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UN-Bericht Ukraine-Krise forderte bislang mehr als 3600 Todesopfer


Die Feuerpause in der Ukraine hat bisher keine reelle Entspannung gebracht. Mehr als 330 Menschen starben während der Waffenruhe nach UN-Angaben. Nach Ansicht der OSZE verschärft sich die Lage sogar.

Allein seit Beginn der Feuerpause Anfang September sind in der Ostukraine mindestens 331 Menschen ums Leben gekommen. Diese Zahl nannten die Vereinten Nationen in Genf. Die Zahl der Toten in dem Konflikt zwischen der prowestlichen Führung in Kiew und prorussischen Separatisten sei damit auf mindestens 3660 gestiegen, wie aus einem Bericht des UN-Büros für Menschenrechte hervorgeht. Etwa 8800 Menschen seien verletzt worden.

Personal der OSZE soll aufgestockt werden

Die Ostukraine-Mission der OSZE soll auf bis zu 500 Beobachter ausgeweitet werden. Nach Angaben des russischen OSZE-Botschafters Andrej Kelin mangelt es aber an ausreichend qualifizierten Bewerbern, die Erfahrung als Soldaten oder Polizisten mitbringen. Bislang seien 231 Beobachter ausgewählt, sagte er. Die OSZE in Kiew sprach von einer "zunehmend verschärften Lage" in der Ostukraine. "Die Situation verschlechtert sich täglich", sagte ihr Sprecher Michael Bociurkiw.

Die moskautreuen Aufständischen halten einen Einsatz von Bundeswehrsoldaten für die OSZE-Mission für möglich. "Ich schließe nichts aus, aber wir müssen zunächst darüber verhandeln", sagte Separatistenführer Andrej Purgin in Donezk. Nach seiner Darstellung könnten die Beobachter sogar bewaffnet sein. Dafür müsse aber zunächst das bisherige Mandat der OSZE-Mission geändert werden, das den Beobachtern das Tragen von Waffen verbietet. Das laufende Mandat würde den Anforderungen des Einsatzes nicht gerecht, behauptete Purgin.

Täglich neue Todesofper

Die geplante Verwendung von Drohnen zur Überwachung der Waffenruhe stößt bei den Separatisten auf Skepsis. Es bestehe der Verdacht, dass die Erkenntnisse der OSZE-Beobachter dem ukrainischen Militär einen strategischen Vorteil verschaffen könnten, sagte Miroslaw Rudenko, einer ihrer Anführer.

Nach Angaben der Stadtverwaltung in der Separatistenhochburg Donezk starben in der Nacht drei Zivilisten, vier weitere Menschen wurden verletzt. Die Aufständischen berichteten zudem von zwei Toten bei Beschuss eines Restaurants und neun Verletzten, als ein Geschoss einen Supermarkt traf. Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat in Kiew sprach zusätzlich von drei getöteten Soldaten. Zwölf weitere Armeeangehörige wurden bei Gefechten in der Ostukraine verletzt.

Waffenruhe nicht eingehalten

Die Aufständischen brüsteten sich mit massiven Gebietsgewinnen während der Feuerpause. Die militanten Gruppen hätten der Armee seit Anfang September 38 Orte kampflos abgerungen, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko dem russischen Magazin "Russki Reporter". Die Regierungseinheiten würden aber permanent gegen die vereinbarte Waffenruhe verstoßen. "Wir schießen nur zurück", behauptete er. Der ukrainische Verteidigungsminister Waleri Geletej teilte indes mit, die Regierungstruppen würden täglich bis zu 50 Mal beschossen.

Ausdrücklich dankte Sachartschenko, der als eine Leitfigur der Rebellen gilt, Kremlchef Wladimir Putin für seine Unterstützung. Trotz der wiederholt aufflammenden Kämpfe bewertet Russland die Entwicklung im Unruhegebiet aber positiv. "Niemand hat damit gerechnet, dass die Waffenruhe von der ersten Minute an umgesetzt würde", sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Die Zusammenstöße zwischen den Konfliktparteien würden abnehmen. Lawrow forderte die Führung in Kiew zu einem "nationalen Dialog" über eine Beilegung der tiefen Krise auf.

Zur Unterstützung der notleidenden Menschen in dem Konfliktgebiet traf der Hilfskonvoi der Bundesregierung in Kiew ein. 98 Lastwagen hätten die Hauptstadt bereits erreicht, die restlichen 14 Fahrzeuge seien auf dem Weg in die Metropole, sagte Lyssenko. Die Unterstützung für den Donbass - unter anderem Heizgeräte und Decken - soll kommende Woche verteilt werden.

yps/DPA DPA

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