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News von heute Militante Palästinenser greifen Kontrollpunkt im Westjordanland mit Schusswaffen an

Marwan Abu Sada, Chef der Chirurgie des Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt
Sehen Sie im Video: Erst Covid, dann die Bomben – Gazas Gesundheitssystem am Limit.




Im Shifa-Krankenhaus, das mitten in der Stadt Gaza liegt, kämpfen Ärzte und Pfleger derzeit an zwei Fronten. Schon vor den Angriffen des israelischen Militärs auf den Gazastreifen hatten die Mitarbeiter hier alle Hände voll zu tun – mit der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Der Chef der Chirurgie Marwan Abu Sada erzählt, dass das palästinensische Gesundheitssystem bereits vor den Raketenbeschüssen überlastet gewesen sei. "Aufgrund des Coronavirus' wurde diese Station in eine Intensivstation mit zehn Betten umfunktioniert. Aber wegen des Ausnahmezustands und der zunehmenden israelischen Angriffe auf Gaza, wurde der Bereich der Chirurgie wieder für unseren Bedarf eingerichtet, um Patienten zu behandeln, die durch die Angriffe verwundet wurden." In Shifa, der größten Gesundheitseinrichtung unter den 13 Krankenhäusern und 54 Kliniken, die die zwei Millionen Einwohner des Gazastreifens versorgen, wurde die Zahl der Intensivbetten auf 32 verdoppelt, da die Zahl der Verwundeten durch den Konflikt weiter ansteigt. Dennoch wird die Versorgung schwieriger. Mirjam Lea Muller, Direktorin des Gaza-Büros des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz sagt: "Wir sind extrem besorgt wegen der Situation, die Intensität und Gewalt ist sehr hart gewesen, es war herzzerbrechend das alles zu sehen, gerade während der Feierlichkeiten rund ums Fastenbrechen. Wir möchten gegenüber den Parteien nochmal die Wichtigkeit wiederholen, die internationalen Menschenrechte zu respektieren. Diese beinhalten, Zivilisten, die zivile Infrastruktur, aber vor allem Rettungsaktionen zu respektieren, sodass es den Kräften möglich ist, zu den Verwundeten zu gelangen, um Leben zu retten." Sacha Bootsma von den Vereinten Nationen in Gaza unterstreicht die Sorgen den Roten Kreuzes: "Obendrein beginnen wir jetzt wirklich schwere Schäden an Gesundheitseinrichtungen zu sehen und kleine Schäden an einigen großen Krankenhäusern. Und das schlimmste ist, dass die Zerstörung der Infrastruktur den Zugang zu den Schwerverletzten und umgekehrt zu den Krankenhäusern erschwert." Zudem habe es Engpässe bei Medikamenten und der Ausrüstung gegeben, bevor die Kämpfe ausbrachen. Mediziner geben nun Israel und Ägypten wegen einer Grenzblockade die Schuld. Beide Länder haben eine Grenze zum palästinensischen Gebiet. Israel behauptet, es wolle verhindern, dass Waffen geschmuggelt werden. Alles zum Leid der vielen Patienten. Und damit nicht genug. Auch der Treibstoff für die Generatoren, die die Krankenhäuser mit Strom versorgen, geht zur Neige – der Strom ist zu unregelmäßig, als dass man sich darauf verlassen könnte, heißt es.
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Inhaltsverzeichnis

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Die News von heute im stern-Ticker: 

19.22 Uhr: Air France fliegt mit Speiseöl nach Kanada

Die Fluggesellschaft Air France ist erstmals mit einem nachhaltigen Treibstoff aus Speiseöl aus französischer Produktion zu einem Langstreckenflug aufgebrochen. Die Maschine sei am Dienstagnachmittag vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle in Richtung Montréal in Kanada abgehoben, teilte das Unternehmen mit.

Air France-KLM hat sich mit dem Energiekonzern Total, dem Flugzeugbauer Airbus und dem Flughafenbetreiber ADP zusammengetan, um den Luftverkehr umweltfreundlicher zu machen. Derartige Biotreibstoffe sollen die CO2-Emissionen deutlich verringern. Sogenannter Sustainable Aviation Fuel (SAF) wird derzeit hauptsächlich aus Biomasse wie nicht mehr genutzten Pflanzen- und Speiseölen hergestellt. Die Tanks seien mit einem Gemisch aus Kerosin und 16 Prozent Biokraftstoff gefüllt, schrieb der Beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari, auf Twitter.

17.39 Uhr: Republikaner-Führung im US-Kongress gegen Gremium zu Kapitol-Attacke

Nach einer Einigung beider Parteien im US-Repräsentantenhaus auf die Einsetzung einer Untersuchungskommission zur Attacke auf das Kapitol sperrt sich die Republikaner-Führung nun gegen ein solches Gremium. Der oberste Republikaner in der Kongresskammer, Kevin McCarthy, teilte mit, er werde die Einrichtung der Kommission nicht unterstützen. Andere Formen von politischer Gewalt würden bei der geplanten Untersuchung ausgeblendet, sagte er unter anderem zur Begründung der Ablehnung. Außerdem laufe längst eine Aufarbeitung an verschiedenen Stellen im Kongress und vor allem durch Strafverfolgungsbehörden. Die Arbeit der vorgesehenen Kommission könne diese Ermittlungen stören und untergraben, mahnte er.

17.02 Uhr: Zwei Kinder getötet - Vater wegen Mordes verurteilt

Für die Tötung seiner beiden Kinder ist ein 37-Jähriger vor dem Landgericht im bayerischen Regensburg zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes verurteilt worden. Damit folgten die Richter dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger war von zweifachem Totschlag ausgegangen und hatte eine 14-jährige Haftstrafe für seinen Mandanten gefordert. Der Deutsch-Serbe hatte die Tat zu Prozessbeginn gestanden. Demnach fesselte er seinen achtjährigen Sohn und seine sechsjährige Tochter mit Kabelbindern - nachdem er ihnen gesagt hatte, er spiele Polizei. Danach zog er den Kindern jeweils eine Tüte über den Kopf und erwürgte sie.

16.46 Uhr: Pariser Hilfsgipfel will 100-Milliarden-Paket für Afrika

Internationale Geldgeber wollen mit Milliardenhilfen die Wirtschaft Afrikas nach der Corona-Pandemie ankurbeln. Über den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington könnten auch dank der Solidarität reicher Länder rund 100 Milliarden US-Dollar (rund 82,3 Milliarden Euro) mobilisiert werden. Das kündigte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron in Paris am Rande einer Afrika-Hilfskonferenz an. "Wachstum und Stabilität in Afrika bedeuten Wohlstand und Stabilität in Europa", sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa.

"Afrika ist einer der am wenigsten geimpften Kontinente der Welt - ein wirtschaftlicher und sozialer Notstand", sagte Macron. Es gebe insgesamt einen Finanzierungsbedarf bis 2025 von geschätzt 285 Milliarden Dollar. Der 43-Jährige versammelte im Schatten des Eiffelturms zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie Führungspersönlichkeiten internationaler Organisationen. Andere nahmen per Videoschalte teil. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen oder EU-Ratspräsident Charles Michel zählten zu den Teilnehmern.

16.43 Uhr: Erstmaliger Schusswaffengebrauch militanter Palästinenser

An einem israelischen Kontrollpunkt nahe Ramallah im besetzten Westjordanland haben sich militante Palästinenser und israelische Solaten ein Feuergefecht geliefert. Dabei wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Ramallah ein Mensch getötet und mehrere Dutzend weitere durch Schüsse verletzt. Nach Angaben der israelischen Armee wurden auch zwei Soldaten verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Nach Darstellung der Armee hatten bewaffnete Palästinenser das Feuer auf Soldaten und einen Kommandeur an dem Posten eröffnet.

Zu der Gewalt kam es, nachdem Tausende Palästinenser im Zentrum von Ramallah gegen die Militärangriffe Israels im Gazastreifen demonstriert hatten und einige Hundert von ihnen anschließend zu dem Kontrollpunkt marschiert waren. Es war das erste Mal in den seit einer Woche dauernden Kämpfen um Gaza, dass militante Palästinenser im Westjordanland Schusswaffen einsetzten. Zuvor kam es dort immer wieder zu Zusammenstößen, aber auch in der Altstadt von Jerusalem und in arabisch besiedelten Gebieten in Israel.

16.30 Uhr: Wahrscheinlich mehr als 50 Migranten vor Tunesiens Küste ertrunken

Vor der tunesischen Küste werden mehr als 50 Migranten vermisst, die wahrscheinlich ertrunken sind. Sie seien an Bord eines gekenterten Bootes mit 90 Menschen gewesen, das von der Küste Libyens Richtung Italien abgelegt habe, sagte ein Sprecher des tunesischen Roten Halbmondes am Dienstag. 33 Migranten seien gerettet worden.

16.23 Uhr: Erstes Transportflugzeug mit Bundeswehr-Fracht aus Afghanistan in Leipzig gelandet

Rund drei Wochen nach Beginn des Bundeswehr-Abzugs ist das erste Transportflugzeug mit Material aus Afghanistan auf dem Flughafen Leipzig/Halle gelandet. Die Landung der Antonow AN-124 am Dienstagnachmittag markiere "den Beginn der abschließenden Rückverlegung des deutschen Materials aus dem Auslandseinsatz Resolute Support", erklärte das Verteidigungsministerium. Im April hatte die Nato beschlossen, den seit fast 20 Jahren andauernden Einsatz am Hindukusch bis spätestens zum 11. September zu beenden.

15.55 Uhr: Schießerei an israelischem Kontrollpunkt bei Ramallah

An einem israelischen Kontrollpunkt nahe Ramallah im besetzten Westjordanland haben sich am Dienstag nach Augenzeugenberichten militante Palästinenser und israelische Solaten ein Feuergefecht geliefert. Über Opfer lagen zunächst keine Angaben vor. Zu der Gewalt kam es, nachdem Tausende Palästinenser im Zentrum von Ramallah gegen die Militärangriffe Israels im Gazastreifen demonstriert hatten und einige Hundert von ihnen anschließend zu dem Kontrollpunkt marschiert waren.Es war das erste Mal in den seit einer Woche dauernden Kämpfen um Gaza, dass militante Palästinenser im Westjordanland Schusswaffen einsetzten. Zuvor kam es dort immer wieder zu Zusammenstößen, aber auch in der Altstadt von Jerusalem und in arabisch besiedelten Gebieten in Israel.

15.10 Uhr: Staatsschutz ermittelt nach Nahost-Demo in Nürnberg

Der Staatsschutz ermittelt nach Demonstrationen zum Nahost-Konflikt in Nürnberg wegen des Anfangsverdachts der Volksverhetzung. Die Polizei hatte vor einer Versammlung Schilder und Transparente sichergestellt, auf die zum Teil antisemitische Äußerungen geschrieben waren, wie die Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, Elke Schönwald, am Dienstag sagte.

15.09 Uhr: Eltern von Berliner Eisbärin Hertha sind laut Genanalyse Bruder und Schwester

Folgenschwere Verwechslung in der Eisbärenzucht: Die Eltern der Berliner Eisbärin Hertha sind einer neuen Genanalyse zufolge Geschwister. Grund dafür sei eine zehn Jahre zurückliegende Verwechslung von Herthas Mutter Tonja mit einer anderen, gleichaltrigen Eisbärin, mit der sie sich in Moskau gemeinsam in Quarantäne befunden habe, teilte der Berliner Tierpark mit. Das Zuchtprogramm mit Tonja soll nun vorerst eingestellt werden.

Dem Tierpark zufolge tauchten im vergangenen Jahr Unterlagen im Moskauer Zoo auf, die Zweifel an der Abstammung von Tonja aufkommen ließen. Bei einer Genanalyse habe sich schließlich herausgestellt, dass ihr vor über zehn Jahren die falschen Dokumente zugeordnet worden seien. Die Forscher stellten demnach fest, dass Herthas Mutter nicht wie bisher angenommen von Untay und Murma, sondern von Vrangel und Simona abstammt - ebenso wie Herthas Vater, der Eisbär Wolodja.

14.32 Uhr: Spanien schiebt 2700 Migranten aus Ceuta nach Marokko ab

Spanien hat rund die Hälfte der seit Montag in der spanischen Exklave Ceuta eingetroffenen Migranten wieder nach Marokko abgeschoben. 2700 der etwa 6000 "illegal eingereisten" Migranten seien bereits zurückgeschickt worden, sagte der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska am Dienstag in Madrid. Weitere Abschiebungen würden folgen. Die Rekordzahl an Migranten war seit Montag in dem kleinen spanischen Gebiet in Nordafrika eingetroffen, darunter rund tausend Minderjährige. Die meisten schwammen oder nutzten die Ebbe, um zu Fuß der Küste entlang in die von hohen Zäunen umgebene Stadt zu gelangen.

Marokko entsandte am Dienstag Verstärkung an den Grenzübergang Fnideq. Sicherheitskräfte setzten dort Tränengas ein, weil sich weiterhin dort Menschen in der Hoffnung versammelten, ebenfalls die Grenze nach Ceuta überwinden zu können, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez bezeichnete die Lage als "schwere Krise für Spanien und auch für Europa". Er kündigte an, "die Ordnung in der Stadt (Ceuta) und an unseren Grenzen so schnell wie möglich wiederherstellen" zu wollen. Sánchez wollte noch am Dienstag selbst nach Ceuta reisen. 

14.22 Uhr: Argentinien stoppt für 30 Tage Export von Rindfleisch

Argentinien stoppt für 30 Tage die Ausfuhr seines berühmten Rindfleischs. So soll der Preisanstieg für das Fleisch im Land selbst gebremst werden, wie die Regierung in Buenos Aires am Montag mitteilte. Argentinien hat aktuell eine der höchsten Inflationsraten der Welt, die Preise stiegen im April im Vorjahresvergleich um 46,3 Prozent.  Präsident Alberto Fernández äußerte sich am Sonntagabend im Fernsehen besorgt: Der Preisanstieg sei "nicht erklärbar", es gebe keinen wirklichen Grund dafür, "außer den Anstieg des Konsums im März und April". Die Fleischindustrie protestierte gegen die "verheerende Maßnahme" des Exportstopps. Es drohe durch den Schaden dieser Maßnahme letztlich eine Verknappung, die Preise würden in der Folge weiter steigen. 

14.07 Uhr: Ungarn kippt diskriminierendes NGO-Gesetz auf Druck von EuGH

Ungarn hat auf Druck des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ein Gesetz zur Diskriminierung von Nichtregierungsorganisation (NGOs) gekippt, gleichzeitig aber ein neues für mehr Kontrolle über NGOs beschlossen. Das Parlament entschied am Dienstag, ein Gesetz abzuschaffen, nach dem NGOs in all ihren Publikationen und Internet-Auftritten einen Vermerk anführen mussten, der sie als "aus dem Ausland unterstützte Organisation" ausweist. Die rechtsnationale Regierung in Budapest beugte sich damit einem Urteil des EuGH, das dieses Gesetz im vorigen Sommer wegen seines diskriminierenden Charakters beanstandet hatte.

Zugleich aber beschloss Ungarns Parlament ein Gesetz, das dem Rechnungshof mehr Macht zur Kontrolle der NGOs einräumt. 19 NGOs – darunter Amnesty International, Greenpeace und das Helsinki-Komitee für Menschenrechte – bemängelten, dass der Staat damit ein neues Mittel zur Schikane geschaffen habe. Ohnehin seien die zivilen Vereine durch andere Gesetze zur Transparenz hinsichtlich ihrer Finanzquellen verpflichtet.

14.01 Uhr: Lamborghini will über eine Milliarde Euro in E-Antriebe stecken

Der italienische Luxussportwagenbauer Lamborghini will ebenfalls in das Elektrozeitalter starten und nimmt dafür viel Geld in die Hand. 2023 will die Volkswagen-Konzerntochter ihr erstes Serienauto mit einem Mischantrieb aus Verbrenner und Elektromotor auf den Markt bringen, bis Ende 2024 sollen alle Produkte als Hybridvariante verfügbar sein. Über die nächsten vier Jahre investiert Lamborghini dafür mehr als 1,5 Milliarden Euro, die größte Investition in der Firmengeschichte, wie Chef Stephan Winkelmann am Dienstag bekanntgab. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts soll die Elektrostrategie dann mit bis zu vier reinen Elektromodellen Fahrt aufnehmen. 2025 bereits solle der CO2-Ausstoß der Autos um die Hälfte gesunken sein, hieß es aus der Firmenzentrale im italienischen Sant'Agata Bolognese bei Bologna.

13.37 Uhr: Tausende demonstrieren in Ramallah gegen Angriffe in Gaza

Tausende von Palästinensern haben am Dienstag in Ramallah gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen demonstriert. Auf einem der Protestschilder stand vor dem Hintergrund blutroter Handabdrücke: "Kinder bombardieren ist keine Selbstverteidigung." Viele der Demonstranten schwenkten Palästinenserflaggen. Einige der Teilnehmer gingen anschließend zu einer israelischen Militärsperre, um dort zu protestieren. Sie wurden dort jedoch nach Augenzeugenberichten mit Tränengas zum Rückzug gezwungen.

12.43 Uhr: Kinderleiche nach Gewaltverbrechen im niedersächsischen Bispingen entdeckt

Im Fall des nach einem Gewaltverbrechen verschwundenen elfjährigen Mädchens aus Niedersachsen haben Ermittler eine Kinderleiche gefunden. Es stehe allerdings noch nicht fest, ob es sich dabei um die Vermisste handle, erklärte die Staatsanwaltschaft in Lüneburg. Am Sonntag waren die Mutter und der kleine Bruder des Mädchens tot in einem Haus in Bispingen aufgefunden worden. Das Mädchen blieb unauffindbar. Tatverdächtig ist der Lebensgefährte der Mutter. Laut Staatsanwaltschaft wurde die Kinderleiche an einem Waldweg bei Bispingen gefunden. Eine Untersuchung soll nun die Identität klären. Die 35-jährige Mutter und der vierjährige Bruder des Mädchens starben durch Gewaltanwendung, weitere Einzelheiten nannten die Behörden aus Rücksicht auf die Ermittlungen nicht. Der 34-jährige Partner der Mutter sitzt wegen zweifachen Mordes in Untersuchungshaft. Er machte bislang keine Angaben zu der Tat. Seit der Entdeckung des Verbrechens hatten die Ermittler zunächst erfolglos nach der verschwundenen Elfjährigen gesucht. Unter anderem veröffentlichten sie ein Foto und baten um Zeugenhinweise.

12.35 Uhr: Dreyer erneut zur Ministerpräsidentin gewählt

Die SPD-Politikerin Malu Dreyer ist zum dritten Mal zur rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin gewählt worden. Die 60-Jährige erhielt in Mainz auf Anhieb 55 der 101 Stimmen. Über ebensoviele Abgeordnete verfügt ihre zweite Ampel-Koalition. Die 46 Abgeordneten der Opposition stimmten gegen Dreyer. Rheinland-Pfalz ist derzeit das einzige Bundesland, in dem ein Dreierbündnis aus SPD, Grünen und FDP regiert.

"Herr Präsident, ich nehme die Wahl an und danke ganz, ganz herzlich für das Vertrauen", sagte Dreyer nach der Wahl. Die Eidesformel sprach sie mit dem religiösen Zusatz "so wahr mir Gott helfe". Der Landtag war wegen der Pandemie und den Abstandsregeln in der Rheingoldhalle zusammen gekommen. Anders als zunächst geplant, sollen die Plenarsitzungen erst nach der Sommerpause ins historische Deutschhaus am Rheinufer zurückkehren, das seit Ende 2015 umfassend saniert wurde.

12.33 Uhr: Polizei setzt Tränengas gegen Migranten in Ceuta ein

Die Polizei in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta hat am Dienstag Tränengas gegen Steinewerfer aus Marokko eingesetzt. Rund 6000 Menschen, mehr als je zuvor an einem Tag, waren seit Montag schwimmend in das kleine spanische Gebiet in Nordafrika gelangt. Zuvor hatte Marokko die Grenzkontrollen teilweise eingestellt. Im spanischen Fernsehen war zu sehen, wie Soldaten Migranten einzeln zu einem Tor im Grenzzaun führten, um sie nach Marokko zurückzuschicken. Auf dem Strand vor dem Grenzzaun waren vier Radpanzer aufgefahren.

12.08 Uhr: Fernseh-Großfusion in Frankreich geplant

In Frankreich zeichnet sich eine Großfusion auf dem Fernsehmarkt ab: Der deutsche Bertelsmann-Konzern will den zur RTL-Gruppe gehörenden französischen Privatsender M6 an den Konkurrenten TF1 verkaufen, wie die Unternehmen am Montagabend mitteilten. Vereinbart seien "ab sofort exklusive Verhandlungen zur Fusion" von TF1 und M6 und zur Schaffung eines neuen Fernseh-"Champions", erklärte die RTL-Gruppe mit Hauptsitz in Köln. Ziel ist es demnach, ein französisches Medienunternehmen zu schaffen, das sich gegen weltweit tätige Streaming-Plattformen wie Amazon Prime, Netflix oder Disney+ behaupten kann. Die neue Gruppe hätte einen Jahresumsatz von 3,4 Milliarden Euro und soll von dem bisherigen M6-Chef Nicolas de Tavernost geleitet werden. Die Fusion bedarf der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden und soll bis Ende 2022 abgeschlossen sein.

11.18 Uhr: Nach sechs Stunden Ruhe neue Raketenangriffe auf Israel

Nach mehreren Stunden Unterbrechung haben militante Palästinenser im Gazastreifen am Dienstagmittag erneut Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. "Nach sechs Stunden Ruhe heulen im Süden Israels wieder die Warnsirenen", teilte die israelische Armee mit. Der militärische Hamas-Arm beschoss nach eigenen Angaben die Ortschaft Ofakim. Israels Armee teilte derweil mit, im Süden des Gazastreifens sei ein Hamas-Trupp, der Panzerabwehrraketen abfeuern wollte, angegriffen und getroffen worden.

10.05 Uhr: Fünfter Tatverdächtiger nach Einbruch in Grünes Gewölbe gefasst

Nach dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden ist ein fünfter Tatverdächtiger gefasst worden. Der bislang flüchtige 22-Jährige wurde am Montagabend von Zielfahndern des Bundeskriminalamts in Berlin-Neukölln festgenommen, wie die Dresdner Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Bereits Ende vergangenen Jahres waren der Zwillingsbruder des Manns sowie drei weitere Verdächtige aus dem kriminellen Clanmilieu im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe im November 2019 festgenommen worden.

8.51 Uhr: Israels Armee fängt Drohne in Richtung Nord-Israel ab

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine Drohne abgefangen, die in Richtung Beit Schean im Norden des Landes flog. Das unbemannte Luftfahrzeug war offenbar von Jordanien aus unterwegs, dies wurde jedoch nicht ausdrücklich mitgeteilt. Die Drohne wurde nach Armeeangaben abgefangen, nachdem die Luftwaffe sie überwacht hatte. Die Überreste des zerstörten Luftfahrzeugs seien von Sicherheitskräften eingesammelt worden. Ob die Drohne bewaffnet war, wurde nicht erwähnt. Seit Beginn der jüngsten Eskalation hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben bereits mehrere vom Gazastreifen aus operierte Drohnen abgefangen, die mit Sprengstoff bestückt waren.

6.43 Uhr: Surfer in Australien bei Hai-Attacke getötet

Bei einer Hai-Attacke in Australien ist ein Surfer ums Leben gekommen. Der Mann sei am Tuncurry Beach nördlich von Sydney von dem Hai angegriffen worden, teilten die Behörden des Bundesstaats New South Wales mit. Der etwa 50-jährige Surfer habe nach einem Biss in den Oberschenkel einen Herzstillstand erlitten, sagte ein Sprecher. Augenzeugen und Rettungskräfte versuchten vergeblich, den Mann wiederzubeleben. Es war nach Angaben des Umweltorganisation Taronga Conservation Society Australia der erste tödliche Hai-Angriff in Australien in diesem Jahr. Im vergangenen Jahr gab es nach offiziellen Angaben 26 Hai-Attacken, von denen acht tödlich verliefen.

5.47 Uhr: US-Bundesstaat South Carolina erlaubt Erschießung als Hinrichtungsmethode

Bei Hinrichtungen im US-Bundesstaat South Carolina können zum Tode verurteilte Häftlinge künftig zwischen dem elektrischen Stuhl und einem Erschießungskommando wählen. Der republikanische Gouverneur Henry McMaster erklärte am Montag im Onlinedienst Twitter, er habe am Wochenende ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet und damit in Kraft gesetzt. Mit dem Gesetz werde der Bundesstaat wieder in die Lage versetzt, die Todesstrafe zu vollstrecken, erklärte McMaster.

Bislang waren in South Carolina zur Vollstreckung der Todesstrafe die Giftspritze oder der elektrische Stuhl vorgesehen. In vielen US-Bundesstaaten sind aber die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. In South Carolina gab es daher seit zehn Jahren keine Hinrichtungen mehr. Die letzte Hinrichtung mit der Giftspritze war nach Behördenangaben im Jahr 2011, der elektrische Stuhl wurde in South Carolina zuletzt 2008 genutzt.

4.34 Uhr: US-Popstar Ariana Grande hat geheiratet

US-Popstar Ariana Grande hat geheiratet. Wie US-Medien am Montag berichteten, gab die 27-jährige Sängerin am Sonntag ihrem Verlobten, dem Immobilienmakler Dalton Gomez, das Jawort. Die Hochzeit sei eine "kleine und intime" Feier mit weniger als 20 Gästen gewesen, sagte ein Sprecher dem Magazin "People". "Der ganze Raum war glücklich und voller Liebe", fügte er hinzu. "Das Paar und beide Familien könnten nicht glücklicher sein." Grande hatte Ende Dezember ihre Verlobung bekanntgegeben. Sie veröffentlichte bei Instagram Fotos von sich, Gomez und ihrem Verlobungsring. Dazu schrieb sie: "Für immer und noch mehr."  Zum ersten Mal hatte sie ihren neuen Freund im Mai vergangenen Jahres im Video zum Song "Stuck with U" gezeigt, den Grande während des Corona-Lockdowns in Kalifornien mit Justin Bieber aufgenommen hatte.

2.03 Uhr: Tesla-Chef Musk fällt in Superreichen-Rangliste zurück

Elon Musk lässt mit seinen Tweets Kryptowährungen wie Bitcoin fallen, doch auch sein eigenes Vermögen schrumpfte zuletzt erheblich. Im Superreichen-Ranking "Bloomberg Billionaires" rutschte der 49-jährige Starunternehmer am Montag auf den dritten Platz ab. Grund sind die anhaltenden Kursverluste der Tesla-Aktie. Sie sank zu Wochenbeginn um weitere gut zwei Prozent und hat in den vergangenen drei Monaten nun schon fast 30 Prozent eingebüßt.

News von heute: Militante Palästinenser greifen Kontrollpunkt im Westjordanland mit Schusswaffen an

Nach Schätzung von Bloomberg ist Musks Privatvermögen - das wegen seines großen Anteils am Elektroautobauer mit der Tesla-Aktie steigt und fällt - seit Januar um 24 Prozent auf 160,6 Milliarden Dollar gesunken. Auf dem zweiten Rang der Milliardärsliste ist nun mit 161,2 Milliarden Dollar Bernard Arnault vom Luxusgüterkonzern LVMH. An der Spitze steht mit 190 Milliarden Dollar weiter Amazon-Chef Jeff Bezos. Er hatte den ersten Platz erst im März von Musk zurückerobert.

0.39 Uhr: Rekordzahl von 5000 Migranten erreicht spanische Exklave Ceuta

Mindestens 5000 Migranten haben am Montag von Marokko aus die spanische Enklave Ceuta erreicht. Wie ein Sprecher der spanischen Behörden in Ceuta mitteilte, gelangten binnen eines Tages noch nie so viele Migranten auf das spanische Territorium an der nordafrikanischen Küste. Unter den Migranten sind demnach rund tausend Minderjährige. Die Menschen seien von marokkanischen Stränden südlich von Ceuta gekommen, sagte der Behördensprecher. Einige hätten die spanische Exklave mit Schwimmringen oder in kleinen Schlauchbooten erreicht. An einigen Stellen hätten die Migranten bei Ebbe auch zu Fuß gehen können, andere wiederum überquerten die Landgrenze. Die Migranten wurden den Angaben zufolge in ein Auffanglager gebracht. Alle seien wohlauf, fügte der Sprecher hinzu.

0.20 Uhr: Biden signalisiert Unterstützung für Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas

US-Präsident Joe Biden hat in einem Telefongespräch mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Unterstützung für einen Waffenstillstand im Konflikt mit der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen signalisiert. Biden habe in dem Telefonat seine "Unterstützung für einen Waffenstillstand zum Ausdruck gebracht", erklärte das Weiße Haus am Montag. Anders als andere Staats- und Regierungschefs und große Teile seiner eigenen Demokratischen Partei hat Biden bisher keine sofortige Waffenruhe gefordert. Biden sicherte Netanjahu den Angaben zufolge erneut die Solidarität der USA zu und bekräftigte das Recht Israels, sich in Selbstverteidigung gegen die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen zur Wehr zu setzen. Israel solle aber alles dafür tun, um "das Leben unschuldiger Zivilisten zu schützen".

Auch US-Außenminister Antony Blinken hatte am Montag beide Seiten aufgerufen, den Schutz von Zivilisten sicherzustellen. Insbesondere Kinder müssten geschützt werden, sagte er. Israel habe "als Demokratie eine besondere Verantwortung" dafür. Die USA würden sich weiter mit "intensiver Diplomatie" darum bemühen, die "derzeitige Spirale der Gewalt" zu beenden, fügte er hinzu. "Wir sind bereit, Unterstützung zu leisten, wenn die Parteien einen Waffenstillstand anstreben."

0.08 Uhr: Israel meldet Raketenbeschuss aus Libanon und feuert mit Artillerie

Aus dem Libanon sind nach Angaben des israelischen Militärs sechs Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden. Sie seien aber allesamt auf libanesischen Boden gefallen, teilte die Armee am späten Montagabend mit. Als Reaktion habe das Militär mit Artillerie auf die Angreifer gefeuert. Die Armee machte keine Angaben dazu, welche Gruppierung für den Raketenbeschuss verantwortlich war. Israelischen Medien zufolge wurden Einwohner der Grenzstadt Misgav angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben. Anwohner berichteten demnach auch von Explosionen. Bei einer Protestkundgebung hatten sich zuvor hunderte Anhänger der Hisbollah und andere Demonstranten in der libanesischen Hauptstadt Beirut mit den Palästinensern solidarisiert. Die Demonstranten schwenkten Fahnen der Palästinenser und der Hisbollah und riefen unter anderem "Tel Aviv, wir kommen". Am Freitag wurde mindestens ein libanesischer Demonstrant, der auf israelisches Territorium gelangt war, durch israelisches Panzerfeuer getötet. Zudem waren bereits am Donnerstag vergangener Woche drei Raketen aus dem Libanon nach Isreal gefeuert worden.

luh AFP DPA

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