Nahost Friedensgespräche abgebrochen


Bei den israelischen Angriffen im Gazastreifen kamen allein am Samstag 60 Palästinenser ums Leben. Mehr als 200 wurden verletzt, darunter auch Kinder. Die UN verurteilte die Eskalation der Gewalt. Die Palästinenserführung sagte die Friedensgespräche mit der israelischen Regierung ab.

Vor dem Hintergrund der israelischen Militäroperation sagte die Palästinenserführung die Friedensgespräche mit der israelischen Regierung ab. Chefunterhändler Ahmed Kureia habe dies der israelischen Außenministerin Zipi Liwni mitgeteilt, bestätigte Liwnis Sprecher Arye Mekel. Israel bedauere diese Entscheidung, die in die Hände der Hamas spiele. Mekel betonte allerdings, dass die Friedensverhandlungen jederzeit wieder aufgenommen werden könnten.

Die israelische Luftwaffe setzte ihre Luftangriffe am Sonntag den fünften Tag in Folge fort. Dabei wurde nach palästinensischen Angaben am frühen Morgen auch der Amtssitz des früheren Ministerpräsidenten Ismail Hanija in Gaza schwer beschädigt. Nach Berichten des israelischen Onlinedienstes Y-Net bestätigte die Armee den Angriff. Außerdem seien Werkstätten, in denen militante Palästinenser Waffen hergestellt hätten, attackiert worden, hieß es. "Israel hat eine rote Linie überschritten", zitierte Y-Net einen Hamas-Sprecher nach dem Angriff auf Hanijas Amtssitz.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Eskalation der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern aufs Schärfste verurteilt. "Ich rufe alle Seiten dazu auf, weitere tödliche Zusammenstöße zu vermeiden", sagte er am Samstagabend (Ortszeit) vor dem UN-Sicherheitsrat, der in New York zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengetreten war. Zuvor waren im Gazastreifen bei israelischen Militäreinsätzen 60 Palästinenser getötet und 200 weitere verletzt worden. Auch zwei israelische Soldaten kamen ums Leben. Israel reagierte mit den Militäreinsätzen auf den Raketenbeschuss seiner Grenzgebiete durch militante Palästinenser. Die Palästinenserführung sagte angesichts der Opferzahlen die nächste Runde der Friedensverhandlungen ab.

Auch Kinder wurden getötet

"Wir verurteilen die palästinensischen Raketenangriffe und verlangen die unverzügliche Einstellung dieser terroristischen Handlungen, die keinen Zweck haben, außer israelische Zivilisten in Gefahr zu bringen und das palästinensische Volk ins Unglück zu stürzen", sagte Ban in der öffentlichen Sitzung des Sicherheitsrates. Jedoch verurteile er, auch wenn er Israels Recht zur Selbstverteidigung anerkenne, die "unverhältnismäßig überzogene Gewaltanwendung", die so viele Zivilisten - darunter viele Kinder - getötet und verletzt habe.

Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums kamen bei den israelischen Angriffen im Gazastreifen allein am Samstag 60 Palästinenser ums Leben. Mehr als 200 wurden verletzt. Es handele sich um die höchste Opferzahl bei einem israelischen Militäreinsatz seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967. Israelische Soldaten waren mit Panzern in die Stadt Dschabalia eingerückt. Dort kam es zu Kämpfen mit militanten Palästinensern. Auch wurden wiederholt Luftangriffe geflogen. Unter den Opfern waren nach palästinensischen Angaben mindestens elf Kinder.

DPA DPA

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