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Maria Butina Wie diese russische Agentin mit Sex und Waffen Trumps Republikaner infiltriert haben soll

Maria Butina ist in den USA angeklagt. Die 29-Jährige soll als Agentin im Auftrag Russlands konservative Kreise in den USA infiltriert haben. Auf ihrem Facebook-Profil finden sich Hunderte Fotos, die sie seit 2012 gepostet hat. Butina zeigt sich meist mit einem natürlichen Look, also nicht stark geschminkt oder zurechtgemacht. Besonders gern posiert sie allerdings mit Waffen - wie hier beim Treffen der US-Waffenlobby NRA 2015. Oder bei Schießübungen in Prag 2013. Selbst ein Schwert zieht Butina für eines ihrer Fotos. Einmal postet sie ein Bild von sich früher und heute und gibt dazu Ernährungstipps, weil sie 33 Kilo abgenommen habe. Sport scheint ein weiteres wichtiges Thema für Butina zu sein. Verführerisch kann sie auch - genau das soll einigen Männern zum Verhängnis geworden sein.
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Das Treffen von Trump und Putin ist gerade mal ein paar Tage her, da wird bekannt, dass die Russin Maria Butina "wegen Beeinflussung der US-Politik" festgenommen wurde. Mit Sex und Waffenliebe verschaffte sie sich Kontakte in konservativen Kreisen.

Mit Schnellfeuergewehren und anderem Schießgerät - so posiert die rothaarige Russin auf Fotos in den Online-Netzwerken. Auf manchen trägt sie dazu einen Cowboyhut. Andere Bilder zeigen sie mit US-Politikern und -Lobbyisten. Die Fotos finden derzeit in den USA viel Aufmerksamkeit. Denn inzwischen sitzt Maria Butina im Gefängnis. Die 29-Jährige ist angeklagt, als Undercover-Agentin konservative Kreise in den USA infiltriert zu haben. 

Butina soll an einer "Verschwörung" der russischen Regierung zur verdeckten Einflussnahme auf die US-Politik beteiligt gewesen sein. Fest steht, dass sie sich ein weitverzweigtes Netzwerk aufgebaut hatte. Dazu setzte sie eine Vielzahl von Mitteln ein - ihre Waffenliebe, ihre guten Englischkenntnisse, ihr offenbar kontaktfreudiges Wesen. Und wohl auch Sex.

Maria Butina lebte mit einem Republikaner zusammen

Die schwer auf der Präsidentschaft von Donald Trump lastende Affäre um verdeckte russische Einmischungen in die US-Politik wird durch die junge Russin um einen mit pikanten Details gespickten Handlungsstrang erweitert. In Washington lebte Butina mit einem Republikaner zusammen - der in der Anklage nicht identifizierte Mann ist laut US-Medienberichten der 56-jährige Politikberater Paul Erickson.

Butina benutzte ihren deutlich älteren Liebhaber den Ermittlungen zufolge als Türöffner, um Zugang zu Politikern zu bekommen. Emotional sonderlich zugeneigt war sie ihm offenbar nicht. 

In beschlagnahmten Dokumenten äußere sie sich abschätzig über das Zusammenleben mit dem Mann, berichtet ein Ermittler der Bundespolizei FBI. Die Beziehung sei für sie nur ein "notwendiger Aspekt ihrer Aktivitäten" gewesen. Auch habe sie parallel einer anderen Person "Sex" angeboten, um dafür Zugang zu einer Lobbyistenorganisation zu bekommen.

Maria Butina
Die US-Justiz hat Anklage gegen Maria Butina erhoben - sie soll in den USA für die russische Regierung gearbeitet haben, ohne dies anzuzeigen.
© Uncredited / AP / DPA

Butina hat "Anna Chapman die Schau gestohlen"

Auf die US-Öffentlichkeit übt Butina bereits eine ähnlich faszinierende Wirkung aus wie einst Anna Chapman, die 2010 aufgeflogene - und ebenfalls rothaarige - russische Spionin. Auch der russische Funktionär, der Butinas Aktivitäten steuerte, zog diesen Vergleich: "Fragen Deine Verehrer schon nach Deinem Autogramm? Du hast Anna Chapman die Schau gestohlen", schrieb er einem Gerichtsdokument zufolge an sie. 

Bei diesem von den Behörden ebenfalls nicht namentlich benannten Funktionär handelt es sich zweifellos um Alexander Torschin, einen Unterstützer von Präsident Wladimir Putin und Vizepräsident der russischen Zentralbank. Mit Torschin war Butina oft in den USA unterwegs, vor allem bei der Waffenlobby NRA. 

Die aus der Stadt Barnaul in Westsibirien stammende Butina hatte sich bereits in ihrer Heimat für die Waffenrechte eingesetzt. So ergab sich wohl auch der Kontakt zu Torschin, der ebenfalls Waffen liebt. Er heuerte sie 2011 als Assistentin an. Später reiste Butina mehrfach in die USA, bevor sie sich 2016  mit einem Studentenvisum in Washington niederließ. Dort machte sie kürzlich an der American University einen Master-Abschluss in internationalen Beziehungen. An der Uni erzählte sie relativ offen herum, dass sie eine Putin-Connection habe.

Denkwürdige Begegnung mit Donald Trump

In rechtsgerichteten Zirkeln wurde die gesellige Russin weit herumgereicht. Neben der NRA besuchte sie etwa die Aktivistenkonferenz CPAC und das Nationale Gebetsfrühstück in Washington. Sie lernte republikanische Gouverneure kennen und auch Donald Trump junior, den Sohn des heutigen Präsidenten. Und sie hatte auch eine denkwürdige Begegnung mit Trump senior.

Bei einer Veranstaltung im Juli 2015 in Las Vegas fragte sie den Präsidentschaftsbewerber, ob er die Russland-Sanktionen fortsetzen wolle. Er denke, dass er mit Putin "sehr nett" auskommen werde und die Sanktionen nicht gebraucht würden, antwortete Trump. Die von Butina entlockte Aussage des Präsidentschaftsbewerbers wurde in Moskau zweifellos mit großem Wohlgefallen vernommen.

Torschin war von seiner Mitarbeiterin offenkundig begeistert. "Dein politischer Stern ist am Himmel gestiegen", schrieb er ihr den Ermittlungen zufolge einmal. Nun ist ihr Stern abgestürzt. Eine Freilassung auf Kaution wurde Butina verwehrt, ihr droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

vit / Daniel Jahn AFP

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