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Nach Schüssen im Stadtzentrum Terror mitten in Wien: Auch nach Stunden noch keine Entwarnung

Politiker reagieren geschockt auf den Terror in Wien
Sehen Sie im Video: "Wir dürfen nicht dem Hass weichen" – Politiker reagieren geschockt auf den Terror in Wien.
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Mitten in der österreichischen Hauptstadt fallen Schüsse, es gibt mehrere Tote und Verletzte. Kanzler Kurz spricht von einem "widerwärtigen Terroranschlag". Einer der Tatorte befindet sich nahe einer Synagoge.

Bei einem Terrorangriff in der Wiener Innenstadt sind am Montagabend mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Die österreichische Polizei sprach am späten Abend von mindestens zwei Toten, darunter auch einer der Täter. Mindestens 15 Menschen wurden mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Der Angriff hatte gegen 20.00 Uhr in einem Ausgehviertel begonnen, wo kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren viele Menschen unterwegs waren. Dort befindet sich auch eine Synagoge. Die Hintergründe waren auch nach Stunden noch unklar.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz verurteilte den Angriff als "widerwärtigen Terroranschlag". "Es ist der Polizei gelungen, einen Täter auszuschalten, aber es sind nach wie vor mehrere Täter auf der Flucht", sagte er am späten Abend im ORF. Auch nach Mitternacht gab es noch keine Entwarnung. Das gesamte Zentrum der österreichischen Hauptstadt war weiträumig abgesperrt. An die zwei Millionen Einwohner appellierten die Behörden, zu Hause zu bleiben. Neben der Polizei waren auch Soldaten im Einsatz.

Polizei: Es gab sechs Tatorte

Der Polizei zufolge gab es sechs verschiedene Tatorte. An dem Angriff seien mehrere Täter mit "Langwaffen" beteiligt gewesen. Die ersten Schüsse seien in der Seitenstettengasse abgegeben worden, einer belebten Straße im Zentrum. Dort befindet sich auch die Synagoge. Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, schrieb auf Twitter, es könne nicht gesagt werden, ob sie eines der Ziele war. "Fest steht allerdings, dass sowohl die Synagoge (...) als auch das Bürogebäude an derselben Adresse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse nicht mehr in Betrieb und geschlossen waren."

Auf Videos, die der Privatsender Oe24 ausstrahlte, war ein maskierter Schütze zu sehen, der auf offener Straße zumindest zwei Schüsse auf einen Mann abfeuerte. Ein anderes Video zeigte eine große Blutlache vor einem Restaurant. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig sagte im ORF, womöglich habe einer der Angreifer einen Sprengstoffgürtel getragen. Bei dem Angriff sei "wahllos auf Personen in den Lokalen" geschossen worden - vor allem auf Menschen, die draußen saßen.

Bundeskanzler Kurz forderte die Bevölkerung auf, weiter an einem sicheren Ort zu bleiben. "Ob es möglich ist, morgen in der Früh ganz normal das öffentliche Leben aufzunehmen, das wird stark von der heutigen Nacht abhängen und ob es gelingt, die Verdächtigen zu fassen beziehungsweise auszuschalten." Ein antisemitischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden. Zugleich fügte er hinzu: "Wir können zu dem Hintergrund noch nicht wirklich etwas sagen."

Bundespräsident Van der Bellen: Werden Freiheit und Demokratie verteidigen

Die Polizei rief die Bevölkerung ebenfalls dazu auf, öffentliche Plätze zu meiden. "Wir sind mit allen möglichen Kräften im Einsatz. Bitte meiden Sie alle öffentlichen Plätze im Stadtgebiet", hieß es bei Twitter. Zudem wurde darum gebeten, übers Internet keine Gerüchte zu verbreiten. "KEINE Videos und Fotos in sozialen Medien posten, dies gefährdet sowohl Einsatzkräfte als auch Zivilbevölkerung!"

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen versicherte auf Twitter: "Wir werden unsere Freiheit und Demokratie gemeinsam und entschlossen mit allen gebotenen Mitteln verteidigen." Auch international wurde der mutmaßliche Anschlag von zahlreichen Spitzenpolitikern verurteilt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb auf Deutsch auf Twitter: "Nach Frankreich ist es ein befreundetes Land, das angegriffen wird. Dies ist unser Europa. Unsere Feinde müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wir werden nichts nachgeben." In Frankreich hatte es in den letzten Wochen drei Anschläge gegeben, die Ermittler gehen jeweils von einem islamistischen Hintergrund aus.

tis DPA

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