach Mitternacht begonnen. Nordkorea nutzt oft wichtige Feiertage, um militärische Stärke zu demonstrieren.

4.59 Uhr: Montgomery setzt im Kampf gegen vierte Corona-Welle auf 2G-Regel

Im Kampf gegen die vierte Pandemie-Welle hat sich der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, für eine Verschärfung von Corona-Beschränkungen ausgesprochen. Es werde kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen. "Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dort, wo es nicht praktikabel wäre, Ungeimpfte auszuschließen, wie etwa im Öffentlichen Nahverkehr, müsse dann zumindest eine strengere 3G-Regel gelten.

"Ungeimpfte müssten dann einen aktuellen PCR-Tests vorweisen. Ein einfacher Schnelltest dürfte nicht mehr ausreichen", sagte Montgomery. Eine solche erweiterte 2G-Regel könne der nötige Anreiz sein, sich impfen zu lassen.

2.34 Uhr: Zehnjährige auf abenteuerlicher Bahnreise - mit rosa Koffer aus Berlin

Die Zehnjährige aus Mecklenburg-Vorpommern, die am Dienstag nach dem Unterricht über Nacht verschwunden war, hat eine zweitägige Zugreise in mehreren Etappen unternommen: Statt nach der Schule den Bus nach Hause zu nehmen, sei sie offensichtlich in einen Zug nach Berlin gestiegen, teilte die Bundespolizei mit. Dort habe sie einen rosa Koffer "an sich genommen". Dann sei die Ausreißerin weiter nach Hamburg gereist. Von dort wollte sie den Erkenntnissen zufolge mit einem Fernzug nach Stuttgart zu einer Freundin. "Das Mädchen hatte allerdings keinen Fahrschein, so dass ihre abenteuerliche Fahrt in Hannover endete", teilte die Bundespolizei in Hannover mit.

Die Polizei hatte mit einem Großaufgebot und Fährtenhunden vergeblich nach der Schülerin gesucht, deren Eltern in großer Sorge waren. Nach der erlösenden Information der Bundespolizei stiegen sie dann in den Zug nach Hannover - und nahmen die Tochter wohlbehalten mit nach Hause.

1.01 Uhr: Zahl der Hurrikan-Opfer in Louisiana steigt auf 26

Nach dem Hurrikan "Ida" haben die Behörden im südlichen US-Bundesstaat Louisiana die Zahl der Todesopfer infolge des Wirbelsturms nach oben korrigiert. Das Gesundheitsamt erklärte, bis einschließlich Montag seien nochmals neun Menschen infolge der sturmbedingten Stromausfälle wegen Überhitzung gestorben, zwei weitere aufgrund einer Kohlenstoffvergiftung. Damit weist die offizielle Bilanz nun 26 Todesopfer aus, zuletzt waren es 15 gewesen.

1.01 Uhr: Unions-Politiker wollen Arbeitsdienst für Langzeitarbeitslose

Politiker von CDU, CSU und Freien Wählern wollen Langzeitarbeitslose zu gemeinnütziger Arbeit verpflichten. Ihm schwebe eine solche Regelung für Menschen vor, "die Leistungen vom Staat erhalten und nicht bereit sind, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren", sagte der CDU-Vorsitzende von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, der "Bild". Demnach könnten die Arbeitslosen etwa Laub fegen oder Müll sammeln.

Dabei gehe es vor allem darum, "die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in das Arbeitsleben erleichtern", sagte Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger der "Bild". Zuspruch dazu kam vom Vorsitzenden der Freien Wähler, Hubert Aiwanger: Viele Langzeitarbeitslose könnten "wieder in ein normales Arbeitsleben zurückkehren, wenn sie gezielt über gemeinnützige Arbeit für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht werden".

Der CSU-Innenexperte Michael Kuffer erhofft sich für die Arbeitslosen "Wertschätzung und eine persönliche Beziehung zu unserem Gemeinwesen". Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß verwies laut "Bild" auf einen Gesetzesentwurf aus Dänemark, wo die Regierung mit einer Pflicht zum Arbeiten die Integration von Einwanderern forcieren will.

cl/kng

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