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Trump vs. Mueller Teil 3: Details nur tröpfchenweise: Wie der bevorstehende Russland-Report Trump nervös macht

Donald Trump wirkt gereizt und nervös. Möglicherweise liegt das an der bevorstehenden Veröffentlichung des Berichts von US-Sonderermittler Robert Mueller. Tröpfchenweise kommen immer neue Details ans Tageslicht. Ein Überblick.

Trump und sein Ex-Wahlkampfmanager Manafort

Trump und sein damaliger Vertrauter Paul Manafort im Wahlkampf 2016

"Wird diese unrechtmäßige Hexenjagd, die so viele Leben zerrüttet hat, irgendwann enden oder geht sie für immer weiter?", fragte Donald Trump am Donnerstagmorgen leicht verzweifelt in seine Twitterrunde. Verständlicherweise sehnt sich der US-Präsident nach den Abschlussbericht des US-Sonderermittlers Bob Mueller, dessen Untersuchungen seit anderthalb Jahren schwer auf Trumps Präsidentschaft lasten. Wann genau Ergebnisse präsentiert werden, ist unklar. Sicher scheint aber, dass es nicht mehr lange dauern wird. Seit ein paar Tagen sickern immer mehr Details durch – und nichts davon ist geeignet, Trump zu beruhigen.

Die neuen Details der Russland-Affäre

  • Da wäre zum Beispiel die Sache mit Trumps Ex-Anwalt und Vertrautem Michael Cohen.

Der hat sich nun schuldig bekannt das Geheimdienstkomitee des Senats belogen zu haben. Der Jurist, der bereits im Sommer einräumen musste, gegen Wahlkampffinanzierungsauflagen verstoßen zu haben, bekannte nun, über die Länge und das Ausmaß seiner Hilfe beim Bau des Trump Towers in Moskau gelogen zu haben. Im November 2015 wurde das Projekt vom Trump-Vertrauten Felix Slater angeschoben, wurde aber nie realisiert. Dieses Schuldeingeständnis ist Cohens erstes im direkten Zusammenhang mit der Russland-Affäre.

  • Da wäre zum Beispiel die Sache mit dem Angriff auf die Server der Demokraten.

Laut des "Guardian" soll sich Trumps späterer Wahlkampfchef Paul Manafort dreimal in der ecuadorianischen Botschaft in London mit Wikileaks-Gründer Julian Assange getroffen haben, zuletzt im März 2016. Wochen später veröffentlichte Wikileaks gehackte E-Mails der US-Demokraten, die Trumps damalige Gegenkandidatin im Rennen um die Präsidentschaft, Hillary Clinton, in ein schlechtes Licht rückten und ihr im Wahlkampf schadeten. Trump selbst hatte im Wahlkampf Wikileaks, eigentlich ein Rotes Tuch für US-Sicherheitskreise, mehrfach gelobt. Sowohl Manafort als auch Assange so wie Wikileaks streiten den Vorwurf ab.

  • Da wäre zum Beispiel die Sache mit Roger Stone.

Kurz nach Bekanntwerden dieser Anschuldigung wird bekannt, dass Roger Stone, ein langjähriger Kanzleipartner von Manafort, Trump-Berater und Strippenzieher, 2016 offenbar unverzüglich Kontakt zum Präsidentschaftskandidaten Trump gesucht habe, nachdem er von der Veröffentlichung der für Clinton "äußerst schädlichen" Mails durch Wikileaks gehört habe. Sollte das stimmen, stünde der Präsident deutlich mehr im Zentrum des Geschehens als bislang angenommen.

  • Da wäre zum Beispiel die Sache mit Trumps Antwort.

Der TV-Sender CNN berichtet, dass Donald Trump dem Sonderermittler versichert habe, Stone habe nie mit ihm über Wikileaks gesprochen. Das gehe dem Newskanal zufolge aus den schriftlichen Antworten Trumps an Mueller hervor, die CNN vorliegen. Trumps Anwälte hatten darauf gedrungen, dass Trump dem Sonderermittler nur schriftlich und nicht persönlich Rede und Antwort steht. Die Stellungnahme liegt Mueller erst wenige Tage vor. Laut CNN streitet der Präsident auch jegliche Kenntnis über das ominöse Treffen seines Sohns Donald Jr. und Manaforts mit Vertretern Russlands im Trump Tower ab.

All diese neuen Erkenntnisse bringen noch keine echten Antworten auf die Frage, ob und falls ja, wie Trumps Team im Wahlkampf 2016 mit den Russen zusammengearbeitet hat. Und ob und falls ja, wie der Präsident möglicherweise die Justiz bei der Aufklärung der Affäre behindert hat. Trumps gelegentlicher Rechtsbeistand Alan Dershowitz jedenfalls glaubt, dass  Robert Muellers Bericht "verheerende Auswirkungen auf den Präsidenten" haben wird. Nicht so sehr juristisch, aber politisch, wie er vor kurzem im US-Sender ABC sagte. "Ich weiß, dass das Team bereits daran sitzt, Verteidigungsstrategien zu entwerfen."

Möglicherweise ist diese Anspannung einer der Gründe, warum der US-Präsident zuletzt sehr gereizt auftrat.

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Quellen: ABC, Bustle.com, CNN, "The Guardian", Slate, "The Independent", Donald Trump auf Twitter