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Castor-Zug: Atommüll-Transport in Deutschland erwartet

Der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Müll setzt sich nach einem Stopp in Frankreich wieder in Bewegung. Das berichtet Francois Mativet vom französischen Netzwerk Atomausstieg.

Er ist dabei, loszufahren", so Francois Mativet gegenüber der dpa. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür jedoch nicht.

Der mit elf Spezialbehältern beladene Zug, der am Mittwoch im französischen Valognes gestartet war, hatte am Donnerstag in der lothringischen Gemeinde Rémilly rund 65 Autokilometer südwestlich von Saarbrücken eine Pause eingelegt. Wann und wo er genau die französisch-deutsche Grenze passiert, war zunächst offen. Der Zug bringt deutschen Atommüll aus La Hague nach Gorleben.

Im Saarland stellen sich die Sicherheitskräfte auf eine Ankunft des mit elf Spezialbehältern beladenen Zuges am Mittag ein. Dort planen Atomkraftgegner mehrere Aktionen. Alternativ könnte der Zug aber auch die Strecke über das pfälzische Berg oder Kehl in Baden-Württemberg nehmen. Eine offizielle Bestätigung für die Streckenführung gibt es aus Sicherheitsgründen nicht.

Im niedersächsischen Wendland kam es bereits am Donnerstagabend zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Atomkraftgegnern und der Polizei. In dem Örtchen Metzingen - rund 30 Kilometer von Gorleben entfernt - wurden zwei Wasserwerfer eingesetzt. Atomkraftgegner warfen bei einer Straßenblockade Steine, Farbbeutel und Böller. Es gab Verletzte auf beiden Seiten.

Nach Angaben der Polizei mussten acht Beamte wegen Verletzungen durch Steinwürfe und Reizgas behandelt werden. Atomkraftgegner sprachen von 20 durch Pfefferspray verletzten Demonstranten, eine Frau habe Prellungen erlitten. Vier Castorgegner wurden laut Polizei festgenommen.

Nach dem Vorfall in Metzingen sei die Nacht im Wendland ruhig verlaufen. «Die Lage ist, dass wir keine Lage mehr haben», sagte ein Polizeisprecher am frühen Morgen der Nachrichtenagentur dpa. Atomkraftgegner haben aber bereits weitere Protestaktionen an den Schienen angekündigt, um den Castor-Transport aufzuhalten.

Am Donnerstag protestierten Atomkraftgegner in Rheinland-Pfalz und Hessen friedlich an möglichen Streckenabschnitten gegen den Atomzug. Im pfälzischen Berg versammelten sich nach Angaben der Polizei rund 250 Demonstranten.

In Nordhessen verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf Signalanlagen der Bahn. Die Flammen beschädigten Leitungen, die für die Steuerungen von Signalen und Weichen zuständig sind. Ob die Tat mit dem Castor-Transport in Verbindung steht, war aber bis zum Freitagmorgen nach Polizeiangaben noch unklar.

Der Atommüll-Zug hatte am Donnerstagvormittag die französische Gemeinde Rémilly rund 65 Autokilometer südwestlich von Saarbrücken erreicht. Nach Greenpeace-Angaben deutete ein ungewöhnlich großes Polizeiaufgebot bereits auf einen längeren Halt hin. Offenbar sollten in Rémilly auch das Zugpersonal und die Lokomotive ausgetauscht werden.

Wenn der Zug die Strecke Richtung Saarbrücken nimmt, würde er über Neunkirchen Richtung Rheinland-Pfalz weiterfahren. In der saarländischen Stadt würden dann voraussichtlich deutsche Polizisten die Transport-Bewachung von den französischen Kollegen übernehmen.

Der Transport des Atommülls nach Gorleben ist seit Jahrzehnten umstritten. Greenpeace und andere Organisationen halten den Salzstock an der früheren DDR-Grenze für zu unsicher, um hier den Müll für immer in rund 800 Metern Tiefe zu lagern. Seit vielen Jahren gibt es daher Proteste gegen Castor-Transporte in das nahe des Salzstocks gelegene oberirdische Zwischenlager, wo der Müll bis zur Endlagerung abkühlen soll.

Der laufende Transport ist der letzte mit hoch radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Frankreich Richtung Gorleben. Bundesregierung und Energieversorger hatten sich bereits vor Jahren darauf verständigt, vom 1. Juli 2005 an keine abgebrannten Brennelemente wieder aufarbeiten zu lassen. Die Bundesrepublik ist jedoch verpflichtet, den bereits früher ins Ausland transportierten Atommüll zurückzunehmen.

DPA / DPA