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US-Wahl 2020 Pennsylvania, Wisconsin, Michigan and Georgia: Briefwahl-Stimmen machen Ergebnis noch lange unberechenbar


Nach einer spannenden Nacht haben jetzt die letzten Wahllokale in den USA geschlossen. Ob Donald Trump oder Joe Biden gewinnt, ist völlig offen. Denn Tausende Stimmen in vier wichtigen Staaten müssen aufwändig gezählt werden.

Journalisten in den USA nennen sie die "Battleground States",  also Staaten, in denen ein besonders erbitterter Kampf um die US-Präsidentschaft stattfindet: Pennsylvania, Wisconsin, Michigan and Georgia. In diesen Staaten dürfte der Wahlsieger noch lange nicht feststehen. Der Grund ist der extrem hohe Anteil der Briefwahl-Stimmen. Viele Wähler wollten aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus lieber in den sichereren vier Wänden zu Hause abstimmen als im Wahllokal.

Zwar stehen Ergebnisse aus einigen anderen US-Bundesstaaten schon fest, aber das Rennen ist eng. Am Mittwochmorgen gab es nach einer spannenden Wahlnacht noch keinen Sieger.

Auch dass Amtsinhaber Donald Trump sich bereits zum Sieger erklärte, ändert nichts an der Tatsache, dass vor allem in jenen vier wichtigen Staaten Hunderttausende möglicherweise entscheidende Stimmen noch nicht ausgezählt sind. Aus großen Städten in Georgia und Pennsylvania meldeten Journalisten auf Twitter, dass erst nach der Nacht weiter gezählt würde. Beim Fernsehsender Fox sagte ein Statistiker, dass er nicht mehr in der Nacht mit einem Ergebnis aus Georgia, Michigan, Wisconsin oder Pennsylvania rechne. Zuletzt kam das Ergebnis aus dem umkämpften Staat Arizona: Biden gewann hier, meldeten US-Medien am Morgen. Arizona hatte lange als sichere Bastion der Republikaner gegolten. 2016 hatte Trumps Partei den Staat im Südwesten gewonnen.

Alle Wahllokale inzwischen geschlossen

Inzwischen sind die Wahllokale in allen Bundesstaaten geschlossen. Auf den zu Alaska gehörenden Aleuten konnten die Wähler bis 7 Uhr MEZ persönlich ihre Stimme abgeben.

Kurz zuvor schlossen die Lokale im restlichen Alaska, auf Hawaii und an der US-Westküste. Weil sich die USA über mehrere Zeitzonen erstreckt, zog sich die Schließung der Wahllokale über mehrere Stunden.

In Pittsburgh und dem Rest von Allegheny County in Pennsylvania wollen sich Wahlhelfer wieder ab 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr MEZ) treffen. Aus Philadelphia hatte es Meldungen gegeben, wonach dort von 9 Uhr an wieder Ergebnisse verkündet werden könnten. Auch in Atlanta im Bundesstaat Georgia sollte es erst am Morgen weitergehen. 

Spezielle Regeln machen Auszählung zur langwierigen Prozedur

In einigen Staaten der USA darf erst am Wahltag mit der Auswertung der Briefwahlstimmen begonnen werden, das führt zu den Verzögerungen. Teils ist dabei der Abgleich von Unterschriften mit Wählerverzeichnissen vorgeschrieben. In einigen weiteren Staaten werden außerdem auch noch Stimmen ausgezählt, die einige Tage nach der Wahl eingehen. Hier zählt dann der Poststempel, der spätestens vom Wahltag stammen muss. Die Wahlleiter mehrerer Staaten im Mittleren Westen hatten im Vorfeld angekündigt, dass die korrekte Auszählung einige Tage dauern könnte. Offen waren auch noch die endgültigen Ergebnisse aus North Carolina.

Zuletzt hatten sich am frühen Morgen aber positive Zeichen für Joe Biden gemehrt, unter anderem, weil er einzelne Wahlleute in Nebraska und Maine gewann – die Staaten folgen nicht dem sonstigen US-System, wonach alle Wahlleute eines Staates einem einzigen Kandidaten zugeschlagen werden. 

Joe Biden nicht so stark wie vor der Wahl prognostiziert

Biden muss diesen Boden auf Amtsinhaber Trump gut machen. Ihm gelang nicht der von einigen Experten prognostizierte hohe Sieg – die Entscheidung läuft stattdessen nun auf die Staaten des Mittleren Westens hinaus. Wegen der Corona-Pandemie ist es in diesem Jahr schwierig, den Auszählungsstand während der Wahlnacht einzuschätzen. Viele Biden-Anhänger hatten erklärt, per Briefwahl abstimmen zu wollen. Wähler von Präsident Trump wollten eher am Wahltag ihr Votum abgeben. Die Bundesstaaten haben unterschiedliche Methoden dafür, wann sie welche Stimmen auszählen, so dass große Umschwünge im Laufe der Wahlnacht möglich sind.

anb DPA AFP

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