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Nach IAEA-Bericht zum Iran Ahmadinedschad will Atomprogramm fortsetzen


Selten hat ein IAEA-Bericht so klare Worte über eine atomare Aufrüstung gefunden: Der Iran soll mit Hilfe eines pakistanischen Wissenschaftlers an Atomwaffen gearbeitet haben. Präsident Mahmud Ahmadinedschad weist den Bericht als "unausgewogen und politisch motiviert" zurück.

Klartext von den Atomwächtern: Der Iran hat nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA an der Entwicklung einer Atombombe gearbeitet. Diese Arbeiten gab es zumindest bis zum vergangenen Jahr. Das geht aus dem bisher umfangreichsten und detailliertesten Iran-Bericht der Behörde hervor, der am Dienstag vorgelegt wurde.

Der Iran hat inzwischen den Bericht als "politisch motiviert, unausgewogen und unprofessionell" zurückgewiesen. Das erklärte der iranische Vertreter bei der IAEA, Ali-Asgar Soltanieh, der iranischen Nachrichtenagentur Fars. "Die internationale Gemeinschaft wird diesen Bericht ebenfalls als politisch motiviert auffassen", sagte Soltanieh. "Dieser Bericht ist gegen die UN-Normen und hat das Ansehen der IAEA beschädigt". Präsident Mahmud Ahmadinedschad zeigte es sich von Drohungen gegen sein Land unbeeindruckt. Der Iran benötige keine Atomwaffen und werde seinen Kurs fortsetzen, sagte er. Nichts könne den Fortschritt im Land aufhalten, bekräftigte der Präsident bei einer Rede in der Stadt Schahrekord, wie der englischsprachige iranische Fernsehsender "Press TV" berichtete.

Iran entwickelt einen nuklearen Sprengkörper

In einem Anhang fassen die Nuklearwächter alle ihnen vorliegenden Informationen zu Tests, Projekten und der Organisation eines möglichen geheimen iranischen Atomwaffenprogramms zusammen. Dieses Programm könnte noch andauern, heißt es. "Die Informationen weisen darauf hin, dass der Iran Arbeiten zur Entwicklung eines nuklearen Sprengkörpers durchgeführt hat", schreibt IAEA-Chef Yukiya Amano.

Unter anderem schlussfolgert die IAEA, dass Wissenschaftler unter der Führung des Verteidigungsministeriums Komponenten für einen atomaren Sprengkopf entwickelt und getestet hätten. Dazu gehörten auch Arbeiten an Komponenten ("Neutron Initiators"), die nukleare Kettenreaktionen auslösen. Zudem gebe es Hinweise auf die Vorbereitung von Atomtests, für die der Iran spezielle Zünder unterirdisch ausprobierte.

Nach der Analyse des Berichts erhielt die Regierung in Teheran die Konstruktionspläne für Atomwaffen von einem Schmuggel-Netzwerk um den pakistanischen Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan. Er habe auch Libyens geheimes Atomprogramm beliefert, schreibt die IAEA.

Israel will Bericht erst studieren - dann reagieren

Israels Oppositionsführerin Zipi Livni zeigte sich alarmiert. "Jetzt, wo die Wahrheit vor den Augen der Welt aufgedeckt wurde, muss Israel die freie Welt mobilisieren, um den Iran zu stoppen." In israelischen Medienberichten war über einen möglichen Militärschlag gegen iranische Atomanlagen spekuliert worden, sollte es neue Hinweise auf ein Atomwaffenprogramm geben. Offiziell reagierte Israel zunächst nicht auf den IAEA-Bericht. Mark Regev, ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, sagte am Dienstagabend, es werde keine "automatische Reaktion" geben. Israel müsse den Bericht erst studieren.

Umgehend wurden Warnungen vor einem Militärschlag laut: Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, drängt im Gespräch mit der "Rheinischen Post" auf ein internationales Nein zu einem militärischen Eingreifen: "Die Möglichkeiten, den Sanktionsdruck auf Teheran weiter zu erhöhen, sind noch lange nicht ausgeschöpft".

swd/DPA DPA

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