HOME

Forsa-Umfrage: CSU kann doch mit absoluter Mehrheit rechnen

Nur 41 Prozent - das Ergebnis einer Umfrage irritierte die CSU. Kann das wirklich sein? Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von stern.de dürfte die Christsozialen etwas beruhigen.

Von Matthias Weber

Seit dem <linkk adr="http://www.stern.de/news2/aktuell/csu-ueber-allensbach-umfrage-veraergert-1951788.html">Auftritt von Allensbach-Chefin Renate Köcher bei der Klausur der CSU-Bundestagsabgeordneten in Wildbad Kreuth herrscht Verwirrung über die politische Stimmung in Bayern. Köcher, die Hausdemoskopin der Union, sagte der CSU bei einer Bundestagswahl nur 41 Prozent voraus. Eine Zahl, die bei den Abgeordneten ungläubiges Kopfschütteln auslöste. Denn üblicherweise schneidet die CSU bei Bundestagswahlen weit besser ab als die CDU im übrigen Bundesgebiet.

Und da die Union im stern-RTL-Wahltrend derzeit sogar 42 Prozent erreicht, muss sie also in Bayern deutlich höher liegen.

Die Gemüter der CSU-Größen etwas beruhigen konnte eine Umfrage für den Bayerischen Rundfunk, die der CSU bei einer Landtagswahl 47 Prozent prophezeite. Für wen die Bayern bei einer Bundestagswahl stimmen würden, verriet die Umfrage nicht.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, bat stern.de das Forsa-Institut um aktuelle Daten. Es fragt regelmäßig auch die Bürger in Bayern nach ihrer Landtags- und Bundestagswahlabsicht. Die vorliegenden Zahlen basieren auf Befragungen von 1119 wahlberechtigten Bayern zwischen dem 17. Dezember und dem 8. Januar. Das überraschende Ergebnis: Die CSU kann in Bayern zwar mit der absoluten Mehrheit rechnen, schöpft aber längst nicht ihr Potenzial aus, das sie bei einer Bundestagswahl hätte.

CSU profitiert von Merkel

Im Einzelnen: Wäre jetzt Landtagswahl, würden nach der Forsa-Umfrage 46 Prozent für die CSU stimmen, 18 Prozent für die SPD, 13 Prozent für die Grünen und 9 Prozent für die Freien Wähler. Nicht im Landtag vertreten wären die FDP (3 Prozent), die Linke (4 Prozent) und die Piraten (2 Prozent). Auf sonstige Parteien entfallen insgesamt 5 Prozent. Die CSU hätte mit 46 Prozent gegenüber den 40 Prozent von SPD, Grünen und Freien Wählern damit im Landtag die absolute Mehrheit der Stimmen.

Anders sähe es bei einer Bundestagswahl aus. Da wollen nach der Forsa-Umfrage 49 Prozent der Bayern bei der CSU ihr Kreuzchen machen. Das sind sieben Punkte mehr als die Union im Bundesdurchschnitt in die Waagschale wirft. Und drei Punkte mehr als die CSU bei einer Landtagswahl bekäme. Soll heißen: Die Union mit Kanzlerin Angela Merkel an der Spitze ist derzeit in Bayern klar beliebter als die bayerische CSU. Das ist dann doch ein Denkzettel für CSU-Chef Horst Seehofer: Ihm gelingt es nicht, alle Stimmen der unzufriedenen FDP-Wähler einzusammeln und die Freien Wähler klein zu halten.