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Proteste in Oman und Jemen: Neue Unruhen erschüttern arabische Welt

Die Aufstände in Nordafrika breiten sich zusehends auch auf der arabischen Halbinsel aus: In Oman treibt die Armee Demonstranten mit Panzern auseinander. Im Jemen fordern Zehntausende den Rücktritt von Präsident Saleh. Dieser gibt Israel und den USA die Schuld für die Revolten.

Nach den heftigen Auseinandersetzungen in den nordafrikanischen Staaten Tunesien, Ägypten und Libyen erfassen die regimefeindlichen Aufstände auch zunehmend den Süden der arabischen Halbinsel. In Jemens Hauptstadt Sanaa gingen am Dienstag Zehntausende Menschen auf die Straße und forderten den Rücktritt von Präsident Ali Abdallah Saleh. "Das Volk will den Sturz des Regimes, das Volk will den Rücktritt von Ali Abdallah Saleh", riefen die Menschen in Sprechchören.

"Von USA und Israel inszeniert"

Die Demonstranten folgten mit ihren Protesten dem Aufruf der Opposition zu einem "Tag des Zorns" und blockierten drei Straßen, die zu einem großen Platz nahe der Universität Sanaas führen. Dort campieren seit mehr als einer Woche Studenten und pro-demokratische Demonstranten. Die Protestierenden haben ihn "Platz der Freiheit" getauft.

Noch während der Proteste hielt Saleh selbst auf dem Campus eine Rede vor Journalisten, in der er Israel und den USA vorwarf, hinter den Revolten in der gesamten arabischen Welt zu stecken. Die Proteste "von Tunis bis zum Sultanat Oman" seien ein "Sturm, der unter der Aufsicht Washingtons in Tel Aviv inszeniert wurde", sagte er.

Sturm erfasst auch Oman

Unterdessen setzte das Militär im benachbarten Sultanat Oman Panzer ein, um Hunderte Demonstranten in Sohar auseinanderzutreiben. Sie hatten den Zugang zu einer Brücke und eine Hauptstraße in Richtung der Hauptstadt Maskat blockiert und juristische Ermittlungen gegen in ihren Augen korrupte Minister gefordert. Außerdem verlangten sie mehr Arbeitsplätze und höhere Löhne.

Auch in anderen omanischen Städten wie Salala im Süden und in der Oasenstadt Buraimi im Norden des Landes gingen am Dienstag Hunderte Menschen auf die Straße. Am Montag war es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und regierungskritischen Demonstranten gekommen, als diese eine Polizeistation stürmen wollten. Die Beamten setzten Tränengas ein.

fw/AFP / AFP