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Konfrontationen vermeiden: Israel beschränkt Zugang zum Tempelberg erneut

Der Konflikt um den Tempelberg zieht sich weiter: Israel hat zahlreichen Muslimen den Zugang zum Tempelberg erneut untersagt. Zum Freitagsgebet werden dennoch Zehntausende erwartet.

Muslime beten im Innenhof der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg

Muslime beten im Innenhof der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg

Am Donnerstagabend verbarrikadierten sich nach Angaben der israelischen Polizei Dutzende junge Menschen in der Al-Aksa Moschee. Aus Sorge vor neuer Gewalt wurde der Zugang zum Tempelberg für Muslime nun erneut eingeschränkt. Männer unter 50 dürften die heilige Stätte in Jerusalem nicht mehr betreten, teilte Polizeisprecher Micky Rosenfeld am Morgen mit.

"Es sind Sicherheitserwägungen gemacht worden und es gibt Hinweise, dass es heute Unruhen und Demonstrationen geben wird." Es seien erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in der Altstadt und um den Tempelberg getroffen worden, die Beamten werden auf Zwischenfälle sofort reagieren, verkündete Rosenfeld außerdem per Twitter.

Zehntausende am Tempelberg erwartet

Die Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas haben für heute zu einem neuen "Tag des Zorns" aufgerufen. Nach der Aufforderung der Wakf-Behörde zum Massengebet wird damit gerechnet, dass Zehntausende zum Tempelberg kommen werden.

Dutzende versuchten, über Nacht in der Al-Aksa-Moschee zu bleiben, um am Freitag an Demonstrationen auf dem Tempelberg teilzunehmen. Die Menschen wurden aber von dort entfernt. Nach Konfrontationen habe es mehrere Festnahmen gegeben.

Israel hatte am Donnerstag letzte Sicherheitsvorrichtungen am Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) abgebaut, der Juden wie Muslimen heilig ist. Es kam jedoch zu neuen Konfrontationen mit israelischen Polizisten, als Tausende von Palästinensern zum Nachmittagsgebet auf das Gelände drängten. Dabei wurden Dutzende Palästinenser verletzt. Zuvor hatten muslimische Repräsentanten erklärt, der Status quo am Tempelberg sei wieder hergestellt.

Konflikt zwischen Israelis und Paläntinensern hält an

Israel hatte nach einem tödlichen Anschlag arabischer Attentäter auf zwei israelische Polizisten am 14. Juli Metalldetektoren und Kameras an den Eingängen zu der heiligen Stätte installiert. Daraufhin kam es vor einer Woche zu blutigen Protesten, bei denen vier Palästinenser getötet und Hunderte verletzt wurden.

Die Palästinenser lehnen jegliche Kontrollen am Tempelberg ab und werfen Israel vor, es wolle schrittweise mehr Einfluss über die Anlage erlangen. Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Juden ist der Ort ebenfalls heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen, von denen der letzte im Jahr 70 von den Römern zerstört wurde. Die Klagemauer ist ein Rest dieser Tempelanlage.

Vor einer Woche erstach zudem ein Palästinenser drei Israelis in einer Siedlung im Westjordanland. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach sich am Donnerstag bei einem Besuch der Familie der Opfer dafür aus, die Todesstrafe für Terroristen zu verhängen.

Die Arabische Liga zeigte sich am Donnerstag in der Tempelberg-Krise solidarisch mit den Palästinensern. Bei einer Dringlichkeitssitzung in Kairo rief sie dazu auf, im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gemeinsam darauf hinzuarbeiten, "die israelischen Provokationen und Verletzungen zu beenden".

fri / DPA