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Syrien: Granatenangriff auf Assads Partei

Kein Ende der Gewalt in Syrien: In ein Gebäude der Baath-Partei schlugen Granaten ein. In der Nacht war ein Ultimatum der Arabischen Liga gegen Präsident Assad abgelaufen. Dieser will notfalls "kämpfen und sterben".

Im Morgengrauen waren erst Explosionen zu hören, dann stieg Rauch aus dem Gebäude auf: In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist erstmals ein Gebäude der regierenden Baath-Partei mit Granaten angegriffen worden. Das Haus im Zentrum der Stadt sei von mehreren Geschossen getroffen worden, teilte die syrische Opposition mit. Präsident Baschar al Assad ließ derweil ein Ultimatum der Arabischen Liga verstreichen.

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Die britische BBC berichtete, dass von außen kein Schaden an dem Gebäude zu erkennen sei.

Clinton warnt vor Bürgerkrieg

Mit dem Angriff verschärft sich der Konflikt zwischen Regierung und Opposition weiter. In einem Interview mit der britischen Zeitung "Sunday Times" machte der syrische Präsident deutlich, dass sich Damaskus nicht dem Druck aus dem Ausland beugen werde. Im Falle einer ausländischen Intervention werde er "kämpfen und sterben", sagte er. Er warnte zugleich, ein solcher Militäreinsatz würde die gesamte Region destabilisieren.

US-Außenministerin Hillary Clinton warnte vor einem Bürgerkrieg in Syrien. Bereits vor der jüngsten Eskalation hatte sie das Szenario eines Bürgerkrieges in Syrien beschworen. Der TV-Sender NBC zitierte Clinton mit den Worten, Präsident Assad habe mit seinem Vorgehen gegen die Opposition "das Volk provoziert, gegen das Regime Waffen zu ergreifen".

Die syrische Regierung sollte sich bis zum späten Samstagabend entscheiden, ob sie Beobachter der Arabischen Liga ins Land lässt. Nachdem es diese Frist verstreichen ließ, drohen dem Regime nun Sanktionen seitens der früheren arabischen Partner. Die syrische Regierung forderte zuletzt in einem Brief an den Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, Änderungen an dem Protokoll der Liga, das die Einzelheiten dieser Beobachtermission regeln soll. Ein arabischer Diplomat sagte, dass die Organisation dies zurückgewiesen habe.

Erneute Angriffe auf Protesthochburg

In der Vorwoche hatten Deserteure der syrischen Armee nach eigenen Angaben einen Militärposten bei Damaskus sowie in der Stadt Hama angegriffen. Oppositionsanhänger berichteten am Wochenende von erneuten Angriffen auf die Protesthochburg Homs. Am Samstag kamen demnach landesweit 13 Oppositionelle ums Leben, die Zahl der Verletzten wurde von Aktivisten mit rund 140 angegeben. Zudem seien vier Angehörige des syrischen Geheimdienstes in der Provinz Hama getötet worden. Seit Beginn der Proteste im März kamen in Syrien Schätzungen zufolge mehr als 3500 Menschen ums Leben.

lea/DPA / DPA