VG-Wort Pixel

News von heute Transgender-Aktivistin Caitlyn Jenner will Gouverneurin von Kalifornien werden

Angeblich zieht es Caitlyn Jenner vom Reality-TV in die Politik
Angeblich zieht es Caitlyn Jenner vom Reality-TV in die Politik
© Admedia / ImageCollect.com
Weniger Minderjährige stellen Asylantrag +++ Blockade im Suezkanal: Streit um Schadensersatz vor Gericht +++ Nawalny beendet Hungerstreik +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die Meldungen zur Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier

Die News von heute im stern-Ticker: 

19.37 Uhr: Scholz: Union landet eher in Opposition als im Kanzleramt 

Nach dem Machtkampf bei CDU und CSU um die Kanzlerkandidatur sieht SPD-Finanzminister Olaf Scholz die Chancen deutlich gestiegen, dass die Union nach der Bundestagswahl in die Opposition muss. "Es ist wahrscheinlicher, dass die CDU in der Opposition landet, als dass sie den nächsten Regierungschef stellt", sagte der Kanzlerkandidat am Abend bei einer Online-Diskussion der SPD in Calw und Freudenstadt. Trotz eher schwacher Umfragewerte zeigte er sich zuversichtlich, nach der Wahl am 26. September Bundeskanzler werden zu können. "Die SPD hat alle Chancen, dass sie am Ende vorne liegt." Die Sozialdemokraten liegen seit einiger Zeit in Umfragen hinter Union und Grünen nur auf Platz drei.

18.51 Uhr: Söder erwartet von Union Wahlergebnis "deutlich über 30 Prozent"

CSU-Chef Markus Söder erwartet von der Union bei der Bundestagswahl im September ein Ergebnis von mehr als 30 Prozent. "Es muss schon ein Ergebnis sein, das deutlich über 30 Prozent liegt - näher an 35 Prozent", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Süddeutschen Zeitung" (Bezahlinhalt). Bei der Wahl 2017 hatten die Schwesterparteien zusammen 32,9 Prozent erzielt.

Söder sprach sich dafür aus, dass die Union ihre Ambitionen formuliere und ein Wahlziel ausgebe. "Und das kann aus meiner Sicht nicht die Hoffnung sein, sich in eine Dreierkonstellation zu retten", sagte er. "Unser Wettbewerber sind die Grünen, unser Gegner ist die AfD."

18.18 Uhr: Zeugen: Messer-Angreifer in Frankreich rief "Allahu Akbar"

Der Messerangreifer, der in der Kleinstadt Rambouillet bei Paris eine Polizeimitarbeiterin tötete, soll während der Tat "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von einer mit den Ermittlungen vertrauten Quelle, die sich auf Zeugenangaben berief. Der französische Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard sagte, "Äußerungen des Angreifers" sowie sein Profil und Vorgehen deuteten auf ein terroristisches Motiv hin.

18.13 Uhr: Macron prangert "islamistischen Terrorismus" an

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat nach dem tödlichen Angriff auf eine Polizeimitarbeiterin in Rambouillet bei Paris versichert, dass der Staat im Kampf gegen den "islamistischen Terrorismus" nicht nachlassen wird. "Die Nation ist an der Seite ihrer Familie, ihrer Kollegen und der Sicherheitskräfte", teilte der 43-Jährige auf den Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus geben wir nicht klein bei."

Regierungschef Jean Castex hatte zuvor bestätigt, dass die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen habe. Zu einem möglichen islamistischen Hintergrund der Tat machten die Ermittler zunächst keine Angaben.

17.52 Uhr: Brennende Regenbogenfahnen rütteln österreichische Politik auf

Nach mehreren Attacken auf Regenbogenfahnen im österreichischen Bundesland Vorarlberg fordern Parteien Maßnahmen zum Schutz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT). Damit reagierten Politiker darauf, dass in den vergangenen Wochen mehrere Fahnen unter anderem vor Kirchen abgefackelt und gestohlen worden waren.

Die Fahnen waren in den vergangenen Wochen von katholischen Pfarrern und Gemeinden gehisst worden, um gegen das Segnungsverbot des Vatikans für homosexuelle Paare zu protestieren. "Wenn die Regenbogenfahne als Symbol für Vielfalt und Toleranz derart negative Reaktionen bis hin zu offenem Hass hervorruft, dann müssen wir in Vorarlberg nicht nur klar Stellung beziehen, sondern aktive Maßnahmen setzen", sagten Grünen-Abgeordnete des Landtages. Gemeinsam mit der konservativen ÖVP stellten sie einen Aktionsplan vor, um Diskriminierung wegen sexueller Orientierung, aber auch wegen Merkmalen wie Alter, Behinderung oder Herkunft zu bekämpfen. Unter anderem soll eine Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet werden.

17.36 Uhr: Cyberangriff auf Madsack mit möglichen Folgen für Samstagsausgabe

Die Madsack Mediengruppe ist nach eigenen Angaben Opfer eines Cyberangriffs auf die Computersysteme geworden. Ein Sprecher des Medienhauses teilte mit: "Entsprechende Gegenmaßnahmen sind bereits eingeleitet. Dennoch kann es zu einigen Beeinträchtigungen der Zeitungsproduktion für den morgigen Sonnabend kommen." Die Online-Dienste seien nicht betroffen. Der Angriff habe sich am Freitag ereignet. Vom Sprecher hieß es weiter: "Weitere Informationen zum Hintergrund des Angriffs liegen bislang nicht vor; im Vordergrund steht zunächst die reibungslose Abwicklung der Zeitungsproduktion." Das Portal "T-Online" berichtete zuerst über den Angriff.

17.31 Uhr: Russland will Seegebiete im Schwarzen Meer sperren

Begleitet von Kritik aus dem Westen will Russland ab diesem Samstag mehrere Seegebiete im Schwarzen Meer sperren. Von der bis zum 31. Oktober geplanten Sperrung soll die Schifffahrt durch die Meerenge von Kertsch an der Halbinsel Krim aber nicht betroffen sein. Aus der EU und der Ukraine sowie von der Nato kam dennoch Kritik an dem russischen Vorhaben. Es besteht unter anderem die Sorge, dass die im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen verankerten Durchfahrtsrechte eingeschränkt und die internationale Schifffahrt behindert werden könnten.

Russland betonte, dass die betroffenen Seegebiete in russischen Hoheitsgewässern lägen. Der Anspruch Russlands auf die Gebiete nahe der 2014 annektierten Krim ist aber nicht anerkannt. Russland hatte kürzlich auf der Krim ein von der Ukraine als Akt der Aggression kritisiertes Manöver abgehalten. Am Freitag begann der Rückzug der zusätzlich dorthin verlegten Truppen.

17.22 Uhr: Biden: Erste Auslandsreise nach Europa

US-Präsident Joe Biden wird im Sommer bei seiner ersten Auslandsreise Europa besuchen. Biden wird Mitte Juni am G7-Gipfel in der britischen Region Cornwall teilnehmen und im Anschluss am Nato-Gipfel in der belgischen Hauptstadt Brüssel, wie das Weiße Haus mitteilte. In Brüssel wird der Präsident demnach auch an einem EU-USA-Gipfel teilnehmen. "Diese Reise wird seinen (Bidens) Willen unterstreichen, unsere Bündnisse wiederherzustellen, die transatlantischen Beziehungen neu zu beleben und in enger Kooperation mit unseren Verbündeten und multilateralen Partnern zusammenzuarbeiten, um die weltweiten Herausforderungen anzugehen und die Interessen der USA besser zu sichern", erklärte das Weiße Haus.

17.19 Uhr: Junge Männer rauben Ehepaar seltene Pokémon-Sammelkarten

Zwei Männer haben in Neuss einem Ehepaar 16 wertvolle Pokémon-Sammelkarten geraubt. Wie die Polizei mitteilte, hatte sich das Ehepaar am Donnerstag über das Internet mit einem Interessenten auf einem Parkplatz verabredet. Bei dem Treffen blieben die beiden im Auto sitzen. Der Mann wollte, dass das Ehepaar die Karten rausgibt, um sie außerhalb des Wagens anschauen zu können. Als der Verkäufer dies nicht wollte, kam es demnach zu einem Streit. Plötzlich tauchte ein zweiter Mann auf und attackierte den im Wagen sitzenden Mann. Der andere schnappte sich die Tüte mit den Karten. Sie flohen mit einem Auto. Die Schadenshöhe liegt nach Angaben der Polizei im vierstelligen Bereich.

17.10 Uhr: Terrorverdacht nach tödlicher Attacke auf Polizeiwache bei Paris

Im Fall einer tödlichen Messerattacke auf einer Polizeiwache in Rambouillet bei Paris hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur.

17.06 Uhr: Lauterbach hat sich einer Augen-OP unterzogen

Karl Lauterbach (58) hat sich einer Augenoperation unterzogen. Er hoffe, dass er in einer Woche wieder fit sei, sagte der SPD-Gesundheitsexperte der Deutschen Presse-Agentur in Köln. "Weiter will ich mich in den Medien dazu nicht äußern." Auch wenn er jetzt derzeit kürzer treten müsse, verfolge er die Entwicklung der Corona-Pandemie weiter. Der Mediziner Lauterbach ist ein gefragter politischer Berater und Talkshowgast zu Corona-Fragen.

16.49 Uhr: Elektroauto-Firma Byton schickt deutsche Tochter in Insolvenz

Die chinesische Elektroauto-Firma Byton, die einst mit einem riesigen Display im Cockpit für Aufsehen auf Automessen sorgte, lässt ihre deutsche Tochter in die Insolvenz gehen. Für die Byton GmbH wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet, wie aus einer Bekanntmachung des Münchner Amtsgerichts hervorgeht. Zuvor hatte am Freitag die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet. Byton hatte trotz des Werks in China stets den internationalen Charakter der Firma mit einem Design-Zentrum in Deutschland und einer Software-Entwicklung im Silicon Valley betont. In den USA gab es schon vor Monaten Entlassungen im großen Stil. Byton wurde von ehemaligen BMW-Managern gegründet und kooperiert unter anderem mit dem chinesischen Autokonzern FAW.

16.44 Uhr: Angst vor Doppelbesteuerung: Immer mehr Rentner legen Einspruch gegen Steuerbescheid ein

Immer mehr Rentner legen Einspruch gegen ihre Steuerbescheide ein, weil sie eine Doppelbesteuerung  ihrer Altersbezüge befürchten. Derzeit gebe es bundesweit rund 142.000 solcher Fälle, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine FDP-Anfrage. Eine Doppelbesteuerung liegt vor, wenn die steuerfreien Teile der jetzt ausgezahlten Rente geringer ausfallen als die Beiträge aus früher versteuertem Einkommen. 

16.37 Uhr: Transgender-Aktivistin will Gouverneurin von Kalifornien werden

Die Transgender-Aktivistin Caitlyn Jenner will Gouverneurin von Kalifornien werden. "Ich bin dabei!" erklärte die 71-jährige Republikanerin, die zum Kardashian-Familienclan gehört. Sie wolle der "katastrophalen" Amtszeit des demokratischen Gouverneurs Gavin Newsom ein Ende setzen. Sacramento – die Hauptstadt Kaliforniens – brauche "eine ehrliche Anführerin mit einer klaren Vision." Die nächsten Gouverneurswahlen in Kalifornien sollen regulär im Herbst 2022 stattfinden.

Jenner ist die wohl bekannteste Transgender-Aktivistin der USA. Als Bruce Jenner gewann sie bei den Olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal Gold im Zehnkampf der Männer. Auch wurde sie als Stiefvater von Starlet Kim Kardashian in deren Reality-Serie populär. Nach ihrem Outing im Jahr 2015 bekam sie dann ihre eigene Fernsehserie. "I Am Cait" drehte sich um ihre Transgender-Erfahrungen. Transgender sind Menschen, deren sexuelle Identität nicht den Geschlechtsmerkmalen entspricht, mit denen sie geboren wurden.

16.07 Uhr: Weniger unbegleitete Minderjährige stellen Asylantrag

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die ohne Erziehungsberechtigten Schutz in der Europäischen Union suchen, ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. 2020 waren 13.600 Asylbewerber unbegleitet und minderjährig, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mitteilte. Im Vorjahr waren es 14.100 gewesen, zur Hochphase der Flüchtlingsbewegung 2015 lag der Wert bei 92.000.

Jeder zehnte Asylbewerber unter 18 war 2020 unbegleitet. Von ihnen war ein Großteil (88 Prozent) männlich, zwei von drei (67 Prozent) waren 16 oder 17 Jahre alt. 22 Prozent waren 14 oder 15, die anderen jünger als 14. Zwei Drittel der unbegleiteten Minderjährigen kamen aus Afghanistan, Syrien oder Pakistan. Die meisten unbegleiteten Minderjährigen (2800) stellten ihre Anträge in dem wichtigen Ersteinreiseland Griechenland, gefolgt von Deutschland (2200), Österreich (1400) und Belgien (1200).

16.00 Uhr: Jahrhunderte alte verschollene Buchseiten an Diözese in Italien zurückgegeben

Mehrere bislang verschollene Seiten von Jahrhunderte alten Gesangbüchern sind einer Diözese in Italien zurückgegeben worden. Die mit Buchmalereien verzierten Seiten aus dem 13. Jahrhundert waren in den Neunzigern in der Diözese nahe Florenz herausgerissen und gestohlen worden, wie die Polizei mitteilte. 2010 waren einige davon bei internationalen Auktionshäusern zum Kauf angeboten worden, worauf die Polizei mit Hilfe von Inter- und Europol zu ermitteln begann. Den Angaben zufolge können solche Schriftstücke je nach Dekoration und historischem Kontext für Zehntausende von Euro verkauft werden.

15.58 Uhr: Umweltministerkonferenz: Keine Einigung zum Umgang mit Wölfen

Der Umgang mit dem Wolf bleibt in Deutschland umstritten. Die Länderumweltminister konnten sich bei ihrer Online-Konferenz am Donnerstag und Freitag nicht auf einen bundesweiten Praxisleitfaden für die Behörden zum Abschuss von Problemwölfen einigen. Das Bundesnaturschutzgesetz ermöglicht seit einer Änderung im Februar die Tötung von Wölfen, die Nutztiere reißen. Umstritten ist jedoch, wann genau ein Wolf als Problemwolf betrachtet werden darf. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) forderte eine rasche Einigung und verwies auf das Wachstum der Wolfspopulation in Deutschland von 30 Prozent jährlich. "Man kann nicht wegsehen und abwarten", sagte er. Die Behörden müssten handlungsfähig sein, sonst könne es passieren, dass Betroffene selbst handelten.

15.49 Uhr: Verdacht auf sexuelle Übergriffe – GdP-Landeschef in Thüringen tritt zurück

Nach Medienberichten über den Vorwurf sexueller Übergriffe ist der Thüringer Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Kai Christ, zurückgetreten. Das bestätigte die GdP-Geschäftsstelle in Erfurt. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und das Magazin "Spiegel" hatten zuvor berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Erfurt gegen den GdP-Landeschef wegen des Verdachts von sexuellen Übergriffen ermittelt. Eine ehemalige Mitarbeiterin habe den Gewerkschaftschef vor einem Jahr angezeigt.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich gegenüber dem MDR nicht äußern. Christ sagte dem Sender, er weise die Vorwürfe zurück. Über seinen Anwalt habe er Akteneinsicht beantragt. Die ehemalige Mitarbeiterin wirft dem Gewerkschaftsfunktionär laut "Spiegel" vor, dass es im Büro mehrfach zu sexuellen Übergriffen auf sie gekommen sei und dass dieser seine Machtposition missbraucht habe. Die Frau hatte Ende 2019 gekündigt.

15.24 Uhr: Messerangriff auf Polizeiwache in Frankreich – Polizistin getötet

Bei einem Messerangriff auf einer Polizeiwache in einer Gemeinde in der Nähe von Paris ist Berichten nach eine Polizistin ums Leben gekommen. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Innenminister Gérald Darmanin bestätigte auf Twitter eine Messerattacke in der Gemeinde Rambouillet gut 60 Kilometer von Paris entfernt. Er wollte sich dorthin auf den Weg machen. Die Polizei äußerte sich auf Nachfrage nicht. Der Angreifer sei am Mittag angeschossen und festgenommen worden, hieß es in französischen Medien. Der Vorfall hat sich demnach am frühen Nachmittag ereignet. Die Hintergründe waren zunächst noch unklar.

15.23 Uhr: Dänemark hebt Bedeutung von Energieinseln im Klimakampf hervor

Dänemark hat auf dem Online-Klimagipfel des US-Präsidenten Joe Biden die Bedeutung der Windenergie und des Aufbaus von Energieinseln auf See unterstrichen. Eine solche künstliche Insel in der Nordsee mit Hunderten Offshore-Windrädern, die saubere Energie und saubere Kraftstoffe für Millionen Haushalte in Europa erzeuge, das sei die "dänische Vision von der ersten Energieinsel der Welt", sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Schon heute stammten 50 Prozent des dänischen Stroms aus der Windenergie; das solle ausgebaut werden, unterstrich sie.

15.38 Uhr: Blockade im Suezkanal: Streit um Schadensersatz vor Gericht

Im Streit über Schadenersatz für die Blockade im Suezkanal will der Eigentümer des havarierten Containerschiffs "Ever Given" vor Gericht ziehen. Die Eigner hätten Einspruch gegen die Beschlagnahmung ihres Schiffs und dessen Fracht durch die ägyptischen Behörden eingelegt, teilte das Versicherungsunternehmen UK P&I mit. Der Fall soll demnach am 4. Mai verhandelt werden. Hintergrund ist, dass sie sich die Parteien ohne Gerichtsverfahren nicht auf eine Ausgleichssumme verständigen konnten. Ägypten will die Weiterfahrt des Schiffs aber erst nach einer Einigung erlauben.

15.22 Uhr: Partei von Borissow scheitert an Regierungsbildung in Bulgarien

Die konservative Partei des langjährigen bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borissow ist an einer Regierungsbildung gescheitert. Das erklärte die Partei Gerb (Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens). Damit werden Neuwahlen in dem ärmsten EU-Land immer wahrscheinlicher. Gerb war bei der Parlamentswahl Anfang April trotz Verlusten erneut stärkste Kraft geworden. Sie verfügt aber weder über eine eigene Mehrheit noch über einen möglichen Koalitionspartner.

15.15 Uhr: Blanko-Dokumente aus Behörden gestohlen – Ausländer damit eingeschleust

Bei sieben Einbrüchen in Berliner Ausländerbehörden und Ordnungsämter sind seit 2014 rund 19.000 Blanko-Dokumente wie Aufenthaltserlaubnisse, Bescheinigungen und vorläufige Personalausweise gestohlen worden. Bei einer großangelegten Durchsuchung in der Hauptstadt sowie im nordrhein-westfälischen Euskirchen wurden nun zwei Verdächtige festgenommen, wie Bundespolizei und Berliner Staatsanwaltschaft mitteilten. Ermittelt werde wegen des Verdachts der gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusung von Ausländern.

15.11 Uhr: Messerangriff auf Polizeiwache in Frankreich – ein Verletzter

Bei einem Messerangriff auf einer Polizeiwache in einer Gemeinde in der Nähe von Paris ist ein Polizist Berichten nach schwer verletzt worden. Der Angreifer sei am Mittag angeschossen und festgenommen worden, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise und die Staatsanwaltschaft. Der Vorfall hat sich am frühen Nachmittag in der Gemeinde Rambouillet gut 60 Kilometer von Paris entfernt ereignet. Die Hintergründe waren zunächst noch unklar.

15.08 Uhr: Ärger bei Frankreichs Fischern über Großbritannien nach Brexit

Bei Frankreichs Fischern herrscht große Wut über den Zugang zu britischen Gewässern nach dem Brexit. Mehr als 100 Fischer blockierten am Donnerstagabend in Boulogne-sur-Mer Lastwagen, die mit Fisch aus Großbritannien beladen waren, wie französische Medien berichteten. Allerdings seien nur wenige Lkw gekommen. Der Protest richtet sich vor allem gegen die langsame Erteilung von Fischfang-Lizenzen in London. Boulogne ist der wichtigste Fischereihafen in Frankreich.

15.00 Uhr: Mehrere EU-Länder pochen auf nationale Sozialpolitik in Europa

Elf EU-Länder pochen zwei Wochen vor einem großen Sozialgipfel der Europäischen Union auf ihre nationale Zuständigkeit in diesem Politikfeld. Jede Aktion auf EU-Ebene solle die unterschiedliche Aufteilung von Kompetenzen "vollständig respektieren" und mit dem Subsidiaritätsprinzip vereinbar sein, heißt es in einem Papier. Dieses für die EU wichtige Prinzip regelt vereinfacht gesagt, dass Entscheidungen und Maßnahmen auf der kleinstmöglichen Politikebene - also eher national beziehungsweise regional - getroffen werden sollten. Das Papier wurde von den Niederlanden, Österreich, Dänemark, Bulgarien, Estland, Finnland, Irland, Lettland, Litauen, Malta und Schweden veröffentlicht.

14.51 Uhr: Parteien-Nachwuchs fordert mehr Hilfe für psychisch belastete junge Menschen

Eine Initiatorengruppe der Jugendverbände von Union, SPD, Linken, Grünen und FDP fordert laut "Spiegel" eine bessere psychische Gesundheitsversorgung für junge Menschen. Ein Antrag der ungewöhnlichen Kooperation soll bei den Parteien eingebracht werden, wie das Magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet. Die Corona-Pandemie verschlechtere "die ohnehin schon defizitäre Versorgung", schreibt die Gruppe demnach. Die Anzahl psychischer Erkrankten steige, während Hilfsangebote wegfielen. Die Nachwuchsverbände fordern dem Bericht zufolge mehr Therapieplätze, insbesondere auf dem Land, sowie mehr Schulpsychologen und Studienplätze.

14.44 Uhr: China verärgert über "Völkermord"-Erklärung des britischen Parlaments zu Uiguren

Die Regierung in Peking hat verärgert auf einen Beschluss des britischen Parlaments reagiert, in dem der chinesische Umgang mit der muslimischen Minderheit der Uiguren als "Völkermord" eingestuft wird. "Der sogenannte Völkermord in Xinjiang ist eine große Lüge", die von "anti-chinesischen Kräften" erdacht worden sei, erklärte Außenamtssprecher Zhao Lijian gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Briten sollten sich "um ihre eigenen Probleme kümmern".

14.43 Uhr: 64-Jähriger in Baden-Baden wegen 134 Fällen von sexuellem Missbrauch verurteilt

Wegen teils schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 134 Fällen hat das Landgericht Baden-Baden einen 64-Jährigen zu acht Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Mann zwischen 2005 und 2019 auf seinem Anwesen in Bühl an mehreren Mädchen aus der Nachbarschaft sowie Freundinnen seiner Enkelinnen sexuell zum Teil schwer verging.

14.41 Uhr: Polizeigewerkschafter tritt nach Berichten über Ermittlungen zurück

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Thüringen, Kai Christ, ist nach Medienberichten über Ermittlungen gegen ihn zurückgetreten. "Ich bin heute aufgrund der Berichterstattung von meinem Amt als Landesvorsitzender der GdP zurückgetreten", sagte Christ der Deutschen Presse-Agentur. Mit ihm räumte auch der GdP-Landesvize Thomas Müller seinen Posten, wie die GdP-Landesgeschäftsstellenleiterin Kerstin Henniger der dpa sagte. Die Rücktritte seien "zum Schutz der GdP" erfolgt.

Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" und der MDR hatten über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Christ wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe berichtet. Christ sei deswegen von einer ehemaligen Mitarbeiterin angezeigt worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt bestätigte Ermittlungen "gegen einen Mitarbeiter der Polizei". Dabei gehe es um den Verdacht der sexuellen Nötigung. Die Ermittlungen liefen seit März 2020, nachdem die "mutmaßlich Geschädigte" Anzeige erstattet habe.

14.25 Uhr: Mindestens 100 Tote bei Gewaltausbruch in Äthiopien

Bei ethnisch begründeter Gewalt in der äthiopischen Region Amhara sind nach Angaben eines Regierungsvertreters mindestens 100 Menschen getötet worden. Die Zahl 100 sei gesichert, es könnten aber auch 200 sein, sagte Endale Haile unter Berufung auf die Angaben von Vertriebenen. Er sprach von Angriffen mit Schusswaffen und Brandstiftung.

In der vergangenen Woche waren neue Gewalttaten aus den Gebieten Nord-Shoa und Oromo gemeldet worden. Der Regierungsvertreter sagte, in Nord-Shoa gebe es mehr als 250.000 Vertriebene, in Oromo weitere 75.000. Die äthiopäische Armee kündigte am Sonntag die Entsendung von Truppen an, um die Lage zu stabilisieren. Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed, der 2019 den Friedensnobelpreis erhielt, steht unter wachsendem Druck, der Gewalt ein Ende zu machen.

14.15 Uhr: Seltener Wombat-Nachwuchs im Zoo Hannover

Sie sind rundlich und lieben Süßkartoffeln: Tasmanische Nacktnasen-Wombats. Im Zoo Hannover gab es seltenen Nachwuchs dieser Beuteltier-Art, wie eine Sprecherin sagte. Cooper sei das einzige Jungtier dieser Art in einem deutschen Zoo. Er wurde vergangenen Sommer geboren. "Am Anfang war er so groß wie ein Gummibärchen." Im Beutel der Mutter wuchs Cooper über Monate hinweg heran. An Weihnachten habe er das erste Mal seine Nase heraus gestreckt. Vor gut drei Wochen sei der Kleine dann aus dem Beutel geklettert. Besucher können die junge Familie bereits bestaunen. Um die Mittagszeit legen Pfleger den nachtaktiven Wombats Süßkartoffeln hin - ihre absolute Lieblingsspeise.

13.54 Uhr: Kräutersammler finden Skelett von vermisstem Mann

Kräutersammler in Rheinland-Pfalz haben das Skelett eines seit zwölf Jahren vermissten Manns in einem Betonschacht gefunden. Der damals 72-Jährige galt seit 2009 als vermisst, wie die Polizei in Trier mitteilte. Die Sammler fanden den Schädel demnach am Dienstagabend in einem etwa anderthalb Meter tiefen Betonschacht abseits eines Wegs in einem Wald nahe Rommersheim.

Bei der Bergung förderte die Polizei ein augenscheinlich komplettes menschliches Skelett sowie persönliche Gegenstände zu Tage. Der 72-Jährige stammte aus einer benachbarten Gemeinde. Trotz intensiver Suche und Fahndung konnte er nach seinem Verschwinden nicht gefunden werden. Die Polizei ermittelt nun, wie der Mann ums Leben kam. Bislang gebe es keine Hinweise auf ein Verbrechen.

13.53 Uhr: Nawalny kündigt Ende seines Hungerstreiks an

Der im russischen Straflager inhaftierte Kremlgegner Alexej Nawalny hat ein Ende seines seit drei Wochen andauernden Hungerstreiks angekündigt. Angesichts "aller Umstände" beginne er damit, aus dem Streik auszusteigen, hieß es in einer Mitteilung am Freitag in seinem Instagram-Kanal. Zuvor hatten seine Ärzte ihm empfohlen, dringend wieder Nahrung zu sich zu nehmen. Nawalnys Ärzte hatten am Donnerstag in einem von Medien veröffentlichten Brief an den Oppositionspolitiker appelliert, seinen Hungerstreik sofort zu beenden. Sollte er weiter nicht essen, würde das seine Gesundheit weiter schädigen und im schlimmsten Fall zum Tode führen, hieß es. Die Ärzte hatten nach eigenen Angaben die Untersuchungsergebnisse ausgewertet.

13.25 Uhr: Umfrage: Fast die Hälfte aller Europäer vertraut der EU

Das Vertrauen der Europäer in die Europäische Union ist trotz Problemen bei der Impfstoffbeschaffung so hoch wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Dies geht aus einer am Freitag veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage mit rund 27.000 Teilnehmern hervor. Demnach vertrauen 49 Prozent der befragten Bürger der EU – ein Zuwachs um 6 Prozentpunkte im Vergleich zum Sommer 2020 und der höchste Wert seit Frühjahr 2008.

13.20 Uhr: V-Mann vermutlich an Mordkomplott beteiligt

Der russische Staatsbürger Valid D., der sich zur Beteiligung an einem Mordanschlag auf einen tschetschenischen Regierungskritiker in Deutschland bereit erklärt haben soll, ist laut "Spiegel" auch als V-Mann für den Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern tätig gewesen. Das Innenministerium in Schwerin habe dazu jedoch keine Fragen beantwortet, berichtete das Magazin vorab. D. sitzt seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft.

Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen Sichbereiterklärens zum Mord, der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz gegen ihn. Er soll einem anderen Mann dabei geholfen haben, den Mordanschlag auf einen tschetschenischen Oppositionellen vorzubereiten. Der Auftrag dafür soll nach derzeitigem Ermittlungsstand "aus dem Umfeld des Regimes der Tschetschenischen Republik" erteilt worden sein.

13.15 Uhr: "Nomadland" gewinnt vor Oscar-Verleihung bei Spirit Awards

Kurz vor der Oscar-Verleihung am Sonntag hat das Roadmovie "Nomadland" weitere Auszeichnungen eingeheimst. Bei den Independent Spirit Awards wurde der Film von Regisseurin Chloe Zhao als bester Spielfilm ausgezeichnet und gewann auch in den Kategorien Regie, Schnitt und Kameraführung. Die Spirit Awards, die dieses Jahr online verliehen wurden, widmen sich vor allem Filmen mit kleinerem Budget. Sie sind die vorletzte Station in Hollywoods Preisverleihungsreigen, der am Sonntag seinen krönenden Abschluss mit den Oscars findet.

13.13 Uhr: OECD-Studie kritisiert deutsches Weiterbildungssystem

Das System der Weiterbildung in Deutschland zeigt einer OECD-Studie zufolge im internationalen Vergleich Schwächen. In dem Bericht "Weiterbildung in Deutschland", den die Organisationvorlegte, wird der Bundesrepublik zwar insgesamt ein "leistungsstarkes Bildungs- und Ausbildungssystem" bescheinigt. "Bei der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen über die Erstausbildung hinaus liegt Deutschland jedoch deutlich hinter anderen erfolgreichen OECD-Ländern", schreiben die Autoren. Die Beteiligung an Weiterbildung unterscheide sich außerdem erheblich zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. "Erwachsene mit geringen Grundkompetenzen, Geringverdienende und Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen weisen besonders niedrige Teilnahmequoten auf."

13.09 Uhr: Spiegelbericht: Tausende Spam-SMS pro Tag

In Deutschland werden einem Medienbericht zufolge täglich mehrere tausend Menschen Opfer von Spam- und Phishing-SMS. Allein der Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom registriere im Schnitt 7000 bis 8000 Kunden, die ihre Telefone durch das Klicken auf Links in solchen SMS mit Schadsoftware infizierten, berichtete der "Spiegel" vorab. Auch andere Anbieter beobachten demnach ähnliches.

Aktuell täuschen Spam-SMS häufig vor, von Paketdiensten zu stammen. Telefonbesitzer werden in diesen angeblichen Benachrichtigung dazu aufgefordert, eine App herunterzuladen. Diese infiziert das Handy und nutzt es auch dazu, weitere SMS zu verschicken. "Die Täter passen ihre Angriffe an die Lebensgewohnheiten von Kunden in Deutschland an", erklärte ein Telekom-Sprecher dem "Spiegel".

12.59 Uhr: Russland zieht Soldaten von der Krim ab

Russland hat nach umstrittenen Manövern auf der annektieren Schwarzmeer-Halbinsel Krim mit dem angekündigten Abzug der zusätzlich dorthin verlegten Truppen begonnen. Die Soldaten, die an den Übungen teilgenommen hätten, würden in ihre angestammten Militärbasen zurückkehren, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. Demnach wird auch die verlagerte Militärtechnik auf die Eisenbahn, auf Schiffe und in Flugzeuge verfrachtet für die Rückkehr zu den Stützpunkten. Die Ukraine und die Nato-Staaten hatten sich zuletzt besorgt gezeigt angesichts des russischen Truppenaufmarschs in der Region.

12.56 Uhr: Ausländische Saisonkräfte länger versicherungsfrei

Die Bundesregierung hat die Anstellung von Spargelstechern, Erdbeerpflückern und anderen ausländischen Saisonkräften für dieses Jahr vereinfacht. Der Bundestag beschloss Änderungen am Sozialgesetzbuch, wonach Saisonarbeiter statt 70 bis zu 102 Tage sozialversicherungsfrei beschäftigt werden dürfen. Die Verlängerung helfe unter anderem, in der Corona-Pandemie häufige Personalwechsel zu vermeiden, begründeten CDU und SPD die Regelung. Auch die AfD stimmte für die Änderung. Die FDP hatte eine Ausweitung auf 115 Tage beantragt.

12.55 Uhr: Indien plant Bau von größtem Atomkraftwerk der Welt

Indien hat nach französischen Angaben einen Schritt zum Bau des größten Atomkraftwerks der Welt gemacht: Der französische Kraftwerksbetreiber Electricité de France (EDF) erklärte in Paris, er habe ein verbindliches Angebot zum Bau von sechs Druckwasserreaktoren neuen Typs für den Standort Jaitapur an der indischen Westküste abgegeben. Das Akw könnte demnach 70 Millionen Haushalte mit Strom versorgen.

Die Planungen für das Kraftwerk in Jaitapur stammen bereits aus den 2000er-Jahren. Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima wurden die Pläne zunächst auf Eis gelegt. Sie wurden 2018 bei einem Indien-Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron aber wieder aufgenommen. In dem indischen Bundesstaat Maharashtra rund um den geplanten Akw-Standort gibt es starken Widerstand gegen das Vorhaben. Örtliche Atomkraftgegner fürchten, dass die Sicherheitsauflagen nicht strikt genug sind.

12.40 Uhr: Gründer von Kryptowährungsplattform mit zwei Milliarden Dollar auf der Flucht

Ein offenbar riesiger Betrugsfall mit Kryptowährungen sorgt in der Türkei für Aufregung. Bei Razzien in acht Städten im Land wurden am Freitag 62 Verdächtige festgenommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Der Gründer der Plattform Thodex, Faruk Fatih Özer, sei mit zwei Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) auf der Flucht; die Staatsanwaltschaft sucht ihn mit internationalem Haftbefehl.

Sitz des Unternehmens Thodex ist Istanbul; auch dort wurden am Freitag Räume durchsucht sowie Presseberichten zufolge Computer sichergestellt. Insgesamt erließ die Staatsanwaltschaft 78 Haftbefehle. Thodex hatte den Handel am Mittwoch eingestellt und die mysteriöse Botschaft hinterlassen, das Unternehmen brauche fünf Tage, um sich um eine nicht näher beschriebene Investition zu kümmern. Presseberichten zufolge hatten fast 400.000 Menschen ihr Geld auf der Plattform angelegt – insgesamt mindestens zwei Milliarden Dollar.

Hinweis der Redaktion: Kurzzeitig hieß es in der Überschrift, der Gesuchte sei mit zwei Millionen Dollar auf der Flucht, nicht mit zwei Milliarden. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

12.13 Uhr: Berichte: Ex-Johnson-Berater Cummings hinter Leaks vermutet

Hinter der Veröffentlichung vertraulicher Textnachrichten zwischen Premier Boris Johnson und dem Unternehmer James Dyson soll Berichten zufolge der frühere Regierungsberater Dominic Cummings stecken. "Dominic betreibt systematisches Leaken", sagte eine nicht-genannte Quelle aus Regierungskreisen der "Times". "Wir sind sehr enttäuscht darüber." Auch der "Telegraph" und die "Sun" berichten unter Berufung auf Quellen aus der Downing Street darüber, dass Cummings die SMS-Nachrichten herausgegeben haben soll, über die die BBC in den vergangenen Tagen berichtet hatte.

11.39 Uhr: 18-Jähriger kapert leere Straßenbahn in Bremen - und fährt damit

"Alle einsteigen, die Bahn fährt gleich los" – mit dieser Ansage hat ein 18-Jähriger in der Nacht in Bremen mit einem 13-Jährigen eine geparkte leere Straßenbahn gekapert. An einer Endhaltestelle verschafften sich die Teenager Zugang zur Bahn, der Ältere setzte sich ans Steuer. Nach gut zwei Kilometern hätten "Jim Knopf und Lukas" die Fahrt mit der Linie 10 dann beendet und seien geflüchtet, teilte die Polizei mit. Beide wurden kurz darauf dingfest gemacht. "Verletzt wurde niemand, gefährlich war es auf jeden Fall", bilanzierte die Polizei. Es wurden Strafanzeigen wegen Störung öffentlicher Betriebe, Hausfriedensbruchs und Fahrens ohne Fahrerlaubnis erstattet. Der 18-Jährige war der Polizei nicht unbekannt. Der 13-Jährige wurde dem Kinderjugendnotdienst übergeben.

11.51 Uhr: Vier Astronauten mit "Crew Dragon" zur ISS gestartet

Drei Männer und eine Frau sind mit einem "Crew Dragon" des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Die vier Astronauten seien am Freitagmorgen (Ortszeit) mit Hilfe einer Falcon-9-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus gestartet, teilten SpaceX und die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Wegen ungünstiger Wettervorhersagen war der ursprünglich für Donnerstag geplante Start auf Freitag verschoben worden. Am Samstag werden die vier Astronauten an der ISS erwartet.

Die "Crew-2" setzt sich aus den beiden US-Astronauten Shane Kimbrough und Megan McArthur sowie ihrem japanischen Kollegen Akihiko Hoshide und dem Franzosen Thomas Pesquet zusammen. Pesquet ist der erste Astronaut der europäischen Weltraumorganisation Esa, der an Bord eines "Crew Dragon" zur ISS fliegt. Es handelt sich um die zweite Crew, die von SpaceX zur ISS befördert wird.

11.01 Uhr: Bundestag verabschiedet Nachtragshaushalt mit neuen Schulden

Der Bundestag hat den Nachtragshaushalt mit neuen Schulden von 60,4 Milliarden Euro beschlossen. Damit kann Finanzminister Olaf Scholz (SPD) in diesem Jahr die Rekordkreditsumme von 240,2 Milliarden Euro aufnehmen. Der Nachtragsetat sieht vor allem mehr Geld für Unternehmenshilfen und für die Gesundheitspolitik vor, etwa für den Kauf von Impfstoffen, außerdem Hilfen für Familien. Zugleich sollen mit ihm niedrigere Steuereinnahmen ausgeglichen werden.

10.35 Uhr: Merkel verteidigt Einsatz für Wirecard bei China-Reise

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren Einsatz für das damalige Dax-Unternehmen Wirecard bei einer China-Reise 2019 verteidigt. "Die Wirecard AG genoss bei der Reise keine Sonderbehandlung", sagte die CDU-Politikerin im Untersuchungsausschuss zum mutmaßlichen Betrugsskandal um das Fintech-Unternehmen im Bundestag. Das Bemühen von Wirecard um Markteintritt in China habe sich mit den Zielen der Bundesregierung gedeckt. Es sei normal, dass sich die Bundesregierung und auch die Kanzlerin bei bilateralen Kontakten für die Interessen der deutschen Wirtschaft einsetze. Merkel betonte: "Es gab damals allen Presseberichten zum Trotz keinen Anlass, von schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten bei Wirecard auszugehen."

Im vergangenen Sommer hatte Wirecard ein Bilanzloch von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Jahresabschlüsse mindestens seit 2015 gefälscht wurden. Die Wirtschaftsprüfer gaben diesen Abschlüssen jedoch immer wieder uneingeschränkt ihren Stempel.

9.37 Uhr: Kinder finden beim Spielen in Nordrhein-Westfalen Teile von Skelett

Zwei Kinder haben in Nordrhein-Westfalen beim Spielen Teile eines menschlichen Skeletts gefunden. Die Identität des Toten blieb zunächst unklar, wie die Polizei in Iserlohn mitteilte. Die beiden neun und elf Jahre alten Kinder hatten das Skelett nahe des Flusses Verse in Werdohl entdeckt. Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine Straftat. Laut Obduktion handelte es sich bei dem Toten um einen schlanken Mann. Zum Zeitpunkt seines Todes war er zwischen 50 und 70 Jahre alt. Das Gebiss ist unvollständig und ungepflegt. Ungeklärt ist bislang auch, wie lange die Leiche dort schon lag. Aufgrund von Zeugenaussagen gehen die Ermittler jedoch davon aus, dass der Tote seit mindestens Juli 2020 dort lag, möglicherweise auch deutlich länger. Der Mann trug teilweise Kleidung, die auch Arbeitskleidung sein könnte. Diese befand sich in schlechtem Zustand. Die Polizei sucht mit Bildern eines T-Shirts und eines Pullovers nach Zeugen, die Angaben zu dem Toten machen können.

9.28 Uhr: Ministerium: Russland beginnt mit Truppenabzug von ukrainischer Grenze

Die russische Armee hat nach offiziellen Angaben aus Moskau mit dem Abzug von Truppen von der ukrainischen Grenze begonnen. Militärische Einheiten marschierten derzeit zu Bahnverladestationen und Flugplätzen, berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Russland hatte in den vergangenen Wochen zehntausende Soldaten an der ukrainischen Grenze und auf der Krim stationiert und damit Furcht vor einer Eskalation der Spannungen in der Region ausgelöst.

9.13 Uhr: Mehr als einhundert Verletzte bei Zusammenstößen in Jerusalem

Bei Zusammenstößen zwischen israelischen Polizeieinheiten und palästinensischen Demonstranten sind in Jerusalem mehr als einhundert Menschen verletzt worden. Die palästinensische Hilfsorganisation Roter Halbmond sprach von mindestens 105 Verletzten, von denen rund 20 ins Krankenhaus gebracht worden seien. Die israelische Polizei verzeichnete in ihren Reihen 20 Verletzte. Sie sprach nach den Zusammenstößen von 44 Festnahmen. Die Lage in Jerusalem ist derzeit während des muslimischen Fastenmonats Ramadan sehr angespannt. Die Polizei sperrte einige Bereiche in der Altstadt ab. Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatte es Auseinandersetzungen gegeben, nachdem im Internet Videos aufgetaucht waren, auf denen zu sehen war, wie Palästinenser in der Jerusalemer Altstadt belästigt wurden. Jüdische Jugendliche riefen demnach: "Tod den Arabern".

8.54 Uhr: 88-Jähriger in Hessen von eigenem Auto überrollt

In Hessen ist ein 88-Jähriger von seinem eigenen Auto überrollt worden. Zu dem tragischen Unglück kam es am Mittwoch in Mörlenbach, wie die Polizei in Darmstadt jetzt mitteilte. Der Rentner beugte sich demnach von außen in seinen Wagen, um die Zündung einzuschalten. Dabei drehte er den Zündschlüssel vermutlich zu weit, so dass sich das Auto ungewollt in Bewegung setzte und den 88-Jährigen teilweise überrollte. Der Mann wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Dort starb er.

8.49 Uhr: Ermittler zerschlagen internationalen Drogenschmugglerring

Ermittler aus Bayern und Nordrhein-Westfalen haben eine internationale Drogenbande zerschlagen, die mehr als eine Tonne Crystal Meth geschmuggelt haben soll. In Deutschland und den Niederlanden wurden Mitte April 18 Haftbefehle vollstreckt, wie das Zollfahndungsamt München, das bayerische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Aachen mitteilten. Insgesamt wurden 30 Wohnungen und diverse Geschäftsräume in Deutschland durchsucht, davon 27 Objekte im Großraum Berlin. Weitere acht Durchsuchungen gab es in den Niederlanden. Insgesamt wird gegen 31 Verdächtige ermittelt. Bei den mehrtägigen Durchsuchungen wurden mehrere Kilogramm Drogen, 15 Kilogramm Streckmittel, 60.000 Euro Bargeld sowie zahlreiche Datenträger und Schriftstücke beschlagnahmt.

8.47 Uhr: Audi stoppt wegen Chipmangels Teil der Produktion

Der Chipmangel in der Autoindustrie trifft auch den Hersteller Audi. Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtete, stoppt das Unternehmen wegen Problemen bei der Versorgung mit Halbleitern am Standort Neckarsulm kommende Woche teilweise die Produktion. "Aufgrund fehlender Halbleiter-Teile findet bei den Modellen A6 und A7 in der Woche von 26. bis 30. April keine Produktion statt", teilte das Unternehmen der Zeitung mit. Die betroffenen Mitarbeiter gehen demnach für diese Zeit in Kurzarbeit. Auch für den zweiten deutschen Produktionsstandort in Ingolstadt habe das Unternehmen Kurzarbeit beantragt, berichtete die "Augsburger Allgemeine" weiter. Dies bedeute aber nicht automatisch, dass die Mitarbeiter tatsächlich in Kurzarbeit gehen. 

7.39 Uhr: Demenzkranker muss nach Vergewaltigungen in Psychiatrie bleiben

Ein demenzkranker Mann, der in einem Spezialpflegeheim bei München mehrere Frauen missbraucht haben soll, muss in einer psychiatrischen Einrichtung bleiben. Das entschied das Landgericht München II, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine ebenfalls erkrankten Mitbewohnerinnen in dem auf Demenzerkrankungen spezialisierten Pflegeheim mehrfach missbraucht hat. Über Monate verging er sich demnach immer wieder an ihnen, eine der Frauen soll er viermal vergewaltigt haben. Der Mann ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht schuldfähig. Für Patientenschützer ist die entscheidende Frage, wie es dazu kommen konnte, dass der heute 78-Jährige sich über den Zeitraum von rund einem halben Jahr in 27 Fällen an wehrlosen Mitbewohnerinnen vergehen konnte. Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Pflegeheimes wurden eingestellt.

7.25 Uhr: Rettungskräfte vor Bali konzentrieren Suche auf mögliches Radarsignal von U-Boot

Bei der Suche nach einem verschwundenen Militär-U-Boot mit 53 Menschen an Bord haben die Rettungskräfte ihre Anstrengungen auf ein Radarsignal fokussiert. Zuletzt meldete das Militär, es sei ein nicht identifiziertes, stark magnetisches Objekt in einer Tiefe zwischen 50 und einhundert Metern geortet worden. Behördenangaben zufolge reichen die Sauerstoffvorräte an Bord maximal bis Samstagmorgen. "Wir hoffen auf einen Lichtblick", sagte ein Sprecher des indonesischen Militärs. Experten befürchten, dass das Schiff bereits zerbrochen sein könnte - und womöglich auf bis zu 700 Meter gesunken ist. Für solche Tiefen ist das U-Boot nicht ausgelegt. 

6.32 Uhr: China startet Bau seiner Raumstation

Mit dem Bau einer eigenen Raumstation beginnt China das bisher größte Vorhaben seines ehrgeizigen Weltraumprogramms. In den nächsten Wochen sind dafür drei Raumflüge vorgesehen. Zuerst soll das Kernmodul "Tianhe" an Bord einer Rakete vom Typ "Langer Marsch 5B" vom Raumfahrtbahnhof Wenchang auf der Insel Hainan in Südchina ins Weltall gebracht werden. US-Experten rechnen am nächsten Donnerstag mit dem Start, doch ist der Termin offiziell noch unbestätigt. "Um 2022 herum" soll die Raumstation fertig sein. Wenn die veraltete internationale Raumstation ISS in den kommenden Jahren ihren Dienst einstellen wird, wäre China danach die einzige Nation, die einen Außenposten im All betreibt.

6.30 Uhr: Hamburger Gil Grobe erreicht zehn Millionen Fans via Youtube

Der Hamburger Gil Grobe hat mit seinem Youtube-Kanal "Ice Cream Rolls" die Marke von zehn Millionen Fans erreicht. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet", sagte er der Nachrichtenagentur DPA. Bisher haben nur vier Deutsche diese Abonnenten-Schallmauer auf der Videoplattform erreicht. Mit seinen außergewöhnlichen Eiskreationen erfreut Grobe vor allem Menschen in Asien und den USA.

5.30 Uhr: AfD macht Wahlkampf mit Kritik an Corona-Regeln: "Notstandsgesetze"

Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla hofft, dass seine Partei mit Fundamentalkritik an den Corona-Maßnahmen bei der Bundestagswahl im September punkten kann. "Die Freiheitseinschränkungen wegen Corona und die Notstandsgesetze, die der Bundestag am 21. April verabschiedet hat, sind sicherlich Themen, auf die wir uns konzentrieren", sagte der Fraktionsvize der Nachrichtenagentur DPA. Daneben werde die AfD soziale Themen ansprechen - etwa Steuererleichterungen für Geringverdiener und Alleinerziehende sowie kostenlose Schülertickets.

5.21 Uhr: Kramp-Karrenbauer sieht wichtige Ziele des Afghanistan-Einsatzes erreicht

In Afghanistan sind nach Einschätzung von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wichtige Ziele des internationalen Militäreinsatzes erreicht worden. "Wir haben das Ziel erreicht, dass al Kaida über 20 Jahre ganz sicherlich nicht in dem Maße operiert hat, wie das der Fall war als es zu 9/11 gekommen ist", sagte sie in einem Deutschlandfunk-Interview. Auch seien in Afghanistan Entwicklungen ermöglicht worden, die mit den Taliban an der Macht unvorstellbar gewesen wären. Wenn die Taliban weiter regiert hätten, "hätten wir wahrscheinlich bis heute keine Schule für Mädchen, keine Frauen auch in höchsten Ämtern bei Gerichten oder anderen Funktionen", sagte Kramp-Karrenbauer.

5.15 Uhr: Ziemiak: So schnell wie möglich zur Schuldenbremse zurückkehren

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich dafür ausgesprochen, so schnell wie möglich zur im Grundgesetz festgeschriebenen Schuldenbremse zurückzukehren. "Für die Union ist klar: Die Aussetzung der Schuldenbremse muss die absolute Ausnahme bleiben", sagte er der Nachrichtenagentur DPA. "Es geht darum, dass unsere Kinder auch in Zukunft gestalten können. Eine dauerhafte Aussetzung der Schuldenbremse ist mit der Union deshalb nicht zu machen." Ziemiak: "Im Gegensatz zu den Grünen wollen wir so schnell wie möglich zur Schuldenbremse zurück. Denn nur das ist nachhaltig und generationengerecht."

5.01 Uhr: Snapchat: Nutzer werden mit US-Impfkampagne wieder aktiver

Daten der Foto-App Snapchat zeigen mit der fortschreitenden Corona-Impfkampagne in den USA eine schrittweise Rückkehr zum normalen Alltag. "Wir sehen, dass die Leute wieder mehr ausgehen und Freunde treffen, oder zu Arbeit und Lernen zurückkehren", sagte Gründer und Chef Evan Spiegel zur Vorstellung aktueller Quartalszahlen. Snapchat hofft nun, das bereits hohe Wachstum aus der Pandemie-Zeit noch zu beschleunigen. Denn mit einer höheren Aktivität im Alltag werde auch die App mehr genutzt. So habe Snapchat im März wieder mehr neue Freundschaften und Nachrichtenaustausch zwischen Nutzern verzeichnet.

5.00 Uhr: Umfrage: Kenia-Bündnis könnte in Sachsen-Anhalt weitermachen

Eineinhalb Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hätte das regierende Bündnis aus CDU, SPD und Grünen weiter eine Mehrheit. Wie aus einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks hervorgeht, würde die CDU derzeit 27 Prozent der Stimmen erhalten - das sind 2,8 Prozent weniger als bei der Landtagswahl im März 2016. Die SPD läge bei 12 Prozent und damit 1,4 Prozentpunkte über ihrem Ergebnis von 2016. Die Grünen würden laut der Umfrage 11 Prozent erreichen, was einem Plus von 5,8 Prozentpunkten entspricht. Die AfD bliebe mit 20 Prozent der Stimmen und damit einem Verlust von 4,3 Prozentpunkten zweitstärkste Kraft im Land. Eine Koalition von CDU und AfD wäre rechnerisch möglich.

4.05 Uhr: Zweite bemannte SpaceX-Mission soll mit einem Tag Verspätung starten

Mit einem Tag Verspätung soll am Freitag die zweite bemannte SpaceX-Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) starten. Die Trägerrakete soll nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa um 5.49 Uhr (11.49 MESZ) vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida abheben. Ursprünglich war der Start bereits am Donnerstag geplant, er wurde wegen ungünstiger Wetterbedingungen um einen Tag verschoben. Es ist erst die zweite US-Routine-Mission seit der Wiederaufnahme der bemannten Raumfahrt in den Vereinigten Staaten – und die erste mit einem Europäer. In der Crew-2-Dragon-Kapsel werden der Franzose Thomas Pesquet, Shane Kimbrough und Megan McArthur aus den USA sowie der Japaner Akihiko Hoshide ins All fliegen. Beim Flug wird die gleiche Trägerrakete und Kapsel verwendet, die bereits bei der Crew-1-Mission im vergangenen Mai zum Einsatz gekommen war.

4.00 Uhr: Pentagon-Chef warnt vor Sicherheitsrisiken durch Klimawandel

Bei dem von US-Präsident Joe Biden einberufenen Klimagipfel hat Pentagon-Chef Lloyd Austin eindringlich vor den globalen Sicherheitsrisiken durch den Klimawandel gewarnt. "Der Klimawandel macht die Welt unsicherer und wir müssen handeln", sagte der US-Verteidigungsminister. "Die Klimakrise ist eine zutiefst destabilisierende Kraft für unsere Welt." Austin fügte hinzu: "Heute kann keine Nation dauerhafte Sicherheit finden, ohne sich mit der Klimakrise auseinanderzusetzen." Diese Krise sei von existenzieller Art. Biden setzt den Online-Klimagipfel mit Spitzenpolitikern aus aller Welt an diesem Freitag fort.

3.12 Uhr: Drei in Haiti entführte katholische Geistliche wieder frei

Knapp zwei Wochen nach ihrer Entführung sind drei katholische Geistliche in Haiti wieder freigekommen. Das gab ein Sprecher der Bischofskonferenz des Karibikstaates bekannt, ohne nähere Angaben zu den Umständen der Befreiung zu machen. Die drei Geistlichen waren am 11. April ebenso wie sieben weitere Menschen in Croix-des-Bouquets in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince verschleppt worden, als sie an der Einsetzung eines neuen Pfarrers teilnehmen wollte. Unter den Entführten waren auch zwei Franzosen, die sich weiterhin in der Hand der Entführer befinden.

2.50 Uhr: USA setzen zusätzliche Soldaten bei Afghanistan-Abzug ein

Um die internationalen Truppen bei ihrem Abzug aus Afghanistan zu schützen, werden die USA vorübergehend zusätzliche Soldaten in das Land am Hindukusch entsenden. "Wir werden zusätzliche Ressourcen hineinbringen, um die Kräfte beim Abzug zu schützen", sagte der Chef des US-Militärkommandos Centcom, General Kenneth McKenzie, bei einer Anhörung im US-Senat in Washington. Zugleich äußerte er große Sorge über die künftige Sicherheitslage in Afghanistan. Eine Verstärkung der Truppen sei bei jedwedem Abzug "normal", sagte McKenzie. Er sei zuversichtlich, dass der Abzug gelingen werde. Bei einer anschließenden Pressekonferenz machte er keine Angaben zu der Zahl der zusätzlich einzusetzenden Soldaten.

2.31 Uhr: Französischer Militärhund Leuk posthum für Tapferkeit ausgezeichnet

Zwei Jahre nach seinem Tod in Mali erhält der französische Militärhund Leuk den britischen Tapferkeitsorden für Tiere. Mit seinem Einsatz habe er "zweifellos mehrfach seiner Einheit das Leben gerettet", heißt es in einer Mitteilung des britischen Tierwohlverbandes PDSA, der die Dickin Medal verleiht. Die Aufgabe des 2013 geborenen Leuk, ein belgischer Malinois, bestand darin, Sprengstoff aufzuspüren und Angreifer zu neutralisieren, ohne sie zu töten. Bei einem Einsatz seines Kommandos in Mali im April 2019 spürte das Tier dschihadistische Angreifer in einem Hinterhalt auf und attackierte sie mutig, obwohl er unter Beschuss geriet. Dank seines Einsatzes gelang es den französischen Soldaten, sich aus der Situation zu befreien und die Angreifer zu töten. Einen Monat später, im Mai 2019, wurde Leuk von einem Dschihadisten erschossen.

2.09 Uhr: NS-Verfolgte und Nachkommen sollen leichter deutschen Pass bekommen

Bisher benachteiligte frühere NS-Verfolgte und ihre Nachkommen sollen künftig einen gesetzlichen Anspruch auf Einbürgerung erhalten und so einfacher einen deutschen Pass bekommen können. Der Bundestag beriet in erster Lesung einen entsprechenden Gesetzentwurf. Seit 2019 regeln zwei Erlasse des Innenministerium, dass NS-Verfolgte und ihre Nachfahren leichter einen deutschen Pass bekommen. Vertreter von Betroffeneninitiativen fordern aber, dass eine echte Lösung des Problems nur eine Gesetzesänderung sein könne.

DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker