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Großrazzia in Melbourne: Polizei vereitelt Terroranschlag in Australien

In Australien hat die Polizei einen geplanten Terroranschlag auf militärische Einrichtungen verhindert. In einer Großrazzia wurden vier Verdächtige in Melbourne festgenommen. Die Absicht der Männer sei es gewesen, in Kasernen einzudringen und so viele Soldaten wie möglich zu töten, bevor sie selbst erschossen werden.

Die australische Polizei hat einen Selbstmordanschlag verhindert. Sie nahm am Dienstag bei einer Großrazzia vier Terror-Verdächtige mit Verbindungen zur somalischen Miliz Schabab fest, die als Ableger der radikal-islamischen al Kaida gilt. Die Gruppe plante demnach einen Überfall auf einen Armeestützpunkt. "Die Absicht der Männer war, in die Kasernen einzudringen und so viele Soldaten wie möglich zu töten, bevor sie selbst erschossen werden", sagte Ermittlungschef Tony Negus.

Die Verdächtigen wurden bei Tagesanbruch in der südaustralischen Metropole Melbourne gefasst, als Hunderte Polizisten insgesamt 19 Häuser durchsuchten. Die Ermittler waren der Gruppe seit sieben Monaten auf der Spur und hatten auch den australischen Geheimdienst ASIO eingeschaltet. Negus schloss weitere Festnahmen nicht aus.

Ministerpräsident Kevin Rudd bewertete den Ermittlungserfolg als Erinnerung an die ständige Bedrohung des Landes. "Die ernüchternde Erkenntnis der heutigen Ereignisse ist, dass alle Australier daran erinnert werden, wie aktuell und anhaltend die Terrorgefahr ist", sagte er in Cairns. Die Regierung erhöhte dennoch nicht die Terror-Warnstufe, die seit 2003 auf mittlerem Niveau liegt. Rudd schloss zudem einen Zusammenhang zum jüngsten Anschlag auf ein internationales Hotel in der indonesischen Hauptstadt Jakarta aus, bei dem im Juli unter neun Menschen auch drei Australier getötet worden waren. Auch bei den Anschlägen auf der Ferieninsel Bali 2002 waren Dutzende Opfer aus Australien.

Die Polizei geht von einer Verbindung der Festgenommenen zur somalischen Gruppe Al Schabab aus, die mit ihrer radikalen islamistischen Ideologie vor allem junge Männer anzieht und tief in die gewaltsamen Konflikte in dem ostafrikanischen Staat verstrickt sind. Somalia gilt als Rückzugsgebiet für Anhänger der Al Kaida, die für die September-Anschläge 2001 verantwortlich ist. Milizen haben sich zudem mit der Entführung von Schiffen vor der Küste eine lukrative Einnahmequelle verschafft. Zuletzt erpressten sie für den deutschen Frachter "Hansa Stavanger" umgerechnet rund zwei Millionen Euro.

Die Männer wollten Australien bestrafen

Die Verdächtigen sollten noch am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Polizei zufolge hatten sie eine Kaserne am Stadtrand von Sydney ausgespäht. In einem nördlichen Vorort von Melbourne schleppten Beamte Beweismaterial aus einem Haus, das in einer ruhigen Wohnstraße steht. Die Polizei machte keine Angaben zur Herkunft der Männer. Nach einem Bericht der Zeitung "The Australian" gehörten der Gruppe 18 Mitglieder an, darunter australische Staatsbürger somalischer und libanesischer Herkunft. Mit dem Überfall wollten die Männer demnach Australien für seine Beteiligung an Einsätzen in islamischen Ländern bestrafen. Das Land hat mehr als 1000 Soldaten im Irak und in Afghanistan stationiert.

Reuters / Reuters