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Die Morgenlage Sipri-Friedensforscher warnen vor neuem Atom-Wettrüsten

Russischer Offizier geht an Marschflugkörper entlang
Ein russischer Offizier geht in Kubinka an dem neuen, mit Atomsprengköpfen bestückbaren Marschflugkörper vom Typ 9M729 (Nato-Code: SSC-8) entlang. Friedensforscher sind besorgt wegen intensiver Modernisierung der Atomwaffen weltweit.
© Pavel Golovkin / AP / DPA
Reisewarnung für 27 Länder aufgehoben +++ Corona-App ab heute erhältlich +++ Neues Atom-Wettrüsten droht +++ Frontex befürchtet neue Eskalation an griechisch-türkischer Grenze +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.
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Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

nun soll es also losgehen: Von heute Abend an kann man sich die lange erwartete Corona-Warn-App auf sein Handy downloaden. Kann, wohlgemerkt, denn insgesamt setzt das System darauf, dass wir eigenverantwortlich unseren Beitrag dazu leisten, das Virus zu beherrschen. Das kann nur klappen, wenn sich viele Millionen Menschen die App holen und auch nutzen. Außen vor sind von vornherein Menschen, die kein Smartphone besitzen oder deren Smartphones veraltet sind. Die offizielle Vorstellung der App folgt am Dienstag. Was die App leisten kann und wie das Programm funktioniert, das können Sie hier nachlesen:

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Friedensforscher: Weiter mehr als 13.000 Atomwaffen

Auch knapp drei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges gibt es immer noch mehr als 13.000 Atomwaffen auf der Erde. Die Gesamtzahl der nuklearen Sprengköpfe im Besitz der Atommächte ging 2019 zwar um etwa 3,5 Prozent auf schätzungsweise 13.400 zurück, wie aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht. Dennoch werde den Atomarsenalen wieder wachsende Bedeutung beigemessen, warnten die Friedensforscher. Alle Atommächte seien dabei, ihre nuklearen Waffen weiter zu modernisieren. Es erscheine so, dass alle neun Atomwaffenstaaten an ihren Arsenalen auf unbestimmte Zeit festhalten wollten, sagte der Sipri-Experte Shannon Kile der Deutschen Presse-Agentur.

Reisewarnung für 27 europäische Länder aufgehoben

Nach drei Monaten hat die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung für Touristen teilweise aufgehoben und damit das Startsignal für den Sommerurlaub von der Adria bis zur Algarve gegeben. Seit Mitternacht warnt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite nicht mehr vor Reisen in 27 europäische Länder. Dazu zählen Haupturlaubsländer der Deutschen wie Italien, Österreich, Griechenland, Frankreich und Kroatien. Vier Länder der Europäischen Union und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums müssen auf die Aufhebung der am 17. März wegen der Corona-Pandemie verhängten Reisewarnung allerdings noch warten. Darunter ist das beliebteste Ferienziel der Deutschen: Spanien. Dort besteht genauso wie in Finnland und Norwegen noch eine Einreisesperre. Für EU-Land Schweden gilt weiter eine Reisewarnung - wegen einer noch zu großen Zahl von Neuinfektionen. 

Macron will schnelle Normalisierung nach Coronakrise

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron drückt beim Lockern der coronabedingten Beschränkungen aufs Tempo. So könnten Restaurants und Cafés im Großraum Paris schon von heute an wieder komplett öffnen, kündigte der 42-Jährige bei einer Fernsehansprache gestern Abend an. Dabei wies er auch darauf hin, dass von heute an Reisen in europäische Länder wieder möglich seien. Von 1. Juli an könnten Menschen in außereuropäische Länder reisen, in denen die Pandemie unter Kontrolle sei.

Obduktion: Brooks starb durch Schüsse in den Rücken

Nach dem Tod eines Schwarzen infolge einer Polizeikontrolle in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia wachsen die Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der angewendeten Gewalt. Videoaufnahmen der Ereignisse am Freitagabend zeigen die Interaktion zwischen zwei weißen Polizisten und Rayshard Brooks, an dessen Ende einer der Beamten Schüsse auf den 27-Jährigen abgab. Die Obduktion ergab, dass Brooks an Organschäden und Blutverlust durch zwei Schussverletzungen im Rücken starb, wie der TV-Sender CNN unter Berufung auf die Gerichtsmedizin berichtete. Brooks war nach einer Operation im Krankenhaus gestorben. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, diese Woche über eine Anklage entscheiden zu wollen.

Frontex warnt vor neuer Eskalation an griechisch-türkischer Grenze  

Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex hat vor einer neuen Eskalation der Lage an der griechisch-türkischen Grenze durch starken Andrang von Flüchtlingen gewarnt. Sollte die Türkei "eine ähnliche Situation wie im März heraufbeschwören", würde Frontex sein Personal in Griechenland kräftig aufstocken, sagte Behördenchef Fabrice Leggeri den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In "Krisensituationen" könnte Frontex nach seinen Worten bis zu 1500 Beamte nach Griechenland entsenden, dies wären 900 mehr als bisher. Ende Februar hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Grenzen seines Landes zur EU für offen erklärt. Er begründete dies damit, dass die EU sich nicht an das Flüchtlingsabkommen von 2016 gehalten habe. Danach machten sich tausende Flüchtlinge zur griechischen Grenze auf. Sie wurden teilweise mit Gewalt zurückgetrieben, ehe die Grenze wieder geschlossen wurde. Im Mai verzeichnete Frontex den Funke-Blättern zufolge einen deutlichen Anstieg der illegalen Grenzübertritte in die EU. Mit den Lockerungen der Maßnahmen gegen das Coronavirus erwartet die Behörde einen weiteren starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. 

Was heute wichtig wird:

Wie weiter beim Brexit? EU-Spitzen beraten mit Johnson

Viereinhalb Monate nach dem Brexit beraten die Spitzen der Europäischen Union und Großbritanniens ab 14.30 Uhr wie bis zum Jahresende ein Handelspakt beider Seiten gelingen könnte. An der Videokonferenz mit dem britischen Premierminister Boris Johnson nehmen für die EU Kommissionschefin Ursula von der Leyen, Ratspräsident Charles Michel und Parlamentspräsident David Sassoli teil. 

EU-Außenminister tauschen sich mit Pompeo aus

Die Außenminister der EU-Staaten schalten sich per Videokonferenz mit ihrem US-amerikanischen Kollegen Mike Pompeo zusammen. Themen des Austausches sollen unter anderem die Bemühungen um eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses sowie der Umgang mit der aufstrebenden Weltmacht China sein. In beiden Bereichen gibt es zwischen EU und USA grundlegende Meinungsverschiedenheiten.

"Kinderspiel des Jahres 2020" wird bekannt gegeben

Trotz der Coronakrise wird auch in diesem Jahr wieder ein Kinderspiel des Jahres gekürt. Diesmal werden allerdings keine Kinder bei der Preisverleihung dabei sein. Stattdessen wird die Bekanntgabe über einen Live-Stream auf Facebook verkündet. Im Rennen um den Sieg sind drei nominierte Spiele: das Reaktionsspiel "Foto Fish" (Logis-Verlag), das Geschicklichkeitsspiel "Speedy Roll" (Piatnik-Verlag) und das Einschätzspiel "Wir sind die Roboter" (Nürnberger Spielkarten-Verlag).

Krisengespräch zu Tuifly mit Landesregierung Niedersachsen

Unter der Vermittlung von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) wollen Betriebsräte, Gewerkschaften und das Management von Tuifly über den geplanten Stellenabbau bei der Airline verhandeln. Der durch die Corona-Folgen unter Druck geratene Tui-Konzern will zahlreiche Jobs streichen. Gewerkschafter kritisieren dies scharf - auch weil das Reiseunternehmen derzeit einen staatlichen Hilfskredit in Anspruch nimmt und die finanzielle Vorsorge während der letzten Jahre von einigen Arbeitnehmervertretern als unzureichend angesehen wird. 

Prozessbeginn gegen einen Polizisten wegen sexuellen Missbrauchs

Der Mann aus dem Münchner Umland steht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen sowie sexueller Nötigung vor Gericht. Er soll sich laut Staatsanwaltschaft vor allem in seiner Funktion als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr an Jungen vergangen haben - unter anderem auf einem Segelboot auf dem Starnberger See.

24-Stunden-Umweltschutz-Demo

Die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion demonstriert in Berlin mit einer 24 Stunden langen Kundgebung für Klimaschutz. Zwei Demonstrationszüge führen von Platz der Republik beziehungsweise von Finanzministerium zum Bundeswirtschaftsministerium am Invalidenpark

dho DPA AFP

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