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Gipfel in Paris: Gemeinsamer Entwurf für Klimavertrag liegt den Delegierten vor

Spannung bei der Klimakonferenz in Paris: Die Delegierten aus 196 Ländern studieren den Abschlusstext des neuen Klimaschutzabkommens. Doch wie sieht der Entwurf aus?

Eifelturm

"Für den Planeten": Der Eiffelturm hat sich passend zum Klimagipfel geschmückt

Entscheidende Stunden auf der Pariser Klimakonferenz: Nach schwierigen Verhandlungen hat der französische Außenminister und Konferenzleiter Laurent Fabius am Samstagvormittag seinen Vorschlag für einen Weltklimavertrag präsentiert. Der neue Textentwurf soll die verbliebenen Streitpunkte überbrücken und liegt nun den 196 Vertragspartnern vor. Es wäre der erste Vertrag, mit dem sich nahezu alle Staaten auf Klimaschutz verpflichten. 

Wie die französische AFP meldet, wurde der Entwurf in der Nacht fertigstellt. Die Nachrichtenagentur berief sich auf Eingeweihte in der Konferenzleitung. Präsentiert wurde der Vorschlag kurz vor 12.00 Uhr. Ursprünglich war dafür 9.00 Uhr geplant. Die Übersetzung des Entwurfs machte dem Bericht zufolge aber die Verschiebung nötig.  

Weiter Streit bei den Finanzhilfen

Am Freitag waren beträchtliche Spannungen deutlich geworden. Eine selbst ernannte Koalition der Ehrgeizigen aus EU, USA und zahlreichen Entwicklungsländern warnte davor, bei den Bestimmungen zum Klimaschutz hinter dem letzten Textentwurf zurückzubleiben. Umstritten ist nach wie vor die Frage der Finanzhilfen für Entwicklungsländer. EU und USA wollen hier künftig auch finanzstarke Schwellenländer zur Kasse bitten, diese lehnen das ab. 

"Wir werden uns nicht mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner begnügen", kündigte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks an. Fabius warnte die Teilnehmer davor, zu hoch zu pokern: "Wenn jeder auf seinen 100 Prozent besteht, dann gehen alle mit null Prozent nach Hause."

Wegen anhaltender Differenzen hatte Gastgeber Frankreich die Konferenz um einen Tag verlängert. In fieberhaften Gesprächen im kleinen Kreis suchten Minister und Unterhändler nach Kompromissen bei den umstrittenen Kernpunkten. Auch Staatschefs schalteten sich ein. 

Kann das reichen?

Hoffnung schöpften Umweltschützer aus der Ankündigung, dass Brasilien sich der informellen Allianz für einen ehrgeizigen Klimavertrag anschloss. Christoph Bals von Germanwatch sah ein Anzeichen, dass sich Schwellen- und Industrieländer aufeinander zu bewegen. "Es zeichnet sich ab, dass Brasilien, Südafrika und Mexiko eine wichtige Brückenrolle für das Abkommen spielen können."

Umweltschützer fürchten allerdings, dass die Detailregelungen nicht ausreichen, um die Erderwärmung wie geplant auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Mit den bisher vorgelegten nationalen Klimaschutzplänen würde die Temperatur auf der Erde um etwa 2,7 Grad steigen. Indien sieht die alle fünf Jahre geplanten Nachbesserungen der Ziele mit Skepsis und sieht zunächst die Industriestaaten in der Pflicht, die historisch viel mehr CO2-Emissionen in die Atmosphäre gepustet haben.

"Die entwickelten Länder wehren sich etwas gegen die Pflicht, Geld an die Entwicklungsländer zu zahlen", sagte der Umweltminister von Guatemala, Andreas Cord Lehnhoff Temme, der Deutschen Presse-Agentur. Ein Knackpunkt sei die Frage, ob die Hilfen freiwillig oder verpflichtend werden sollten. Christoph Bals von Germanwatch betonte: "Um den gordischen Knoten aufzulösen, müssen sie sich zu regelmäßigen Finanzierungsrunden alle fünf Jahre verpflichten und eine klare Zusage geben, dass ein erheblicher Anteil der Klimafinanzierung für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels vorgesehen ist."

vim / DPA