HOME

Islamischer Staat: IS droht Russland - Steinmeier fürchtet weitere Angriffe

Die Miliz IS kontrolliert mit Zehntausenden Kämpfern große Gebiete im Irak und Syrien. Außenminister Steinmeier warnt vor Überfällen auf weitere Länder. Die Islamisten drohen sogar Russland.

Sie kontrollieren schon jetzt weite Landstriche im Irak und in Syrien. Die Miliz IS soll Zehntausende Kämpfer haben, die einen Gottesstaat errichten wollen

Sie kontrollieren schon jetzt weite Landstriche im Irak und in Syrien. Die Miliz IS soll Zehntausende Kämpfer haben, die einen Gottesstaat errichten wollen

Nach dem Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak befürchtet Außenminister Frank-Walter Steinmeier Angriffe der Dschihadisten auf weitere Staaten.

Die #link;www.stern.de/politik/ausland/islamisten-in-syrien-und-irak-is-die-unheimliche-terror-miliz-c.html;Extremisten# hätten einen ideologischen Anspruch, "der weit über den gegenwärtigen Irak hinausgeht", sagte der SPD-Politiker in Hamburg. Unter anderem sei Saudi-Arabien mit im Fokus, ebenso Jordanien. Die sunnitische Miliz, die nach Schätzungen von Experten Zehntausende Kämpfer unter Waffen hat, beherrscht in Syrien und im Irak große Gebiete.

Unterdessen soll die IS-Miliz auch Russland gedroht haben. Das berichtet "The Moscow Times". In einem Video kündigen Extremisten demnach an, Krieg in der Unruheregion Kaukasus und in Tschetschenien führen zu wollen, um beide Gebiete zu befreien. Grund geben die Islamisten demnach an, dass Präsident Wladimir Putin den syrischen Machthaber Baschar al-Assad und dessen Regime während des Bürgerkriegs mit Militärjets unterstützt habe.

Deutsche Waffen erreichen den Irak

Heute soll erstmals militärische Ausrüstung aus Deutschland für den Kampf der Kurden gegen die IS-Miliz in den Irak geliefert werden. Außerdem sollen kurdische Peschmerga-Kämpfer in Deutschland an der tragbaren Panzerabwehrwaffe "Milan" ausgebildet werden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

US-Präsident Barack Obama will die Enthauptung des US-Journalisten Steven Sotloff durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nicht ungesühnt lassen. "Wir werden für Gerechtigkeit sorgen", sagte Obama in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

Obama und der britische Premierminister David Cameron schrieben in einem Beitrag für die "Times", wenn die Terroristen dächten, die USA und Großbritannien würden angesichts ihrer Drohungen schwach, hätten sie sich schwer getäuscht. "Länder wie Großbritannien und Amerika werden sich von barbarischen Mördern nicht einschüchtern lassen."

Jagd auf Mörder von Steven Sotloff

Die USA und Großbritannien bestätigten, dass ein IS-Video mit der Enthauptung Sotloffs authentisch sei. Das hätten Geheimdienst-Analysen ergeben.

Nach den Worten von US-Vizepräsident Joe Biden wird Amerika die Täter jagen. Wörtlich sagte er: "Wir werden sie bis zu den Toren der Hölle verfolgen, bis sie zur Rechenschaft gezogen werden. Denn die Hölle ist der Ort, wo sie sein werden."

Ein Sprecher der Familie des Opfers erklärte, sie würden es ihren Feinden nicht erlauben, sie mit der einzigen Waffen die Terroristen besäßen, nämlich der Angst, als Geiseln zu nehmen. Sotloff habe sich aufgerufen gefühlt, aus der arabischen Welt zu berichten. "Er opferte letztlich sein Leben, um ihre Geschichten in die Welt zu bringen".

Das Video zeigt, wie ein in schwarz gekleideter und vermummter Mann ein Messer an den Hals seines Opfers setzt. Der britische Außenminister Philip Hammond sagte, der mutmaßliche Täter sei wohl derselbe IS-Kämpfer, der auch in einem Video mit der Enthauptung des US-Reporters James Foley vor zwei Wochen zu sehen war.

Die neuen Aufnahmen lösten weltweites Entsetzen aus. Obama sagte, nach dem "entsetzlichen Gewaltakt" trauere nun ganz Amerika mit Sotloffs Familie. Das israelische Außenministerium teilte mit, Sotloff habe auch die israelische Staatsbürgerschaft besessen und einige Zeit in Israel gelebt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Deutschland verurteilten die Ermordung ebenfalls scharf.

Britische Geisel mit dem Tod bedroht

In dem Video drohten die Täter auch mit dem Mord an einer britischen Geisel. Cameron bekräftigte, sein Land lasse sich nicht einschüchtern. "Wenn sie denken, dass wir angesichts ihrer Drohungen schwach werden, dann irren sie sich", sagte er. Sein Land werde aber alles tun, um die Geisel zu retten.

Angesichts der Bedrohung durch Extremisten bauen die USA ihr militärisches Engagement im Irak aus. Die US-Regierung will nach eigenen Angaben weitere 400 Soldaten in das Land schicken. Davon sollten 350 Soldaten den Schutz der US-Botschaft in Bagdad verstärken, teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, mit. Insgesamt seien damit 820 Mann für den Schutz der Botschaftsgebäude abgestellt.

Obama antwortete auf eine Frage, ob die USA ihre Luftschläge gegen IS-Stellungen im Irak auch auf das benachbarte Syrien ausweiten würden: Das Ziel sei eindeutig, IS (...) zu zerstören, damit die Dschihadisten weder für den Irak und "die Region" noch für die USA eine Gefahr darstellen könnten. Bis dieses Ziel erreicht sei, werde aber noch einige Zeit vergehen.

mka/DPA / DPA