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Die Morgenlage: Bundesregierung will umfassende Corona-Notpakete beschließen

Abe zieht Verschiebung von Olympischen Spielen in Betracht +++ Corona-Hilfspaket vorerst im US-Senat gescheitert +++ EU-Außenminister beraten über Rückholaktionen für Gestrandete +++ Die News zum Start in den Tag bei stern.de

Neue Corona-Maßnahmen: Angela Merkel bei der Pressekonferenz

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

gestern trat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor die Presse, um die neuesten Regeln im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorzustellen. Ansammlungen von mehr als zwei Personen werden grundsätzlich verboten. Ausgenommen werden sollen Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen. In der Öffentlichkeit muss ein Abstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen eingehalten werden, Friseure und Kosmetikstudios sollen geschlossen werden. Gleichzeitig muss sich die Kanzlerin nun selbst in häusliche Quarantäne begeben. Sie sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Dennoch will heute das Bundeskabinett umfassende Corona-Notpakete schnüren. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Klinische Tests von vier Mitteln gegen Coronavirus in Europa begonnen

In Europa beginnen klinische Tests von vier experimentellen Methoden zur Behandlung von Covid-19. Bei den Tests an rund 3200 Versuchspersonen kämen die Mittel Remdesivir, Lopinavir sowie Ritonavir mit oder ohne die Wirkstoffe Interferon Beta und Hydroxychloroquin zum Einsatz, teilte die französische staatliche Forschungseinrichtung Inserm mit. Getestet werden soll demnach an Patienten in Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind und deswegen in einem Krankenhaus behandelt werden. Bislang sind keine Medikamente für die Behandlung des neuartigen Coronavirus zugelassen. In aller Welt forschen Institute und Firmen an Mitteln gegen den Erreger der Lungenkrankheit Covid-19.

Corona-Hilfspaket vorerst im US-Senat gescheitert

Das zur Bekämpfung der Corona-Krise geplante gigantische US-Hilfspaket ist vorerst im Senat gescheitert. Bei einer ersten Abstimmung über Verfahrensfragen verweigerten am Sonntag die oppositionellen Demokraten ihre Zustimmung: Statt der notwendigen 60 gab es nur 47 Ja-Stimmen und ebenso viele Nein-Stimmen. Die abschließende Abstimmung über das bis zu zwei Billionen Dollar (1,869 Billionen Euro) schwere Hilfspaket sollte eigentlich heute stattfinden.

Abe zieht Verschiebung von Olympischen Spielen in Betracht

Der japanische Premierminister Shinzo Abe hat erstmals eine Verschiebung der Olympischen Sommerspiele wegen der Corona-Krise in Betracht gezogen. Vor dem Parlament in Tokio sagte er, dass damit gerechnet werden müsse. Von einer Absage könne aber keine Rede sein. Die endgültige Entscheidung aber liege beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Das IOC will binnen von vier Wochen Klarheit über eine mögliche Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio schaffen. Das Internationale Olympische Komitee setzte sich am Sonntag nach einer Telefonkonferenz der Exekutive diese Deadline, schloss aber gleichzeitig eine Komplett-Absage der Sommerspiele aus. Das teilte das IOC am Sonntagabend mit, nachdem der Druck bezüglich einer Entscheidung immer größer geworden war. Denkbar ist eine Verschiebung der vom 24. Juli bis 9. August geplanten Sommerspiele auf den Herbst, auf Sommer 2021 oder gar auf 2022. 

ICE-Strecke Frankfurt-Mannheim nach Sperrung freigegeben

Die wegen eines Notarzteinsatzes am Gleis zwischenzeitlich gesperrte ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim ist wieder freigegeben. Der Einsatz sei mittlerweile beendet, wie die Deutsche Bahn in der Nacht auf Montag auf Twitter mitteilte. Zuvor waren Fernverkehrszüge umgeleitet worden, wodurch nach Bahn-Angaben Verspätungen von 30 Minuten, vereinzelt auch 60 Minuten entstanden waren. 

Das wird heute wichtig:

Kabinett will umfassende Corona-Notpakete beschließen

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus will das Bundeskabinett heute umfassende Maßnahmen beschließen. Dabei geht es um große Schutzschirme für Unternehmen, Beschäftigte und Kliniken. Geplant sind umfangreiche Rechtsänderungen. Im Schnellverfahren soll am Mittwoch bereits der Bundestag zustimmen, am Freitag der Bundesrat. Die Bundesregierung plant einen Nachtragshaushalt von 156 Milliarden Euro für 2020 und will dafür die Notfallregel bei der Schuldenbremse ziehen, um mehr finanziellen Spielraum zu haben.

Konkret sollen für kleine Firmen, Solo-Selbstständige und freie Berufe direkte Zuschüsse beschlossen werden. Ein Programm sieht ein Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro vor. Über einen Stabilisierungsfonds sollen Großunternehmen mit Kapital gestärkt werden können, der Staat soll sich notfalls wie in der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren auch an Unternehmen beteiligen können.

Corona: EU-Außenminister beraten über Rückholaktionen für Gestrandete 

Die EU-Außenminister beraten heute Vormittag über die Rückholaktionen für Hunderttausende EU-Bürger, die wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandet sind. Zugleich soll es in der Videoschalte um die geopolitischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gehen. Für Deutschland nimmt Außenminister Heiko Maas an den Gesprächen teil. Deutschland hatte wegen der Corona-Krise die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik gestartet. Bis Freitag wurden bereits 96.000 Touristen zurückgeholt. Es sei mittlerweile davon auszugehen, dass es um bis zu 200.000 deutsche Touristen im Ausland gehe, sagte Maas. Auch die EU bemüht sich, Menschen aus anderen Weltregionen zurück nach Europa zu bringen. 

Versuchter Totschlag am Nachbarn? Mann vor Gericht

Der Prozess gegen einen 55 Jahre alten Mann wegen versuchten Totschlags an einem Nachbarn beginnt heute vor dem Landgericht München II. Der Angeklagte soll im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses in Fürstenfeldbruck mit einem Hammer auf den 18-Jährigen und zwei seiner Freunde eingeschlagen haben, als die nachts nach einem Einkauf in einer Tankstelle nach Hause kamen. Er ist auch wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Auftakt im Prozess gegen mutmaßliches Mitglied der rechtsradikalen Gruppe "Aryan Circle"

Vor dem Amtsgericht Neumünster beginnt heute der Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied des "Aryan Circle". Der angeklagte 23-Jährige soll im Kreis Bad Segeberg eine andere Person durch Schläge und gezielte Tritte mit Springerstiefeln so verletzt haben, dass dieser ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt und auf der Intensivstation behandelt werden musste. Zwei weitere Personen soll er in Sülfeld geschlagen und mit Reizgas verletzt haben, weil sie Aufkleber der Gruppe "Aryan Circle" im Ort entfernt haben. Insgesamt werden zwölf Anklagepunkte verhandelt.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag. Bleiben Sie gesund!

Ihre stern-Redaktion

rw / DPA / AFP