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Internet-Chat: Attentäter von Ansbach und Würzburg: Letzte Kontakte in den Nahen Osten

Die Hinweise, dass die Attentäter von Ansbach und Würzburg Kontakte zum IS gehabt haben, verdichten sich. Laut den Ermittlungen haben beide kurz vor der Tat mit einer Kontaktperson im Nahen Osten gechattet.

Mohammad D., der Attentäter von Ansbach

Bekam letzte Hinweise für sein Attentat per Chat aus dem Nahen Osten, aber nicht aus Saudi Arabien: Mohammad D., der Attentäter von Ansbach

Die möglichen Anweisungen für den Ansbacher Selbstmord-Attentäter kamen aus dem Nahen Osten. Woher genau, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Donnerstag zunächst nicht mit. Die Ermittler kennen derzeit auch nicht die Person, um die es geht, sagte der CSU-Politiker in Gmund am Tegernsee. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte den Anschlag für sich reklamiert. Ein ähnliches Muster zeigt sich offenbar beim Anschlag in einem Regionalzug nahe Würzburg.

Herrmann hatte zum Ansbacher Anschlag schon am Mittwoch erklärt, es gebe Hinweise, dass der 27-jährige Täter aus Syrien noch kurz vor der Explosion einer Bombe in seinem Rucksack über einen Internet-Chat in Kontakt mit einem Unbekannten gestanden habe. Am Donnerstag präzisierte Herrmann: Unmittelbar vor dem Anschlag habe der Unbekannte dem Täter konkrete Anweisungen gegeben, was er tun solle, wie er sich verhalten solle.


Chat-Partner gab Hinweise für Tat in Ansbach

"Der Gesprächspartner wusste genau, worum es geht", sagte Herrmann. Er habe beispielsweise gewusst, dass der 27-Jährige Sprengstoff dabei hatte. Als dieser von Sicherheitsleuten in der Nähe des mutmaßlichen Anschlagsziels, einem Musikfestival, berichtet habe, habe der Unbekannte gesagt, er solle sich ein Schlupfloch suchen oder einfach durchgehen.

Der Flüchtling aus Syrien war am Sonntag bei der Explosion einer Bombe in seinem Rucksack gestorben. Er war mehrfach in psychiatrischer Behandlung und soll auch zweimal versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Nach Angaben von Sozialministerin Emilia Müller (CSU) war seine Traumatherapie monatelang unterbrochen. Sie sei im Januar 2016 zunächst beendet und erst vor wenigen Wochen fortgesetzt worden, sagte Müller am Donnerstag in Gmund.

Auch Würzburg-Attentäter soll Kontakt in den Nahen Osten gehabt haben

Auch der Würzburger Axt-Angreifer hatte offenbar bis unmittelbar vor der Tat Kontakte in den Nahen Osten. Wie der Ansbacher Attentäter hatte auch er bis wenige Minuten vor der Tat Kontakt mit einer unbekannten Person oder Organisation gehabt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Ermittlerkreisen.

"Wer das war, können wir aber noch nicht sagen", hieß es. Man wisse allerdings, dass sich die Kontaktperson im Nahen Osten aufhielt. Zu schaffen macht den Ermittlern, dass der Verlauf der Kommunikation verschlüsselt war.

In einem Regionalzug bei Würzburg hatte der 17-jährige Flüchtling am Montag vergangener Woche vier Menschen mit einer Axt und einem Messer attackiert. Auf seiner Flucht wurde der Jugendliche von der Polizei erschossen.