VG-Wort Pixel

Ergebnisse, Partys, Infos So läuft der Wahltag


Wer macht das Rennen – Obama oder Romney? Wie läuft der Tag ab? Wo finden Sie die besten Informationen? Und gibt es auch in Deutschland Wahlpartys? Lesen Sie alles Wichtige zur US-Wahl.
Von Niels Kruse

Was passiert den Tag über?

Die Präsidentschaftswahl hat um Mitternacht Ortszeit, 6 Uhr deutscher Zeit, im Dorf Dixville Notch in New Hampshire begonnen. Sowohl Obama als auch Romney erhielten dort je fünf Stimmen.

Für den Großteil der Amerikaner ist der Wahltag ein normaler Arbeitstag. In den meisten Landstrichen (vor allem im Osten) wird das Wetter herbstlich, die Temperaturen liegen zwischen 5 und 15 Grad, dafür soll es vielerorts freundlich werden - in Kalifornien sowieso, aber auch an der Ostküste und im mittleren Teil der USA.

Für die Kandidaten ist der Wahltag normalerweise ein Tag zum Durchschnaufen nach einem mehr als halbjährigen, stressigen Dauerwahlkampf. Weil es dieses Jahr extrem knapp zugeht, hat sich Herausforderer Romney entschieden, noch am Wahltag Auftritte im besonders umkämpften Staat Ohio sowie in Philadelphia zu absolvieren.

Am Abend wird er, wie der Präsident auch, in seinen Heimatort zurückkehren, um bei Cola und Chips die Auszählung der Ergebnisse vor dem Fernseher zu verfolgen. Im Fall von Romney ist dies Boston, Obama lebt in Chicago. Sobald ein Gewinner feststeht, wird der Kandidat vor seine Anhänger treten und sich feiern lassen.

Neben der Präsidentenwahl steht auch die Abstimmung für den Kongress an. Dabei wird das gesamte Abgeordnetenhaus gewählt sowie rund ein Drittel der Senatoren. Es wird erwartet, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus, vergleichbar mit dem Bundestag, behaupten, aber Sitze verlieren. Im Senat dürften die Demokraten ihre Mehrheit knapp behalten.

Wann gibt es Ergebnisse?

Erste zuverlässige Zahlen wird es Mitternacht deutscher Zeit geben. Dann schließen an der Ostküste die ersten Wahllokale. Weil sich die USA über sechs Zeitzonen erstrecken, dauert die Auszählung ungefähr sechs Stunden. Da die Entscheidung vor allem von der Abstimmung in einer Handvoll Bundesstaaten abhängt, kann es sein, dass zwischen halb vier und vier Uhr morgens das Ergebnis so gut wie feststeht. In der Wahlnacht 2008 hatte der Fernsehsender CNN Obama gegen 5 Uhr zum sicheren Sieger erklärt.

Eine Übersicht darüber, wann die Wahllokale in welchem Staat schließen, finden Sie auf der Seite des Onlinemagazins "Politico".

Wie funktioniert die Wahl?

Die Amerikaner wählen ihr Staatsoberhaupt zwar direkt, allerdings über den Umweg der Wahlmänner. Ziel der Kandidaten ist es, die Mehrheit im Wahlmännergremium zu bekommen. Sie liegt bei 270. Da die Wahlmänner von den Bundesstaaten entsendet werden (ihre Anzahl bemisst sich nach der Einwohnerzahl) geht es vor allem darum, die Mehrheit in bestimmen Bundesstaaten zu bekommen (dieses Jahr Florida, Ohio und Virginia). Laut den letzten Umfragen liegen Obama und Romney landesweit zwar gleichauf, in den entscheidenden Swing States allerdings hat der amtierende Präsident die Nase vorn und deshalb gute Chancen auf eine Wiederwahl. Ein zuverlässiger Indikator sind auch die zahllosen Buchmacher: Auch sie sehen Obama als Sieger.

Worum geht es eigentlich?

Die USA wählen den Präsidenten für die nächsten vier Jahre. Mehr als 14 Kandidaten bewerben sich, darunter von den Grünen, von der Prohibitionspartei und den Sozialisten. Chancen aber haben nur zwei: der Demokrat Barack Obama und der Republikaner Mitt Romney. Die Abstimmung gilt als grundsätzliche Richtungsentscheidung. Gewinnt der amtierende Präsident, wird er seine bisherige, pragmatische Politik nur wenig ändern. Im Mittelpunkt dürften dann die Beseitigung des extrem hohen Staatsdefizits und die Wirtschaft stehen. Sollte Romney siegen, wird er sich als erstes ebenfalls um den Schuldenstand kümmern, vermutlich mit empfindlichen Einschnitten in die Sozialleistungen. Außenpolitisch dürfte der Konservative einen deutlich rüderen Ton etwa gegen den Iran anschlagen.

Wann läuft was im Fernsehen?

In Deutschland beginnen ARD ( ab 0.15 Uhr), ZDF (ab 23.50 Uhr) und RTL (ab 1 Uhr) mit ihrer Liveberichterstattung. Phoenix übernimmt und übersetzt ab 24.00 Uhr das Programm des US-Senders CBS. In den USA liefern die großen TV-Stationen und Nachrichtensender natürlich rund um die Uhr das Neuste vom Endkampf um das Weiße Haus. Wer es Obama-freundlich mag, schaltet MSNBC ein, Romney-lastig geht es bei Fox News zu. Sehr empfehlenswert ist CNN. Der Sender liefert gewöhnlich umfangreiche Statistiken und verlässliche Zahlen.

Wo kann ich die Wahl im Radio verfolgen?

In Deutschland wird vor allem die ARD auf ihren Infowellen in der Nacht zum Mittwoch die Wahl übertragen. Elf Korrespondenten werden nach Eigenauskunft des Senderverbunds aus den USA berichten. Einen anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse in den USA wirft die britische BBC , die über ihren internationalen Kanal nonstop die US-Wahl zum Thema hat.

Was gibt es im Netz und in sozialen Medien?

Welche Internetseiten und Blogs sind zu empfehlen?

Natürlich finden Sie alles Wichtige zur Wahl bei stern.de. Unsere Redaktion wird Sie nonstop auf dem Laufenden halten: unter anderem mit einem Liveticker, einer stets aktuellen Wahlgrafik, Fotos und Videos. Zudem werden die beiden stern-USA-Korrespondenten von Obamas Wahlparty in Chicago (Giuseppe Di Grazia) und von Romneys Wahlparty in Boston (Martin Knobbe )twittern.

Die "New York Times" hat in einer übersichtlichen, interaktiven Grafik sämtliche 512 Wahlszenarien durchgespielt: Was ist, wenn Obama in Florida gewinnt, aber Ohio verliert? Kann Romney doch noch Präsident werden, wenn er in Ohio verliert, aber in North Carolina gewinnt?

Wahl-Feinschmecker und Freunde der Statistik kommen beim New-York-Times-Blog "FiveThirtyEight" auf ihre Kosten. Nate Silver wertet darin so ziemlich alles an Zahlen aus, was ihm zur Verfügung steht und rückt das Material in teilweise überraschende Zusammenhänge.

Wer die nackten Zahlen, aber dafür sehr detailliert mag, sollte bei "RealClearPolitics" vorbei schauen. Die US-Seite sammelt sämtliche verfügbaren Umfragen, unter anderem auch die der Senats- und Repräsentantenhauswahlen, und bildet sie auf einen Blick ab.

Auch auf Youtube ist die Wahl in einem eigenen Kanal zu sehen: Unter "Election 2012" wird eine Reihe von Videomaterial aus unterschiedlichsten Quellen, darunter Al Dschasira, ABC und Wall Street Journal Live gebündelt.

Wer direkt einer Reihe von US-Politikern und Journalisten auf Twitter folgen will, für den gibt eshier eine umfangreiche Liste.

Und zu guter Letzt etwas Spaß: Auf Facebook gibt es mit "Election Slots" ein kleines Spiel zur Wahl.

Gibt es in Deutschland Wahlpartys?

Die US-Präsidentenwahl findet - wenn man so will - auch hierzulande statt: Rund 160.000 US-Bürger mit Wohnsitz Deutschland sind stimmberechtigt. Viele wollen auf Wahlpartys die Entscheidung verfolgen. In Berlin wird auf drei großen Veranstaltungen live übertragen. Veranstaltet werden die Feiern von der US-Botschaft: zusammen mit dem ZDF und dem "Tagesspiegel" in der Hauptstadtvertretung der Deutschen Telekom, in der US-Botschaft selbst sowie mit den Sendern CNN, RTL und N-tv im Hauptstadtbüro des Medienunternehmens Bertelsmann (zu dem auch stern.de über den Verlag Gruner + Jahr gehört). Die Auslandsvertretung der Demokraten, die "Democrats Abroad", sieht den Resultaten in einer öffentlichen Party im Babylon-Kino in Berlin-Mitte entgegen. Gefeiert wird auch in den Generalkonsulaten der USA in Leipzig und Frankfurt am Main.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker