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Ukraine-Konflikt: USA senden 3000 Soldaten ins Baltikum

Während sich die Krise in der Ostukraine weiter zuspitzt, zeigt die Nato auf dem Baltikum Stärke: 3000 Soldaten entsenden allein die USA. Sie sollen die Truppen in der Region unterstützen.

US-Kampfgerät wird in Riga ausgeladen

US-Kampfgerät wird in Riga ausgeladen

Angesichts der Ukraine-Krise schicken die USA rund 3000 Soldaten zu Manövern ins Baltikum. Sie sollen sich demnächst in Marsch setzen und an Übungen in Estland, Lettland und Litauen teilnehmen, sagte Pentagonsprecher Major James Brindle am Montag. Die Entsendung sei Teil einer bereits geplanten Truppenrotation zur Stärkung der Nato in der Region. Rund 750 Panzer und anderes schweres Gerät seien bereits in der Region eingetroffen.

US-Präsident Barack Obama warnte vor einem Scheitern des Minsker Waffenstillstands-Abkommens für die Ostukraine. Wenn es nicht strikt überwacht und umgesetzt werde, "werden diese Vereinbarungen bedeutungslos", sagte er bei einem Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk am Montag im Weißen Haus. Dieser fügte hinzu, dass die gemeinsamen Feinde von EU und USA nicht nur Europa teilen, sondern auch zwischen die transatlantischen Partner einen Keil treiben wollten.

Ruf nach Lieferung defensiver Waffen

Das Minsker Abkommen war von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Präsidenten Frankreichs, Russlands und der Ukraine, François Hollande, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, in der weißrussischen Hauptstadt ausgehandelt worden. Während Obama diesem Friedensprozess eine Chance geben will, wird die Diskussion um härtere Schritte gegenüber Russland in Washington längst offen geführt.

Im Kongress und im Pentagon werden etwa die Rufe nach der Lieferung defensiver Waffen an das ukrainische Militär immer lauter. Obama hatte noch im Februar betont, dass die Lieferung von sogenannten Defensiv-Waffen an die Ukraine als eine Option geprüft werde, sollten diplomatische Bemühungen scheitern. Eine Entscheidung ist bisher noch nicht gefallen.

she/DPA / DPA