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Erste Gespräche bereits Montag: Linke will schnell neuen Parteivorsitzenden benennen

Nach dem Rückzug von Linke-Chef Oskar Lafontaine will die Partei zügig die Nachfolge klären. Schon am Montag trifft der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, in Berlin wichtige Parteipolitiker aus den Ländern.

Nach dem Rückzug von Linke-Chef Oskar Lafontaine will die Partei zügig die Nachfolge klären. Schon am Montag trifft der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, in Berlin wichtige Parteipolitiker aus den Ländern, wie Gysis Sprecher Michael Schlick am Sonntag der Nachrichtenagentur DAPD sagte. Bei der Suche nach der neuen Parteispitze habe Gysi die Federführung. "Angestrebt wird eine schnelle Lösung", sagte Schlick.

Der Großteil der Landesvorsitzenden und Landtagsfraktionschefs ist am (morgigen) Montag ohnehin in der Hauptstadt, weil die Linke-Fraktion zu ihrem Neujahrsempfang in den Reichstag eingeladen hat.

Der Linke-Fraktionschef in Thüringen, Bodo Ramelow, sagte im MDR, nach seiner Ansicht werde bis Ende der neuen Woche Klarheit über die künftige Führungsmannschaft herrschen, die auf dem Rostocker Parteitag Mitte Mai antritt. Ausdrücklich stellte er sich hinter den Vorschlag Lafontaines, erneut eine Doppelspitze zu besetzen. Sinnvoll sei überdies eine doppelte Quotierung, also eine Spitze aus Mann und Frau sowie aus Ost und West, sagte er im Deutschlandfunk.

Das macht allerdings eine Satzungsänderung erforderlich, denn die bisherige Regelung für eine Doppelspitze läuft zum Parteitag im Mai in Rostock aus. Als denkbare Kandidatinnen erwähnte Ramelow die drei direkt gewählten Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch, Petra Pau und Dagmar Enkelmann. Alle hätten mehrfach bewiesen, dass sie Führungsaufgaben wahrnehmen könnten.

Auch die Bundestagsfraktion soll seiner Meinung nach eine solche doppelte Quotierung erwägen, sagte er. Ramelow warnte überdies eindringlich vor Flügelkämpfen, die die Partei zerstören könnten.

Der Landesvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Bockhahn, erklärte, mit Lafontaine gehe ein wichtiger Teil Parteigeschichte, "denn sein Engagement hat zur Bildung einer gesamtdeutschen Linken maßgeblich beigetragen". Auf dem Bundesparteitag in Rostock stehe die Linke nach dem Verzicht des bisherigen Co-Vorsitzenden Lothar Bisky und des bisherigen Bundesgeschäftsführers Dietmar Bartsch vor einem "personellen Neuanfang". Schwerpunkt des Parteitages müsse jedoch die inhaltliche Diskussion sein, verlangte er. "Die nunmehr beginnende Debatte sollte sich beispielsweise auf ein neues Parteiprogramm konzentrieren."

Lafontaine hatte am Samstag erklärt, dass er wegen seiner Krebserkrankung den Bundesvorsitz und sein Bundestagmandat aufgibt. Der 66-Jährige will auf dem Parteitag nicht wieder als Vorsitzender kandidieren, sondern nur noch Fraktionschef im Saarland bleiben. Alleiniger Grund sei seine Krankheit, betonte der frühere SPD-Chef. Die Krebsoperation sei ein "Warnschuss" gewesen, den er nicht so leicht wegstecken könne.

APN / APN