SELBSTMORDANSCHLAG Viele Opfer bei Explosion in einem Bus in Tel Aviv


Beim zweiten Bombenanschlag in Israel binnen zwei Tagen hat ein Selbstmordattentäter am Donnerstag fünf Menschen mit in den Tod gerissen.

Fünf Tote und 49 Verletzte

Beim zweiten Bombenanschlag in Israel binnen zwei Tagen hat ein Selbstmordattentäter am Donnerstag fünf Menschen mit in den Tod gerissen. Mindestens 49 weitere Personen wurden bei dem Attentat auf einen Bus im Stadtzentrum von Tel Aviv zum Teil schwer verletzt. Zunächst bekannte sich niemand dazu. Die Europäische Union und die Bundesregierung verurteilten den Anschlag. Am Mittwoch hatte ein Attentäter im Norden Israels einen Polizisten und sich selbst getötet.

Die Explosion ereignete sich zur Mittagszeit vor einer der größten Synagogen Tel Avivs in der belebten Geschäftsstraße Allenby Street. Verteidigungsminister Benjamin Ben Elieser besuchte den Tatort am Nachmittag und beriet mit Armeekommandeuren über eine mögliche Reaktion auf den Anschlag. Ein Sprecher der militanten Hamas-Organisation, Ismail Abu Schanab, erklärte, er rechne mit weiteren Anschlägen. Zu dem Attentat vom Donnerstag bekannte er sich jedoch nicht.

Der Außenpolitische Repräsentant der EU, Javier Solana, erklärte in Brüssel: »Dieser moralisch widerliche Angriff kann nur die Bemühungen für Dialog, Frieden und Aussöhnung unterlaufen, die diese Region braucht.« Bundesaußenminister Joschka Fischer erklärte, die deutsche Regierung verurteile »diese heimtückischen und sinnlosen Akte der Gewalt auf das Schärfste«. Die Anschläge seien das Werk der Feinde des Friedens und schadeten der palästinensischen Sache.

Zwölfjähriger Palästinenser erschossen

Die palästinensische Autonomiebehörde erklärte, sie verurteile alle Anschläge gegen Zivilisten, ob gegen Israelis oder Palästinenser. Das Attentat von Tel Aviv widerspreche den nationalen Interessen der Palästinenser.

Israelische Soldaten erschossen am Donnerstag im Westjordanland einen zwölfjährigen Palästinenser. Die Mutter von Abdel Salam Samrin sagte in Ramallah, ihr Mann habe den Jungen trotz des Ausgehverbots zum Zigarettenholen geschickt. Nur fünf Minuten später habe sie die Leiche ihres Kindes gesehen. »Er lag dort auf der Straße mit sechs Schüssen in der Brust«, sagte sie unter Tränen.

Der Augenzeuge Amar Samir erklärte, der Junge habe gerade eine Straße überquert, als er einen israelischen Panzer in der Nähe gesehen habe: »Er rannte weg und versuchte, sich hinter einer Mauer zu verstecken, und sie haben angefangen, auf ihn zu schießen.« In Ramallah und den meisten anderen palästinensischen Städten im Westjordanland hat die israelische Armee Ausgehverbote verhängt, die oft nur stundenweise aufgehoben werden.

Zwei Häuser von israelischer Armee zerstört

Mit Bulldozern zerstörte die israelische Armee östlich von Jerusalem zwei Häuser, in denen die Familien zweier Selbstmordattentäter lebten. Bei den Betroffenen in Abu Dis handelte es sich um Osama Nidbahar und Nabil Chaldaija. Die beiden Palästinenser hatten sich am 1. Dezember in einer belebten Fußgängerzone in Jerusalem in die Luft gesprengt und elf Passanten mit in den Tod gerissen.

Der Oberste Gerichtshof lehnte vergangene Woche eine Petition der Familien ab, mit der sie den Abriss der Häuser zu verhindern versuchten. Die Angehörigen der Attentäter hatten erklärt, sie hätten nichts von deren Absichten gewusst.

Beim ersten Selbstmordanschlag seit sechs Wochen in Israel waren am Mittwoch der Attentäter und ein israelischer Polizist getötet worden. Zu der Tat hatte sich die Organisation Islamischer Dschihad bekannt.


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