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Anhörung vor US-Senat Hat Kavanaugh unter Eid gelogen? College-Freund belastet Trumps Richter-Kandidaten

Anhörung vor US-Senat: Hat Kavanaugh unter Eid gelogen? College-Freund belastet Trumps Richter-Kandidaten
Brett Kavanaugh stellt sich im US-Justizausschuss den Fragen der Senatoren. Die Frage, die Amerika beschäftigt: Hat er Christine Blasey Ford auf einer High-School-Party im Jahr 1982 versucht zu vergewaltigen? Kavanaugh bleibt einige Antworten schuldig.
Senator Patrick Leahy: "In Ihrem Jahrbuch sprachen Sie vom Trinken und sexueller Ausbeutung, oder nicht?"
Brett Kavanaugh: "Senator, lassen Sie mich einen Schritt zurückgehen und Ihnen erklären, wie High-School funktioniert. Ich war die Nummer Eins der Klasse ..."
Senator Patrick Leahy: "Senator Leahy: Ich dachte nur, der Senat könnte sich querstellen …"
Brett Kavanaugh: "Nein, nein, nein, nein, nein. Ich werde über meine High-School-Zeit reden, wenn Sie hier sitzen und mich verspotten."
Senator Amy Klobuchar: "Also sagen Sie, es gab noch nie einen Fall, wo Sie so viel getrunken haben, dass Sie sich nicht mehr an die Nacht davor erinnerten?"
Brett Kavanaugh: "Sie fragen nach einem Blackout. Ich weiß es nicht, hatten Sie einen?"
Senator Amy Klobuchar: "Würde Sie die Frage beantworten? Also, das ist nicht passiert? Ist das Ihre Antwort?"
Brett Kavanaugh: "Ja und ich bin neugierig, ob Sie jemals einen hatten."
Auch Fragen zu Mark Judge, dem Freund, der laut Ford bei dem Vorfall dabei gewesen sein, beantwortet Kavanaugh in ausweichender Manier.
Senator Patrick Leahy: "Wenn [Dr. Ford] sagt, Mark Judge sei damals im Zimmer dabei gewesen, sollte er auch heute anwesend sein. Würden Sie wollen, dass er zum Zeugen ernannt wird?"
Brett Kavanaugh: "Senator, diese Vorwürfe wurden in das Komitee hineingetragen."
Senator Patrick Leahy: "Nein, ich frage Sie nur eine Frage. Würden Sie wollen, dass er hier als Zeuge auftritt?"
Brett Kavanaugh: "Er hat dem Komitee schon eine Aussage unter Eid gegeben. Die Vorwürfe wurden vom Komitee zurückgehalten."
Senator Dick Durbin: "Richter Kavanaugh, werden Sie die FBI-Ermittlungen unterstützen?"
Brett Kavanaugh: "Ich werde das machen, was auch immer dieses Komitee will ..."
Senator Dick Durbin: "Denken Sie persönlich, dass es das Beste wäre, das wir tun könnten? ...
Sie antworten nicht?"
Brett Kavanaugh: "Schauen Sie Senator, ich habe gesagt, dass ich eine Anhörung will. Ich sagte, ich begrüße alles. Ich bin unschuldig."
Mit der Frage nach seiner Unschuld werden sich US-Ermittler auseinandersetzen.
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Brett Kavanaugh hat sich bei seiner Anhörung vor dem US-Senat als kontrollierter Biertrinker dargestellt - unter Eid. Ein College-Freund hat allerdings ganz andere Erinnerungen an Donald Trumps Richter-Kandidaten.

Als Chad Ludington Brett Kavanaughs Anhörung vor dem Justizauschuss des US-Senats sah, erschauderte er. Dass der Kandidat für das Höchste Gericht der USA seine Trinkgewohnheiten unter Eid scheinbar unverhohlen falsch darstellte, habe ihn tief beunruhigt, sagte Ludington der "Washington Post".

Kavanaugh hatte den versammelten Senatorinnen und Senatoren erzählt, er habe als junger Mann Bier gemocht und er möge es noch immer gern. Vielleicht habe er in seiner Highschool- und Stundentenzeit am Wochenende auch mal ein Bier zu viel getrunken. Aber er habe noch niemals in seinem Leben so viel Alkohol getrunken, dass er einen Blackout oder auch nur Erinnerungslücken gehabt habe und er sei auch in betrunkenem Zustand nicht aggressiv geworden.

"Wenn Kavanaugh sich betrank, war er oft aggressiv"

Ludington sieht das völlig anders. Er hatte in den 80er-Jahren zusammen mit Kavanaugh das College in Yale besucht und war wie der Richter Mitglied im Basketballteam der Uni. Er und Kavanaugh seien befreundet gewesen, deshalb wisse er, dass die Angaben des 53-Jährigen in der Anhörung über sein Trinkverhalten nicht stimmten, erklärte Ludington, der heute als Dozent an der Universität von North Carolina arbeitet. Er habe deshalb vor, der Bundespolizei FBI eine Stellungnahme zu übergeben, in der er über das gewalttätige Verhalten von Kavanaugh in betrunkenen Zustand berichtet.

Der "Washington Post" übermittelte Ludington nach Angaben der Zeitung eine Kopie seiner Stellungnahme. Darin beschrieb er dem Blatt zufolge, wie Kavanaugh angeblich einmal einen Streit anzettelte, der mit der Festnahme eines gemeinsam Freundes endete:

"Wenn Brett sich betrank, war er oft streitlustig und aggressiv. Bei einer der letzten Gelegenheiten, bei denen ich bewusst mit Brett unter die Leute ging, erlebte ich, wie er auf eine halbfeindliche Bemerkung antwortete, nicht indem er die Situation entschärfte, sondern indem er dem Mann sein Bier ins Gesicht warf und einen Kampf anfing, der damit endete, dass einer unserer gemeinsamen Freunde im Gefängnis landete."

"Diese Lügen sollten Konsequenzen haben"

Er denke nicht, dass das starke Trinken oder rüpelhafte Verhalten eines 18- oder sogar 21-Jährigen jemanden für den Rest seines Lebens verdammen sollte, schrieb Ludington. "Wenn er jedoch über seine vergangenen Aktionen im nationalen Fernsehen gelogen hat, und vor allem, während er vor dem Senat der Vereinigten Staaten unter Eid sprach, glaube ich, dass diese Lügen Konsequenzen haben sollten."

Die Wahrheit stehe auf dem Spiel, erklärte Ludington weiter. "Und ich glaube, dass die Fähigkeit, die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie einen selbst nicht gut aussehen lässt, eine überragende Eigenschaft ist, die wir bei den mächtigsten Richtern unserer Nation anstreben." Ludington will seine Stellungnahme dem Bericht zufolge noch im Laufe des Montags dem FBI übergeben. 


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